Home » E-Book-Reader

Das Cybook ist cool, aber der Cool-E-Reader ist cooler…

18 Mai 2009 Ansgar Warner 1 Kommentar

cooler-readerAlle reden vom Amazon Kindle oder Sonys E-Reader PRS 505. Doch den Kindle kann man in Europa nicht kaufen, und Sonys Gerät ist mit 300 Euro ziemlich teuer. Der lachende Dritte war bisher ein E-Reader namens CyBook. Der französische Hersteller Bookeen brachte das Gadget Ende 2007 an den Start. Das CyBook hat hat wie Sonys Reader ein 6-Zoll-Display mit einer Auflösung von 160 dpi, ist aber beim deutschen Reseller Justread.de bereits ab 259 Euro erhältlich. In dieser Version lassen sich jedoch kommerzielle E-Books nur im Mobipocket-Format lesen. Kauft man das CyBook für 269 Euro über Weltbild.de, kann die Firmware zwar kopiergeschützte PDFs und epubs problemlos lesen, dafür aber keine Mobipocket-Dateien. Wer ohnehin kein Mobipocket braucht, hat aber demnächst noch eine ganz andere Möglichkeit: denn der Cool-ER von der US-Firma Interead bietet bereits ab 225 Euro einen CyBook-ähnlichen Standard.

Wenn zwei Softwarfirmen sich streiten, ärgert sich der Dritte: und das ist der Kunde

Auffällig ist dabei: auch der Cool-ER kommt zwar mit PDF und epub, aber ohne Mobipocket. Das Problem liegt jedoch nicht bei den Geräteherstellern, sondern bei den Firmen Adobe und Mobipocket (letztere gehört wiederum zum Amazon-Konzern). Adobe kooperiert mit den Herstellern von E-Book-Readern offensichtlich nur, wenn die Konkurrenz außen vor bleibt. Bookeen selbst scheint den Wechsel von Mobipocket zu Adobe stillschweigend zu vollziehen. Schon Anfang des Jahres wurde auf dem Firmen-Blog von Bookeen eine neue Firmware angekündigt: “Adobe PDF and EPUB will be present in Bookeen products”. Das man Mobipocket gleichzeitig vor die Tür setzen würde, wurde jedoch pikanterweise nicht erwähnt.

Für Besitzer von Mobipocket-E-Books gilt: Hände weg vom neuen CyBook

Das Problem ist nun: wer bereits einige Bücher im Mobipocket-Format gekauft hat, muss bis auf weiteres mit der alten Firmware Vorlieb nehmen. Denn bei einem Update liessen sich die E-Books mit dem CyBook nicht mehr lesen, sondern nur noch im Mobipocket-Reader auf dem Desktop. Natürlich kann man auf das Update verzichten. Doch dann muss man allerdings auch in Zukunft auf den Kauf von Bücher im epub-Format verzichten. Ausgerechnet! Was für eine Farce! Denn schließlich könnte das offene, nicht konzerngebundene epub-Format die Lösung des Format-Wirrwarrs sein. Der besondere Vorteil ist nämlich: hinter epub steckt kein transnationales Unternehmen, das ohne Rücksicht auf die Interessen der Leser den eigenen Standard monopolistisch durchsetzen will.

Der neue Cool-ER zeigt: offenen Formaten wie epub gehört die Zukunft des E-Book-Marktes

Das scheint auch die Gerätehersteller nach und nach zu überzeugen. Erfreulicherweise setzt nun auch Interead mit dem Cool-ER ganz ausdrücklich auf epub. Im Mission Statement von Interead heisst es:

Unlike some players in this market, we do not want to restrict you to ONLY being able to use our e-reader for our e-books. We recognize that you have a choice of e-readers as much as you have a choice of where to buy your e-books – it is not for us to dictate that to you.

Von der Ausstattung her ist der Cool-ER dem CyBook sogar überlegen: er kann nicht nämlich acht verschiedene Graustufen darstellen, sondern ist auch in acht verschiedenen Gehäusefarben zu haben. Das beste ist allerdings wirklich der Preis: mit 225 Euro wird der COOL-ER der preiswerteste E-Reader mit E-Ink-Technologie überhaupt sein. Der Verkauf des mac- und PC-kompatiblen Gerätes startet nach Herstellerangaben Anfang Juni. Bereits online ist die E-Book-Verkaufsplattform Coolerbooks.

Ein Kommentar »

  • Leseratte70 schrieb:

    Auch der Sony-Reader ist gar nicht so übel. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass die Navigation nicht über einen Touchscreen läuft, kommt man gut damit klar. Zum Gerät gibt es übrigens ein ganz nettes Testvideo, und auch eine animierte Erklärung, wie elektronische Tinte funktioniert. Zu finden hier:

    http://www.digital-room.de/test/movie/72

    und hier:

    http://www.digital-room.de/wissen/movie/73