Kindle-Chart-Spirale: Wer den Self-Publishing-Boom verdrängt, wird selbst vom Markt gedrängt

Die Meldung auf Selfpublisherbibel.de ist nur kurz: „Die Amazon-Kindle-Top-10 komplett von Self Publishern belegt“. Die Konsequenzen könnten aber bedeutender sein, als man es auf den ersten Blick denkt. Nimmt man zu der benannten Tatsache hinzu, dass auch die Kindle-Top 100 von Self Publishern dominiert werden, sprechen wir hier über einen Millionenumsatz, der an den Verlagen und vor allem an Thalia, Weltbild & Co vorbeigeht, denn zahlreiche Self Publisher konzentrieren sich auf Amazon.

Nun mag mancher diese Zahlen lächelnd beiseite schieben und auf das viel größere Volumen des Gesamtmarkts verweisen, aber das ist gefährlich, denn es könnte eine Spirale in Gang kommen. Noch sind die Zahlenverhältnisse in den Kindle-Charts nur begrenzt bekannt, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert und Bewertungsseiten und Blogs vermehrt darauf achten. Stellen Sie sich einen E-Book-Reader Vergleich mit folgender Frage vor: Können Sie auf Reader xy alle Bestseller lesen? Und wenn dann bei dem einen Gerät „ja“ steht und dem anderen „nein“, wie viel zählt dann noch, ob der Bildschirm 5% heller ist, oder das Gerät eine Taste mehr besitzt? Die potenziellen Käufer sind ohnehin schon verunsichert wegen der Frage, ob der gewünschte Nicht-Amazon-Shop demnächst noch existiert.

Self Publisher zu ignorieren oder ihnen den Erfolg durch Eintrittshürden zu erschweren, könnte für manchen Marktteilnehmer zu einem schmerzhaften Erwachen führen. Vermutlich wird es dann aber für eine Änderung zu spät sein.