Home » Pro & Kontra

Großes Einmaleins der Pressekonzentration: Zentralredaktionen von Madsack und Dumont werden zusammengelegt

24 Mai 2018

presse-zu-konzentriertErst werden lokal Redakteure gefeuert und zentral neue Redaktionen gegründet, die immer mehr Blätter mit dem Mantelteil beliefern, am Ende werden auch die Zentralredaktionen zu einer Redaktion zusammengelegt, und dann … steht in allen regionalen Zeitungen im überregionalen Teil dasselbe? Sieht nach der aktuellen Konzentrationsrunde ganz danach aus.

Funke, Madsack & DuMont spielen Pool

Bisher betrieben in Deutschland drei große Verlagsgruppen Zentralredaktionen, um ihre Titel landauf, landab mit überregionalem Content zu versorgen: die in Essen ansässige Funke-Mediengruppe (mit Titeln in NRW, Hamburg, Berlin, Thüringen), das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ der in Hannover ansässigen Madsack Mediengruppe (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, MeckPomm, Sachsen-Anhalt, Sachsen) sowie die kölnische DuMont-Mediengruppe (NRW, Hamburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, bis auch: Frankfurt). In Zukunft gibt’s nur noch zwei — denn Madsack und DuMont legen ihre Berliner Ressourcen zusammen, und gründen zum 1. Oktober eine gemeinsame Redaktion für Politik und Wirtschaft.

Merken die Leser was?

Die davon betroffenen 2,3 Millionen Leser von mehr als 50 Tageszeitungen werden wie auch bisher schon von der Mehrfachverwertung der Inhalte selbst nichts mitbekommen, mal abgesehen davon dass in den Madsack-Titeln im Zeitungkopf „Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland“ steht, während DuMont wohl auch weiterhin den Mantel des Schweigens über die Herkunft des Mantels hängt. Aber mal sehn, vielleicht ändert sich das jetzt auch, interessanterweise nutzt inzwischen auch die Funke-Mediengruppe (zum Beispiel bei der Berliner Morgenpost) solche Kopfzeilen als eine Art Qualitätsnachweis.

Und wie Funke lanciert auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland Vorab-Pressemeldungen, die dann von anderen Medien zitiert werden, für das Eigenmarketing. À la: „sagte XY in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe“ bzw. „dem Redaktionsnetzwerk Deutschland“ — was inzwischen so oft passiert, dass etwa der Deutschlandfunk eigens eine Erklärseite zu diesem Thema eingerichtet hat.

Abb.: onnola (cc-by-sa-2.0)