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Das erste Buch, das telefonieren kann: Onyx entwickelt E-Ink-Smartphone

18 Okt 2012

Elektronisches Papier wird langsam flügge: nach E-Readern und Uhren erobert die stromsparende Display-Technik nun auch den Smartphone-Bereich. Der chinesische E-Reader-Fabrikant Onyx hat gerade einen funktionsfähigen Prototypen vorgestellt, der mit 4-Zoll großem E-Ink-Touchscreen ausgestattet ist. Das unter Android laufende Hybrid-Sample ist mit 3G wie auch WiFi-Schnittstelle ausgestattet, unterscheidet sich also vom Innenleben her nicht von normalen Smartphones. Die Benutzeroberfläche, die auf einem ersten Hands-On-Video zu sehen ist, reagiert wie gewohnt auf Touch-Screen-Gesten, auch der Screen-Refresh ist rasant. Da die Aufnahme bei vollem Sonnenlicht gedreht wurde, sieht man sofort die Vorteile des E-Ink-Phones – auf einem daneben gehaltenen Smartphone mit LCD-Display ist fast nichts zu erkennen, das E-Ink-Display dagegen kann hervorragend abgelesen werden.

Das selbe E-Ink-Display wie beim Trekstor Mini?

Hinweise auf diesen neuen Trend gab es schon seit einiger Zeit. Auf der IFA im vergangenen August hatte E-Ink-Marketing-Chef Sri Peruvemba eine Smartphone-Konzeptstudie vorgeführt, der mit Dual-Screen ausgestattet war: neben einem normalen LCD-Touchscreen im 4-Zoll-Format gab es auf der Rückseite ein E-Ink-Display im selben Format. Auf der Frankfurter Buchmesse war dann mit dem Trekstor Mini auch ein erster E-Reader im Smartphone-Format zu sehen. Das verbaute 4,3-Zoll-Display dürfte auch die Grundlage für die E-Ink-Phones werden. Weiterer Vorteil dieser neuen Geräteklasse ist neben Tageslicht-Verträglichkeit wohl die deutlich längere Akku-Lebensdauer – dem Hersteller Onyx zufolge soll das jetzt vorgestellte Smart-E-Ink-Phone bis zu einen Monat durchhalten, bei vollem Betrieb erscheint zumindest eine Woche realistisch.

Fehlt nur noch die Glowlight-Funktion

Bisher hat das neue Gadget noch keinen Namen – der Working-Title lautet schlicht „E-Ink-Phone“. Wann genau die Markteinführung erfolgen soll, steht auch noch nicht fest, Onyx zufolge soll es aber irgendwann im Jahr 2013 passieren. Schaut man auf die aktuelle Entwicklung bei E-Readern, könnte man sich noch ein weiteres technisches Detail denken, um bis dahin den Funktionsumfang des E-Ink-Phones zu komplettieren: ein GlowLight-Feature wie beim neuen Kindle Paperwhite oder dem Kobo Glo. Möglicherweise ist ein solches Gerät sogar schon in der Planung – etwa im Hause Amazon. Besonderes Interesse am lesefreundlichen Smartphone dürften ohnehin gerade die großen E-Book-Portale haben – schließlich könnte man mit solch einem ständig vernetzten Gadget ein weitaus größeres Publikum erreichen als bisher.

(via The Digital Reader)

Abb.: Screenshot Youtube