Kategorie-Archiv: Self-Publishing

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„Erfolgreiche Self-Publisher entwickeln sich ständig weiter“: SPDay 2016 bietet Know-How für die Indie-Szene

spday-2016-selfpublishing-daySelf-Publishing avanciert zum Profi-Publishing: einer aktuellen Studie zufolge ist jeder zweite Indie-Autor bereits ein Experten-Autor, der neben seiner Arbeit als Journalist o.ä. publiziert, oder tatsächlich hauptberuflicher Schriftsteller bzw. Sachbuchautor. Damit wächst zugleich der Druck auf die Akteure, sich gegenüber der wachsenden Autoren-Konkurrenz zu behaupten: „Self-Publisher sind Unternehmer ohne Verlag im Hintergrund. Daher ist die Bereitschaft sich neuen Dingen anzunehmen, den Markt im Auge zu haben und sich immer weiter zu entwickeln das Wichtigste“, so Andreas Hollender von neuDENKEN Media, Organisator des Self-Publishing-Day 2016 (E-Book-News ist SPDay-Medienpartner).

Self-Publishing-Dienstleister & Profi-Stars der Branche vor Ort

Der an diesem Samstag zum dritten Mal stattfindende Self-Publishing-Day soll genau dieses Know-How liefern und zudem intensives Networking ermöglichen. Neben notwendigen technischen und formalen Kenntnissen beim E-Book- und Print-Buch-Verlegen geht es am 9. April 2016 im Münchner Novotel um die Vermarktung des fertigen Produktes — und grundsätzlich natürlich auch immer um die Frage, in welchen Bereichen man als Autor & Unternehmer auf externe Dienstleister setzt. Viele von diesen sind auch in München als Workshop-Anbieter vor Ort (siehe auch die E-Book-News-Serie SPDay2016), so etwa Vertreter von BoD, Bookrix oder Ruckzuckbuch. Aber auch etwa der Verband freier Lektorinnen und Lektoren zeigt Präsenz. Nicht fehlen dürfen natürlich Profi-Stars des Selfpublishing-Sektors wie Bela Bolten, Marcus Hünnebeck oder der Berliner „Bücherprinz“ & Selbstverlege-Pionier Ruprecht Frieling.

„Self-Publisher sollten sich miteinander vernetzen

Auch SPDay-Veranstalter Andreas Hollender hat in den letzten Jahren eine „klare Professionalisierung“ der Indie-Branche erkannt. Was ihn aber auch nicht wundert: „Nur wer es wirklich ernsthaft betreibt, ist im Self-Publishing erfolgreich“, beobachtet Hollender. Und dazu gehört eben auch der Besuch von Buchmessen wie Frankfurt, Leipzig, Berlin — und genauso von Fachtagungen wie dem Self-Publishing-Day. „Als Unternehmer muss man ständig in die eigene Weiterbildung investieren“, weiß Hollender. Und empfiehlt zudem: „Versuchen sich mit anderen Self-Publishern zu vernetzen und mit diesen auszutauschen.“

Update: Dass viele Self-Publisher diese Ratschläge schon beherzigt haben, sieht man auch daran, dass Tickets für den SPDay 2016 laut Facebook-Profil des Veranstalters seit heute vormittag ausverkauft sind…

Abb.: Emanuele/Flickr (cc-by-sa-2.0)

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List der Unvernunft, oder: Wie sich die „Big Five“ selbst aus dem E-Book-Markt katapultieren

unit-sales-trend-20160110Haben sich die großen US-Verlage mit übertriebenem E-Book-Pricing im Kindle Shop selbst um Marktanteile gebracht zugunsten der günstigeren Self Publishing-Titel? Sieht ganz so aus. Die Seattle Times brachte kürzlich eine interessante Analyse zum Thema „Agency Modell“, also der 2014 von den „Big Five“ durchgesetzten Möglichkeit, Endkundenpreise im Kindle Store selbst zu bestimmen und dies nicht mehr — wie zuvor — Amazon zu überlassen („Wholesale-Modell“).

