Indie-Autor-Preis 2017: 100.000 Zeichen Herzschmerz für Leipzig gesucht

indie-autor-preis-2017Ein neues Jahr, ein neuer Indie-Autor-Preis — und mit neuem Schwerpunkt: gesucht werden diesmal E-Books von AutorInnen, die rund um das Genre Romance bzw. Unterhaltung kreisen. Wer an dem von neobooks und der Leipziger Buchmesse veranstalteten Literatur-Wettbewerb teilnehmen möchte, hat noch bis 31.01. Zeit, mindestens 100.000 Zeichen Herzschmerz im epub-Format einzureichen. Dafür winken dann 3.000 Euro Preisgeld, ein Verlagsvertrag bei feelings – emotional ebooks, sowie viel Publicity u.a. bei Lesungen im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht.

Letztes Jahr stand Fantasy im Fokus

Schon zum zweiten Mal steht damit eins der populären Genres im Vordergrund, die zum Erfolg der Self-Publishing-Literatur maßgeblich beigetragen haben — im letzten Jahr war dieses Indie-Autor-Preis-Konzept erstmals im Zeichen der Fantasy getestet worden, in Kooperation mit dem Fantasy-Literaturpreis SERAPH. Zur Gewinnerin des Jahres erkor man 2016 Hannah Kuhlmann mit „Nachtschatten“.

neobooks-Community wählt Publikumsliebling

Wer dieses Jahr gewinnen möchte, muss sein Buch zuvor auf der zu Droemer-Knaur gehörenden Self-Publishing-Plattform neobooks veröffentlichen (siehe Teilnahmebedingungen). Auch diesmal wird die neobooks-Community aus der von der offiziellen Indie-Preis-Jury bestimmten Shortlist einen „Publikumsliebling“ wählen (letztes Jahr war das Marie Graßhoff mit „Kernstaub“).

Verlags-Profis bestimmen Preisträger

Erstmals bestimmt in diesem Jahr eine „Expertenjury aus renommierten Verlagsvertretern“ aus den Häusern Droemer-Knaur, Ullstein und Holtzbrinck den Preisträger/die Preisträgerin. Mit Isabella Muhr sitzt aber immerhin auch noch eine Verlags- und Indie-Autorin („Blumenzauber“-Serie) im Auswahlgremium. Die Preisverleihung findet am 25. März auf der Leipziger Buchmesse statt.

Nach Monsenstein & Vannerdat-Insolvenz: epubli übernimmt AutorInnen

monsenstein-zu-epubliSie gehörten zu den Pionieren der digitalen Indie-Verlagsszene in Deutschland — doch 17 Jahren nach der Gründung von „Monsenstein und Vannerdat“ war in diesem Herbst Schluss: das umtriebige Münsteraner Verlagshaus musste inklusive der Self-Publishing-Sparte „Ruckzuckbuch.de“ Insolvenz anmelden. An Halloween gab’s nun immerhin eine gute Nachricht für alle Monsenstein & Vannerdat-Kunden: sie finden ein neues Zuhause bei epubli, und das völlig unkompliziert.

Druckdaten werden zu epubli übertragen

„Sobald sich ein Autor für die Zusammenarbeit mit epubli entschieden hat, werden die Druckdatei, Cover- und Metadaten automatisch an epubli übermittelt und direkt über die Plattform publiziert“, heißt es in einer heute veröffentlichen Pressemitteilung von epubli. Zu den Vorteilen des epubli-Angebotes gehören u.a. kurze Kündigungsfristen (5 Tage) sowie die Anbindung an das Barsortiment (Umbreit, KNV etc.).

epubli gehört zu den „großen Drei“ in Sachen POD

Das Berliner Unternehmen epubli gehört neben BoD und Amazons Createspace zu den drei ganz großen Print-On-Demand-Anbietern in Deutschland — und firmiert seit der Fusion mit der E-Book-Community Neobooks unter dem Dach der neugegründeten neopubli-GmbH, diese wiederum ist eine Tochter des Holtzbrinck-Konzerns.

