Kontrollverlust als Chance – Krautpublishing trifft „What The Fuck You Want“ – Lizenz

Eigentlich bin ich ja schon in den Weihnachtsferien – aber ein Tweet von Leander Wattig hat mich doch noch mal aus der einstweiligen Winterstarre gerissen: „Kennst Du schon das Buchprojekt von @mspro inkl. Rekord-Funding und neuer UrhG-Lizenz?“. Und darum ging’s dabei: Michael Seemann alias @mspro sammelt auf Startnext gerade Vorbestellungen für sein Buch „Das neue Spiel. Nach dem Kontrollverlust“, und hat in zwei, drei Tagen schon mehr als 10.000 Euro eingeworben. Was wohl auch am Thema liegt: Schon seit einiger Zeit bloggt der Journalist & studierte Kulturwissenschaftler auf crtl+verlust über den „Kontrollverlust, der sowohl tradierte Vertriebskanäle von Inhalteproduzenten, als auch unser Verständnis von ‚informationeller Selbstbestimmung‘ erschüttert“.

Wo man früher vielleicht erstmal an Amazon gedacht hätte, drängt sich jetzt natürlich auch gleich der nachrichtendienstlich-industrielle Komplex auf, erst recht, wenn man den zentralen Claim des Buchprojektes liest: „Daten, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt, finden Wege, die nicht vorgesehen waren und sagen Dinge aus, auf die wir nie gekommen wären“. Einen Vorgeschmack auf das, was den Leser im Buch erwartet, findet man in einem SPEX-Artikel von Michael Seemann („Das neue Spiel – Prism vs. Kontrollverlust“), außerdem gibt’s auf ctrl-verlust.net auch schon 10 Thesen zum „Neuen Spiel“.

Besonders konsequent: mit dem via Startnext gesammelten Geld wird vor allem eine halbjährige Schreibphase und die Print-Produktion finanziert, die E-Book-Version dagegen wird frei zugänglich sein, und zwar unter einer „extra entwickelten, sehr freien Lizenz, die es den Lesern erlaubt, fast alles damit zu tun.“ Deswegen heißt sie auch WTFPDL-Lizenz, ausgeschrieben „Do WHAT THE FUCK You Want to PUBLIC DIGITAL LICENSE“. Mit der digitalen Version kann man also machen, was man will, alle analogen (Print-)Rechte dagegen bleiben beim Autor. „Ich glaube, dass das Digitale und das Analoge in Hinsicht auf Informationen zwei komplett unterschiedliche Welten sind. Die WTFPDL berücksichtigt diese Unterschiede und teilt die Rechte für jede der Welten optimal zu“, so Seemann.

Für die Print-Version sind dabei zwei Alternativen vorgesehen- entweder erscheint sie als Self-Publishing-Version, oder via Verlag. Interessierten Verlegern macht Seemann es denkbar einfach: Via Startnext können sie mit einer Spende von 5.000 Euro die exklusiven Printrechte an „Neues Spiel erwerben“. Das dürfte sich wohl lohnen – schließlich ist eine frei verfügbare E-Book-Version die perfekteste Marketing-Methode, die man sich vorstellen kann. Man muss nur lernen, die Daten endlich mal loszulassen…

150 Prozent: „Drachenväter“ wird zum Krautpublishing-Erfolg

Die „Drachenväter“ haben den nächsten Level erreicht – auf Startnext sammelte das Krautpublishing-Projekt zur Geschichte des klassischen Rollenspiels (E-Book-News berichtete) schon fast 15.000 Euro ein, das Minimum lag bei 10.000 Euro. Neben direkten Spenden wurde das Buch selbst fast 300 mal vorbestellt (in der Version Print sowie Print plus E-Book). Damit haben es die Drachenväter-Väter Tom Hillenbrand und Konrad Lischka im Bereich Literatur in die Top 3 von Deutschlands größter Krautfunding-Plattform geschafft.