Print wiederbelebt, E-Books gekillt

Mittlerweile berichteten große Publisher wie Hachette, so die Seattle Times, nicht nur von schrumpfenden Umsatzanteilen von E-Books, sondern auch über neues Wachstum bei Print: die Kunden kaufen in vielen Fällen angesichts hoher Digital Preise dann doch lieber die gedruckte Version.

Auch der „Gesamtmarkt“ für E-Books schrumpft, dokumentierte zuletzt der Branchenverband „Association of American Publishers“ (AAP) — doch diese Zahlen für 2015 betreffen wohlgemerkt nur klassische Verlagstitel. Amazon — in den USA bei weitem der wichtigste Marktplatz für elektronische Bücher — verzeichnet starkes Umsatzwachstum bei E-Books aus firmeneigenen Imprints wie auch Self-Publishing-Titeln.

E-Book-Markt hat sich um 180 Grad gedreht

Das hohe E-Book-Pricing der „Big Five“ von Hachette bis Simon & Schuster habe letztlich dazu geführt, die Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen, so die Seattle Times unter Berufung auf Hugh Howeys aktuelle Marktanalyse auf dem „Author Earnings“-Blog.

Dort liest man nämlich: „Die Big Five verkaufen jetzt weniger als ein Viertel aller E-Books auf Amazon, während die Indies stramm auf einen Anteil von 45 Prozent zumarschieren.“ („The Big 5 now account for less than a quarter of ebook purchases on Amazon, while indies are closing in on 45%“).

Ein klassischer Fall von „We told you so!“

Was mal wieder zeigt: selbst wenn Amazon auf die Wünsche der traditionellen Verlage eingeht (vgl. Kopierschutz & die Closed-Shop-Problematik), heißt der Gewinner am Ende dann doch wieder Amazon. Weil’s dabei um die üblichen beratungsresistenten Verdächtigen geht, darf man hier wohl getrost auch von der „List der Unvernunft“ sprechen…

Johannes Monse, Ruckzuckbuch.de

Hartes DRM – Segen oder Schmarrn?

Johannes Monse, Ruckzuckbuch.de
Johannes Monse, Ruckzuckbuch.de
Noch ein Artikel über DRM? Ja, noch ein harter Artikel über hartes DRM. „Digital Rights Management“ bezeichnet bekanntermaßen alle Anstrengungen von Urhebern digitaler Inhalte, die Nutzung dieser Inhalte zu beschränken – also eine „unkontrollierte“ Verbreitung digitaler Inhalte zu verhindern. Auf gut Deutsch: Digitaler Kopierschutz gegen Raubkopierer. Hört sich ja erst mal gut an. Aber selbst technisch eher ungelenke Menschen, wie ich selbst, wissen natürlich, dass ein jeder Kopierschutz früher oder später irgendeinem Hacker, oder noch schlimmer, einer kostenlosen Software zum Opfer fällt. Das war immer so, wird immer so bleiben.

Wer wird eigentlich vor wem geschützt!?

Nun gut, man mag sich natürlich dennoch fragen, ob es nicht besser ist, einen lückenhaften Kopierschutz auf seine Inhalte anzuwenden, als gar keinen. Und da sich sehr viele Verlage, ebenso wie eine Vielzahl von Autoren im Selfpublishing, bei dieser Frage immer noch für einen harten Kopierschutz entscheiden, halten wir es für sinnvoll, nochmals eindringlich klarzustellen, dass wir davon recht wenig halten. Und das möchten wir Ihnen gerne erläutern.

Stellen wir zunächst die Fragen: Macht digitaler Kopierschutz grundsätzlich Sinn? Wer wird hier vor wem wie gut geschützt? Und weshalb überhaupt? Dass „weiches DRM“ in Form eines digitalen Wasserzeichens Sinn macht, ist relativ unstrittig. Es sorgt dafür, dass man nachvollziehen kann, woher eine Kopie stammt. Das ist nicht dumm. Also reden wir über die Art von Kopierschutz, die wir nicht so schlau finden: „hartes DRM“.

