Willkommen im Club der Dosengeister: Alexa spricht bald mit Cortana, & vice versa

alexa-spricht-bald-mit-cortanaEin Dschinn macht noch keinen Sommer. Jeff Bezos träumt bereits von einer Art Meta-AI, bei der jede Anfrage genau an den digitalen Assistenten weiterleitet, der sie am besten beantworten kann: „Die Welt ist groß und vielfältig. Es wird in Zukunft verschiedene intelligente Agents geben, jeweils mit Zugang zu speziellen Datensätzen und mit speziellen Fähigkeiten. Wenn sie zusammenarbeiten, werden ihre Stärken sich gegenseitig ergänzen, und für den Kunden weitaus hilfreicher sein.“

Alexa checkt Outlook, Cortana shoppt Amazon.com

Mit der gerade verkündeten Kooperation zwischen Amazon und Microsoft rückt diese Vision nun erstmals in greifbare Nähe: „Alexa wird mit Cortana sprechen können, und Cortana mit Alexa“, so die aktuelle Pressemitteilung. „Sie werden zu Alexa sagen können: ‚Alexa, öffne Cortana“, oder zu einem Windows 10-Gerät: ‚Cortana, öffne Alexa“.

Eine volle Integration ist das, was da in wenigen Monaten verfügbar sein soll, natürlich noch nicht. Aber immerhin ein Anfang. Alexa-Nutzer können mit Hilfer von Cortana dann Termine planen, Terminerinnerungen erhalten, oder auf E-Mails zugreifen, alles via Sprachbefehl. Umgekehrt kann man via Cortana von Alexas Smarthome-Kontrollmöglichkeiten profitieren, auf Amazon.com einkaufen oder Alexa-Skills von Drittanbietern einsetzen.

Google und Apple halten sich bedeckt

Weitere Mitglieder im Club der digitalen Dosengeister sind bisher nicht in Sicht — dass Amazon und Microsoft es so locker mit der Zusammenarbeit nehmen können, liegt ja auch daran, dass beide Unternehmen auf dem heiß umkämpften Smartphone-Markt wenig bis gar nichts zu melden haben. Anderes gilt vorerst für Steve Jobs Erben und die ABC-Schützen aus Moutain View: „Apple and Google may see competitive advantages in keeping their A.I.s separate from rival assistants, partly as a way to protect a selling point of their mobile software, iOS and Android“, vermutet wohl zu recht die New York Times.

(via NYT & Amazon PM)

Abb.: Barbara Eden & Michael Ansara as The Blue Djinn, 1966 (cc-0)

Alexa zum Anfassen: Amazons nächste Echo-Konsole erhält Touch-Screen

alexaErst erhielt das Fire Tablet via Software-Update das Alexa-Feature, nun geht’s andersherum: Amazon will der smarten Lautsprecher-Konsole Echo offenbar ein 7-Zoll-Touchscreen verpassen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf zwei Branchen-Insider. Die neue Premium-Variante des digitalen Dosengeistes soll so noch komfortabler zu benutzen sein: „Das macht den Zugang zu bestimmten Inhalten einfacher, etwa Wetterberichte, Terminplaner oder Nachrichten“, argumentieren die anonymen Produkt-Enthüller — obwohl natürlich entsprechende Alexa-Skills für solche Anwendungen bereits existieren. Auch die äußere Form der Konsole werde sich durch das zusätzliche Screen komplett verändern.

Eine Art Fire-Tablet mit riesigen Lautsprechern?

Doch was für ein Gerät hättet man dann eigentlich vor sich? „Abgesehen von den Lautsprechern beschreibt der Bloomberg-Report ziemlich genau die bisherigen Tablets von Amazon“, merkt Nate Hoffelder von The Digital Reader an, und da ist was dran, zumindest solange man nicht von einem E-Ink-Display ausgeht. Die neue Echo-Konsole wäre ja letztlich so eine Art Fire Tablet mit sehr großen externen Lautsprecher, und dazu noch verbesserten Fähigkeiten der persönlichen digitalen Assistentin Alexa.

Neue Strategie im Kampf um das Smart Home

Ursache für den überraschenden Strategiewechsel ist Bloomberg zufolge die wachsende Konkurrenz im Smart-Home-Bereich durch Google und Apple — das neue Hybrid-Konzept soll Amazon wieder eine Nasenlänge Vorsprung verschaffen. Außerdem könnte Amazon die High-End-Variante der Echo-Konsole natürlich zu einem höheren Preis anbieten, solange es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt gibt.

