„Damit das Denken die Richtung ändern kann“: Bericht von der Amazon Academy 2016 (Berlin)

amazon-academy-2016„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.“ So war es auf der Amazon Academy zu hören. Am 6. Oktober hatte Amazon fünfhundert Gäste nach Berlin eingeladen, um über die zukünftige digitalisierte Arbeit zu sprechen und sein Netzwerk auszubauen. Ich war einer dieser Gäste und fand diesen Tag höchst interessant.

„Fehler gehören zum Innovationsprozess“

Nach einem Startvortrag mit dem FDP Bundesvorsitzenden Christian Lindner ging es mit Dr. Ralf Kleber weiter, dem Deutschland-Chef von Amazon. Er gab Einblick in die Arbeit und Denkweise von Amazon, und allein schon sein Auftritt war ein beeindruckendes Zeichen, dass in diesem Unternehmen doch manches anders läuft, als man es von deutschen Unternehmen so kennt. Im Vergleich zu dem, was man sonst von Unternehmenslenkern und Führungspersönlichkeiten gewohnt ist, war sein Vortrag geradezu sensationell locker. Fehler sind kein Makel sondern erlaubt, weil sie zu einem innovativen Entwicklungsprozess gehören. Was Kundenorientierung bedeutet, kann man zum Beispiel an einer Packung Milch ablesen. In einem gewöhnlichen Supermarkt stehen Bedarfsartikel möglichst weit hinten, damit die Leute an vielen anderen Artikeln entlanglaufen müssen und lange Zeit im Laden verbleiben. Das Ziel von Amazon ist, dass Leute, die nur Milch kaufen wollen, sie sofort finden und nach möglichst kurzer Zeit den Laden wieder verlassen können. Als Milchkäufer finde ich so etwas gut. Gleichzeitig frage ich mich als selbstverlegender Autor, was ich alles tun kann, um meinen Lesern das Lesen möglichst einfach und angenehm zu machen.

Treffen mit Kindle-Star Rachel Abbott

Nachmittags wurde die große Runde dann in verschiedene Teile für Unternehmer, Entwickler und Autoren aufgesplittet. So hatte ich Gelegenheit, die erfolgreichste englische Selfpublisherin kennenzulernen: Rachel Abbott, die schon mehr als zwei Millionen E-Books verkauft hat. Dabei habe ich mit Schrecken gehört, dass man in England negative Rezensionen kaufen kann, wenn man andere fertigmachen möchte. So etwas finde ich ganz entsetzlich und es macht mich sprachlos. Wir können mit unserer Energie doch so viel Besseres anfangen, als anderen das Leben schwer zu machen. Gute Geschichten schreiben, zum Beispiel.

„Sei still!“: Plauderei mit Alexa

Irgendwann im Lauf des Tages bin ich Alexa begegnet. Sie kennen Alexa noch nicht? Das ist dieses Gerät von Amazon, das den ersten Schritt zu einer intelligenten Haussteuerung darstellt. Es ist eine kleine Säule, die man an seine Stereoanlage anschließt. Danach kann man mit ihr plaudern oder die Nachrichten oder das Wetter abfragen. Ich hätte sie fragen sollen, wie es um meinen Rückflug steht. Vielleicht hätte sie mir schon sagen können, dass er genauso wie der Hinflug gecancelt wurde, aber daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. Die Erfahrung, mit solch einem Teil zu sprechen, ist durchaus interessant, aber ich war froh, dass man trotz Alexas perfekt modulierter Stimme irgendwann sagen konnte: „Sei still Alexa“. Was noch gut ist: Alexa ist danach nicht beleidigt, sondern bei der nächsten Frage genauso freundlich wie zuvor. Das erlebt man sonst ja nicht immer.

Ideen für den Kopf, Futter für’s Herz

Insgesamt war der Tag so voller Eindrücke und guter Gespräche, dass ich am Ende ziemlich fertig war. (Offensichtlich nicht nur ich, sondern auch andere, wie man auf dem Bild sieht.) Der amerikanische Botschafter hat es trotz seiner Kommentare zur Präsidentschaftswahl nicht wirklich geschafft, mich wieder munter zu machen. Dazu musste erst Matthias Schweighöfer auftauchen, der Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einem Film ist, den Amazon dreht. Schweighöfer kam richtig sympathisch herüber und ich muss sagen, dass ich sehr gespannt auf den Film bin.

Der Tag hat großen Spaß gemacht. Neben den vielen Ideen für den Kopf, dem guten Essen für den Bauch, war das schönste doch das Futter für das Herz: alte Freunde wieder sehen und neue gewinnen. Dass wir noch lange miteinander geredet haben, versteht sich von selbst. Aber jetzt bin ich froh, wieder zu Hause zu sein, damit ich an meinen eigenen Zukunftsperspektiven weiterarbeiten kann, die ich in meinen Büchern erzähle. (Schon sehr bald gibt es den nächsten Schub).

Veröffentlicht von

Klaus Seibel

Klaus Seibel (Jahrgang 1959) studierte Theologie, arbeitete als Pastor, bildete sich in BWL weiter & ist Manager Professional Services eines Softwarehauses. Viele Leser kennen ihn als Autor von Bestseller-Romanen, die zum Teil via Self-Publishing erscheinen. (Siehe: www.kseibel.de) Für die Indie-Lounge auf E-Book-News präsentiert Klaus Seibel erfolgreiche, bekannte und besondere Autoren-Kollegen.