UPDATE 2.11.2016: Wie heute bekannt wurde, hat auch die Hochschul-Sparte von Monsenstein & Vannerdat einen Abnehmer gefunden — sie wird inklusive Mitarbeitern & Bestandskunden von readbox weitergeführt („readbox uni“).

US-Buchmarkt: Jedes zweite E-Book ist ein Herzschmerz-Roman, & meistens ein Indie-Titel

romance-anteil-buchmarkt-usaDass der E-Book-Markt von populären Genres beherrscht wird, ist ja fast schon eine Binsenweisheit. Wie stark aber alleine ein einziges Genre — nämlich „Romance“, also der gute alte Herzschmerz-Liebesroman — ein ganzes Geschäftsfeld prägt, überrascht dann doch. Der via Hugh Howeys „Author Earnings Report“ bekannte „Data Guy“ (übrigens wie Howey hauptberuflich als Autor unterwegs) legte auf dem jährlichen Treffen des US-Autorenverbandes „Romance Writers of America“ jetzt beeindruckende Zahlen vor: demnach ist mit 45 Prozent Anteil fast jedes zweite in den USA verkaufte E-Book der (freilich breitgefächerten) „Romance“-Kategorie zuzuordnen. Im Print-Sektor sind es dagegen (laut Nielsen) gerade mal 4 Prozent.

„Huge, but grossly under-reported“

Das bedeutet: 90 Prozent aller Herzschmerz-Titel werden digital vertrieben, und ein Großteil des Umsatzes geht an Indie-Autoren, die via Amazons KDP & insbesondere Kindle Unlimited veröffentlichen — denn bekanntlich beherrscht Amazon in den USA drei Viertel des E-Book-Marktes. Die Konzentration des Marktes auf Amazon und die Self-Publishing-Autoren wiederum führt zu einer statistischen Verzerrung — „Data Guy“ zufolge werden mehr auf diese Weise mehr als zwei Drittel der verkauften Herzschmerz-Titel von den traditionellen Branchenbarometern gar nicht erfasst. (O-Ton Data Guy: „Romance is huge, but grossly under-reported“).

Jeden Tag 300.000 Downloads

Und dabei handelt es sich nicht um Peanuts — jeden Tag werden bei Amazon.com mehr als 300.000 Romance-Schmöker heruntergeladen, mehr als 260 Millionen Dollar Tantiemen werden in diesem Bereich jedes Jahr an insgesamt 30.000 AutorInnen ausgeschüttet. Knapp 2.000 Autoren verdienen auf diese Weise zwischen 10.000 und 100.000 Dollar pro Jahr, etwa 400 Autoren erzielen sogar zwischen 250.000 und einer Million Dollar per annum.

Erfolgsfaktoren für Romance

Die Einnahmen verteilen sich nicht nur sehr ungleich über das Feld der Autoren, sondern auch sehr ungleich über die einzelnen Subgenres, je nachdem, was gerade trendet, aktuell etwa „New Adult & College“, „Romantic Comedy“, „Military“(!), „Sports“, etc. Wie erfolgreich ein Buch ist, hängt zudem von vielen weiteren Faktoren ab, neben Pricing auch Serialisierung, Veröffentlichungsrate oder Verleih-/Flatrateoption.

Wie stark ist Indie-Romance in Deutschland?

Die große Frage dürfte hier natürlich mal wieder sein: inwieweit lässt sich so etwas auf den deutschen E-Book-Markt übertragen? Wie stark liegen die offiziellen Branchenstatistiken daneben? Im Bereich Belletristik hatten E-Books auf Basis der vom Börsenverein bereitgestellten Informationen im Jahr 2015 einen Marktanteil von 13 Prozent — liegt der Anteil tatsächlich schon viel höher, wenn man den Romance-Schlupf berücksichtigt?

