„Selfpublisher sind Allrounder“ – Ingrid Süßmann (neobooks) im Interview

SPDay2015-Ingrid-Suessmann-von-neobooks-im-interviewQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Ingrid Süßmann, Author Relations Managerin bei neobooks. Die von Droemer Knaur gestartete Self-Publishing-Plattform mit eigener Community und mehr als 25.000 registrierten Nutzern ermöglicht nicht nur die Distribution und Vermarktung von Indie-Titeln – zugleich dient sie auch zum Talent-Scouting für den Verlag. Zahlreiche Titel sind auf diese Weise via neobooks ins reguläre E-Book- wie auch Print-Programm von Droemer Knaur aufgenommen worden.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Ingrid Süßmann: Für einen Selfpublisher ist es wichtig, das große Ganze zu sehen. Klar, Content is king, der Inhalt ist zweifelsohne die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Buch. Denn wir alle lieben gute Geschichten! Aber es gehört eben auch ein großes Gesamtpaket dazu: suchmaschinenoptimierte Texte und ausführliche Metadaten müssen sein, um in den Shops gut auffindbar zu sein. Marketing und PR ist unverzichtbar, um Leser zu erreichen. Und diese Leser wollen dann auch bei der Stange gehalten werden: durch Lesungen, durch Einblicke in den Autorenalltag über Social Media und, und, und… Das Bild vom Autor, der in seinem Denkerstübchen hockt und auf Inspiration wartet, ist heute definitiv überholt. Aktuell ist der Allrounder, der erfolgreich sein eigenes Autorenbusiness managt.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Ein Autor muss grundsätzlich schreiben können. Ist er gleichzeitig noch ein Covertalent, ist das toll – aber nicht zwingend notwendig. Denn die Selfpublishing-Branche professionalisiert sich zunehmend: es gibt zahlreihe Anbieter, die sich auf Angebote rund um Lektorat, Korrektorat, Cover und Marketingunterstützung spezialisiert haben. Sich Know-How einzukaufen, ist immer dann sinnvoll, wenn die Zeit, die man für diese Tätigkeit aufwenden muss, anders besser genutzt wäre. Will heißen: ist man ein Grafikfuchs, dann kann man das Cover natürlich ganz leicht selbst erstellen. Ist das nicht der Fall, sollte man lieber einen Profi hinzuziehen – denn statt sich ewig für ein nur mittelprächtiges Ergebnis abzumühen, ist diese Zeit besser für eine andere Aktivität genutzt. Um alles, was den Vertrieb betrifft, kümmern wir von Neobooks uns für den Autor: Qualitätscheck, Vergabe der ISBN, Vertrieb an über 300 Shops europaweit, Listung bei der DNB und dem VLB – und das alles natürlich kostenlos.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Als Selfpublisher hat man viele Rechte – aber eben auch einige Pflichten. Dazu gehört das Marketing, das immens wichtig ist für den Erfolg eines Buches und schlussendlich für die Bekanntheit des Autors. Hier ist es sinnvoll, sich die Zeit zu nehmen, um eine Marketingstrategie auszuarbeiten: Wer ist meine Zielgruppe? Wie erreiche ich sie optimal? Welche Marketingaktivitäten kann ich selbst abdecken, wo benötige ich Hilfe? Gibt es Ressourcen, die ich nutzen kann? Unverzichtbar ist auch das regelmäßige Monitoring: zeigen meine Marketingaktivitäten den gewünschten Erfolg? Oder muss ich gegebenenfalls noch etwas nachjustieren? Das mag zwar am Anfang nach Arbeit aussehen, zahlt sich aber aus!

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Hier sehe ich eigentlich kein Problem. Wir von neobooks beispielsweise beliefern auch die Onlineshops des stationären Handels und erfahren hier häufig positives Feedback. Die Rückmeldung unserer Autoren zeigt, dass der Schlüssel zum Erfolg in einer vertrauensvollen Kommunikation liegt: wenn sich beide Seiten aufgeschlossen und auf Augenhöhe begegnen, sind hier schon zahlreiche tolle und langfristige Kooperationen zwischen Autoren und Buchhändlern entstanden.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Unserer Erfahrung nach bieten Flatrates und Abo-Modelle eine tolle Chance für Indie-Autoren. Wir von neobooks kooperieren mit Skoobe und haben hier gute Erfahrungen gemacht. Die Angst, dass man sich mit einem Flatrate-Modell die eigenen Sales kannibalisiert, ist unbegründet. Eher ist das Gegenteil der Fall: Ausleiher und Käufer sind zwei unterschiedliche Zielgruppen, die sich gegenseitig ergänzen. Und wandert doch mal einer vom einen ins andere Lager, dann wird eher der Ausleiher zum Käufer als umgekehrt. Deshalb ist unsere Devise: offen sein und ausprobieren!

