Befreit die (Print-)Bücher: Bookrebels-App will Büchertausch vor Ort erleichtern

bookrebels-befreien-buecherProaktives Social Reading, das würde ja bedeuten, sich nicht nur über Bücher auszutauschen, sondern auch … Bücher unter Gleichgesinnten vor Ort zu tauschen oder zu teilen bzw. zu verleihen? Genau in diese Richtung denkt auch David Ulrich — der Bremer Buchliebhaber möchte zu diesem Zweck „Bookrebels“ an den Start bringen, eine Plattform/App mit „Matching-Funktion“, deren virtuelle Regale die Leser dahinter zusammenbringen und zum aktiven Austausch motivieren soll.

Zu Gast im Regal, oder: Das AirBNB für Bücher

Bookrebels sei zugleich das „AirBNB, Tinder und Instagram für Bücher“, verspricht Ulrich vollmundig auf der Startnext-Projektwebsite — und meint damit: die künftigen Buchrebellen bringen ihre Bücher woanders unter oder haben welche zu Gast, finden Bücherfreunde und teilen Bilder von Büchern oder Rezensions-Videos. Vorher gilt es aber, gemeinsam die Spendierhosen anzuziehen: Über die Crowndfunding-Plattform Startnex soll bis zum 20. Juni das notwendige Startkapital zusammenkommen, mindestens 35.000 Euro.

Freisetzen von Lektüre wird bereits praktiziert

„We free Books“ lautet das Kampagnenmotto. Schaut man sich an, wieviele Bücher im Stadtraum schon jetzt „freigesetzt“ werden, auf Fensterbänken, Treppenabsätzen oder in eigens umgebauten Telefonzellen oder Freiluftregalen, scheint das Bedürnis nach mehr Sharing Economy unter den Schmökerfreunden wirklich sehr groß zu sein. Mit besserer Vernetzung via App könnte da vor Ort vielleicht noch mehr passieren…

Online-Reading-Boom in China: serielles Storytelling toppt Kindle-Kultur, schon mehr als 300 Mio. Leser

china-reading-homepage„Online-Reading“ in China boomt – statt einzelne E-Books auf dem E-Reader lesen die Chinesen via App Serienromane auf dem Smartphone — „I turn to Kindle for serious books but I go to Chinese online literature for imagination, fun and freedom“, zitiert Forbes eine typische jugendliche Vielleserin aus dem Reich der Mitte. Wichtig dabei ist aber auch der Social-Reading-Effekt – man tauscht sich mit anderen Lesern und Autoren aus, macht Plot-Vorschläge und bewertet. Mehr als 330 Millionen Chinesen machen das schon so, die meisten gehören der Generation Ü30 an und bevorzugen typisch fernöstliche Genres wie Wuxia oder Populärkultur à la Fantasy, SciFi oder Herzschmerz. Der Markt wächst schwindelerregend schnell: seit 2012 gingen die Umsätze um 20 Prozent in die Höhe, mittlerweile ist es ein Milliarden-Dollar-Markt.

Wachstumsrate zweimal höher als bei Amazon

Marktführer ist China Reading, eine Tochter des Tencent-Mediakonzerns (siehe z.B. auch „WeChat“), die gerade in HongKong an die Börse gegangen ist, 800 Millionen Dollar frisches Kapital sollen die weitere Expansion ermöglichen. Dabei kann das Unternehmen selbstbewusst auftreten – der Umsatz wuchs zuletzt um 59 Prozent, mehr als doppelt so schnell wie Amazon, außerdem versammelt China Reading bereits 175 Millionen Leser, Amazon hat weltweit „nur“ knapp 300 Millionen registrierte Kunden, und nicht jeder shoppt Lektüre im Kindle Store.

E-Reader-Projekt von China Reading gescheitert

Interessanterweise hat China Reading kürzlich auch einen eigenen E-Reader auf den Markt geworfen, technisch und preislich vergleichbar mit Amazons Paperwhite-Reader. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen, das Gerät liegt wie Blei in den Regalen. Die elektronische Lesekultur in China, sie wird so bleiben, wie sie entstanden ist: mobil via Smartphone und always online. Und genau dort hat China Reading eben auch seine Stärken: „It’s the habitat of pure internet culture, where writers create content online; platforms publish novels online; fans gather, read and share stories online“, zitiert Forbes den Literaturwissenschaftler Shao Yanjun von der Uni Peking.