(via The Digital Reader/AuthorEarnings.com

3 x Wortwerke — Buchhandlung speziell für Self-Publisher & Indie-Verlage expandiert

wortwerke-bad-segebergWie bringt man gute Indie-Literatur aus dem Netz gedruckt in die Buchhandlungen? Für Amazon Print-On-Demand-Service Createspace ist das bisher die einzige echte Achillesferse — denn eine Vertriebsschiene in Richtung stationärer Handel gibt es nicht. Aber auch wenn Anbieter Print-On-Demand-Anbieter an das Barsortiment angeschlossen sind, heißt das ja noch lange nicht, dass tatsächlich Selfpublishing-Titel im Buchladen an der Ecke landen.

Bianca Bolduan & das Team von den „Wortwerken“ wollen das ändern — sie betreiben unter diesem Label in Norddeutschland mittlerweile drei Buchhandlungen, die sich laut Mission Statement „auf die Präsentation und den Verkauf von Büchern selbstverlegender Autoren und Kleinverlagen“ spezialisiert haben. Kooperationspartner ist der nahe Hamburg ansässige POD-Dienstleister & Amazon-Konkurrent Books On Demand (BoD).

In Bad Segeberg ging’s im Oktober 2015 los, im Mai 2016 folgte Husum, vor wenigen Tagen hat in Bremerhaven die neueste Wortwerke-Filiale eröffnet. Eine vierte soll bereits im Herbst in Jesteburg (Nordheide) aufmachen — laut Website will man die Wortwerke sogar zur „bundesweiten Plattform“ machen. Mittlerweile sind ca. 150 AutorInnen mit hunderten Titeln bei den Wortwerken gelistet.

Das Angebot vor Ort umfasst aber nicht nur Bücher, sondern auch Gastronomie, Lesungen und Workshops, außerdem gehören Ausstellungen bildender Künstler zum Programm. Über das Büchersortiment wie auch die einzelnen AutorInnen kann man sich auf der Wortwerke-Website orientieren, dort gibt’s auch Veranstaltungskalender für die einzelnen Filialen.

Self-Publisher übernimmt SP-Day: Bestseller-Autor Lutz Kreutzer organisiert Autorentagung 2017ff.

lutz-kreutzer-spday-2017Stabwechsel vom Self-Publishing-Dienstleister zum dienstleistenden Self-Publisher: Dreimal fand der deutsche Selfpublishing-Day schon statt, zuletzt im April 2016 in München, ab 2017 wird die Jahrestagung für unabhängige Autoren nun von Bestseller-Autor & Self-Publishing-Profi Lutz Kreutzer übernommen. Begründet wurde der SPDay von Andreas Hollender, der sich zukünftig auf die Arbeit in seinem Verlag neuDenken Media konzentrieren möchte.

„Indie-Autoren brauchen Vernetzung“

Schon frühzeitig setzte Hollender auf die Professionalisierung des Selbstverlegens – und organisierte 2014 erstmals den SPDay. „Ein Ein Self-Publisher muss ständig in Weiterbildung investieren, sowohl was das Schreiben aber auch was die gezielte Vermarktung angeht”, sagt Hollender. Hauptvoraussetzung für Erfolg von Indie-Autoren sei die Vernetzung mit anderen Self-Publishern, — dafür werde der SPDay unter der Ägide von Lutz Kreutzer auch weiterhin das ideale Forum bieten: „Lutz Kreutzer hat bislang an allen Veranstaltungen aktiv als Referent oder Workshop-Leiter teilgenommen und kennt alle Interna bestens.“

„Self-Publishing-Branche professionalisiert sich“

„Seit dem Beginn des Self-Publishing-Booms hat sich eine Menge getan“, meint auch Kreutzer. „Wir haben es immer mehr mit Profis zu tun, die Lektorat, Korrektorat und Covergestaltung von entsprechenden Agenturen durchführen lassen“. Der Self-Publishing-Day biete kommenden wie auch etablierten Autoren eine Art „Familientreffen“, wo sie unter sich seien.

