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„Das Amazon der nächsten 10 Jahre“: Oyster ergänzt Flatrate mit E-Book-Verkauf

9 Apr 2015

oyster-ebook-storeDie Flatrate-App Oyster galt bisher als das Netflix für Bücher – nun nimmt das Unternehmen Kurs auf ein eher traditionelles Geschäftsfeld: den en-detail-Verkauf von Lesestoff. Via Website und App kann man seit dieser Woche bei Oysterbooks auch E-Books kaufen. Mit anderen Worten: Oyster ist jetzt eine Buchhandlung.

Oyster dealt mit den Big Five

„With our new ebook store, virtually any book you can think of is available on Oyster, including all new releases and pre-orders“, heißt es im Oyster-Blog – was man natürlich als dezenten Hinweis auf das Grundproblem aller Flatrates lesen darf. Denn man bekommt eben nie alle Bücher, sondern je nach den bestehenden Deals mit großen Verlagen immer nur einen Ausschnitt der auf dem freien Markt lieferbaren Lektüre.

Die kluge Auster möchte nun noch mehr Perlen verkaufen – und hat zu diesem Zweck den ganz großen Deal mit den „Big Five“ des US-Buchbusiness gemacht, u.a. mit HarperCollins, dort lobt man Oyster als „innovativen Player der Branche“. Ein Lob nicht ohne Hintergedanken. Wenn demnächst die Lieferverträge zwischen HarperCollins und Amazon neu ausgehandelt werden müssen, könnte die Kooperation mit Oyster der eigenen Position mehr Kawumm verleihen.

„Nächste Stufe der E-Books zünden“

Ähnlich egostark wird bei Oyster die Werbetrommel für das neue Vertriebsmodell gerührt. „Amazon hat den Weg für E-Books geebnet“, so Oyster-Kogründer Willem van Lancker gegenübrer Business Insider. „Wir möchten das Amazon der nächsten zehn Jahre sein. Unser Unternehmen soll für E-Books die nächste Stufe zünden.“

Tatsächlich geht Oyster ab wie eine Rakete, seitdem der Service 2013 von den Ex-Googlern Van Lancker und Andrew Brown sowie dem Ex-Ebayer Eric Stromberg gegründet wurde. Mittlerweile lesen die Nutzer der Oyster-App mehr als 100 Millionen Seiten pro Monat. Der neue Claim von Oyster klingt auch irgendwie nach Jeff Bezos: „You’ll never have to go anywhere else to get a book, because everything you’re looking for is on Oyster.“

Discoverability als Vorteil

Das eigene Angebot, so schallt es aus der PR-Abteilung der Flatrate-Molluske, sei auch viel benutzerfreundlicher organisiert, z.B. mit Best-of-Listen, Amazon dagegen biete dagegen eher die nüchterne Logistik eines großen Warenhauses.

Einen kleinen Haken hat die Sache natürlich trotz aller Discoverability-Optimierungen der Oyster-Macher: wenn man nicht nur Bücher, sondern Rasenmäher, Gummistiefel oder Windeln bestellen möchte, muss man eben doch „woanders“ hinsurfen. Und die meisten US-Kunden wissen natürlich genau, wo das ist. Bücher bekommt man „dort“ auch…

(via Business Insider)