Bisher waren nur zwei Publikations-Projekte auf Startnext noch erfolgreicher: das „Sushi-Buch“ von Jens Nink erreichte vor kurzem 15.400 Euro, der Bildband „Alltagstourist“ von Eva Jung (E-Book-News berichtete) sogar 25.000 Euro. Die bisherige Top 3 war mit knapp 14.000 Euro Dirk von Gehlens Projekt „Eine neue Version ist verfügbar“ (E-Book-News berichtete) – das dem Thema E-Publishing und Digitalkultur gewidmete Buch setzte allerdings einen schwer einholbaren Geschwindigkeitsrekord, denn schon nach fünf Tagen waren ursprünglich anvisierten 5.000 Euro im Kasten.

In allen hier genannten Fällen wird mit dem gekrautfundeten Geld vor allem die Produktion der Printversion finanziert – immer mehr Self-Publisher nutzen diesen cleveren Weg, um das Investionsrisiko zu minimieren und ihr Buch schon vor dem Erscheinen zu vermarkten. Alleine auf Startnext wurden auf diese Weise in den letzten zwei, drei Jahren schon mehr als 50 Buchprojekte realisiert. Kommt deutlich mehr als die geplante Spendensumme zustande, kann auch mehr investiert werden – eins der „Stretchgoals“ bei den Drachenvätern ist z.B. eine verbesserte Ausstattung: ein Lesebändchen sowie Blindprägung (versenkter Titel) auf dem Cover.

Abb.: Screenshot

Von Self-Publishern für Self-Publisher: „Indie-Guide to Indie-Publishing“

Wer ist der perfekte Autor für einen Ratgeber zum Thema Self-Publishing? Natürlich ein erfahrener Self-Publisher. Wie finanziert man so ein Projekt am besten? Natürlich mit Crowdpublishing, sprich: via Pre-Order. Insofern machen Amy Leigh Strickland & ihr Team aus KoAutorinnen & Designer schon mal alles richtig – denn für ihren geplanten „Indie Guide to Indie-Publishing“ können alle auf eigene Erfahrungen mit selbst verlegten Büchern zurückgreifen, inklusive erfolgreichen Crowdfunding-Kampagnen. Co-Autorin Blake Northcott etwa darf sich mit dem Titel „Most-funded fiction project on Kickstarter 2013“ schmücken. So war es wohl auch logisch, den Guide über genau diese Plattform zu vermarkten.

Als Belohnung winkt „Twitter-Signal-Boost“

Die einzelnen Kapitel sollen durch den gesamten Produktionsprozess vom Überarbeiten und Layouten des Manuskriptes über Cover-Design bis zu Vermarktung & Promotion über Social Media etc. führen. Behandelt wird neben E-Books und Print auch die Hörbuch-Produktion. Was die Vermarktungsfähigkeiten der Indie-Guide-MacherInnen angeht, erfährt man im Rahmen des Kickstarter-Projekts schon eine ganze Menge – die Auflistung der Goodies für Unterstützer ist beachtlich: mit dabei sind etwa „Twitter-Signal-Boosts“ für eigene Projekte, Design-Service für Buch-Cover, Professionelles inhaltliches Lektorat („Creative Critique“), aber auch E-Book-Bundles mit einer Auswahl aktueller Titel der beteiligten AutorInnen.

Print-Version produziert via Createspace

Wer nur am Guide selbst interessiert ist, kann ihn für 5 Dollar (E-Book) bzw. 25 (Print-Version plus Digital) vorbestellen – vorraussichtlicher Erscheinungstermin ist April 2014. Die gedruckte Version wird bei Amazons POD-Service Createspace produziert, für die USA wohl auf jeden Fall die beste Wahl, denn dort werden die Createspace-Titel ja optional auch über den Buchhandel ausgeliefert. Nicht zufällig haben auch Guy Kawasaki und Shawn Welch ihren Bestseller „APE – How to Publish a Book“ auf diesem Weg veröffentlicht. Weiterer Vorteil: So kann das anvisierte Kampagnen-Budget von 6.500 Dollar komplett für die Bezahlung der AutorInnen genutzt werden.