Ehrliche Käufer sollte man gut behandeln

Hartes DRM ist unserer Meinung nach wirklich hart – vor allem für den ehrlichen Verbraucher, der bereit ist, gutes Geld für digitale Inhalte zu bezahlen. Man sollte doch meinen, ehrliche Käufer im Netz sollten besonders gut behandelt werden, damit sie auch wiederkommen. Mit besonders guten Produkten. Denn bei der wuchernden Kostenloskultur im Netz ist es gar nicht so einfach, die Leute zum Kaufen zu bewegen.
Tja. Käufer von Produkten mit hartem DRM werden aber nicht gut behandelt – so sehen wir das zumindest. Denn indem ein Verlag oder Autor seine Werke mit einem harten DRM versieht, verstümmelt er es umfassend. Er beraubt es seiner elementaren digitalen Fähigkeiten und macht es zu einem ziemlich witzlosen Ding. Wieso?
Nun, weil hartes DRM dafür sorgt, dass Sie zum Beispiel ein gekauftes E-Book nur auf dem Gerät nutzen können, mit dem Sie es auch gekauft haben. Sie haben die Datei auf Ihr Smartphone geladen und wollen sie abends auf Ihrem Tolino öffnen? Schade, das könnte sich als schwierig, wenn nicht gar unmöglich herausstellen. So hatten Sie sich das wahrscheinlich nicht vorgestellt. Schließlich haben Sie 7,99 € für das Ding bezahlt – und jetzt das?
Ihr Neffe, der hat da aber doch diese Seite, wo er immer alle E-Books umsonst runterlädt. Sie haben das bisher zwar immer als verwerflich angeprangert, als geistigen Diebstahl gegeißelt. Aber Hallo? Ist ja wohl klar, dass Sie dieses olle Buch nicht nochmal für 7,99 € kaufen, nur um es auf dem vermaledeiten E-Book-Reader lesen zu können. Also muss die gehackte Piratenversion ran. Und siehe da – das Piratenbuch lässt sich problemlos weiter auf Ihr Tablet übertragen – und auch auf den Reader Ihrer Tochter (man wird ja wohl noch ein gekauftes Buch verleihen dürfen).
Normalerweise würden Sie ja gerne die Bücher kaufen, aber so …

Warum ein minderwertiges E-Book verkaufen?

Und hier haben wir das ganze Dilemma. Wechseln wir nun einmal die Seiten und nehmen Ihre Situation als Autor. Als Autor eines E-Books, das Sie mit hartem DRM versehen und über diverse Shops vertreiben lassen. Sie verkaufen also – dank hartem DRM – die minderwertige Version eines Produktes, welches es (wenn auch illegal) in hochwertigerer Form kostenlos im Netz gibt, sofern Ihr Titel zumindest eine minimal ernst zu nehmende Verbreitung erfahren hat.
Sie bestrafen also Ihren ehrlichen Kunden. Und Sie sorgen dafür, dass viele potentielle Kunden, die eigentlich gerne bereit wären, für Ihr Produkt auch zu bezahlen (denn das sind die meisten, auch wenn es schwer zu glauben sein mag), sich den Inhalt illegal beschaffen.
Oder andersherum gesagt: Die parasitären Nutzer, die für Ihr Buch eh niemals auch nur einen Cent geben würden, werden Sie nicht erreichen, geschweige denn ihr Verhalten ändern. Ob Sie Ihre Inhalte mit DRM versehen oder nicht, ist für diese Netzdiebe belanglos.
Aber all diejenigen, die grundsätzlich bereit sind, für Inhalte auch zu bezahlen, sollten dafür nicht auch noch mit einem schlechten Produkt bestraft werden. Um diese Kunden nicht zu verlieren, sollten Sie Ihnen daher voll funktionelle Produkte anbieten. Nutzungsbeschränkungen mögen auf den ersten Blick verlockend sein, aber sie kennen ja jetzt unsere Meinung dazu.

Und was ist mit den Raubkopien?

