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Crowdpublishing mit Turbo-Lader: Populäres Storytelling-Portal Wattpad startet „Fan-Funding“

12 Aug 2013

Wer Crowdfunding betreibt, muss die Crowd organisieren, und das geht am besten mit Hilfe von Social Media. So liegt es nahe, das Crowdfunding-Netzwerke wie etwa Flattr sich selbst in Richtung eines sozialen Netzwerks entwicklen. Doch der umgekehrte Weg macht natürlich genauso Sinn – wie man gerade bei Wattpad beobachten kann: die boomende Storytelling-Community made in Kanada bietet jetzt „Fan-Funding“ an. AutorInnen können für E-Book-Projekte ein Spendenziel formulieren und haben dann 30 Tage lang Zeit, unter den Wattpaddern genügend Unterstützer zu sammeln. Als erste hat es die sehr populäre Wattpad-Autorin MercyRose alias Tara Sampson geschafft – für ihren neuen Roman „Catch my Breath“ sammelte sie aus dem Stand 5097 Dollar ein. Die Voraussetzungen dafür waren aber auch sehr gut – Sampson hat auf Wattpad sage und schreibe 55.000 Follower.

Das Fan-Funding läuft grundsätzlich wie auf Kickstarter & Co. ab: so gibt’s etwa Pitch-Videos und nach Spendenhöhe gestaffelte Belohnungen. Wird die Spendenschwelle nicht erreicht, bleibt das Geld bei den Spendern („Alles-oder-Nichts-Prinzip“). Um reines Pre-Order geht es jedoch nicht – in der Regel werden die Stories hinterher ganz normal auf Wattpad veröffentlicht. Allerdings ist es auch möglich, die Crowd anzuzapfen, um etwa das Manuskript für eine Printausgabe lektorieren und layouten zu lassen. Der Community bleibt aber auch in diesem Fall die kostenlose Online-Version erhalten. Größter Vorteil von Wattpad ist wohl selbst im Gegensatz zu anderen Crowdpublishing-Plattformen wie unbound die Größe der bestehenden Community. Die kritische Masse schein garantiert zu sein – dem Startup zufolge verbringen dort jeden Monat mehr als 10 Millionen Leser ingesamt 2 Milliarden Minuten Lebens- bzw. Lesenszeit.

Respektable Zahlen können inzwischen auch deutsche Selfpublishing-Communites wie BookRix bieten – bei einer Basis von in diesem Fall mehr als 500.000 Nutzern wäre hier der nächste Schritt in Richtung Crowdpublishing ebenso naheliegend. Nicht zuletzt lässt sich natürlich durch Crowdfunding-Provisionen (im Fall von WattPad liegen sie bei 7,5 Prozent) zusätzliches Geld verdienen. Denn schließlich haben solche Portale ein Alleinstellungsmerkmal: Die perfekte Kombination kritische Masse plus thematischer Schwerpunkt Literatur/Self-Publishing. Das würde den AutorInnen bereits jetzt gegenüber erfolgreichen Allround-Plattformen wie Startnext („nur“ 190.000 Nutzer) deutliche Vorteile bringen. Doch auch kleinere Indie-Portale wie Xinxii oder Neobooks könnten sicherlich mit solch einem Zusatz-Angebot punkten. Wird „Krautpublishing“ vielleicht sogar zum nächsten großen Ding nach Self-Publishing?

(via TechCrunch)