Apple im Visier: Zeitungsverleger fordern freien Zugang zu iPad & Co.

Die Zeitungsverlage sind sauer auf Apple – denn Content auf das iPad zu bringen, wird für sie immer schwieriger. Wollen sie in Zukunft ihre elektronische Zeitschriften und Zeitungen als Apps auf Apples Tablet verkaufen, müssen sie nämlich einzelne Ausgaben bzw. Abos über iTunes abrechnen – und 30 Prozent Provision an den Gatekeeper zahlen. Auch die Weitergabe der Abonnenten-Daten an die Verlage ist auf diesem Wege nicht mehr gewährleistet, Abonnenten wird nämlich eine „Opt-Out“-Lösung angeboten. Der Verband der europäischen Zeitungsverleger (ENPA) hat nun einen Appell an die „Technologieunternehmen“ gerichtet, allen voran natürlich Apple. Darin wird zum einen festgestellt:

Zeitungsverleger sollten frei wählen können, auf welche Weise ihre Kunden bezahlen, und sie sollten auch das Preisniveau für ihre Inhalte selbst bestimmen können.

Außerdem betonen die Zeitungsverleger, dass sie den direkten Kontakt zum Kunden brauchen:

Das Geschäftsmodell von Zeitungen ist davon abhängig, dass die Verleger und Herausgeber ihre Leser kennen. Diese enge Verbindung zwischen ihnen muss unbedingt aufrecht erhalten werden.

See you later, Aggregator: Rivva ist tot, es lebe die Blogosphäre

rivva-ist-totRivva ist down, Rivva ist tot, R.I.P. Rivva: Wieder gilt es Abschied nehmen von einem Aggregator-Service. Diesmal ist es noch trauriger als beim Commentarist – denn die von Frank Westphal bereits 2007 gestartete Website war so etwas wie der heilige Gral der deutschen Blogosphere. Oder besser gesagt: ein Live-Monitor, an dem sich das tägliche Weben und Streben von Alpha, Beta und Gammelbloggern quasi in Echtzeit verfolgen ließ. Ausgeklügelte Algorithmen hoben die aktuellsten und am meisten verlinkten – also populärsten – Stories auf den Schild, sprich auf die Startseite. Schnell bildete sich ein Rattenschwanz an Erwähnungen, Kommentaren und Social-Media-Reaktionen im freien Web. Thematisch verwandte Postings wurden auf Rubriken-Seiten gruppiert. Wer sich orientieren wollte, was gerade angesagt war, schaute bei Rivva vorbei, und manche konnten gar nicht mehr wegschauen. Nicht umsonst warnte Westphal: „Rivva macht süchtig“. Rivva war eine digitale Designerdroge, aber zugleich nicht nur kalte Technik. Aggregatoren programmieren können viele – aber mit seiner speziellen Kombination aus „Maschinenintelligenz plus menschlichem Bauchgefühl“ eroberte Westphal die Herzen der Blogosphere im Sturm.

Monetarisieren liess sich das Projekt leider nicht

Zum menschlichen Faktor gehörte im Kern auch die handverlesene Auswahl der Referenzblogs, die wiederum für die Nominierung von weiteren Mitgliedern des „Zitierkartells“ verantwortlich zeichneten. 

Rivva war in aller Munde, Rivva war eine Autorität, aber mit Rivva reich werden, das fiel aus. Monetarisieren ließ sich das Projekt nämlich nicht, zumindest nicht in ausreichendem Maße. Und auch die Blogosphere veränderte sich, Westphal registrierte eine sinkende gegenseitige Verlinkung, und auch eine thematische Verflachung. Ein Problem, mit dem auch viele Social Bookmarking-Dienste zu kämpfen haben: irgenwann besteht fast alles aus Links auf SPOL & Co. Denn Aggregatoren sind die großen Nachrichtenportale auch – sie aggregieren die Aufmerksamkeit der großen Mehrheit. 2009 dachte Westphal dann schon mal daran den Stecker zu ziehen, feilte dann aber schließlich lieber weiter an den Algorithmen.