(via Forbes.com)

Abb.: Screenshot der Website von China Reading („book.qq.com“)

Vom „Social Reading“ zum „Shared Reading“: Gemeinsames Vorlesen als neuer Offline-Trend

shared-reading„Social Reading“ war gestern. Inzwischen bekommt das gemeinsame Lesen und Diskutieren von Literatur in Online-Foren und Apps Konkurrenz aus der Offline-Welt. Das nennt sich „Shared Reading“. Konkret: Aus dem guten alten „Lesezirkel“ ist ein Vorlese-Zirkel geworden. Man trifft sich bei Tee und Cookies, trägt Texte vor und redet darüber. Erst werden die Texte zum Sprechen gebracht, dann die Leser.

„Das langsame Vorlesen, die Unterbrechungen zum Nachdenken – dies alles wirkt auf mich entschleunigend und fokussiert meine sonst so sprunghafte Aufmerksamkeit“, fasst eine Berliner Shared-Reading-Teilnehmerin den Effekt zusammen.

Angeleitet wird ein solches Shared-Reading-Treffen in der Regel von einem ausgebildeten „Facilitator“, im Zentrum steht jedoch der performative Effekt – der vorgetragene Text entfaltet eine ganz besondere Wirkung, er regt zum spontanen Gedankenaustausch an. Und vor allem auch dazu, einen Bezug zwischen dem Text und sich selbst herzustellen. Literatur wird hier also zum persönlichen Erlebnis, das man (mit-)teilen kann.

Begonnen hat der „proaktive“ Vorlese-Trend im britischen Liverpool (siehe thereader.org.uk, interessanterweise vor 20 Jahren, also genau in dem Moment, als das World Wide Web zu boomen begann und das Lesen sich in den virtuellen Raum verlagerte. Spätestens seit letztem Jahr ist „Shared Reading“ aber nun auch in deutschen Literaturhäusern und öffentlichen Bibliotheken zu einem festen Begriff geworden .

Das hat u.a. mit den Berliner „Literaturvermittlern“ Thomas Böhm und Carsten Sommerfeldt zu tun, die zu diesem Zweck die Plattform „literarischeunternehmungen.de“ betreiben. „Shared Reading“ findet zwar naturgemäß nur offline statt, die Verbreitung der Idee jedoch sehr stark online, in den sogenannten „sozialen Medien“. Es geht aber eben noch sozialer…

Chat-Style-App als Cash Cow? Mit Tap testet Wattpad neues Storytelling-Abo

tap-app-wattpad-chat-styleUnd wenn sie nicht chatten, dann lesen sie … U-Literatur im Chat-Style. Immer mehr Anbieter holt die Generation Smartphone lesetechnisch dort ab, wo sie sich mental nun mal bewegt. Amazon macht’s so („Rapids“), Carlsen macht’s ebenfalls („Mission X“), Hooked sogar schon lange, und jetzt auch … Wattpad. Mit „Tap“ hat die Storytelling-Plattform eine eigene Chat-Style E-Lese-App gestartet. Mission Statement: Geschichten, die süchtig machen…

Chat-Style passt zur Generation Smartphone

Was natürlich perfekt passt – denn was ist Wattpad anderes als die Storytelling-Plattform für die Smartphone-Generation? Das Portal versammelt sehr erfolgreich eine ständig wachsende Community aus mobil lesenden und schreibenden Digital Natives. Die dürfen bei „Tap“ jetzt auf das Display tippen, damit der nächste Teil der Kurzgeschichte als Chat-Sprechblase aufpoppt. Zum Launch sind bereits hunderte solcher Stories in Kategorien wie Horror, Romance etc. verfügbar.

Bisher noch Beta-Phase

Das ganze ist ein weiteres Wattpad-typisches Experiment und noch ziemlich beta, gerade auch was das Schreiben angeht — bisher ist nur eine ausgewählte Schar von Wattpad-Autoren an der Produktion des Chat-Story-Nachschubs beteiligt. Der allgemeine Roll-Out soll aber in den nächsten Wochen erfolgen. Bisher gibt’s die App auch nur via Invite, später wird man sie dann ganz normal via Apple App Store bzw. Google Play Store herunterladen können.