Und all die vielen illegalen Downloads? Das ganze Geld, das Ihnen dabei durch die Lappen gegangen ist? Ärgern Sie sich nicht darüber. Diese Bücherdiebe halten Sie wie gesagt ohnehin nicht von ihrem Treiben ab. Und ob noch besserer Schutz oder kein Schutz –, gekauft hätten diese Leute Ihr Buch sowieso nicht. Daher sind auch die (illegalen) Downloadzahlen vollkommen irrelevant. Denn häufig genug wird dort einfach runtergeladen, was man runterladen kann – unbesehen, ob man den Titel wirklich braucht, haben möchte oder jemals lesen wird.

Jetzt sorgen Sie sich aber immer noch ein wenig, dass ohne hartes DRM dennoch viele Käufe verloren gehen könnten. Zum Beispiel, weil ehrliche Käufer nun das Buch wie blöde duplizieren und allen zur Verfügung stellen, die zufällig des Weges kommen? Die Chance, dass dem so ist, halten wir für sehr gering. Wenn aber ein ehrlicher Käufer ein DRM-freies E-Book von Ihnen an einen Bekannten weitergibt, dieses E-Book dem Bekannten nun auch noch gut gefällt und der Bekannte letztlich zudem selbst eine ehrliche Haut ist – was meinen Sie, wird er sich die Fortsetzung Ihrer Trilogie illegal besorgen, oder vielleicht doch kaufen?
Nun, wir glauben, dass er sie höchstwahrscheinlich kauft – und Sie einen neuen Leser und Käufer gewonnen haben. Die Weitergabe des Buches kann damit zu sehr gehaltvollem Produktmarketing werden. Ganz kostenfrei für Sie.

Sollte es Ihnen gelingen, sich diese Ansichtsweise zu eigen machen zu können, dann haben Sie unserer Meinung nach vieles erreicht; Ihre Käufer danken Ihnen für vollwertige Produkte die Sie ihnen verkauft haben und nebenbei können Ihre Käufer auch noch hervorragende Werbung für Ihre Bücher machen. Last but not least dürften Sie weitaus besser schlafen und Ihre Nerven nachhaltig schonen, wenn Ihnen dieses ganze Pirateriegedöns gepflegt am Hintern vorbei geht – weil Sie wissen, dass es bestimmt nicht über Erfolg oder Scheitern Ihrer Werke entscheidet.

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die im Vorfeld des Self Publishing Day 2016 erscheint. Der diesjährige SPDay findet am 9. April 2016 in München statt.

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Self-Publishing ist Profi-Publishing: Jeder zweite Indie bereits Experten- oder Berufsautor

self-publishing-studie-bod-2016Dass Self-Publishing mehr ist als ein randständiges, obskures Hobby — wissen wir natürlich schon längst. Nicht umsonst ist das Business rund um Print-On-Demand und E-Book-Direktpublishing inzwischen ein Millionengeschäft, an dem die Großen der Branche von KDP/Createspace über epubli bis zu BoD gut verdienen. Professionalisiert haben sich im Zuge der wachsenden Möglichkeiten aber auch die unabhängigen Content-Produzenten selbst, zeigt die aktuelle „Europäische Self-Publishing-Studie 2016“ von Books on Demand (BoD): schon jeder zweite ist mittlerweile entweder ein Expertenautor, der neben seiner Arbeit als Berater, Journalist o.ä. publiziert, oder tatsächlich ein hauptberuflicher Schriftsteller bzw. Sachbuchautor.

Berufsautoren setzen auf externe Dienstleister

Letztere machen zwar nur 12 Prozent der Indie-Autoren insgesamt aus, arbeiten aber dafür auch am meisten am Text: 15 Stunden pro Woche investieren sie alleine in den Schreibprozess. Anders als Hobby-Autoren sind die Profis auch viel stärker bereit, bei Erstellung, Gestaltung und Vermarktung mit externen Dienstleistern zusammenzuarbeiten, um die bestmögliche Qualität zu erzielen. Nicht selten werden dabei 1.000 Euro und mehr ausgegeben, um einen Titel fit für den Buchmarkt zu machen. Für jeden zweiten Berufsautor ist das der Normalfall (insgesamt nur für knapp jeden dritten Self-Publisher) — und sogar drei Viertel von ihnen nutzen auf jeden Fall auch ein Lektorat.

