[E-Book-Review] Comeback nach 65 Millionen Jahren: „Das Erbe der ersten Menschheit“ (Klaus Seibel)

Was macht eine uralte Schraube auf dem Erdtrabanten? Als ein Mond-Rover der NASA das Artefakt entdeckt, überschlagen sich die Ereignisse. Die Amerikaner versuchen, das Geheimnis für sich zu behalten. Doch die Bilder der Rover-Kamera wurden live ins Internet übertragen – zu den “Augenzeugen” gehört Astrophysikerin Anne Winkler bei der ESA. Ein globaler Wettlauf um die Daten und ihre Deutung beginnt, zugleich ein Wettrennen der Supermächte: wer wird das Artefakt bergen? Anne Winkler ist am Ende mit dabei, doch damit beginnt das Abenteuer erst.

Spuren einer prähistorischen Zivilisation

Klingt wie der Plot eines Sci-Fi-Thriller aus den USA, stammt aber aus der Feder des deutschen Autors Klaus Seibel. Allerdings wird der Roman “Krieg um den Mond” (2013) unter dem Titel „The Screw on the Moon“ inzwischen auch überm großen Teich gelesen – in der Übersetzung des Sci-Fi- und Medientheoretikers Alan N. Shapiro. Klaus Seibel wiederum hat vor kurzem eine Fortsetzung veröffentlicht: in „Das Erbe der ersten Menschheit“ kehrt Anne Winkler zum Mond zurück. Dort wartet mehr als nur eine Schraube. Die prähistorische Zivilisation der „Lantis“, vor 65 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag ausgerottet, hat in einem Mondkrater Zeitkapseln versteckt, die zahlreiche technische Apparaturen enthalten.

„Wir kommen wieder“

Nach dem Rücktransport zur Erde werden die Artefakte in einer extra angelegten Wissenschaftsstadt mitten in der nordafrikanischen Wüste analysiert – mit ungeahnten Folgen. Nicht nur die Großmächte verfolgen eine geheime Agenda, auch die Lantis hatten offenbar mehr vor, als nur zum Kulturerbe zu gehören. Anne Winkler erlebt merkwürdige Wachträume, in denen sie Menschen mit grüner Haut begegnet, aber auch Echsen in XXL. Zeitgleich werden in unterirdischen Laboren die komplexen Apparaturen der Lantis in Gang gesetzt.

„Wir brauchen ein Post-Science-Fiction-Genre“

“Ich glaube, genau diese Art der Fiktion brauchen wir in der Gegenwart: so etwas wie ein ‘Post-Science-Fiction’-Genre“, schrieb Alan N. Shapiro zu „The Screw on the Moon“. Der Fortsetzungsband ist wieder in einer quasi-realistischen Gegenwart angesiedelt, und reflektiert aktuelle Technologien, allen voran die Life Sciences – von der Gentechnik und Stammzellenforschung bis hin zu kybernetischen Mensch-Maschine-Schnittstellen. Nicht zu vergessen das, was man in punkto Mammut, Säbelzahntiger & Co. „recreational conservation“ nennt: die Geschichte der Lantis ist längst noch nicht zu Ende. Genauso wenig wie die von Klaus Seibel gestartete Sci-Fi-Serie – Band drei ist in Planung.

Klaus Seibel,
Das Erbe der ersten Menschheit
Seibel Digital (Januar 2014),
Preis: 2,99 Euro (epub/Kindle), 8,90 Euro (Taschenbuch)

Abb.: Flickr/Pierre Metivier (cc)

Hinweis: Klaus Seibel ist Mitglied unserer Redaktion, Gastgeber der Indie-Lounge und mit seinem Label „Seibel Digital“ Medienpartner von E-Book-News.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „[E-Book-Review] Comeback nach 65 Millionen Jahren: „Das Erbe der ersten Menschheit“ (Klaus Seibel)“

  1. Klaus Seibel hat mit dieser ›Mond‹-Reihe wundervolle Ideen umgesetzt und klasse Storys daraus gemacht. Der flüssige Schreibstil trägt zu einem tollen Leseerlebnis bei.

    So schnell habe ich schon lange kein Buch mehr gelesen – nach nur zwei Tagen hatte ich diesen zweiten SiFi-Roman »Das Erbe der ersten Menschheit« ausgelesen. Wie schon die erste Geschichte »Krieg um den Mond« hat mich auch diese vom ersten bis zum letzten Wort gefesselt.

    Als Perry-Rhodan-Fan ist mir der Gedanke an eine frühere Menschheit nicht fremd. Dort sind es nicht die Lantis, sondern die Lemurer, wenn dieses ›Große Alte Volk‹ auch keine 65 Millionen Jahre zählt.

    Vor allem aber ist die ›Mond‹-Reihe von Klaus Seibel kein Plagiat, wie man es häufig findet, sondern eine völlig andere Geschichte mit eigenständigen Handlungen und Figuren.

    Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf Teil 3, der im Herbst dieses Jahres erscheinen soll.

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