Der Zufall kann dein Killer sein: Thriller-Autorin Silke Nowak im Interview

silke-nowak-thriller-autorin-im-interviewSeit ihrem Krimi-Debüt mit „Schneekind“ und „Spiel Ende“ gehört Silke Nowak zu den Shooting Stars im deutschen Kindle-Store – mit „Penelopes Tod“ legt die studierte Literaturwissenschaftlerin jetzt einen neuen Thriller vor. Erzählt aus der Ich-Perspektive, taucht der Leser ein in das Leben von Penny, das durch einen Schicksalsschlag völlig verändert wird: Ihr Freund Chris erleidet beim Segeln durch die Karibik einen Schlaganfall. In der Folgezeit stößt Penny auf seltsame Dinge: offenbar hat Chris ein Doppelleben geführt, und dieses Wissen bringt beide in große Gefahr. E-Book-News sprach anlässlich des Buch-Starts mit der Autorin.

E-Book-News: Was ist das Thema, die Essenz von „Penelopes Tod“ – in einen twitterfähigen Satz zusammengefasst?

Silke Nowak: Nur der Zufall entscheidet, ob du lebst oder stirbst.

Ihre Romane werden von den Lesern in verschiedenster Weise gelobt, besonders interessant fand ich unter den ersten Rezensionen von „Penelopes Tod“ dabei die Bemerkung, der Text würde das „Kopfkino“ in Gang bringen. Wie schafft man so etwas?

Das ist ein interessanter Punkt. Denn es gibt Komponenten des Schreibens, bei denen ich mir – durch das Schreiben – tatsächlich eine Art Technik angeeignet habe, etwa in der Plotentwicklung oder Dialoggestaltung. Aber für das bildliche Schreiben ist das nicht der Fall. Das passiert mir einfach so. Allerdings bin ich ein Augenmensch und habe einen Hang zum Bild. Vielleicht deshalb.

Weibliche Hauptpersonen wie etwa eine ermittelnde Kommissarin gab es bisher schon in Ihren Krimis, „Penelopes Tod“ wird nun aus der Ich-Perspektive von Penny erzählt – warum war Ihnen das bei dieser Geschichte so wichtig?

Die Ich-Perspektive hat einfach funktioniert. Manchmal gibt es das: Du hast eine Figur und du hast ihre Stimme – und dann folgst du ihr wie einem Blindenhund.
Natürlich ist die Ich-Perspektive auch ideal für eine Geschichte, in der Dinge passieren, die unheimlich sind oder unerklärlich scheinen. Denn man weiß ja immer nur so viel wie das erzählende Ich.
Außerdem ist die Ich-Perspektive ein tolles Mittel, um die Leser zu täuschen. Denn Leser/Menschen vertrauen einem erzählenden Ich, zumal wenn man es mit sympathischen Merkmalen ausstattet. Bis sie merken, dass da etwas nicht stimmt …

Für den Plot sehr wichtig ist die Tatsache, dass Pennys vermeintlicher Traummann einen Schlaganfall erleidet, und viele Details sind hier sehr realistisch erzählt, was die Leser ebenfalls loben. Welche Rolle spielt eigentlich die Recherche bei der Vorbereitung eines Thrillers?

Ich bin von Haus aus Wissenschaftlerin und da gehört für mich Recherche selbstverständlich dazu. Wenn ich über das Thema Schlaganfall schreibe, lese ich mich in das Thema ein, spreche mit Ärzten und vor allem mit Betroffenen. Aber meine Bücher leben nicht von der Recherche. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf einer stimmigen Geschichte – und da müssen halt auch die Fakten stimmen.
„Penelopes Tod“ war für mich allerdings etwas Besonderes, was die Fakten betrifft. Denn der Roman beruht auf einer wahren Geschichte: Das, was Chris Winter in diesem Roman passiert, ist dem Mann einer Freundin von mir wirklich passiert. Indem ich Anteil an ihrem Schicksal genommen habe, habe ich hautnah Erfahrung im Umgang mit Betroffenen gesammelt.


Weitere Infos zur Autorin & ihren Büchern gibt’s auf http://silkenowak.de/

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Silke Nowak,
Penelopes Tod. Thriller
E-Book (Kindle) 0,99 Euro
Taschenbuch (Createspace) 8,95 Euro

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".