Kombination Print On Demand plus E-Book ist die Regel

Das selbst verlegte Buch ist in der Mehrzahl der Fälle ein Print-Buch, und zugleich ein E-Book: 69 Prozent der Self-Publisher in Europa fährt in punkto Medium nämlich zweigleisig. Was theoretisch auch klassische Vertriebswege öffnet. Allerdings bleibt bis auf weiteres der Online-Buchhandel der wichtigste Absatzmarkt, der direkte Weg in die Regale des Buchladens an der nächsten Ecke bleibt für selbst verlegte Titel allerdings noch ein Ausnahmefall.

Kunden fragen Buchhändler vermehrt nach Indie-Titeln

Doch das ändert sich gerade: fast schon jeder zweite der im Rahmen der Studie ebenfalls befragten Buchhändler erhält mehrmals wöchentlich Kundenanfragen zu Self-Publishing-Titeln, die meisten von ihnen geben an, bei entsprechender Nachfrage die Indie-Veröffentlichungen auch ins Programm zu übernehmen. Das dürfte auch deswegen Zukunft haben, weil immer mehr Publisher nicht in die Entweder-Oder-Kategorie einzuordnen sind, sondern als „Hybrid-Autoren“ sowohl für Verlage wie auch auf eigene Rechnung schreiben.

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Es grüsst Carsten mit C: Werkstattbericht vom Indie-Publishing

carsten-mit-c-cover„Buchschreiben im stillen Kämmerlein, an Texten feilen … Das ist die eine Seite“, notiert Indie-Autor Carsten Herbst auf seinem Blog. Doch im Mai 2016 soll sein Débutroman „Grüße Carsten mit C. Melanie mit M.“ erscheinen. Deswegen kommt nun die andere Seite: „Das Machwerk auf dem steinigen Weg ins harte Leben ‚da draußen‘ zu begleiten“. Bloggen über’s eigene Schreiben ist schon mal eine gute Idee, doch da geht noch mehr in Sachen Vorab-Reader-Engagement.

Teaser-Texte, Buchtrailer, Playlist

Über den Roman selbst, eine autobiografische, in Südostniedersachsen angesetzte Boy-Meets-Girl-Geschichte mit langem Spannungsbogen („Das Ende der Schule trennt sie. Die Jahre ziehen ins Land. Doch nachts, in den Träumen, begegnet er ihr. Immer wieder…“) kann man außer einem kurzen Teaser-Text, Buchtrailer und Youtube-Clips zu der im Buch zitierten zeitgenössischen Popmusik noch nichts Inhaltliches erfahren – bis zur ersten Leseprobe dauert’s noch ein bisschen.

Cover-Wahl ist Sache der Leser

Doch was es schon gibt, sind drei potentielle Buch-Cover, die Carsten Herbst im Rahmen von zwei Designwettbewerben ermittelt hat. Die zukünftigen Leser haben jezt die Wahl: welches Cover soll’s sein? Auch das Making-Of von „Grüße Carsten mit C. Melanie mit M.“ hat Carsten Herbst in der Rubrik „Werkstattberichte“ auf seinem Blog dokumentiert, zum Beispiel die Budgetplanung, die in diesem Fall Ausgaben für Lektorat, Cover, Marketing sowie Rechtsberatung (z.B. Persönlichkeitsrechte) enthält.

Break Even oder eben nicht

„Ich muss zum Glück vom Schreiben nicht leben“, heißt es in den „Werkstattberichten“ dann übrigens auch. “Ich brauche mir also keinerlei tiefgehende Gedanken über die Einnahmenseite zu machen oder über Dinge wie Break Even“ — was umgekehrt aber eben nicht ausschließt, sich über die Ausgabenseite, Projektplanung und Publikationsstrategie Gedanken zu machen. Ein schönes Beispiel, wie professionell auch das nicht direkt gewinnorientierte Self-Publishing mittlerweile betrieben wird…

