Deutsche E-Book-Hitparade: Mediacontrol legt erstmals elektronisches Bestseller-Ranking vor

mediacontrol_e-book-charts_bild_rike_pixelio-deSpot on für die deutschen E-Book-Charts: Erstmals hat Mediacontrol ein repräsentatives Bestseller-Ranking für Deutschland vorgelegt. Die von der GfK-Tochter präsentierten Top 5 bieten einige Überraschungen – denn sie decken sich kaum mit den Verkaufscharts großer Portale von Apple, Libri oder Libreka. Ab Oktober soll es nun einmal pro Monat eine E-Book-Hitparade geben. Zunächst bleibt aber festzuhalten: Der E-Book-Handel in Deutschland hat offenbar endlich eine messbare Größenordnung erreicht.

Vom Filesharing zum Klingelton: Mediacontrol zählt Downloads aller Art

„Die erste deutsche E-Book-Hitparade ist da!“, titelte ein Berliner Boulevardblatt heute. Tatsächlich hat die GfK-Tochter Mediacontrol in den Siebziger Jahren mal mit Musik-Charts angefangen. Später kamen dann Computer-Spiel-Charts, Klingelton-Charts und schließlich sogar Filesharing-Charts dazu. Wie wichtig mittlerweile das Internet für Bestseller-Listen ist, zeigt ausgerechnet die gute alte Hitparade selbst. Dort zählen nämlich seit 2007 nicht nur verkaufte Tonträger, sondern auch digitale Downloads. Für E-Books fehlte ein einheitliches Ranking bisher allerdings – Portale wie libri, Buch.de oder iBooks haben jeweils ihre eigenen Charts produziert. So hieß Deutschlands meistverkauftes E-Book im Sommer 2010 wahlweise „Eine Billion Dollar“, „Die Dreizehnte Stunde“ oder „30 Minuten Twitter“. Ist aber alles falsch, sagt jetzt Mediacontrol. Der wahre Sieger ist nämlich Andreas Franz‘ Krimi „Letale Dosis“, gefolgt von Tony Jauds „Hummeldumm“ und Kate Mortons „Verborgenem Garten“. Wie viele E-Books verkauft wurden, sagt Mediacontrol allerdings nicht. Auch über das Zustandekommen der aktuellen Top 5 wird bis auf weiteres nichts verraten. Klar ist nur: ab Oktober wird es eine regelmäßige E-Book-Hitparade geben. Das will jedenfalls Buchreport von Mediacontral erfahren haben.

Bisher war das E-Book-Business zu klein, um verlässliche Daten zu liefern

Zuletzt hatte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zusammen mit dem Branchenverband Bitkom Mitte 2009 ein paar Zahlen zum E-Book-Markt in Deutschland veröffentlicht. Demnach waren in der ersten Jahreshälfte 65.000 E-Books verkauft worden, bei einem Umsatz von mehr als 600.000 Euro. Das war nicht viel im Vergleich zu 4 Millionen Euro, die im selben Zeitraum mit 420.000 verkauften Hörbüchern umgesetzt wurde. Und offenbar auch nicht genug, um überhaupt seriöse Schätzungen zuzulassen – für das zweite Halbjahr verzichtete die GfK auf konkrete Zahlen und hielt es auch bisher so. Doch der Umsatz mit E-Books zieht mittlerweile nicht nur in den USA, sondern auch im Leseland Deutschland kräftig an. Daran haben nicht nur die bisher verkauften E-Ink-Lesegeräte ihren Anteil, sondern in besonderem Maß wohl auch Apples neues Tablet. Man darf also auf den Herbst gespannt sein. Die neue Ordnung der Bestsellerlisten könnte dann endgültig lauten: Hardcover, Paperback, Hörbuch, E-Book.

Bild: Pixelio/Rike

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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