Auch in Zukunft werden auf dem Self-Publishing-Day die Teilnehmer die Möglichkeit haben, die Spitzenreiter der Branche kennenzulernen — zu den bisherigen Stargästen gehörten Poppy J. Anderson, Hanni Münzer, Elke Bergsma und Matthias Matting. Lutz Kreutzer zählt auch dazu — mit seinen Thrillern und Krimis belegte er bereits Platz 1 im Kindle Shop. Parallel arbeitet er als Marketingexperte und Hochschul-Dozent.

Ticketverkauf für SPDay 2017 startet bald

Der nächste SP-Day wird am 10. Juni 2017 in Hamburg stattfinden — und wird wie auch bisher zuvor von E-Book-News als Medienpartner begleitet. Die Ticketverkäufe für den 4. Deutschen Self-Publishing-Day beginnen Anfang August 2016.

Fortgesetzte Verlagsaktivitäten bei Amazon & Tolino: M steht für Mord, Tolino Books stehen im Regal

m-steht-fuer-mordWas darf’s sein als Ferienlektüre? „Hundstage für Greetsiel“, den neuen Ostfriesland-Krimi von Dirk Trost, oder lieber „Sylter Wolken“, Inselgeschichten aus der Feder von Sarah Mundt? Vielleicht den Thriller „Die Fremde auf dem Eis“ von Bernadette Calonego, oder einen Pageturner wie „Tödliche Saat“ von Elke Bergsma? Eins haben all diese Titel gemeinsam: sie stammen von Self-Publishing-AutorInnen, die mittlerweile bei den Verlags-Sparten von Amazon bzw. der Tolino-Allianz unter Vertrag sind und von deren Vermarktungskompetenz wie auch blanker Reichweiten-Stärke profitieren.

M steht für Mord

Am Anfang stand bei der Verlagswerdung von Kindle & Co. ganz einfach „Amazon Publishing“. Inzwischen ist mit der „Edition M“ ein spezielles Imprint für deutschsprachige Krimis und Thriller gestartet (vergleichbar dem US-Modell, wo es bereits zahlreiche solcher Labels gibt), das neben Dirk Trost oder Bernadette Calonego derzeit insgesamt fünf Titel im Programm hat, die in den nächsten Monaten nach und nach erscheinen werden. Alle Titel werden zum Preis von 9,99 Euro auch als Taschenbuch erhältlich sein — allerdings nur im Amazon-Store.

Tolino Books stehen im Regal

Die Paperbacks aus der „Tolino Books“-Reihe dagegen sind ebenfalls zum Schwellenpreis von 9,99 Euro im gesamten Buchhandel erhältlich, bei großen stationären Ketten wie Thalia, Hugendubel, Osiander & Co. wurden die ersten zehn Titel — erschienen im Herbst 2015 — sogar in besonderer Form präsentiert. Nun wird die erfolgreich angeschobene Reihe fortgesetzt, Titel Nummer Elf soll Sarah Mundts Erzählband „Sylter Sterne“ sein, die Fortsetzung von „Sylter Wolken“. Über den Barsortimenter Libri, seit 2014 ebenfalls Mitglied der Tolino-Allianz, erhalten die Tolino Books weitere potentielle Reichweite.

