Dan Brown-Fans müssen warten: „The lost Symbol“ erst mal nicht als E-Book

dan-brown-fans-mussen-warten-the-lost-symbol-nicht-als-e-book_bild_pixelio_rowdy2008Dan Brown-Fans freuen sich auf den 15. September: denn an diesem Tag erscheint „The Lost Symbol„, der langerwartete neue Thriller. Nach „Illuminati“ und „The Da Vinci Code (deutscher Titel: Sakrileg)“ ist es der dritte Roman mit dem heldenhaften Harvard-Professor Robert Langdon. Wer „The Lost Symbol“ als E-Book lesen will, muss aber wohl noch etwas länger warten.

Wie verwertet man einen Mega-Blockbuster am besten: mit oder ohne E-Book-Version?

Denn einem Bericht der New York Times zufolge überlegt die Knopf Doubleday Publishing Group zur Zeit noch, wie man den erwarteten „Megablockbuster“ am besten verwertet. Die Erwartungen sind hochgesteckt: der Da Vinci Code startete mit 230.000 Exemplaren, mittlerweile wurden von dem Bestseller mehr als 50 Millionen Exemplare verkauft. Die Hardcover-Ausgabe des neuen Dan Brown-Thrillers soll mit 5 Millionen Auflage starten, wann es auch eine E-Book-Version geben wird, oder überhaupt, ist noch völlig unklar. Ähnlich taktieren der NYT zufolge auch viele andere Verlage. Ein Grund dafür ist die Preisdifferenz: während Hardcover in den USA normalerweise für 25 bis 35 Dollar über den Ladentisch gehen, hat sich bei E-Books ein Schwellenpreis von 9 Dollar 99 eingebürgert. Dafür ist nicht zuletzt Amazon verantwortlich, denn um den Verkauf des Kindle E-Readers anzukurbeln, hat der Branchenriese sich zur Regel gemacht, kein E-Book über zehn Dollar zu verkaufen.

„Wer E-Books liest, kauft keine gedruckten Bücher, wer gedruckte Bücher liest, kauft keine E-Books“

Doch nicht alle teilen die Bedenken der Verleger. Die NYT zitiert etwa den Digital-Publishing-Berater Mike Shatzkin, der nichts von der „Kannibalisierungs-These“ hält: “People who read e-books don’t buy physical books, and people who buy physical books don’t buy e-books“. Da der Gesamtanteil der E-Books am Buchhandel immer noch im einstelligen Prozentbereich liegt, gibt es auch große Verlage wie etwa Random House, die grundsätzlich Print- und Coverversion parallel herausbringen. Auf Dan Brown als E-Book muss man also warten, auf elektronische Bestseller von Kollegen wie John Irving oder E.L. Doctorow aber zum Beispiel nicht. Somit unterscheidet sich das E-Book-Angebot in den USA immer noch stark vom deutschen Buchmarkt: zwischen Flensburg und Berchtesgaden ist fast kein Buch aus den Bestseller-Listen als E-Book erhältlich, obwohl der Marktanteil elektronischer Bücher hierzulande weitaus geringer ist auf der anderen Seite des Atlantiks.

Bild: Pixelio/Rowdy2008

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".