„War schön dich zu programmieren – mach’s gut, alter Freund“

Doch nun ist endgültig Schluss. Die Startseite sieht aus wie ein Grabstein: Rivva 2007-2011 steht da. Und als erster Kommentar vom Meister selbst:
 „War schön dich zu programmieren, Rivva, auch wenn du blöder Bot häufiger eine Schraube locker hattest. Machs gut, alter Freund.“ Die Seite war aber so gut, dass man eigentlich nicht sagen möchte: Ruhe in Frieden. Sondern eher: Stehe auf und wandle! Vielleicht überzeugen den Rivva-Macher die zahlreichen Kommentare, die zum Weitermachen aufrufen. Viele Rivva-Freunde sind offenbar auch bereit zu spenden. Rivva plus Crowdfunding? Wäre wohl eine Idee, die in die Zeit passte. Einen Trost gibt es aber: in den nächsten Tagen geht „Newsgrape“ online. Vielleicht schaffen es ja die Erfinder des „Youtubes für Texte“, mit ihrer Plattform den Traum von Westphal zu verwirklichen – die „lernende Zeitung, eine Frank-Schirrmacher-Maschine, die umso besser wird, je länger man sie benutzt.“

Spendenaktion gelungen: Perlentaucher sammelt 22.000 Euro in zwei Wochen

perlentaucher-crowdfunding„Wir hatten in den dunklen Wald gepfiffen, und gottlob schallte es zurück! Die Reaktion auf unseren Unterstützungsaufruf war überwältigend“, freuen sich die Macher des Perlentauchers. Vor zwei Wochen hatte das größte Kultur- und Büchermagazin im deutschsprachigen Web seine Leser um Spenden gebeten, denn die Anzeigenerlöse reichten zur Finanzierung nicht mehr aus (E-Book-News berichtete). Nun sind in knapp zwei Wochen ansehnliche 22.000 Euro zusammengekommen, teilte die Redaktion mit – die Aktion habe gezeigt, dass der Perlentaucher von seinen Lesern gewollt und mitgetragen werde. Bei der Spendenaktion setzte man auf Crowdfunding nach alter Schule, auf Webservices wie Flattr oder Kachingle wurde dabei verzichtet. Dafür gab es die Möglichkeit, via PayPal, Lastschrift oder Direktüberweisung einen Obolus zu entrichten. Für die überwiegend der Generation Ü-40 angehörende Zielgruppe des Perlentauchers war das aber offenbar genau richtig. Spenden können wird man auch weiterhin. Die Redaktion hofft aber, dass der Perlentaucher zukünftig auch „am Markt existieren kann“, also überwiegend werbefinanziert.

Der Leser als Location-Scout: Warum gibt’s auf dem Kindle keine Seitenzahlen?

kindle-location-statt-seitenzahlWer seine E-Books auf Amazons Kindle liest, kommt sich ein bisschen vor wie beim Bibel-Studium, oder wie bei Caesars Bellum Gallicum – denn es gibt keine Seitenzahlen, sondern nur sogenannten „Locations“, wobei es sich um fest nummerierte Textstellen handelt. Die Locations sollen dem Kindle-Nutzer die Orientierung erleichtern, denn sie bleiben immer gleich, egal wie stark der Text gezoomt wird.

Seit dem Kindle 1 gibt’s bei Amazon nur „Locations“

Tatsächlich machen vorgegebene Seitenzahlen auch bei E-Readern keinen Sinn mehr, denn je nach Schriftgröße passt eben mehr oder weniger Text auf das Display. Sobald der Leser die Zoom-Einstellung ändert, verändet sich also auch die Seitenzahl. Vielen Lesern mag das egal sein, für die Perfektionisten bei Amazon war das offenbar nicht akzeptabel. So kam es schon beim Kindle 1 zu der Lösung mit den Locations – doch wirklich befriedigen ist es offenbar für die Kindle-Gemeinde auch nicht, wenn am Fuß der Seite „Location 8233-8261“ steht.

Befürworter der Locations sind in der Minderheit

In vielen Kindle-Foren wird das Thema heiß diskutiert, wobei die Befürworter der technokratischen Lösung eher in der Minderheit zu sein scheinen. Das liegt wohl auch an der etwas spleenigen Locations-Zählweise – auf eine normale Textseite kommen etwa 10 bis 20 dieser fest markierten Textstellen, so dass man sich grundsätzlich immer zwischen irgendwelchen drei, vier, oder fünfstelligen Locations befindet. Für viele ist es auch kaum zu verstehen, dass normale Seitenzahlen auf dem Nook von Barnes&Noble selbstverständlich sind, während Amazon sie nicht einmal als Option zulässt. Eins ist wohl klar: Falls sie die traditionelle Paginierung den Kindle-Nutzern doch noch einmal beschert werden sollte, dann bestimmt als revolutionäres neues Feature…

(via cnet)