(via Fortune & The Digital Reader)

Dirror, Dirror an der Wand: Ein Smart Mirror made in Germany

dirror-smart-mirror-made-in-germany„Spieglein, Spieglein, an der Wand: Wer ist die Schönste im ganzen Land?“ — Schneewittchen beweist es: der klassische Spiegel darf (zumindest im Märchen) als das älteste vernetzte Display der Welt gelten. Der moderne Smart Mirror dagegen als das neueste vernetzte Display der Welt — doch im realen Alltag angekommen ist es auch noch nicht so richtig. Denn bisher gab’s vor allem DIY-Bastelanleitungen oder Konzeptstudien, die Mini-PCs, LED-Displays und einseitig verspiegeltes Glas kombinieren.

Dirror steuert das Smart Home

Mit dem Marktstart von „Dirror“ hat sich das allerdings geändert: der smarte Spiegel made in Germany — erstmals auf der IFA 2016 vorgestellt — ist seit September lieferbar. Mit großem Farbdisplay, Touchscreen, integrierten Lautsprechern und Sprachsteuerung soll das Gerät den Alltag seiner Benutzer organisieren und das Smart Home steuern, ähnlich wie etwa Amazons Lautsprecher-Säule Echo. Anders als der Dosengeist aus den USA ist der deutsche „Dirror“ mit einer Diagonale von 10 bis 27 Zoll jedoch deutlich sichtbarer, und wirkt mit seinem breiten Rahmen aus handgearbeitetem Holz auch wertiger.

Smarter Mirror, stolzer Preis

Das Pricing klingt aber ebenfalls deutlich heißer: je nach Größe zwischen 970 und 2070 Euro muss man für den mit Windows 10 laufenden Smart Mirror berappen — wohl ein Grund, warum die bisherigen Anwendungsbeispiele überwiegend aus dem B2B-Bereich stammen. Entwickelt wurde Dirror von der „Deutschen Gesellschaft für multimediale Kundenbindungssysteme“ (DGMK) und Ironshark, einer Agentur für E-Commerce und Online-Marketing. Auf der Promo-Website geht’s neben der Organisation des privaten Alltags (Musik, TV, Web-Recherche, Terminplanung) u.a. auch um die Themen Smart Shopping, Easy Booking und 3D-Präsentationen.

Szenario für Wohnräume

Macht das verspiegelte Windows-Tablet mit Holzrahmung tatsächlich auch zu Hause Sinn? Ein interessantes Szenario für Wohnräume kann man demnächst in der 15. Etage des Berliner Telefunken-Hochhauses besichtigen: der Verein „Connected Living“ macht dort den magischen Spiegel zur Steuerungszentrale des Smarthome-Showrooms. Die offizielle Einweihung findet am 29. November von 14.00 bis 15.30 Uhr statt.

„Alexa, lies mir was vor“: Deutsche Verlage entdecken die Echo-Konsole

amazon-alexa-kommt-nach-deutschland„Alexa, lies mir was vor“, „Alexa, was gibt’s in der Tagesschau?“, „Alexa, was ist das Chefkoch-Rezept des Tages?“: Erstmals wird Amazons digitale Assistentin solche Fragen nun auch auf deutsch beantworten können — gestern hat das Unternehmen nämlich den Europa-Start (Deutschland/Großbritannien) der smarten Lautsprecher-Konsole Echo sowie des Mini-Ablegers Echo Dot bekanntgegeben. Laut Dave Limp, Amazons Hardware-Chef, haben mehr als 1.000 Techniker zwei Jahre lang daran gearbeitet, die künstliche Intelligenz der Software für diesen Launch zu trainieren, und Alexa nicht nur britischen Akzent bzw. Hochdeutsch, sondern auch lokale Umgangssprache und einen Sinn für Humor beigebracht.

Deutsche Verlage & Dienstleister als Partner

Für lokalisierten Content sorgen in Deutschland neben Amazon-Labels wie Audible oder Streaming-Partnern wie Spotify auch zahlreiche Kooperationspartner wie etwa Bild, Tagessschau, Spiegel, n-tv, Chefkoch, Eltern, Gala etc. „Hunderte deutsche Entwickler arbeiten bereits an Skills“, heißt es bei Amazon dazu. Smart Home, Hardware- und Mobilitätsdienstleister von tado°oder innogy über Fitbit und Philips bis zu BMW werden spezielle Alexa-Fähigkeiten zur Verfügung stellen, die dann im Haus bzw. im Auto angewendet werden können.

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Alexa in Deutschland vorerst nur als Beta-Test

Anders als bei den Briten kann man die Dosengeister aus dem Internet der Dinge bei uns nicht regulär vorbestellen: Echo & Dot sind vorerst nur im Rahmen einer halböffentlichen Beta-Phase auf Einladung verfügbar. In den Worten des Herstellers: „Amazon sucht Kunden, die bei der Weiterentwicklung von Alexa und Echo in Deutschland mithelfen möchten.“ Ausgeliefert werden die Konsolen ab Oktober.
In Deutschland kostet die Amazon Echo-Konsole 180 Euro, die Echo Dots gibt es für 60 Euro. In den USA werden die Dots bereits mit Mengenrabatt verkauft, nach dem Motto „Buy 5, get 1 free“ bzw. „Buy 10 get 2 free“.

