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Danke für CC: Unglue.it kombiniert Krautpublishing & Thank-You-Economy

Bezahlen für etwas, das kostenlos ist? Im Zeitalter der Dankeschön-Ökonomie passiert das immer öfter – z.B. bei elektronischen Büchern, die man für lau lesen kann. Die gemeinwohlorientierte Krautpublishing-Plattform Unglue.it hat zu diesem Zweck sogar eine eigene Rubrik eingeführt: „Thanks for Ungluing“. Dort kann man sich bei den promoteten Autoren dafür bedanken, dass sie ihre Werke unter eine Creative Commons Lizenz (cc) gestellt haben. Und da Unglue.it mit Bibliotheken kooperiert, können die cc-Titel auch auf deren Websites zusätzlich promotet werden.

Eine gute Idee um gerade solche Autoren zum „Befreien“ ihrer Bücher zu bewegen, die nicht ganz so viel Publicity genießen wie Creative-Commons-Stars à la Cory Doctorow oder Lawrence Lessig. Die können auch ganz locker von den Einnahmen der Print-Verkäufe leben – zu den Vorzügen der freien Lizenz gehört ja, dass man unterschiedliche Strategien bei Digital und Papier fahren kann. So kann man etwa auch den derzeit via Unglue.it promoteten Sammelband „The Digital Public Domain: Foundations for an Open Culture“ durchaus gedruckt für knapp 20 Euro erwerben. Man kann aber auch bei Unglue.it auf den Read Now-Button drücken und sich hinterher via Kreditkarte mit einer Spende bedanken.

Mit dem „Thanks for Ungluing“-Programm bietet unglue.it nun insgesamt sogar drei Creative-Commons-basierte Krautpublishing-Varianten an: denn abgesehen von am „Street-Performer-Protocol“ angelehnten Spendensammlungen zur Befreiung von ausgewählen Werken („Pledge to Unglue“) startete Anfang des Jahres ein spezieller E-Store namens „Buy to Unglue“. Mit jedem E-Book-Kauf rückt die CC-Lizensierung näher, für die ein Autor zunächst ein weit in der Zukunft liegendes Datum wählt und ein Spendenziel definiert – mit anderen Worten: wenn der Spendenbalken schwillt, kommt der Launch-Countdown in Bewegung.

Als erstes Buch ging in diesem Rennen gegen die Zeit Anfang des Jahres der Sci-Fi-Sampler „Lagos 2060“ an den Start. Ursprünglicher Launchtermin für die Geschichten aus Afrikas Zukunft: 2060 natürlich, Funding-Ziel: 30.000 Dollar. Nach 32 Buchverkäufen zeigt das Kampagnen-Widget nun als Launch-Termin immerhin schon mal den 28. September 2059 an.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".