Tap testet „Freemium“-Konzept

Die Geschichten liest man übrigens nicht mehr grundsätzlich gratis, wie bisher auf Wattpad üblich — Tap ist „Freemium“. Wer mehr als nur die Appetizer durchtippen will, muss ein Abo abschließen. Das gibt’s von 2,99 $ (eine Woche) bis 39 $ (ein Jahr). Ein Wendepunkt in der Wattpad-Kultur. Aber irgendwie auch wieder logisch: Denn nicht nur Geschichten im Chat-Style, auch Digital-Abos sind ja für die Generation Smartphone eine Sache der Gewohnheit…

(via The Digital Reader & TechCrunch)

Projekt „Call Me Ishmael“: Social Reading & Hearing via Telefon

call-me-ishmaelStorytelling kann auch mal mit kreativen Missverständnissen beginnen, wie etwa im Fall von „Call me Ishmael“. Logan Smalley und Steph Kent interpretieren den legendären ersten Satz von Melvilles ‚Moby Dick‘ proaktiv im Sinne von „Ruf mich an“ – und haben daraus ein Call-In-Projekt für begeisterte Roman-LeserInnen gemacht.

Unter der Nummer 774.325.0503 schalteten die New Yorker Kreativen eine Voice Mail-Box, auf der man persönliche Lektüre-Geschichten hinterlassen kann, siehe auch die Website „callmeishmael.com“. Mindestens ein Anruf pro Tag wird mit einer mechanischen Schreibmaschine transkribiert und über die Sozialen Medien geteilt, siehe etwa dieses bei Youtube gepostete Beispiel („To Kill a Mockingbird“):

Nun soll das Projekt den letzten Schritt zurück in die analoge Erzähl-Wirklichkeit schaffen – in Form des „Call me Ishmael“-Telefons. Das literarische Gerät hat die Form eines klassischen Münztelefons mit Wählscheibe und Gabel zum Aufhängen des Hörers, jede angewählte Ziffer auf der gehackten Replik aus schwarzem Kunststoff führt eine neue Geschichte zu Gehör.

Einen Prototypen haben Smalley und Kent bereits in ihrem lokalen Pub ausprobiert, mit Hilfe der Kickstarter-Crowd soll nun eine ganze Flotte von Call-Me-Ishmael-Telefonen in Bibliotheken, Buchhandlungen und anderen sozialen Orten aufgestellt werden, wobei der Bibliothekar oder Buchhändler zugleich als Kurator dient und via Web-Interface neue Stories einspeisen kann.

Letzlich geht es dabei natürlich genauso um Storytelling wie um Social Reading und Discoverability, denn mit den Geschichten über Bücher entdeckt man ja die Bücher gleich mit und wird von den storytellenden Lesern zu eigenen Lektüreerfahrungen motiviert…

(via Publishers Weekly)

Wenn das Buch zum Date lädt – Interview mit Simona Dobrescu (book-date)

simona-dobrescu-book-date-im-interviewBrücken schlagen zwischen Mensch und Buch, vor allem auch zwischen Büchermenschen – das möchte die Autorin und Literaturwissenschaftlerin Simona Dobrescu mit book-date.de, einer neuen Social-Reading-Plattform. Das verlagsunabhängige Portal verknüpft mit einem ausgeklügelten Empfehlungs- und Belohnungssystem die Leser-Community mit Autoren, Verlagen, Bloggern und Buchhändlern. Und weist auch auf einen neuen Trend hin: nach Whatchareadin ist book-date schon die zweite Social-Reading-Plattform, deren Gründung von Indie-Autoren selbst in die Hände genommen wird, zählt man noch Qindie dazu, sogar schon die dritte. Wir haben Simona Dobrescu nach Motivation, Geschäftsmodell und Besonderheiten ihres Ansatzes gefragt, von den „verschollenen Bücherzwillingen“ bis zum „Fremdinspirierer“.

E-Book-News: Wenn eine Literaturwissenschaftlerin und Autorin eine Plattform wie book-date auf die Beine stellt, ist das schon etwas besonderes. Was war die Motivation, wie ist book-date entstanden?

Simona Dobrescu: Eigentlich war es von der Literaturwissenschaftlerin und Autorin zu book-date nicht weit :). Ich habe mich stets gerne und viel über Bücher unterhalten, zumeist mit Fans der gleichen Reihe/ selben Autors / ähnlichen Genres. Immer wenn ich auf jemanden traf, der keinen ähnlichen Geschmack hatte, fragte ich mich, ob der Hype/ die Kritik/ die Bestsellerplatzierung gerechtfertigt war, ob ich was verpasste, weil ich dem kategorisch keine Chance gab. Wer bestimmte, was lesenswert war? Ein Algorithmus? Ein Ranking? Zugleich stellte ich fest, dass Bücher verbinden – Figuren, Schreibstile, Namen, sie festigen Gemeinsamkeiten, kreieren eine Zusammengehörigkeit. Was lag da näher als begeisterte Leserin und passionierte Autorin als das zusammenzuführen, was zusammen gehört? Die Idee Buchfans über ihre Lieblingswerke zu verbinden war geboren. So ist man einerseits Botschafter, Berater und Inspirationsquelle – aber lernt auch Neues kennen und erweitert den eigenen Horizont. Bücher sind geschriebene Emotionen. Dieses Potenzial transportieren wir um Brücken zwischen ihren Lesern zu schlagen.