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Grundsätzlich stehen wir den Autoren natürlich für alle Fragen rund um das Thema Selfpublishing zur Verfügung, klären Auslieferungsdetails und geben Marketingtipps. Besonders konzentrieren wir uns dieses Jahr auf die Themen SEO (Suchmaschinenoptimierung) und Metadaten: diese Punkte sind entscheidend für das Ranking in den Onlineshops und Suchmaschinen. Wie man hier seine eigenen Werke optimieren kann, erfahren die Indie-Autoren in unserem Workshop. Dabei stehen Best Practice-Beispiele und praktische Übungen im Vordergrund. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer!

„E-Book-Flatrates sind eine große Chance für Self-Publisher“ – Thorsten Simon (BoD) im Interview

thorsten-simon-bodQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Thorsten Simon, Pressesprecher von Books on Demand (BoD). Das in Norderstedt nahe Hamburg beheimatete Unternehmen ist europäischer Marktführer im Bereich der digitalen Buchpublikation, und zugleich auch Pionier im Bereich Self-Publishing-Services: schon seit Ende der Neunziger ist BoD im Bereich Print-On-Demand aktiv, seit 2006 ist das Portal bod.de online. Zu den Nutzern der umfangreichen Angebote rund um das Print- und E-Book-Publizieren gehören über 27.000 Autoren und mehr als 1.700 Verlage.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Thorsten Simon: Der Spaß und die Leidenschaft am Schreiben und Veröffentlichen sollten im Vordergrund stehen. Self-Publishing ist darüber hinaus für viele Autoren mittlerweile weit mehr als ein leidenschaftliches Hobby. Bei der Erstellung, Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher gehen sie zunehmend professionell vor und nutzen die Unterstützung von Dienstleistern wie Lektoren oder Grafiker. Der Erfolg gibt ihnen Recht: In den Bestseller-Listen tauchen immer mehr selbstverlegte Titel auf. Wer als Self-Publisher auch in 2015 möglichst viele Leser begeistern möchte, sollte sich dieser Herausforderung bewusst sein und sie aktiv angehen.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Wir haben im vergangenen Jahr erneut eine große Self-Publishing-Studie durchgeführt und europaweit über 2.700 Autoren gefragt, wie sie bei der Bucherstellung vorgehen. Es hat sich gezeigt, dass bereits mehr als jeder dritte Self-Publisher auf die Hilfe von Dienstleistern zurückgreift – insbesondere beim Korrektorat, Lektorat und bei der Covergestaltung. Das sind auch die Leistungen, die wir Autoren unbedingt ans Herz legen, und bei denen wir auf Wunsch professionelle Unterstützung anbieten. Gern unterstützen wir daher auch Veranstaltungen wie den Self-Publishing-Day oder die Frankfurter Buchmesse mit Vorträgen oder Gesprächsrunden, um Tipps zu diesen Themen zu geben.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Mit dem kreativen Schaffensprozess hört beim Self-Publishing die Eigenverantwortung des Autors für sein Werk nicht auf. Als Selbstverleger übernimmt er auch die Buchvermarktung. Entsprechend wichtig ist das Marketing beim Self-Publishing für den Bucherfolg. Die Professionalisierung der Self-Publisher bei der Bucherstellung wird auch bei der Vermarktung deutlich. Autoren investieren immer mehr Zeit und auch Geld, um ihr Buch zu bewerben. Für den Aufbau einer eigenen Leser-Community ist vor allem eine gute Visitenkarte im Netz wichtig. Das kann entweder eine eigene Website oder auch ein Blog sein, der zentraler Ankerpunkt für alle Marketingmaßnahmen ist.