Werden E-Books teurer? Libreka lässt Verlagen mehr Spielraum nach oben

e-book-pricing-librekaElektronische Lektüre könnte demnächst etwas teurer werden: Libreka will Verlagen in Zukunft nämlich mehr Spielraum beim E-Book-Pricing lassen. Als Distributeur beliefert die E-Book-Plattform des deutschen Buchhandels Online-Händler, aber auch Anbieter von E-Readern, die ihre Kunden direkt mit elektronischem Lesestoff versorgen wollen. Zu den großen Abnehmern gehören u.a. der deutsche iBooks-Store von Apple oder Pocketbook. Bisher war bei der Preisgestaltung im Vergleich zum Print ein Abschlag von mindestens 25 Prozent erforderlich. Wie buchreport berichtet, soll es in Zukunft eine dreifache Staffelung geben: kostet die Printfassung weniger als 10 Euro, gibt es keine Vorgabe zum E-Book-Pricing, zwischen 10 und 28 Euro dürfen sich die Verlage bis auf 90 Prozent des Print-Preises heranpirschen, bei Büchern über 28 Euro gibt es wiederum keine Festlegung. Offenbar sollen mit dieser neuen Regelung auch Verlage ins digitale Boot geholt werden, die bisher keine oder nur wenige Titel in elektronischer Form veröffentlichen. Wie weit der Spielraum wirklich ausgenutzt weden kann, ist allerdings fraglich. Wichtigste Wachstumsbremse des E-Book-Marktes in Deutschland bleiben neben einer immer noch vergleichsweise geringen Auswahl die deutlich überhöhten Preise. Zuletzt hatte eine Studie von Pricewaterhouse-Cooper gezeigt, was man den Kunden hierzulande zumuten kann: kostet die gedruckte Ausgabe eines Buches 10 Euro, wollen 80% der Befragten für die elektronische Fassung nicht mehr als 6 Euro ausgeben.

Weltweites Netz: Internetbevölkerung wächst auf mehr als 2 Milliarden

itu-mobile-internetnutzung-weltweit-5-milliarden5,3 Milliarden Menschen telefonieren bereits mobil, 2 Milliarden Menschen surfen bereits im Internet, die meisten davon drahtlos: Es sind beeindruckende Zahlen, mit denen die Telekommunikations-Agentur der Vereinten Nationen (ITU) aufwarten kann. Rein rechnerisch kann man momentan mehr als neunzig Prozent der Weltbevölkerung auf dem Handy erreichen. Vor allem in Verbindung mit dem Smartphone-Boom dürfte diese Entwicklung auch Auswirkungen auf das elektronische Lesen haben – immer mehr Menschen können auf ihren Mobilgeräten E-Books downloaden und lesen. Cloudbasierte Modelle wie etwa Google eBooks machen zudem elektronische Lektüre im Browser verfügbar. Was das mobile Surfen betrifft, ist der digitale Graben allerdings noch spürbar. Erst eine Milliarde Menschen haben bereits Zugang zu einer Übertragungrate auf UMTS (bzw. 3G-)Niveau. Über eine Breitband-Kabelverbindung gehen gerade mal 500 Millionen Menschen ins Netz, vor allem in den Industrieländern. Die Entwicklungsländer haben dafür hohe Wachstumsraten beim Mobilfunk – drei Viertel der Handys weltweit werden mittlerweile in aufstrebenden Regionen Asiens und Südamerikas betrieben. China ist mit einer Internet-Population von 400 Millionen überhaupt zum wichtigsten Land für das World Wide Web geworden.

Google eBooks: aktuelle Top-10-Bestseller für Belletristik/Sachbuch

google-e-books-bestseller-liste Auf der „Digital Book World“ in Houston trifft sich eine Branche mit rosigen Aussichten – was man an Beiträgen wie etwa „12 Gründe warum das Verlagswesen eine aufregende Zukunft hat“ sehen kann. Wie gut bereits die Gegenwart läuft, zeigen die ersten Wochen von Googles cloudbasiertem E-Store, der vor allem auf die mobile Lektüre im Browser setzt. Google-Manager Abe Murry stellte auf der DBW die aktuelle Bestseller-Liste für Google eBooks vor – in den USA ist Googles E-Store bereits seit Dezember online. So sieht sie aus (Sachbuch & Belletristik):

  • The Girl with the Dragon Tatoo (Stieg Larsson)
  • Decision Points (G.W. Bush)
  • The Girl who Kicked the Hornets‘ Nest (Stieg Larsson)
  • The Confession (John Grisham)
  • Unbroken: A World War II History (Laura Hillenbrand)
  • The Girl Who Played with Fire (Stieg Larsson)
  • The Lost Symbol (Dan Brown)
  • Autobiography of Mark Twain (Smith / Griffin / Fisher Hgg.)
  • The 4 Hour Body (Timothy Ferriss)
  • Cross Fire (James Patterson)