Nachdem ich meinen Debütroman Verdammt. Verliebt. veröffentlichte und noch tiefer in die Welt des geschriebenen Wortes eintauchte (Bloggen, Verlage, etc), machte ich Nägel mit Köpfen. Ich habe mir über ein halbes Jahr ein nettes Team zusammengecastet, dass diese ‚Vision‘ verstand, meine Annäherung an das Thema Social Reading. Von der Graphik-Designerin bis zur IT-Agentur hat jeder mit Begeisterung an book-date gearbeitet. Das sieht man am Ergebnis.

An der digitalen Brücke zwischen Büchern und Menschen wird vielerorts gearbeitet. Was unterscheidet book-date in diesem Punkt von Social-Reading-Plattformen wie Goodreads, Whatchareadin etc.? Vielleicht noch interessanter: Was von OkCupid & Co.?

Auf der einen Seite sind wir komplett unabhängig. Was wo beliebt ist und vermarktet wird, interessiert uns nicht. Keine Verlage im Rücken bedeutet maximale Authentizität, eine prägnantere Glaubwürdigkeit und transparente Entscheidungshilfe. Andererseits verfügen wir über ein ausgeklügeltes Empfehlungssystem und belohnen die engagierten Nutzer.

Bei uns lädt das Buch zum Date, d.h. Bücher verbinden unsere Nutzer bequem und einfach und stehen bei uns klar im Vordergrund. Unsere deutschsprachige Community bringt Bücherfans deren Herzen gleich schlagen, zusammen, egal ob freundschaftlich oder amourös. Diese Entscheidung liegt vom ersten Moment an alleine beim Nutzer. Ob aus der ersten Nachricht, die immer die Freundschaftsanfrage darstellt, ein virtuelles, platonisches book-date oder ein reales wird, ist jedem selbst überlassen.

Eine wichtige Rolle spielen auf book-date ja die „Bücherfreunde“ und „Bücherzwillinge“ (auch „verschollene“…). Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

Bücherfreunde sind all die Nutzer, die du als book-dater befreundest oder deren Freundschaftsanfrage du annimmst. Es ist der ‚erlesene Zirkel‘ Vertrauter, Gleichgesinnter oder Fremdinspirierer, je nachdem was du auf book-date suchst. Sie sehen dein Profil komplett ein und du ihres. Bei ihnen bleibst du stets auf dem Laufenden. Über neue Bücher, Meinungen, Ratschläge, etc.

Bücherzwillinge sind einer der Gründe, die book-dater auf die Plattform lotsen. Das sind diejenigen Bücherfreunde, die deine Vorlieben und Abneigungen teilen, also Büchergeschmacks-technisch deine ‚Zwillinge‘ sind. book-date schlägt täglich hunderte Brücken zu verschollenen Bücherzwillingen, die dem anderen neue Lesewelten eröffnen.

Welche Möglichkeiten bietet book-date aus Sicht der verschiedenen Nutzergruppen, also Leser, Autoren, Buchhändler/Verleger?

Wir starten erst durch, konzentrieren uns voll und ganz auf die Leser, denen wir eine riesige Datenbank zur Verfügung stellen. Das garantiert, dass jeder seine Werke findet, egal wie speziell der Geschmack sein sollte – sowie den/ die passenden book-dater dazu :). Nachschub an Lesestoff geht damit auch nie aus.

Die Mitgliedschaft ist und bleibt kostenlos. Sonderaktionen (Themenwochen, Gewinnspiele) finden genauso statt sowie die Möglichkeit das gewünschte Buch sofort zu erwerben.