Um sich als noch unbekannter Autor regional bei Leser und vor allem auch bei lokalen Buchhändlern eine Bekanntschaft aufzubauen, empfehlen sich Lesungen beispielsweise in Kooperation mit Buchhandlungen. In Verbindung mit einer gemeinsamen Pressearbeit und Werbung profitieren so beide Seiten – Händler und Autor – von der Veranstaltung.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Präsenz im stationären Buchhandel ist ein zentrales Anliegen von Self-Publishern und nach wie vor eine große Herausforderung. Schließlich konkurrieren die Bücher in den Buchhandlungen um den begrenzten Raum und das Angebot an Titeln ist groß. Auch stehen Buchhändler selbstverlegten Titeln zum Teil noch skeptisch gegenüber. Da wir uns bei BoD als Partner von Autoren und des gesamten Buchmarkts verstehen, ist es unser Anliegen, Buchhändler und Self-Publisher näher zusammenzubringen. Mit Buchhandelskooperationen wie mit eBuch eröffnen wir neue Wege und unterstützen Self-Publisher beim Aufbau einer regionalen Bekanntheit. Schließlich bietet sich für den stationären Buchhandel dank der zunehmenden Professionalisierung bei Self-Publishing-Titeln und neuer attraktiver Buchpreise eine hervorragende Chance, vom Self-Publishing-Boom zu profitieren. Entscheidend hierfür ist, dass die Titel in allen wichtigen Großhandelskatalogen gelistet und zugleich remissionsfähig sind, damit Buchhändler bei der Bestellung und Lieferung keinen Mehraufwand haben.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Der E-Book-Verleih gewinnt für Autoren als Vertriebs- und Marketingkanal immer mehr an Bedeutung. Self-Publisher erhalten mit dem Verleih vor allem die Möglichkeit, eine bessere Sichtbarkeit für ihre Titel zu erzielen und ihre Leserreichweite effektiv über neue Plattformen zu erhöhen. Flatrate-Anbieter stellen ein sehr niedrigschwelliges Angebot zur Verfügung und erleichtern vor allem das Entdecken neuer Bücher und bisher unbekannter Autoren. Mögliche Leser können viel einfacher gewonnen werden, weil sie schon bezahlt haben und dann auch mal in Bücher reinschnuppern, die sie sonst vielleicht nicht kaufen würden. Eine Nutzeranalyse der Plattform readfy zeigt zudem: Flatrate-Leser leihen vor allem Titel aus Genres, die auch im Self-Publishing besonders erfolgreich sind – Belletristik, Liebesromane, Krimis sowie Fantasy und Science Fiction. Das ist eine große Chance für Self-Publisher. Unser Anspruch ist es daher, dass die Titel unserer Autoren auf allen Plattformen präsent sind. Wir haben kürzlich erst die Flatrate-Anbieter PaperC und Scribd sowie die Bibliotheksausleihplattform Onleihe für den E-Book-Verleih als neue Partner gewonnen. Die Entscheidung, ob ein E-Book zum Verleih freigegeben wird, liegt aber allein beim Autor.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Der Anspruch der Self-Publisher an das eigene Buch steigt. Sie wollen ihr Werk so professionell wie möglich erstellen und veröffentlichen, um möglichst viele Leser zu erreichen und zu begeistern. Dabei wollen wir Autoren unterstützen und ihnen Hilfestellungen anbieten. Schließlich steigt mit der Professionalisierung auch die Akzeptanz bei Buchhändlern gegenüber Self-Publishing-Titeln und damit die Chance auf eine Präsenz im stationären Buchhandel. Wie plane ich ein Buchprojekt von Beginn an und setze es effektiv um? Was muss ich als Autor bei der Erstellung des Manuskripts und des Buchdesigns beachten, um die Erwartungen meiner Leser zu erfüllen? Wie entwickle ich eine Vermarktungsstrategie? Das sind Themen, die wir den Teilnehmern des SPDay15 mit wertvollen Tipps näherbringen wollen.

„Bei 95.000 Neuerscheinungen pro Jahr ist Marketing unerlässlich“ – Britta Stapelbroek (Ruckzuckbuch) im Interview

Ruckzuckbuch - Britta-Stapelbroek_RuckzuckbuchQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Britta Stapelbroek, Kundenservice-Leiterin von Ruckzuckbuch (Monsenstein und Vannerdat). Unter dem Motto „Ihr Buch in guten Händen“ hat sich die Print-On-Demand und E-Book-Sparte des Münsteraner Verlagshauses auf Publikationsdienstleistungen für Self-Publishing-Autoren spezialisiert.

Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Der Markt vergrößert sich und die Zahl der verlagsunabhängig publizierten Titel steigt. Möchte man sich als Self-Publisher am Markt behaupten, so sollte man sich professionalisieren, soweit es einem möglich ist. Ein gut gemachtes Cover weckt Neugierde, fehlerfreie Texte sorgen für ungetrübten Lesegenuss, optimierte Metadaten machen das Buch auffindbar etc. Das ist alles nichts Neues, rückt aber in Zeiten steigender Titelzahlen wieder in den Fokus.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Das ist natürlich von den Fähigkeiten des jeweiligen Self-Publishers abhängig. Der eine schreibt fehlerfreie Texte, die außerdem keines Lektorats bedürfen, steht aber beim Thema Satz und Layout wie der Ochs vorm Berg, der andere gestaltet PDF-Dateien zum Niederknien, vergisst aber jedes zweite Komma. Hier gilt es für jeden Self-Publisher, herauszufinden und sich auch einzugestehen, wo professionelle Hilfe angebracht ist. Hat man dann den Anspruch, ein gutes Produkt zu kreieren, sollte man sich diese dazuholen. Wer nur vereinzelt Hilfe braucht, bekommt bei Ruckzuckbuch unter Self-Publishing-Tools.de alle verfügbaren Dienstleistungen rund um die Buchveröffentlichung in Eigenregie, auch als einzeln buchbare Angebote. Manuskriptberatung, Lektorat und Satz sowie Umschlaggestaltung, Druck, E-Book-Konvertierung und vieles mehr können völlig unabhängig voneinander und ohne weitere Verpflichtungen kombiniert und gebucht werden.
Auch in Bereichen, die in der Buchbranche sehr standardisiert sind (etwa Vertrieb und Auslieferung), kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung zu suchen, wenn man selbst nicht in der Lage ist, diesen Standards zu entsprechen.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Der deutsche Buchhandel verzeichnet um die 95.000 Neuerscheinungen pro Jahr, das sind 260 Bücher am Tag. Marketing ist also unerlässlich, da steht der Self-Publisher nicht allein da, das gilt genauso für Verlagsautoren, denn auch hier ist nicht jede/r eine Nele Neuhaus oder ein Ken Follett, und erhält als Spitzenautor die volle Aufmerksamkeit der verlagseigenen Marketingabteilung. Es ist also Eigeninitiative gefordert. Wie die für den eigenen Titel oder die eigene Markenbildung aussieht, muss jeder Autor für sich selbst herausfinden. Wichtig dabei sind eine gute Selbsteinschätzung, Fleiß und natürlich immer ein Quäntchen Glück.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Gerade der Sortimentsbuchhandel ist ein Bereich, der sehr standardisierte Abläufe kennt. Wollen Self-Publisher ihre Bücher in den stationären Handel bringen, sollten sie sich mit den Gepflogenheiten vertraut machen, so steigen die Chancen, von Händlern ernst genommen zu werden. Sicherlich ist es sinnvoll, klein anzufangen und sich an den lokalen Buchhandel zu wenden, bevor man den Zentraleinkauf von Hugendubel anruft.
Self-Publisher können natürlich auch einen Dienstleister für die Distribution der eigenen Titel nutzen. Der Anschluss an das Barsortiment und die flächendeckenden Vertriebsmöglichkeiten sind ein großer Vorteil, der dafür sorgt, dass die Titel für den gesamten deutschsprachigen Buchhandel verfügbar sind.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Für uns Dienstleister ändert sich nicht viel. Zwar müssen wir unseren Autoren zu möglichst vielen Modellen die Türen öffnen und die teils hochabstrakten Abrechnungsmodelle erklären – grundsätzlich aber geht es für uns weiterhin darum, technisch hochwertige E-Books zur Verfügung zu stellen. Das können wir stets auf dem letzten technischen Stand dank unseres Partners readbox, einem der führenden Unternehmen im Bereich Digitalpublishing. Auch alle neuen Trends und Möglichkeiten rund um Flatrates, E-Book-Abos, Preisaktionen und vieles andere bilden wir für unsere Autoren so bestmöglich ab.
Durch Flatrate Angebote kann sich die Reichweite für Self-Publisher deutlich erhöhen: Viele Autoren, die ihre Titel beispielsweise über Amazons Kindle Unlimited E-Book Flatrate anbieten, berichten von steigenden Leserzahlen – einhergehend damit sinken aufgrund der unterschiedlichen Abrechnung jedoch die Einnahmen. Hier muss man also abwägen: Um den Bekanntheitsgrad anfangs zu steigern und vielleicht auch solche Leser zu erreichen, die nicht gezielt nach einem Buch suchen, kann die Teilnahme an Flatrate-Modellen hilfreich sein, hat man sich bereits am Markt etabliert, lohnt es sich, das Flatrate-Modell für zukünftige Veröffentlichungen noch einmal zu überdenken.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Zum einen möchten wir uns gerne in unserer Heimatstadt Münster vorstellen, wer mag, ist herzlich dazu eingeladen, unser Verlagsgebäude samt angeschlossener Digitaldruckerei und Buchbinderei zu besichtigen.
Wir machen Bücher seit 1999, dabei legen wir viel Wert auf handwerklich gute Produkte. Ab und an wird das belohnt, so ist ein bei uns erschienener Titel – Lyons‘ Jaguar XJ. Ein Vermächtnis in drei Serien – für den German Design Award 2015 nominiert. In unserem Workshop möchten wir daher zeigen, wie eine gute Buchgestaltung funktioniert und was es dabei zu beachten gilt – natürlich nicht nur bei Bildbänden. Wir freuen uns auf alle Teilnehmer!