Spenden als dritte Säule: taz-zahl-ich-Kampagne zahlt sich aus

Gute Nachrichten aus dem Krautpublishing-Sektor meldet in diesen Tagen die taz: immer mehr LeserInnen spenden auf regelmäßiger Basis für taz.de, das Online-Angebot der alternativen Tageszeitung. Im Monat September kamen insgesamt knapp 10.000 Euro zusammen. Nicht schlecht im Vergleich zu 25.000 Euro Erlösen durch Online-Werbung. „Rechnet mensch das auf ein Kalenderjahr hoch, wird deutlich, dass taz-zahl-ich neben den Anzeigenerlösen und den Umsätzen in den neuen Geschäftsfeldern die dritte Einkommenssäule im Internet ist“, freut sich Aline Lüllmann auf dem taz-Hausblog. Angefangen hatte das freiwillige Bezahlmodell der taz mal mit Flattr-Buttons – die bringen mittlerweile jedoch nur noch einen kleinen Teil des Spendenaufkommens (im September knapp 750 Euro).

taz investiert in Vermarktung von Digi-Abos

Die taz insgesamt schreibt derweil jedoch rote Zahlen – was nicht nur an sinkenden Verkaufszahlen der Printausgabe liegt, sondern auch daran, dass in der Dutschkestraße verstärkt in die Vermarktung von Digi-Abos investiert wird. So stecken die tazzler satte 700.000 Euro in die Subventionierung des Google-Tablets Nexus 7 als Abo-Prämie – 3.500 Geräte stehen jetzt als Incentive zur Verfügung, gebündelt mit einem reinen Digi-Abo etwa gibt’s den Flachrechner für eine Zuzahlung von 99 Euro. Weitaus teurer als die Online-Aktivitäten sind natürlich Druck und Vertrieb der Papierausgabe: mit Neun Millionen Euro pro Jahr wird etwa ein Drittel des Gesamtbudgets dafür ausgegeben, dass die traditionelle taz am Kiosk und im Briefkasten liegt.

Würde jeder Dritte spenden, gäb’s die taz günstiger

Für die AbonnentInnen ist das nicht billig – sie zahlen regulär fast 40 Euro pro Monat für diesen Service, während das reine Digi-Abo schon ab 12 Euro zu haben ist. Theoretisch ginge es sogar weitaus günstiger – taz-Redakteur Sebastian Heiser hat kürzlich eine interessante Rechnung aufgemacht: würde nur etwa jeder Dritte (genauer gesagt 30 Prozent) von monatlich 1,24 Millionen Besuchern auf taz.de einen monatlichen Betrag von 3,64 Euro spenden, könnt man damit die gesamten Produktionskosten des taz-Contents bezahlen. Exklusive Druck und Vertrieb. Aber inklusive der Zeilengelder für die Autoren, sollte man vielleicht in Zeiten von HuffPo & Co. noch hinzufügen. Gar nicht so teuer, oder?

Wenn Gutenberg würfelt: „Drachenväter“, ein Krautpublishing-Projekt zur Geschichte der Rollenspiele

Auf der Frankfurter Buchmesse hält die Branche regelmäßig Ausschau nach dem literarischen Geschäftsmodell der Zukunft. Doch die Bücherstapel in den Messehallen scheinen den Blick nach vorn zu blockieren – auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Quo vadis E-Book“ etwa reichte die Fantasie der anwesenden Fachmänner gerade mal für die Kombination von E-Book und Hörbuch, schon bei dem Wort „FanFiction“ standen plötzlich große Fragezeichen im Raum. Was wäre wohl passiert, wenn man noch „GTA“ oder „WoW“ in die Debatte geworfen hätte? Einen E-Reader besitzt mittlerweile auch so mancher Buchmacher im mittleren Alter. Doch was ist mit der Playstation? Und was bedeutet das für die „Zukunftsfähigkeit“ der Book People?