Nicht ganz zufällig mit dabei: Dauerbrenner Stieg Larsson (wie üblich die komplette Trilogie), der über Weihnachten ja auch die Bestseller-Liste von USA-Today eroberte – zum ersten Mal waren überhaupt so viele E-Books unter den Top 20. An die Spitze kam aber auch Dan Browns letzter Verschwörungs-Thriller, plus eine Menge weiterer Whodunnits. Überhaupt enthält die Google eBooks-Bestsellerliste nur drei Sachbücher, neben der apologetischen Bekenntnisschrift von Ex-Präsident G.W. Bush geht’s dabei um den Zweiten Weltkrieg und um Timothy Ferriss‘ „Uncommon Guide to Rapid Fat-Loss, Incredible Sex, and Becoming Superhuman“.

Abe Murry zufolge lesen Google eBook-Nutzer ihre E-Books auf 85 verschiedenen E-Reader-Modellen (wobei hier wohl zahlreiche Smartphone-Typen mitgezählt wurden) und das auch meistens online im Browser. Was zur wohl nicht von der Hand zu weisenden Erkenntnis führte: “If you allow people to read anywhere, people will read just about anywhere.”

Bild: Pixelio/Danyba

Vorfahrt für iBooks: E-Book-Apps für iPad & iPhone bald vor dem Aus?

apple-in-app-shopping-e-book-appsApple nutzt seine Gatekeeper-Funktion auf iPad & iPhone immer stärker aus – das bekommen nun auch Anbieter von E-Book-Apps zu spüren. Bisher gab es eine Alternative zum sogenannten In-App-Shopping, bei dem 30 Prozent des Umsatzes an Apple fließen – Anbieter wie Amazon oder Barnes&Noble konnten Käufer auf ihre Website weiterleiten. Ganz ähnlich lief es auch für die Zeitungsleser, die ein Digi-Abo kaufen wollten. Das war für die Nutzer zwar nicht so attraktiv wie In-App-Shopping, dafür musste keine Provision an Apple gezahlt werden. Doch damit ist wohl bald Schluss…

Von iTunes lernen heißt siegen lernen

Apple, so scheint es, macht keine halben Sachen. Kaum zehn Jahre nach dem Start von iPod plus iTunes beherrscht das Unternehmen zwei Drittel des digitalen Musikmarktes der USA. Mit der Kombination von iPad plus iBooks versucht Apple nun, den Markt für E-Books aufzurollen. Als das Unternehmen Mitte 2010 parallel zur Tablet-Premiere mit iBooks seine eigene E-Buchhandlung an den Start brachte, erwarteten viele Branchen-Insider schon das sofortige Ende unabhängiger E-Book-Apps. Zunächst einmal passierte allerdings genau das Gegenteil: mit Kindle-App, B&N-App und Kobo-App war plötzlich die gesamte Konkurrenz auf dem iPad präsent. Auch in Deutschland gibt es mit iPad-Apps wie etwa textunes gut gemachte Alternativen zu iBooks.

Ab 1.Juli 2011 gibt’s nur noch In-App-Shopping

Viele dieser Apps leiten den Kunden zum Kaufen von E-Books ganz einfach auf ihre Website um – doch diese Lücke im System wird nun sich schließen: Im Herbst 2010 wurde den Geschäftspartnern angekündigt, man werde neue Apps nur noch zulassen, wenn sie sich komplett auf In-App-Shopping beschränken. Für bereits existierende Anwendungen gibt es eine Übergangsfrist: “To ensure your app remains on the App Store, please submit an update that uses the In App Purchase API for purchasing content, by June 30, 2011″, teilte Apple den Anbietern mit. Mit anderen Worten: ab 1. Juli muss die Konkurrenz 30 Prozent ihrer In-App-Umsätze mit Apple teilen, oder ganz auf die Nutzung des App Stores verzichten. Vielleicht ja zugunsten des frei zugänglichen Android-Marketplace – denn mit einer wachsenden Zahl von Android-Tablets & Smartphones dürfte für Content-Anbieter auch die Attraktivität des mobilen Google-Betriebssystems zunehmen.