Noch in der zweiten Jahreshälfte etablieren wir dann stufenweise unsere verschiedenen Programm-Portfolios. Autoren helfen wir dabei ehrliche Testimonials via Testlesungen oder Gruppendiskussionen zu erhalten, Feedback für die und eine Plattform zur Bekanntheitssteigerung ihrer Werke. Auch können sie nicht nur mit ihren Fans sondern auch mit Verlagen und Co. in Kontakt treten, gerade bei Indie-Autoren eine sinnvolle Hilfestellung. Buchhändler können book-date u.a. nutzen um bestimmte Filialen prominent zu platzieren oder für Kunden sichtbar zu werden. Bei Verlagen bieten wir u.a. massgeschneiderte Launch-Pakete an, vor oder nach dem Start eines Werkes, die book-dater einbinden und einen gegenseitigen Nutzen generieren. Unsere Nutzer kommen an ihr heiß ersehntes Buch und die Verlage an ihre Zielgruppe und Sichtbarkeit durch authentischen Seeding-Content. Genaueres inkl. Mappen folgt zeitnah am Start.

Was ist das Geschäftsmodell hinter book-date – momentan sehe ich da z.B. Buchlinks in Richtung Amazon, wird es auch weitere Einnahmequellen geben, z.B. über buchbare Buch-Promotion, andere Affiliate-Partner?

book-date möchte alle Aspekte des Lesens verknüpfen, die Neugier, die Zusammengehörigkeit, die Spannung und die Vorfreude auf Neues, Personen und Werke. In erster Linie schlagen wir Brücken via Lesebegeisterung. Durch den seriösen Erwerb über amazon, dem größten deutschen Buchhändler und einem etablierten Anbieter, garantieren wir zusätzlich Nachschub, einen Klick entfernt, und die Buchladen-Atmosphäre im eigenen Wohnzimmer.

Die eben erwähnten Buchpromotionen, Launch-Pakete, Werkvorstellungen, etc. sind nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten sich auf book-date zu Profilieren. Auch Affiliate ziehen wir natürlich in Betracht, sowie klassische Online-Werbemittel wie Wallpaper, Billboards und Co.

Was liest’n da!? Whatchareadin – eine Art abgespecktes Goodreads, unabhängig & auf deutsch

Was liest’n da!? Gute Frage, auf dem E-Reader kann man’s ja mangels Cover gar nicht sehen. Trotzdem gut, dass es E-Book-Cover gibt, denn auf Social Reading-Plattformen kommen sie ganz groß raus, auch als persönliches Bücherbord, Stichwort: „Shelfie“. So läuft’s auch auf Whatchareadin.de – einer neuen, multimedialen Literaturplattform, optimiert für mobile Endgeräte. Doch natürlich geht’s nicht nur um das bloße Showing-Off: Das von Romanautor & Software-Entwickler Helmut Pöll gestartete Projekt soll vor allem auch das Reden über Literatur insgesamt für den schnellen Chat unterwegs kompatibel machen. Und das endlich auch mal unabhängig von großen Playern: „Mich hatte immer gestört, dass die namhaften Plattformen alle Konzernen gehören“, so der auch als IT-Berater arbeitende Münchner. „Deshalb habe ich jetzt selber eine gebaut“. Im Grunde genommen sei Whatchareadin „eine Art abgespecktes Goodreads auf deutsch“.

„Auf Whatchareading sollen alle Stimmen Gehör finden“

Eine feste Zielgruppe hat die Plattform nicht im Auge, alle Bookpeople sind willkommen: „Auf Whatchareadin sollen alle Stimmen Gehör finden, hauptsächlich Leser, aber auch Indie-Autoren, Blogger und kleine Verlage“. So bietet Whatchareadin etwa Autoren die Möglichkeit eine eigene Autorengruppe einzurichten. „Dort können sie Bücher vorstellen oder sich mit den eigenen Lesern austauschen“, erklärt Pöll. Das funktioniere „ähnlich komfortabel wie bei Facebook“. Buchinfos, Videos oder Hörproben lassen sich per Drag & Drop posten, wenn man die passende URL zur Hand hat. Grundsätzlich ist Whatchareadin nach zwei Prinzipien geordnet: es gibt ein nach Buchkategorien organisiertes allgemeines Forum, außerdem spezielle, nach Leserinteressen gebildete Gruppen. Außerdem kann man interessanten Whatchareadin-Teilnehmern folgen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und mit ihnen chatten. Wie die einzelnen Mitglieder so ticken, verrät ein Blick auf das jeweilige Bücherregal – wenn es in den Privacy-Einstellungen freigeschaltet wurde.