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Schreibwettbewerb für Jugendbuch & All-Age: Tolino & Loewe Verlag suchen Gewinnerbuch

schreibwettbewerb-tolino-loewe-jugendbuch-all-ageGemeinsam mit dem Loewe Verlag startete tolino media Selfpublishing im Dezember 2015 einen Schreibwettbewerb im Genre Jugendbuch bzw. All-Age Roman. Das Gewinnerbuch wird im Frühjahr 2017 als Printausgabe des Loewe Verlags erscheinen und  als eBook von tolino media über die Buchhandelspartner der tolino Allianz verkauft werden. Bis 31. März 2016 können Autoren ihre Geschichte hier einreichen: http://www.tolino-media-services.de/blog/teilnahme-wettbewerb/

„Selfpublishing-Image aufbessern“

Wie schon bei der im Herbst erschienen Printreihe setzt tolino media bei Vertrieb und Marketing auf die Reichweite der Buchhändler und die Bekanntheit der Marke tolino. Jördis B. Schulz, Director tolino Publishing, steckt die Ziele fest: „Wir bieten damit unseren Autoren bessere Möglichkeiten, ihre Leser zu erreichen und starke Partner in der Buchbranche zu finden. Gleichzeitig stärken und verbessern wir das Image des Selfpublishing im Buchmarkt.“

Auch Buch-Blogger in der Jury

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Auch die Jury spiegelt die vielfältigen Perspektiven der Buchbranche wider und setzt sich aus Vertretern des Loewe Verlags, von tolino media, Buchhändlern und Buchbloggern zusammen. Auf Verlagsseite entscheiden Christoph Gondrom, stellvertretender Geschäftsführer, die Programmleiterin Sabine Hildebrandt und Autorin Mechthild Gläser. Lena Groesdonk von „mybookblog“ und das Duo Stefanie und Kay Hasse von „his & her books“ vertreten die Bloggerszene.

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die im Vorfeld des Self Publishing Day 2016 erscheint. Der diesjährige SPDay findet am 9.April 2016 in München statt.

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Verlags-Deal: Marah Woolfs neue Serie „Prometheus“ erscheint bei Dressler

marah-woolf-prometheus-erscheint-2017-bei-dressler„Ich hatte nie darüber nachgedacht, eine Buchzeile zu Papier zu bringen, aber plötzlich war da eine Idee und machte sich selbstständig. Das Ergebnis sind heute fast 800.000 verkaufte Bücher“, schreibt Marah Woolf auf ihrem Blog. Bald könnte die erfolgreiche Self-Publisherin – bekannt durch die Romance-Fantasy-Serien MondLicht-, Bookless- sowie FederLeicht-Saga – auf klassischem Wege noch viel mehr Bücher unter die Leute bringen: in Deutschland wird ihre neueste Serie „Prometheus“ ab 2017 bei der Oetinger-Tochter Dressler erscheinen, berichtet Buchreport. Bekannt gegeben wurde der über die AVA Literaturagentur eingefädelte Deal letzte Woche während der Frankfurter Buchmesse.

Übersetzungen bereits via Verlag publiziert

Ganz so ungewöhnlich ist die Zusammenarbeit mit traditionellen Verlagen für die mit ihrer Familie in Edinburgh lebende Self-Publisherin allerdings nicht. Außerhalb Deutschlands erschienen ihre Bücher in Übersetzung schon bisher mancherorts als Verlagseditionen, etwa in Frankreich und Korea. Wie die Autorin vor einiger Zeit im Indie-Lounge-Interview auf E-Book-News verriet, hatte sie auch schon zahlreiche Anfragen von deutschen Verlagen erhalten, die an der Bookless-Saga interessiert waren – an die MondLicht-Saga dagegen trauten sich die Publisher hierzulande aber offenbar nicht heran.