„Buchhandel sollte flexibler auf Self-Publishing-Trend reagieren“ – Sönke Schulz (tredition) im Interview

Soenke-Schultz-TreditionQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Sönke Schulz, Mitgründer und Geschäftsführer von tredition. Das 2006 gegründete Unternehmen hat sich auf Verlags- und Publikations-Dienstleistungen für Autoren, Verlage und weitere Medienschaffende spezialisiert, insbesondere das Optimieren von Auflagenmanagement, Vertrieb und Abrechnungswesen.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Sönke Schulz: Die wichtigsten Qualifikationen sind aus unserer Sicht die folgenden: Professionalität und hoher Anspruch, Marktkenntnis aufbauen, Marketinggespür und Kommunikationskompetenz, und nicht zuletzt Ausdauer.

  • Professionalität und hoher Anspruch:

Bei stetig steigenden Titelzahlen im Buchmarkt wachsen Konkurrenz und Leseransprüche gleichermaßen. Es ist deshalb unverzichtbar, dass ein Buch inhaltlich überzeugt und konzeptionell und stilistisch anspruchsvoll umgesetzt ist. Dazu gehört ein professionelles Coverdesign ebenso wie ein aussagekräftiger Klappentext und natürlich einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik. Und immer gilt: Nur wer wirklich etwas zu sagen hat, wird auch erhört. Je weniger austauschbar eine Geschichte ist, desto größer die Chance, Aufmerksamkeit zu erlangen und Interesse zu wecken.

  • Marktkenntnis aufbauen:

Wie viele Neuerscheinungen gibt es pro Jahr auf dem Buchmarkt? Welchen Stellenwert hat das e-Book im Umsatzgefüge? Welche Thementrends bilden sich heraus? Für Self-Publisher ist es wichtiger denn je geworden, sich über die Entwicklungen auf dem Buchmarkt zu informieren und diese in ihren Entscheidungen in Betracht zu ziehen. Wer sich beispielsweise vor Augen führt, dass der Großteil des Buchumsatzes in Deutschland nach wie vor auf gedruckte Bücher entfällt, wird sich vernünftigerweise dagegen entscheiden, sein Buch nur als E-Book zu publizieren.

  • Marketinggespür und Kommunikationskompetenz:

Wer sich Gehör verschaffen will, muss seine Zielgruppe gut kennen und herausfinden, über welche Plattformen diese am besten zu erreichen ist; immer mehrgleisig fahren und so die Auffindbarkeit des eigenen Buches erhöhen (klassische Medien ebenso kontaktieren wie Blogs, soziale Netzwerke nutzen); sukzessive eine Kontaktwelt aufbauen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Autoren bzw. den Meinungsaustausch mit den Lesern suchen.