Alexa kommt in Kürze auch auf Fire-Tablets

Amazon verdient nach eigenen Angaben bei diesem Pricing kein Geld mit den Geräten, sondern vertrautt darauf, dass die Kunden mit ihnen — ähnlich wie bei den Fire-Tablets — vermehrt Content und Dienstleistungen von Amazon nutzen. Amazons gerade gelaunchtes neues Fire HD 8 soll in Kürze via Software-Update ebenfalls das Alexa-Feature erhalten – und das wohl in absehbarer Zeit auch in Deutschland.

Amazon verkauft Echo Dots mit Mengenrabatt

Amazon Echo wie auch Echo Dot verfügen über sieben Mikrofone, die mit Richtstrahl-Technologie und Störsignalunterdrückung den Nutzer von überall im Raum klar hören können. Die kleinen Echo Dots können auch in mehreren Räumen aufgestellt werden, in diesem Fall sorgt das ESP (Echo Spatial Perception)-Feature dafür, dass die jeweils dem Nutzer nächste Konsole reagiert. Der Echo Dot verfügt selbst nur einen kleinen eingebauten Lautsprecher, er kann dafür via Bluetooth bzw. Audiokabel direkt an die Stereoanlage angeschlossen werden.

Rollender Storyteller für’s Smarthome: Zenbo, der neue Robot-Butler von Asus

zenbo-von-asusWer braucht noch einen E-Reader, wenn er einen Roboter hat, der Märchen erzählt? Im Gegensatz zu Amazon, Google & Co. macht Asus der künstlich intelligenten Hausautomation jetzt Beine, oder besser gesagt, Räder: der taiwanesische Elektronik-Konzern hat mit „Zenbo“ jetzt eine rollende, zuhörende, sprechende und Fragen beantwortende Haushalts-Drohne vorgestellt, die das Smarthome der Zukunft revolutionieren könnte.

Singen, Tanzen, Erzählen — & überwachen

Zenbo sieht aus wie ein kugeliger Staubsauger mit aufmontiertem Monitor, und soll seine besonderen Stärken u.a. im Bereich „Homecare“ haben, etwa bei der Betreuung von Kindern oder älteren Menschen. Zenbo kann nicht nur als digitaler Wachhund (im Sinne von: „Telepräsenzdrohne“ für abwesende menschliche Betreuer) dienen, sondern bietet auch ein Unterhaltungsprogramm: Singen, Tanzen, Geschichten erzählen und Spiele spielen.

Zenbo gibt AI ein Gesicht

Asus setzt beim Design ebenso auf Intelligenz wie auf Emotionen: über das Monitor-Gesicht simuliert Zenbo verschiedene Gefühlszustände und reagiert direkt auf sein Gegenüber. Schalten und Walten gehört aber ebenfalls zu seinem Metier: der Roboter verbindet sich drahtlos mit den vernetzten Gegenständen des modernen Haushalts, und regelt etwa die Beleuchtung oder die Raumtemperatur.

„Robotertechnik für alle Haushalte“

“Jahrzehntelang haben die Menschen davon geträumt, so einen Hausgenossen zu besitzen: einen, der smart ist, den wir in unser Herz schließen können, und der uns immer zur Verfügung steht. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Robotertechnik in jeden Haushalt zu bringen“, so Asus-Chef Jonney Smith bei der öffentlichen Präsentation von Zenbo auf der Computex-Messe.

Zum Preis eines High-End-Smartphones

Mit einem Einführungspreis von 600 Dollar — also im Bereich eines High-End-Smartphones — kommt Zenbo diesem Ziel rein finanziell gesehen auch schon ziemlich nahe. Ob das Smarthome aber auch ganz praktisch von solchen Plastikkameraden profitiert, ist eine ganz andere Frage. Immerhin: Solche Wesen sind ein interessantes Gegenkonzept zu „versteckten“ Systemen à la Amazons Alexa, die nur als Stimme im Raum Präsenz zeigen, und machen viele neue Formen der Interaktion möglich.

Willkommen in der Zen-Familie

Was übrigens auffällt: vom Namen her fügt sich der Zenbo in die bestehende Palette von Asus-Mobilgeräten ein, es gibt nämlich schon Zenbooks, Zenphones und Zentablets, die unter dem Slogan „Zen your way“ ein hohes Maß an Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit versprechen. Aber Notebooks, Smartphones und Tablets bieten viele andere Hersteller auch an — mit einer sozialen Roboterdrohne für das Smarthome dagegen betritt Asus Neuland.

(via The Guardian)