Marketing-Aktivitäten im Blick

Dabei war die Arbeit der erfolgreichen Indie-Autorin rein technisch ohnehin schon auf Verlags-Niveau: Woolf kooperierte mit einer Lektorin und einer Korrektorin, zudem war für das Äußere der Titel eine Coverdesignerin verantwortlich. Zu den Bedingungen eines deutschen Verlags-Deals sagte Moore im Indie-Lounge-Interview: „Im Grunde wären mir fest vereinbarte Marketingaktivitäten und ein festes Marketingbudget für den Buchhandel am Wichtigsten und natürlich, dass ich meine E-Book-Rechte behalten darf“.

twentysix-der-self-publishing-verlag

Service von A bis Z: Random House & BoD starten „Self-Publishing-Verlag“ TWENTYSIX

twentysix-der-self-publishing-verlagSelf-Publishing für „ambitionierte“ Autoren will das neue Portal TWENTYSIX bieten, eine Kooperation der Verlagsgruppe Random House und Books on Demand (BoD). Ein cleverer Deal, denn mit der Gründung des „Selfpublishing-Verlags“ bündeln der Verlagsriese und Deutschlands führender Self-Publishing-Dienstleister ihre Kräfte: während BoD Technik und Logistik beisteuert, lockt die Promotion-Maschine von Random House als besonderes Incentive für vielversprechende Indie-Talente.

Lektoren auf Talent-Suche

„TWENTYSIX-Autoren haben die Chance, von Verlagen der Verlagsgruppe Random House entdeckt zu werden“, verspricht die aktuelle Pressemitteilung – Lektoren würden „Neuerscheinungen prüfen“, um „potenzielle neue Autoren zu entdecken“. Auch für das obere Mittelfeld kann sich die Veröffentlichung via TWENTYSIX lohnen, denn vielversprechende Self-Publisher können von einer Jury aus Lektoren und Marketing-Experten beider Partner für „exklusive Verlagsservices“ nominiert werden. Solche kostenlosen Angebote können „Autoren-Coachings, die Produktion von Buchtrailern oder weitere Werbemaßnahmen umfassen“.

Zwischen Verlag & Self-Publishing

Mit solchen Talentscout- und Qualitätsfilterelementen bewegt sich TWENTYSIX ähnlich wie das Droemer/Knaur-Startup neobooks oder Amazon Publishing ganz bewusst in der Grauzone zwischen traditionellem Verlag und neuen, unabhängigen Formen des Publizierens: „Twentysix ist das ideale Angebot für Autoren, die sich auch im Self-Publishing eine Anbindung an einen Verlag wünschen“, umschreibt BoD-Geschäftsführer Gerd Robertz die erhoffte Zielgruppe.

Angebot ähnelt dem von BoD

Mit „26|Basic“ (E-Book-only, Null Euro), „26|Plus“ (39 Euro) und „26|Premium“ (199 Euro) stehen Autoren bei TWENTYSIX drei Angebote zur Auswahl, um ihr Buch als E-Book und in gedruckter Form zu veröffentlichen – wobei der Leistungsumfang größtenteils den bisherigen BoD-Paketen gleicht, die von BoD E-Book (Null Euro) über BoD Classic (19 Euro) bis zu BoD Comfort (249 Euro) reichen. Nicht mit enthalten ist beim alten BoD-Modell aber das Coverdesign, das man bisher für 99 Euro hinzubuchen musste, auch ist TWENTYSIX spendabler bei gedruckten Freiexemplaren.

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Der Leser als Reader: „tolino books“ bringt ausgewählte Self-Publishing-Titel gedruckt in Buchhandlungen

tolino-books-startetAusgewählte Titel von Indie-Autoren auch gedruckt in die Buchhandlung bringen – das versprach Tolino Media schon beim Start der Selfpublishing-Plattform im Frühjahr. Seitdem ist einiges passiert: das Tolino-Team hat 30 bereits als E-Book veröffentlichte Texte in eine Longlist aufgenommen, aus der Buchhändler von Thalia, Hugendubel, Weltbild sowie Sortimenter und Einkäufer eine Shortlist von zehn Selfpublishing-Romanen erstellten, darunter „Kalter Zwilling“ (Catherine Shepherd), „Der 1. Mann“ (Nika Lubitsch) und „Tödliche Saat“ (Elke Bergsma).