  • Ausdauer:

Bei über 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr in Deutschland ist die Herausforderung, das Leserinteresse auf das eigene Buch zu lenken, enorm. Deshalb gilt für alle Maßnahmen, die Autoren und Dienstleister ergreifen, um ein Buch bekannt zu machen: Nicht frühzeitig die Flinte ins Korn werfen, sondern die Vermarktungsmaßnahmen selbstkritisch hinterfragen, neue Ideen entwickeln und ausprobieren und dabei den persönlichen Kontakt suchen. Vielleicht ist die Bereitschaft des Cafés um die Ecke, eine Lesung abzuhalten, größer als gedacht? Oder es finden sich spezielle Themenportale im Internet, die offener sind für eine Buchvorstellung als ein klassischer Buchblog? Es gibt keinen Marketingansatz, der es nicht wert ist, ausprobiert zu werden.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Das A und O ist ein professioneller Vertrieb. Je weitreichender ein Buchtitel im Buchmarkt erhältlich ist, desto größer ist die Chance, von potenziellen Lesern entdeckt zu werden. Der Vertrieb im gesamten Buchhandel (stationär und online, als gedrucktes Buch und als E-Book) ist also ein wesentlicher Erfolgsfaktor für jedes Buch. Da es dafür individueller Verträge mit einer Vielzahl von Handelspartnern bedarf, ist das für den einzelnen Autoren kaum zu leisten. tredition hat es sich seit jeher zum Ziel gesetzt, jedem Buch seinen Markt zu erschließen und die Verkaufschancen zu maximieren, daher ist der flächendeckende Vertrieb in Deutschland und international eine Dienstleistung, von der jeder tredition-Autor profitiert. Davon abgesehen gilt: Jeder Autor sollte selbstkritisch seine eigenen Stärken und Schwächen bzw. sein Know-how bewerten und auf dieser Basis entscheiden, in welchen Bereichen er Dienstleistungen in Anspruch nehmen sollte, dazu gehören vor allem ein professionelles Lektorat, grafische Tätigkeiten für Illustrationen, Cover oder komplette Buchumschläge, Übersetzungstätigkeiten.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Marketing ist neben dem flächendeckenden Vertrieb eines Buches unverzichtbar, um für entsprechende Leseraufmerksamkeit zu sorgen. Einmal abgesehen von der besagten Vielzahl der Neuerscheinungen, mit denen ein Autor um die Lesergunst konkurriert, steht jedes Buch auch zunehmend im Wettbewerb mit anderen Medien. Die Herausforderungen an die Vermarktungsarbeit steigen also. Als Self-Publishing-Dienstleister lässt tredition Autoren mit dieser wichtigen Aufgabe nicht alleine. Jedes bei tredition veröffentlichte Buch wird mit individuellen Marketingmaßnahmen beworben. Dazu gehört eine individuelle Pressemitteilung, Social Media und Blog Marketing sowie der kostenlose Versand von Rezensionsexemplaren an Journalisten. Ebenso sorgen wir mit Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung dafür, dass jedes Buch sehr gut im Internet auffindbar ist.
Auf dieser Basis können Autoren mit eigenen Marketingmaßnahmen aufbauen. Meist ist es ein Mix verschiedener Aktivitäten, ob Social Media, Pressearbeit oder Veranstaltungen, die idealerweise ineinandergreifen und auf das Thema abgestimmt sein sollten. Wichtig ist dabei die frühzeitige Planung. Idealerweise sollten beim Schreiben des Buches bereits erste Marketingideen mitgedacht werden.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Hier sind Autoren, Self-Publishing-Dienstleister und der Buchhandel gleichermaßen gefragt, neue Ansätze für die Zusammenarbeit zu entwickeln. Unser Eindruck ist, dass eine wachsende Anzahl an Buchhändlern ausgewählte Self-Publishing-Titel als Bereicherung für das eigene Sortiment erachtet. Eine große Rolle spielen dabei der regionale Bezug des Buches und der Aktualitätswert des Themas. Ein Beispiel ist das bei tredition erschienene Fußball-Quizbuch „Der Weg zum vierten Stern“,das sich inhaltlich auf die Fußball-WM 2014 bezieht und aufgrund dieses populären Themas einen Platz auf den Präsentationstischen des Buchhandels eroberte.