Rollenspiel & die Geburt der virtuellen Welt

Ich habe mich bisher ja vor allem mit der Geschichte des E-Books auseinandergesetzt, um eine Ahnung zu bekommen, wohin die Reise gehen könnte. Doch gerade wenn es um Trend-Komplexe wie Gamification, Interaktivität oder komplexes Storytelling geht, lohnt sich genauso ein Blick zurück auf die Geschichte der klassischen Rollenspiele à la „Dungeons & Dragons“, wie ihn jetzt Konrad Lischka und Tom Hillenbrand mit ihrem Krautpublishing-Projekt „Drachenväter“ wagen, Untertitel: „Die Geschichte des Rollenspiels und die Geburt der virtuellen Welt“. Heute alltägliche Gaming-Konzepte wie Level, Erfahrungspunkte oder Lebensenergie führen zurück zu den ersten gedruckten „Roll-Playing-Game“-Anleitungen, die um 1974 in den USA auf den Markt kamen. Die eigentlichen Drachenväter hießen übrigens Gary Gygax und Dave Arneson. Fast parallel gab es auch die ersten Computerversionen wie dnd, die noch auf Großrechenanlagen an Universitäten gespielt wurden. Also genau dort, wo schon seit 1971 Michael Hart von „Project Gutenberg“ auch die ersten E-Texte eintippte und über das ARPANET in Umlauf brachten.

„Pen&Paper“-Games & Spielebücher

Doch erstmal fand die Spiele-Revolution vor allem analog statt: „Alles was danach kam, von “Bard’s Tale” bis “World of Warcraft”, hat seinen Ursprung in diesen Pen&Paper-Rollenspielen, die man mit Papier, Bleistift und Würfeln spielte“, schreiben Lischka und Hillenbrand. „Viele derer, die man heute als als Generation C64 oder als Nerds bezeichnet, saßen in den Siebzigern und Achtzigern mit Freunden um den Küchentisch und durchstreiften als Zwerge oder Elfen Verliese voller Monster“. Oder kämpften und blätterten sich, wie z.B. ich selbst, durch zahllose Stationen von Spielebüchern wie dem „Hexenmeister vom flammenden Berg“ von Ian Livingstone und Steve Jackson. Auf deren Seiten waren am unteren Rand zufällig verteilte Würfelaugen gedruckt, so dass man mit dem Buch selbst die notwendigen Zufallsentscheidungen treffen konnte. Wenn man so will, Hyperfiction avant la lettre…

Pre-Order-Kampagne via Startnext

Die beiden „Drachenväter“-Autoren aus dem SPIEGEL-Umfeld haben jahrelang recherchiert und mit Dutzenden Veteranen aus der Spieleszene gesprochen, neben Livingstone oder Jackson auch mit Werner Fuchs, Erfinder von “Das Schwarze Auge“, dem erfolgreichsten deutschen Rollenspiel. Herausgekommen ist dabei eine Kulturgeschichte des Rollenspiels, die von D&D bis „World of Warcraft“ reicht, und die 40jährige Entwicklung dieses Genres mit Reproduktionen alter Cover, Bildern von Conventions und Screenshots früher Computerspiele illustriert. Damit die großformatige Printversion wie geplant Anfang 2014 erscheinen kann, ist jetzt allerdings erstmal die Crowd gefragt – auf der Spendenplattform Startnext möchten Lischka und Hillenbrand im Rahmen einer Pre-Order-Kampagne mindestens 10.000 Euro einsammeln. Die Printversion der „Drachenväter“ gibt’s ab 35 Euro, Print & E-Book ab 45 Euro.