Edition M

  • Je schwärzer die Nacht (Leonie Haubrich)
  • Hundstage für Greetsiel (Dirk Trost)
  • Jaspers letzter Flirt (Ulrike Busch)
  • Die Bühne des Sterbens (Hendrik Falkenberg)
  • Die Fremde auf dem Eis (Bernadette Calonego)

Die ersten zehn tolino Books

  • Kalter Zwilling (Catherine Shepherd)
  • Der 1. Mann (Nika Lubitsch)
  • Tödliche Saat (Elke Bergsma)
  • Sylter Wolken (Sarah Mundt)
  • Hot Dogs zum Frühstück (Elke Becker)
  • Snow Angel (Izabelle Jardin)
  • I‘m dreaming of You (Claire O´Donoghue)
  • Flammenherz (Petra Röder)
  • Sturmfänger (Jasmin Romana Welsch)
  • Die Rückkehr des Sandmanns (Markus Ridder)

Wondermags – Self-Publishing- & Monetarisierungs-Portal für E-Mags

wondermags-self-publishing-plattform„Create. Publish. Ka-Ching“. Mit dieser einfachen Formel will das Wondermags-Team um Stojan Rudan und Sascha Brandhorst die „Regeln des Digital Publishing ändern“. Genauer gesagt: Self-Publisher sollen jetzt auch mit E-Magazines Geld verdienen können. Also mit Content, der bisher entweder frei im Web verfügbar war, etwa in Form von Blogs, oder bereits als Buch oder E-Book verwertet wurde. Vorteil der wondermags-Variante: die via Online-Editor erstellten E-Magazine funktionieren direkt im Browser, lassen sich also auf allen Desktops und Mobilgeräten problemlos darstellen. Aber auch eine spezielle Wondermags-App für iOS ist in Vorbereitung.

„Wondermags kann man nicht ausdrucken“

Natürlich gibt es schon verschiedene E-Mag-Plattformen wie z.B. Issuu — vom PDF-Mainstream wollen sich die Wondermags-Macher aber deutlich absetzen: „wondermags leben von der Vielfalt der digitalen Darstellungsmöglichkeiten. Es sind Videos, Audio-Dateien, interaktive Maps, Checklisten und weitere Features, die das ‚wonder‘ in die ‚mags‘ bringen“, heißt es auf dem Portal. Deswegen gilt auch: Wondermags lassen sich nicht ausdrucken. Eins haben die Wondermags auf jeden Fall mit anderen E-Mags auf iPad & Co. gemeinsam — sie leben stark von den Bilderstrecken.

Autoren erhalten 50 Prozent des Nettopreises

Das Bezahlsystem soll ab Juli 2016 online sein. Wieviel ein Magazin dann kostet – oder ob die Leser überhaupt zahlen sollen – bestimmen die Autoren der Wondermags selbst. Wird ein Wondermag gekauft, erhält der Autor 50 Prozent des Nettoverkaufspreises. Weitere Einnahmen generiert Wondermags über portalweite Werbeeinblendungen, deren Erlöse ebenfalls mit den Publishern geteilt werden. Nicht zuletzt haben die Autoren die Möglichkeit, eigene Werbebanner, Affiliatelinks u.ä. einzubinden. Um überhaupt Autor zu werden, muss man sich allerdings erstmal bei der Wondermags-Redaktion „bewerben“.

Neues Provisionsmodell für Self-Publisher: Tolino Media will E-Book-Preise über 2,99 Euro drücken

tolino-media-neues-provisionsmodellKnapp ein Jahr ist Tolino Media online — und für die Self-Publishing-Plattform der Tolino-Allianz ist nun offenbar der Zeitpunkt erreicht, um die Konditionen für Indie-AutorInnen auf eine solidere Grundlage zu stellen. Das heißt: die attraktiven 70 Prozent Tantieme gibt’s ab 1. Juli nur noch, wenn der Endkundenpreis eines E-Books mindestens 2,99 Euro beträgt. Wer die Lektüre günstiger anbieten möchte, muss sich zukünftig mit 40 Prozent begnügen. Zum Vergleich: bei Amazons Self-Publishing-Plattform KDP gibt’s unter 2,99 Euro Verkaufspreis 35 Prozent Tantiemen.