Abgesehen von solchen Einzelerfolgen, die Autoren selbst stark beeinflussen können, wäre es wünschenswert, wenn mehr Buchhändler für Marketingkooperationen mit Self-Publishing-Dienstleistern offener werden würden. Was spricht gegen einen Präsentationstisch mit Titeln unabhängiger Autoren oder eine Lesungsreihe mit Self-Publishern aus der Region? Das böte die Chance, den eigenen Status als der Buchhändler vor Ort zu unterstreichen und Kunden zu binden. Davon können alle Beteiligten nur profitieren.
Die Einkaufsmodalitäten des Buchhandels bezüglich Remissionsrecht, Zahlungszielen und Rabatten sind nur schwer mit der Veröffentlichungsweise im Self-Publishing vereinbar. Wenn Buchhändler Self-Publishing als Chance erkennen, neue Umsatzquellen zu erschließen, ist auch eine größere Flexibilität bei den Geschäftsgepflogenheiten gefragt.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Aufgrund der wachsenden Anzahl an Self-Publishing-Titeln und der Konvertierung von Backlist-Titeln durch traditionelle Verlage wird sich die Anzahl lieferbarer E-Books in den kommenden Jahren vervielfachen. Das niedrige Preisniveau von E-Books – gerade im Bereich Self-Publishing – führt dazu, dass bei steigender Titelanzahl der Ertrag pro Titel deutlich sinken wird.
Durch Flatrate- und Abomodelle werden Verkaufspreis- und Umsatzniveau von E-Books zusätzlich gedrückt. Die Folge: Jeder Autor, jeder Dienstleister und jeder Verlag verdient künftig immer weniger pro E-Book. Es ist also keinesfalls ökonomisch sinnvoll, das eigene Buch ausschließlich als E-Book herauszugeben und auf die gedruckte Ausgabe zu verzichten. Zumal sich das E-Book eher als Ergänzung, denn als Substitut für das gedruckte Buch zu etablieren scheint.
tredition ermöglicht es aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen jedem Autor, sein Buch zugleich als Paperback, Hardcover und E-Book herauszugeben. Für jede E-Book-Veröffentlichung gilt aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen: Dem Käufer muss die Suche nach dem gewünschten Titel erleichtert werden, um die Verkaufschancen in einem immer dichter besetzten Markt zu erhöhen. Dienstleister können dies anhand der Metadaten positiv beeinflussen. Zugleich stehen Händler und E-Book-Shops in der Pflicht, die Titelsuche komfortabler zu gestalten.
Flatrate-Angebote sind im übrigen vornehmlich von belletristischen Titeln geprägt und weniger von Sach- und Fachbuchtiteln. Self-Publishing hingegen bietet gerade Fachbuchautoren hervorragende Möglichkeiten, schnell, unkompliziert und zu niedrigen Kosten Fachwissen an die Leserschaft zu bringen, die für diesen Mehrwert auch eine entsprechende Preisbereitschaft mitbringt.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Die Vermarktung des eigenen Buches wird einen wichtigen Schwerpunkt unseres Workshops bilden. Self-Publisher erfahren, von welchen Marketingleistungen sie bei tredition profitieren und welche Erfolgsfaktoren für eigene Marketingmaßnahmen gelten. Beispiele für Marketingstrategien erfolgreicher tredition-Autoren regen dabei die eigene Kreativität an und sind wertvoll für die eigene Werbeplanung. Nach dem Workshop werden die Teilnehmer zudem mit wichtigem Know-how rund um die Buchveröffentlichung ausgestattet sein. Was ist bei der Auswahl eines Dienstleisters zu beachten? Wie lässt sich ohne grafische Vorkenntnisse ein Buchumschlag gestalten? Was ist bei der Formatierung des Buchblocks zu beachten? Abgerundet wird der Workshop mit Know-how über den Buchmarkt als wertvolle Entscheidungsgrundlage für die eigenen Publikations- und Marketingstrategien.