„Self-Publishing mit hoher Qualität“

Diese Tolino-Top 10 kommt nun ab Mitte November als Sonderpräsentation unter dem Label tolino books in den Buchhandel vor Ort. „Wir gehen damit einen neuen Weg, weil wir überzeugt sind, dass im Selfpublishing Bücher mit hoher Qualität entstehen“, so Jördis Schulz, Director tolino Publishing bei tolino media. Man glaube daran, dass diese Titel „eine interessierte Leserschaft auch im stationären Handel erreichen können“.

tolino media übernimmt Lektorat & Cover-Design

Ganz dem Zufall überlassen möchte man die Sache aber wohl nicht – ähnlich wie bei vergleichbaren Programmen von Amazon wurde noch einmal ein Menge Arbeit in Layout von Cover und Text gesteckt: man habe „mit Lektoren und Grafikern zusammengearbeitet“, um Printversionen zu erstellen, die sowohl Buchhändler wie auch Kunden überzeugen würden.

Regelmäßige Reihe, produziert von einem Verlag

In Zukunft solle aus dem Pilotprojekt eine regelmäßige Reihe werden: „Es braucht nur eine entsprechende Organisation. Daher würden wir das Projekt gerne mit einem Verlag weiterführen“, so Schulz weiter. Die zehn Auftakt-Titel der tolino Books kann man schon auf der Frankfurter Buchmesse in die Hand nehmen – am tolino media-Stand (Halle 3.0, J35) werden am 17.10. auch viele der Autoren präsent sein.

Die ersten zehn tolino Books:

  1. Kalter Zwilling (Catherine Shepherd)
  2. Der 1. Mann (Nika Lubitsch)
  3. Tödliche Saat (Elke Bergsma)
  4. Sylter Wolken (Sarah Mundt)
  5. Hot Dogs zum Frühstück (Elke Becker)
  6. Snow Angel (Izabelle Jardin)
  7. I‘m dreaming of You (Claire O´Donoghue)
  8. Flammenherz (Petra Röder)
  9. Sturmfänger (Jasmin Romana Welsch)
  10. Die Rückkehr des Sandmanns (Markus Ridder)

bookmundo-intro

Nix Tolino, Bookmundo: Mayersche launcht eigenes Self-Publishing-Portal

bookmundoEin Indie-Softlaunch aus NRW macht langsam im Web die Runde. Vor einigen Tagen hat die Mayersche Buchhandlung mit „Bookmundo“ ihr eigenes Self-Publishing-Portal gestartet. Damit geht die umsatzmäßig bedeutende, offline aber nur regional verankerte Buchhandelskette mal wieder ganz eigene Wege. Denn auch im E-Reader-Geschäft bevorzugt die Mayersche den dritten Weg, genauer gesagt Pocketbook. Die anderen großen Player (Thalia, Weltbild, Hugendubel) setzen ja bekanntlich voll auf Tolino, auch beim Self-Publishing.

Leider nur recht niedrige Margen

Bookmundo ermöglicht die Distribution von E-Books wie auch Print-On-Demand, die Margen sind jedoch (siehe Preisrechner) niedriger als bei der Konkurrenz: ein E-Book für 3,99 Euro erzielt zwischen 1,15 Euro (Kobo) und 1,51 (Buchhandelsplattformen), ein Taschenbuch mit 200 Seiten im Format A5 erzielt 1,02. Nur bei der exklusiven Distribution über die Mayersche gibt’s etwas mehr, nämlich 1,45 Euro. In diesem Fall muss man auch die ISBN nicht bezahlen, ansonsten werden jeweils 12,75 Euro Gebühr fällig.

White-Label-Shop via mybestseller

Was wohl auch damit zutun hat, dass die Mayersche das Rad in punkto Self-Publishing nicht selbst neu erfinden wollte, sondern auf ein White-Label-Shopsystem gesetzt hat: Laut Impressum steckt nämlich das niederländische Unternehmen mybestseller hinter diesem Angebot. Und der kassiert natürlich auch für jede Veröffentlichung eine Provision. Für Autoren zwischen Wuppertal und Teutoburger Wald, die sich vor allem regional via Mayersche.de vermarkten wollen, könnte es aber durchaus lohnenswert sein…

(via selfpublisherbibel.de)