Abb.: Screenshot von dnd-Emulation, Quelle: Wikipedia

100 Fans für 100fans.de gesucht: erste Krautpublishing-Plattform nur für Bücher

Die digitale Aufmerksamkeits-Ökonomie glaubt an das Gesetz der großen Zahl. Bei Plattformen à la 10000flies.de kann man das sogar schon am Namen ablesen. Es geht jedoch auch etwas kleiner, wie man an Kevin Kellys berühmter These von den „1.000 true fans“ sehen kann – demnach reichen im Web-Zeitalter 1.000 engagierte Unterstützer aus, um ein Projekt zu verwirklichen. Die Krautpublishing-Plattform 100fans.de sieht es noch ein bisschen sportlicher: auf dem von der Münchner Verlagsgruppe ins Leben gerufenen Portal reichen nämlich 100 Vorbestellungen aus, um ein Buch zu produzieren und in den Handel zu bringen. Kommen 1000 Vorbestellungen zusammen, wird ein Titel sogar in das offizielle Verlagsprogramm aufgenommen. Mit Self-Publishing hat 100fans.de allerdings nichts zu tun – hier wird stattdessen auf clevere Weise klassische Verlagstätigkeit mit einem Pre-Order-Modell verknüpft, um vorab herausfinden zu können, bei welchen Titeln sich das Verlegen lohnen könnte. Die Konditionen für die Autoren sind insofern auch nicht mit Self-Publishing-Portalen zu vergleichen – einerseits gibt’s mit 25 Prozent für Print und 30 Prozent für E-Books deutlich weniger Umsatzbeteiligung, andererseits profitiert man von Verlagsdienstleistungen wie profesionellem Lektorat und Cover-Design.

Pricing an klassischer Verlagskalkulation orientiert

Nicht nur optisch, sondern auch vom Kampagnen-Ablauf her orientiert sich 100fans.de an Crowdfunding-Plattformen wie Startnext: es gibt festgelegte Laufzeiten, „Spendenbalken“, Pitch-Video und vor allem auch Incentives, in diesem Fall „Fan-Pakete“ genannt. Wer mehr gibt als nur den normalen Betrag für die E-Book- oder Printversion, wird so etwa in der Erstauflage namentlich erwähnt oder erhält eine „Wohnzimmer-Lesung“ des Autors. Das Pricing wiederum macht doch sehr den Eindruck klassischer Verlags-Kalkulation – bereits die E-Book-Preise der zur Zeit acht auf 100fans.de aktiven Krautpublishing-Kampagnen bewegen sich zwischen acht und zwanzig Euro, die Print-Preise liegen naturgemäß noch höher. Vielsagend ist auch die Beispiel-Rechnung in den FAQs (bezieht sich nur auf die Pre-Order-Phase): „Wenn Dein gedrucktes Buch 15,49 kostet, ist der Nettoerlös 14,41 Euro. Davon erhältst Du 3,60 Euro. Wenn die E-Book-Ausgabe 11,99 Euro kostet ist der Nettoerlös 9,71 Euro. Davon erhältst Du 2,43 Euro. Angenommen, 70 Fans haben in der Fundingphase ein gedrucktes Buch bestellt und 30 ein E-Book – dann bekommst Du nach der Funding-Phase 324,90 Euro.“

Lohnt sich Krautpublishing ohne Self-Publishing?

Für Direktvertrieb sind das – im Vergleich etwa zu Amazon Createspace bzw. KDP – dann doch ziemlich schlechte Konditionen. Immerhin sorgen hundert überzeugte Fans auf 100fans.de dann aber auch dafür, dass ein Buch in den Buchhandel gelangt, also potentiell eine größere Verbreitung finden kann als bei reiner Online-Vermarktung. Gleichzeitig können sich jedoch durch die im Buchhandel üblichen Rabatte von zumeist 40 bis 50 Prozent die Tantiemen weiter verringern. Ob sich die von 100fans.de angebotene Krautpublishing-Variante am Ende des Tages also wirklich auch für Autoren lohnt und nicht nur für die Münchner Verlagsgruppe, bleibt also mehr als fraglich. Zumal der Erfolg einer Spendenkampagne natürlich auch sehr stark von der Popularität der jeweiligen Plattform abhängt. Mal völlig abgesehen von der grundsätzlichen Frage Verlag oder Selbstverlag: Momentan ist es wohl für Autoren deutlich einfacher, tausend Fans auf Startnext oder Krautreporter zu finden, als hundert Fans auf 100fans.

Abb.: Screenshot