„Die Unterschiede zwischen Laien- und Profi-Indies wachsen“ – Leonie Langer (epubli) im Interview

leonie-langer-epubliQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Leonie Langer, bei epubli zuständig für den Bereich Kommunikation. In diesem Rahmen schreibt sie auch für den epubli-Blog und gibt Seminare zu verschiedenen Themen im Bereich Self-Publishing. Die Berliner Self-Publishing Plattform epubli ermöglicht Autoren seit 2008, ihr Buch unabhängig zu veröffentlichen und weltweit zu verkaufen. Gedruckt und als eBook, im Buchhandel sowie bei Amazon, Apple, Google & Co.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Leonie Langer: Am allerwichtigsten ist nicht eine Qualifikation, sondern die richtige Einstellung: und zwar, professionell und diszipliniert zu arbeiten. Die Grenzen zwischen Verlags- und Indie-Büchern schwinden, dafür werden die Unterschiede zwischen Laien- und Profi-Indie-Autoren immer größer. Wer da als Self-Publisher mithalten will, muss ein gewisses Maß an Disziplin und den unbedingten Anspruch der Professionalität mitbringen. Wer außerdem noch eine Prise unternehmerisches Denken, Lust an der Kommunikation mit seinen Fans und Affinität zu Social Media hat, der hat 2015 die besten Aussichten, ein erfolgreicher Self-Publishing-Autor zu werden.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Beim Lektorat und Korrektorat. Auch Germanistik-Professoren und Deutschlehrer sollten noch einen Profi drüberschauen lassen, denn grundsätzlich ist man bei seinen eigenen Texten blind – sowohl was Stilblüten als auch Rechtschreibfehler betrifft. In anderen Bereichen kommt es natürlich darauf an, wo der Autor selbst ein Profi ist. Wer hauptberuflich als Grafikdesigner arbeitet, kann selbst ein professionelles Buchcover erstellen. Allen anderen würde ich dringend empfehlen, hier ebenfalls einen Experten zurate zu ziehen. Zum Glück kann im Netz jeder schnell den richtigen externen Dienstleister finden, z.B. auf der von epubli ins Leben gerufenen Plattform buchprofis.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Eine sehr zentrale, vor allem das Online Marketing. Das Gute ist, dass teures Online Marketing mit Anzeigenkauf und Bannerwerbung nicht unbedingt nötig ist. Eine gut gestaltete und organisierte Präsenz in den sozialen Netzwerken ist Gold Wert. Dort sollte man als Autor auf keinen Fall plumpe Werbung für sein Buch machen, sondern Kontakt zu seinen Lesern, anderen Autoren, Bloggern und Menschen aus der Buchbranche aufnehmen. Wer seine Social Media Kanäle nicht als reines Marketing-Tool, sondern als Plattformen zum Austausch mit anderen und als Informationskanäle begreift, für den ist Marketing auch nicht unbedingt Arbeit, sondern macht Spaß! Oder wie die Autorin Annie Stone kürzlich schrieb: Durch den Kontakt übers Internet werden aus Lesern schnell Freunde.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Mit der stetigen Professionalisierung selbstverlegter Titel befinden wir uns schon auf einem guten Weg in Richtung Buchhandel. Und je erfolgreicher Indie-Autoren mit E-Books werden, desto eher werden Buchhändler an diesen Erfolgen teilhaben und sich dem Self-Publishing öffnen wollen. Als Self-Publisher sollte man die Offensive ergreifen und Buchhändler direkt ansprechen. Dabei sollte man durchaus eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag legen, aber auf keinen Fall penetrant sein! Mehr zur richtigen Ansprache von Buchhändlern können Autoren in unserem Workshop am 25.4. erfahren.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Abo- und Flatrate-Modelle werden vor allem von Viellesern genutzt. Self-Publisher sollten die Gelegenheit unbedingt nutzen, ihre E-Books dieser sehr wichtigen Zielgruppe zugänglich zu machen. Flatrates und Abos sind vor allem eine Chance für unbekannte Autoren, entdeckt zu werden. Denn durch ein Abo kann man auch einfach mal ein Buch lesen, das man sich nicht gleich kaufen würde. So sorgen diese Modelle für ein bunteres und abwechslungsreicheres Leseverhalten. Außerdem zeigen Statistiken, dass Abonutzer im Schnitt beinahe doppelt so viele Bücher lesen wie Nicht-Abonnenten und nicht weniger Geld für Bücher ausgeben als vor dem Abschluss des Abos. Viele Abo- und Flatrate-Nutzer haben früher sogar ihre eBooks auf Piratenseiten bezogen. Deshalb sind diese Modelle eher eine Chance als eine Herausforderung.
Jemand, der ein Buch ausleiht anstatt es zu kaufen, neigt eher als ein Buchkäufer dazu, es nicht zu Ende zu lesen. Deshalb sind Cliffhanger und Spannungsbögen umso wichtiger.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Wie bereits erwähnt wird es bei uns ganz intensiv um das Thema „Indie-Autoren in den Buchhandel“ gehen. Viele Autoren möchten, dass ihre Bücher auch über den stationären Handel verkauft werden. Eine Umfrage unter Buchhändlern ergab, dass viele Buchhändler sich besonders über eine unprofessionelle Ansprache von Indie-Autoren ärgern. Wie man Buchhändler richtig anspricht und sie von seinen Büchern überzeugt, was es im Vorfeld zu beachten gibt und wie man die Kooperation mit einer Buchhandlung aufrecht erhält, dafür geben wir den Autoren am SPDay viele nützliche Tipps.