Promotion-Möglichkeiten für Indie-Autoren

Für (Indie-)Autoren besonders spannend sind die zahlreichen Promotion-Möglichkeiten – Autoren können nicht nur eigene Diskussionsgruppen zu ihren Büchern einrichten oder gemeinsame Leserunden veranstalten, sondern auch Buchpreisaktionen ankündigen, Gewinnspiele veranstalten oder Rezensionsexemplare verteilen. Letzlich hat Pöll damit genau die Plattform geschaffen, die er sich in seiner Doppelfunktion als Leser & Autor gewünscht hatte: „Eigentlich wollte ich nur zwei einfache Dinge. Einmal als Leser schöne neue Bücher finden und dann als Selfpublisher mehr Leser für mein Buch ‚Die Elefanten meines Bruders‘ erreichen. Mit Internet, weil da alle sind“. Zehn Monate Arbeit stecken in Whatchareading, das Ergebnis kann sich sehen lassen, gerade weil auf allzuviel Bling-Bling und manches Nice-to-have verzichtet wurde. Ganz von den großen Konzernen ist Pöll jedoch nicht losgekommen, denn Whatchareadin nutzt die Katalogdaten von Amazon, dorthin verweisen auch die Kauflinks.

DropBox will Readmill schlucken – Social Reading vor dem Ausverkauf?

Erfolglose Berliner Startups werden von deutschen Unternehmen geschluckt, erfolgreiche Berliner Startups dagegen wandern irgendwann nach Silicon Valley. Wenn diese vor einiger Zeit mal von TechCrunch-Autor Mike Butcher formulierte goldene Regel stimmt, muss Readmill ziemlich erfolgreich sein. Denn die von Henrik Berggren und David Kjelkerud angeschobene Social-Reading-App soll angeblich von DropBox aufgekauft werden – sagt jedenfalls TechCrunch. Dem Vernehmen nach könnte die Einkaufstour der Cloud-Speicher-Spezialisten zweierlei bedeuten: zum einen den Umzug der Readmill-Crew von Berlin nach San Francisco, zum anderen die Schubladisierung der sozialen Lesemühle: „considering this is a talent acquisition, it’s likely the service will be shuttered or possibly kept going with minimal support in the near term“, vermutet der ebenfalls in San Francisco ansässige Tech-Blog.

Cloud-Bibliothek mit sozialem Mehrwert

Für DropBox dürfte das Know-How des Berliner Startups tatsächlich sehr wertvoll sein, denn ohnehin nutzen viele E-Leser die intuitiv zu bedienende Cloudspeicher-App schon, um von überall aus und mit unterschiedlichsten Mobilgeräten auf ihre E-Books zugreifen zu können. Besonders beliebt ist auch die Kombination der E-Book-Verwaltungssoftware Calibre mit einer auf Dropbox gespeicherten E-Bibliothek. Was DrobBox allerdings noch fehlt, ist eine integrierte Lösung, die Cloud-Speicher und Social-Reading-App kombiniert – mit der von Readmill entwickelten Technologie würde das in greifbare Nähe rücken. Und damit die Chance, DropBox wieder ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen, nachdem pure Cloud-Speicher-Apps mittlerweile zur Dutzendware geworden sind. Aus diesem Grund schnappte sich DropBox vor kurzem offenbar auch schon das auf Chat- & Messaging-Technologie spezialisierte Startup „Zulip“.

Ist eine separate Social Reading-App noch sinnvoll?

Der Kaufpreis für Readmill soll 8 Millionen Dollar betragen – erfrischend bodenständig in einer Zeit, wo andere Applikationen gleich für zweistellige Milliardenbeträge verhökert werden. Allerdings ist das schon 2011 gestartete Readmill natürlich nicht mehr ganz so heiß wie What’s App & Konsorten. Die besten Leseempfehlungen, das hat die Buchbranche gelernt, entstehen crowdbasiert im Social Media-Bewusstseinstrom. Social Reading-Elemente sind mittlerweile allgegenwärtig, man findet sie in E-Lese-Apps von Kindle bis Skoobe oder Readfy. Ein Problem, dem sich auch die Berliner Readmill-Konkurrenz dotdotdot stellen muss – die Nutzer mögen zwar verschiedene Geräte besitzen, vom E-Reader über das Tablet bis zum Smartphone. Doch wieviel Multioptionalismus in punkto Apps verträgt das Touch-Screen? Kindle-App für Kindle-Books, Bluefire-App für epubs aus der Bibliothek, Mad Dog App für E-Comics, und dann noch eine separate Social Reading App? Das dürfte viele Leser überfordern.

[Update: Noch am Freitag hat Readmill den Verkauf bestätigt – das Readmill-Team zieht nach SF, die App wird eingestellt.]