(via teleread.org & mondaynote)

US-Studie: Je durchlässiger die Paywall, desto weniger Zeitungs-Leser springen ab

paywall-online-zeitungen-paid-contentWenn Zeitungen ihre Online-Inhalte hinter Paywalls verstecken, geht das auf Kosten der Reichweite. Diese Erfahrung machte zumindest große Blätter wie das Wall Street Journal oder die Londoner Times. Der New York Times steht dies mit der Einführung ihres „metered access“-Modells in diesem Jahr möglicherweise noch bevor – jedoch nicht zwangsläufig. Neue Ergebnisse aus den USA scheinen diese Gesetzmäßigkeit der negativen Paywall-Bilanzen zu relativieren. Laut Journalism Online kommt es nämlich darauf an, wie durchlässig die Paywall ist.

„Paywalls are a nonevent for 95 percent of the people“

Der Auswertung von Erfahrungen zufolge, die zwei Dutzend kleinere und mittlere US-Zeitungen gemacht haben, kann man mit flexiblen Bezahl-Modellen die Leserverluste bzw. Rückgang von Seitenaufrufen auf etwa zehn bis zwanzig Prozent begrenzen. „If you set this meter conservatively which we urge people to do, it’s a nonevent for 85, 90, 95 percent of the people who come to your Web site“ so Steve Brill von Journalism Online gegenüber der New York Times. Die meisten der untersuchten Zeitungen würden zwischen fünf und zwanzig kostenlose Zugriffe pro Monat zulassen und ihre Digi-Abos für Preise zwischen 3,95 und 10,95 Dollars anbieten.

„Keine Zeitung kann sich allein mit Anzeigen finanzieren“

Mit anderen Worten: kassiert wird ausgerechnet bei den treuen Lesern – so lange die nicht im wahrsten Sinne des Wortes die Seite(n) wechseln. Bei Journalism Online gehört der Glaube an Paid Content ungeachtet dieses Dilemmas zum Prinzip, unter anderem betreibt das Unternehmen die Plattform press+, eine Art digitalen Kiosk, der Lesern mit einem Passwort den Zugang zu möglichst vielen kostenpflichtigen Seiten ermöglichen soll. Zur zentralen Firmenphilosophie gehört Steve Brills Postulat, dass auch zukünftig keine Online-Zeitung sich allein durch Anzeigenerlöse finanzieren kann. Zahlen müssen bald wohl auch regelmäßige New York Times-Leser, doch mehr als 20 Dollar pro Monat zu kassieren, traut sich auch die „Graue Lady“ nicht.

Neues Ausleih-Forum für E-Books wendet sich an Kindle- & Nook-Nutzer

ebooklendinglibrary
E-Books ausleihen kommt so langsam richtig in Mode. Seitdem Barnes&Noble wie auch Amazon ihren E-Readern ein Ausleih-Feature verpasst haben, beginnt sich die Nutzer-Community zu organisieren, und auch erste Startup-Unternehmer treten auf den Plan. Nach verschiedenen Ansätzen via Facebook-Feed oder über eine automatisierte Austausch-Plattform (kindlelendingclub.com) gibt’s jetzt schon wieder einen neuen Ansatz: die Ebook-Lending-Library ist in Form eines Forums organisiert. In den einzelnen Forenbeiträgen kann man E-Books anbieten oder ausleihen – doch es gibt gewisse Regeln. „Loan“ und „Belohnung“ sind ja sonst eher „false friends“, hier hängt beides mal eng zusammen. Für das Verleihen werden „ebookdollars“ vergeben, die man dann bei der Ausleihe wieder einlösen kann. Doch auch andere Aktiväten im Forum wie etwa das Schreiben von E-Book-Besprechungen werden virtuell vergütet. Für Forums-Mitgründer Evan Murdock ist das Motiv dabei klar:

„Damit bleibt die Sache fair, niemand kann die Seite mißbrauchen, indem er nur ausleiht aber nichts verleiht. Unser Ziel ist die Schaffung einer nützlichen Community für alle, die sich für die E-Book-Leihe interessieren.“

Die Modalitäten kann man selbst bestimmen – die Verleiher geben jeweils an, wieviele Ebook-Dollars bzw. Cents sie für die Ausleihe eines E-Books haben möchten. Zugleich ist die ebook-lending-library übrigens auch ein ganz normales Diskussionforum zu Kindle- und Nook-spezifischen Themen. Die Nutzung des Lending-Features bei Kindle-E-Books steht grundsätzlich auch Lesern außerhalb der USA offen – zumindest, was das Ausleihen betrifft. Allerdings muss der Rechteinhaber den Verleih in das betreffende Land erlaubt haben.