„Wir haben uns diesen Schritt lange überlegt, aber die anfallenden Kosten der Buchhändler, wie zum Beispiel die Downloadkosten und die Paymentgebühren für den Verkauf von eBooks, sind unterhalb der 2,99-Euro-Grenze leider so hoch, dass wir da nicht länger drauf zahlen können“, so Jördis B. Schulz von Tolino Media. Anders als z.B. Amazon berechnet Tolino Media den AutorInnen keine Übertragungskosten.

Außerdem, so Schulz weiter, wolle man mit den neuen AGB die Autoren dazu anregen, „mutiger in ihrer Preisgestaltung zu sein und über die 2,99-EUR-Grenze zu gehen“. Eine Rechnung, die so natürlich nicht aufgehen muss, denn mit höherem Pricing sinkt die Zahl der verkauften E-Books überproportional, wie Marktanalysen von Smashwords oder Hugh Howeys „Author Earnings Report“ zeigen. Wer als Self-Publisher E-Books so teuer anbietet wie Verlage, zerstört sich also sein Geschäftsmodell. Die meisten bei Tolino Media aktiven AutorInnen dürften deswegen wohl den neuen Schwellenpreis von 2,99 Euro anpeilen.

Verlag essen Selfpublishing auf, neue Folge: Macmillan schluckt Pronoun (Ex-Vook)

pronoun-von-macmillan-geschlucktKaum ein echtes Start-Up kommt ohne „Pivots“ aus, also mehr oder weniger heftige Kurswechsel, um den Wind der Investoren im Nacken zu behalten. Das gilt auch für Vook (aus: „Video“ plus „E-Book“), einen Pionier im Bereich E-Publishing und Enhanced E-Books: 2015 wurde aus Vook die Self-Publishing-Plattform Pronoun, zuvor hatte Vook noch drei andere Start-Ups namens booklr, Byliner sowie Coliloquy geschluckt.

Pronoun-Team macht weiter

Nun wurde Pronoun selbst geschluckt, und zwar von Macmillan (Holtzbrinck Verlagsgruppe). Also ein weiterer Fall von „Verlag essen Self-Publishing auf“. Oder auch nicht (ganz). Denn die 20 Mitarbeiter und Chef & Gründer Josh Brody arbeiten weiter, sie ziehen lediglich um ins Macmillan-Headquarter im New Yorker Flatiron Building. Auch der Name Pronoun und die Plattform als separates Angebot bleibt erhalten, wie Publishers Weekly berichtet.

Know-How in Sachen E-Book-Marketing

Damit kann Macmillan jetzt nicht nur das Self-Publishing-Portal als Talentschuppen für zukünftige Bestseller-Autoren nutzen, sondern bekommt auch eine große Portion Know-How in Sachen E-Book-Marketing frei Haus geliefert, von der ausführlichen Kauf- und Nutzungsdaten-Analyse (siehe booklr) bis hin zum Thema Reader Engagement & Choose-Your-Own-Adventure (siehe Coliloquy).

Neue Services für Indie-Autoren

Das Angebotspektrum von Pronoun wird zugleich weiterentwickelt: neben dem normalen, kostenlosen Self-Publishing, das erhalten bleibt, sollen verschiedene kostenpflichtige Varianten mit ergänzenden Dienstleistungen für Autoren hinzukommen.

(via buchreport & publishersweekly)

Quick Guide: So vermarkten Self-Publisher ihre E-Books via Facebook, Twitter & Instagram

marketing-tipps-fuer-self-publisher-soziale-netzwerkeAm 9. April 2016 fand in München der 3. Self Publishing Day statt — Selbstverleger, Einsteiger sowie Noch-Nicht-Autoren erlebten dort zahlreiche Workshops und Vortragsthemen rund um Self-Publishing, E-Book Marketing und PR-Strategien. Mit dabei als Sponsor & Aussteller war auch der Self-Publishing-Dienstleister Feiyr. Für all diejenigen, die beim #SPDay2016 nicht dabei sein konnten, haben Marleen Olschewski und Maike Hall, bei Feiyr für den Bereich E-Books, Hörbücher und Hörspiele zuständig, einen Quick-Guide zur E-Book-Vermarktung auf Facebook, Twitter und Instagram geschrieben.

