Home » Allgemein

De-Mail & Hybridpost: Von der E-Mail zum Internet-Brief

13 Jul 2010

demail-internet-brief-deutsche-post1Von der E-Mail zur De-Mail: elektronische Post könnte bald genauso seriös werden wie konventionelle Briefe. Mit dem neuen Service möchte die Deutsche Post vor allem die Korrespondenz von und mit Behörden oder Unternehmen erleichtern – und natürlich auch finanziell profitieren. Beim konventionellen Briefgeschäft gehen die Umsätze seit Jahren deutlich zurück. Neben dem Internetbrief soll es auch „Hybridpost“ geben, die online aufgegeben, ausgedruckt und zugestellt wird.

Wer ist der wahre Absender? Beim Internet-Brief soll es keine Zweifel mehr geben…

Der Internet-Boom war von Anfang an ein E-Mail-Boom – denn die elektronische Post gehört zu den am meisten genutzen Online-Diensten. Im offiziellen Schriftverkehr spielt die E-Mail bisher allerdings nur eine untergeordnete Rolle: „E-Mails haben wenig Beweiskraft, da der Sender bei den herkömmlichen Protokollen und Log-Mechanismen keine Möglichkeit hat, zu beweisen, wann er was an wen versendet hat und ob der Empfänger die E-Mail erhalten hat“, heißt es dazu etwa in der deutschen Wikipedia. Außerdem ist die Identität des Absenders nur über die Adresse nicht eindeutig feststellbar. Der Internet-Brief bzw. die De-Mail soll das nun ändern: „Die Brief-im-Internet-Kunden können sich zukünftig den Gang aufs Amt sparen, ihre Versicherungsverträge bequem am Computer abschließen oder ihre Einschreiben online
verschicken. Unternehmen und Behörden sparen mit dem Brief im Internet Kosten, weil sie ihre Schriftkommunikation komplett elektronisch erledigen können“, verspricht die Post in ihrer Pressemitteilung. Zwei Drittel der Kosten entfallen bisher auf das Drucken, Kuvertieren und Falzen von Briefen. Über Großkundenrabatte gibt die Post einen Teil der Ersparnis weiter – für Privatkunden kostet der Internet-Brief dagegen 55 Cent.

Sicher ist Sicher: Post-Ident plus Handy-TAN ist Standard

Um den Internet-Brief zu nutzen, muss man zunächst bei epost.de eine De-Mail-Adresse registrieren. Dazu sind eine postalische Adresse und eine gültige Mobilfunk-Nummer notwendig. Die Freischaltung verläuft in zwei Schritten. Zunächst wird an das Handy des De-Mail-Aspiranten eine Transaktionsnummer (TAN) geschickt. Gibt man diese wiederum im Browser ein, bekommt man per Snail-Mail ein Post-Ident-Formular zugeschickt. Mit Personalausweis oder Reisepass kann man damit in einer Postfiliale das Anmeldverfahren abschließen. Das Schreiben und Lesen von De-Mails über das epost-Portal ist dagegen etwas einfacher. Der Versand von „Internet-Briefen“ erfolgt mit Verschlüsselung und digitaler Signatur. Für Unternehmen und Behörden wird die Post eine „digitale Poststelle“ anbieten, mit Schnittstellen zu Dokumentenmanagement-, E-Mail-, Fax- und Workflowsystemen“ wie auch Posteingangs- und Postausgangsbearbeitung. Damit der Internet-Brief auch bei denen ankommt, die noch im Offline-Land leben, gibt es zudem eine „Hybrid“-Lösung – die Mails werden vor Ort ausgedruckt und ganz normal zugestellt. Umgekehrt können eingegangene Papier-Briefe bzw. Faxe in der digitalen Poststelle eingescannt werden.

De-Mail ist für alle da – ein neues Briefmonopol ist nicht in Sicht

Die Post wird zwar der erste Anbieter des Internet-Briefs sein, doch ein neues, diesmal digitales Briefmonopol ist nicht zu befürchten. Die technischen Standards der „De-Mail“ werden nämlich vom Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik festgelegt, bei dem sich die jeweiligen Provider akkreditieren müssen. Neben der Deutschen Post arbeitet so etwa auch United Internet an De-Mail-Angeboten. Auf den zu United Internet gehörenden Portalen gmx.de und web.de kann man sich bereits kostenlos für eine De-Mail-Adresse registrieren. Die Struktur dieser Adressen heisst dann beispielsweise „name.vorname@web.de-mail.de“, es wird also einfach das Kürzel „-mail.de“ hinzugefügt. Nutzen kann man diese De-Mail-Variante wohl erst im Jahr 2011. Doch immerhin gibt es bereits jetzt die Möglichkeit, Briefe ohne spezielle Authorisierung online zu schreiben und für 54 Cent ausdrucken und zustellen zu lassen. Das ist sogar ein Cent günstiger als im Online-Schreibcenter der Deutschen Post.