Dampftwitterer starten durch: 280-Zeichen-Tweets erzeugen mehr Retweets & Likes

twitter-kuratiert-die-newsSeit November ist Twitter kein Kurznachrichtendienst mehr, sondern ein Nachrichtendienst für die Mittelstrecke. Während Zwitscher-Puristen sich weiter kurz fassen, haben die Dampftwitterer draußen im Lande die Verdopplung von 140 auf 280 Zeichen eifrig genutzt — und das mit Erfolg. Eine Auswertung von des Publishing-Tools „SocialFlow“ — das rund 300 große Plattformen wie die NYT oder WSJ nutzen — ergab jetzt, dass sich die Like- und Retweet-Rate mit Maxi-Tweets verdoppeln lässt. Das berichtet Buzz Feed News.

Klickrate pro Tweet bleibt jedoch konstant

Social Flow hatte Buzz Feed zufolge zehntausende Tweets aus dem Zeitraum vom 29. November bis zum 6. Dezember ausgewertet — und stellte fest: 140Plus-Tweets wurden im Schnitt 26,5 mal retweeted, kürzere Tweets nur 13,7 mal. Bei den Likes war das Verhältnis 50,28 zu 29,96. Die Klickrate pro Tweet — d.h. die Zahl der Klicks auf eingebettete Links auf Web-Inhalte, Shop-Artikel etc. — dagegen blieb interessanterweise konstant.

Ergebnisse aus 280er-Testphase bestätigt

Der Analyse-Schnappschuss bestätigt mehr oder weniger das, was Twitter selbst schon vor dem Rollout des neuen 280-Zeichen-Limits behauptet hatte: „Es wurde nicht nur mehr getweetet, wer mehr Raum für Inhalte hatte, bekam auch aktivere Follower (mehr Likes, Retweets, @mentions)“, hieß es damals. Außerdem wurde festgestellt: „Teilnehmer des Experiments berichteten davon, sie seien mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten und mit Twitter insgesamt jetzt zufriedener, sie könnten auch leichter gute Inhalte finden.“

Monetarisierung, Fakenewsifizierung, Facebookisierung

Ob die erhöhte Aktivität der Nutzer nun auch eine bessere Monetarisierung verspricht? Und verbesserte Marketing-Möglichkeiten? Die kaum veränderte Klickrate scheint eher dagegen zu sprechen, allerdings gibt es ja auch mehr Retweets, auf die ebenfalls geklickt wird, so dass die absolute Zahl der Klicks sich durchaus erhöhen lässt. Insofern lautet das vorläufige Urteil: das 280-Zeichen-Limit macht das Medium bzw. die Community intern offenbar noch „sozialer“, und verbessert die Moneterisierungsmöglichkeiten nach außen. Die Möglichkeiten zur Fakenews-Verbreitung wird durch die Facebookisierung von Twitter natürlich auch verstärkt…

(via Motley Fool & Buzz Feed News)

Abb.: Pete Simon (cc-by-2.0)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".