Soziale Netzwerke: Unverzichtbar bei der E-Book-Vermarktung

Self Publishing ist für Autoren, die unabhängig von einem Verlag Ihre Bücher genau nach Ihren Wünschen und Vorstellungen veröffentlichen möchten, eine sehr gute Option. Auch wenn man sich noch keinen „großen Namen“ gemacht hat, werden die eigenen eBooks auf allen großen Plattformen angeboten. Soziale Netzwerke bieten den Autoren dabei optimale Möglichkeiten, mit ihren Lesern zu interagieren und die Werbetrommel für sich zu rühren. Die Reichweite ist sehr groß und auch potenzielle Leser, die sonst gar nicht auf das eBook gestoßen wären, können erreicht werden.

FACEBOOK

Unter www.facebook.com/pages/create.php kann jeder Autor eine Fanseite für sein eigenes eBook einrichten. Auf Deiner Fanseite können Preisaktionen und Gewinnspiele verbreitet sowie Fotos und Videos geteilt werden, und vieles mehr. Man sollte mindestens dreimal pro Woche posten und versuchen, mit Fans zu engagieren, indem man ihre Kommentare antwortet und „Likes“ verteilt. Diesbezüglich verfügt Feiyr über zwei Facebook Seiten, „Feiyr-books“ und „Your eBook Promo“: Auf den Seiten werden regelmäßig Infos rund um eBooks, Hörbücher und Hörspiele veröffentlicht und bereits veröffentlichte eBooks beworben. Kunden können ihr eigenes Posting buchen und somit mehr Reichweite für ihr eBook generieren und potentielle Leser erreichen.

TWITTER

Unter den gängigen Social Media Kanälen ist Twitter das beste Kommunikations-Medium: Über Twitter kann man neue Leser gewinnen und die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Wie kann man Twitter richtig nutzen? Nach der Anmeldung sollten Einsteiger sofort twitternden Autoren und berühmten Persönlichkeiten folgen, die ihnen auch zurückfolgen könnten. Man sollte mindestens einmal am Tag twittern: Das kostet sicher nicht so viel Zeit, weil ein Tweet maximal 140 Zeichen groß sein kann. Es ist wichtig, mit seinen eigenen Followern zu interagieren, z.B. indem man Beiträge liket und re-tweetet. Schließlich kann man auch seine eigenen Beiträge twittern: Das können entweder Kurztexte sein aber auch Verweise auf längere Texte. So entspinnt sich eine Diskussion, der auch andere Twitterer beitreten, die so auf den Namen eines Autors stoßen. Hier kann ein Autor seine Meinung äußern und zeigen, dass er Fantasie hat.

INSTAGRAM

Ein Tool, das viele Autoren und Selfpublisher gerne mögen und das sich positiv auf ihre Verkäufe auswirkt ist die Foto-App Instagram. Wenn ein Autor sein eBook auf Instagram vermarkten will, sollte er nicht vergessen, schöne und aussagekräftige Bilder zu posten, die die Story seines eBooks erzählen bzw. sein Werk so besonders machen. Die Instagram-App ermöglicht es auch, Fotos aufzuhellen, zuzuschneiden und mit Filtern zu bearbeiten, bis sie perfekt sind. Man kann aber auch spezielle Fotobearbeitungs-Apps verwenden, um die eigenen Bilder perfekt zu machen. Autoren sollten ihre Werke auf jeden Fall mit den richtigen Keywords ausstatten, um ihre Auffindbarkeit zu verbessern. Mit Followern interagieren, Kommentare beantworten und Bilder anderer User zu liken ist auch extrem wichtig. Man sollte regelmäßig posten (einmal pro Tag reicht völlig) und last but not least lässt sich Instagram auch zu Promo-Zwecken nutzen, wie z.B. Werbeaktionen.