[Indie-Lounge] „Ich treffe mit meinen Gedanken den Nerv der Menschen“ – Kirsten Wendt im Interview

kirsten-wendt-interview-indie-loungeHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Kirsten Wendt.Die Bestseller-Autorin aus Niedersachsen liebt Glossen und Kurzgeschichten, schreibt aber auch Liebesromane und Psychothriller, letztere meistens unter Pseudonym. Unter ihrem richtigen Namen ist Kirsten dagegen vor allem bekannt als Sachbuchautorin, die über Migräne und Übergewicht berichtet – und ihren Lesern zeigt, wie man beides los wird. Das tut sie in seltener Offenheit und schreckt dabei auch nicht vor Vorher-nachher-Fotos zurück.


„Auf das Top-Ranking bin ich gar nicht stolz“


Klaus Seibel: Kirsten, Menschen lieben Medaillenspiegel, Bundesligatabellen, Bestsellerlisten. Was war bisher dein bestes Ranking? Worauf bist du besonders stolz?

Kirsten Wendt: Mit meinem besten Ranking kann ich nur für mich alleine angeben, weil es sich dabei um ein geheimes Pseudonym handelt. Mit diesem Titel stand ich lange in den Top 10 der Amazon Kindle Charts. Darauf bin ich aber nicht stolz; ich finde es einfach nur witzig. Ich mag den Gedanken, dass ich ohne Verlagsunterstützung genug Geld verdiene, obwohl ich trotzdem gerne bei bestimmten Buchprojekten einen großen Verlag im Rücken hätte. Stolz auf meine Leistung wäre ich erst, wenn ich wichtige Literaturpreise gewinnen würde. Auf solche Dinge stehe ich total.

Du schreibst Sachbücher über den Umgang mit Migräne und zu viel Gewicht. Wie bist du darauf gekommen?

Ich litt jahrzehntelang unter Migräne, die mein Leben stark beeinträchtigte. So ähnlich war es auch mit dem (Über-)Gewicht. Letzteres tut zwar nicht so weh wie Migräne, nervt aber trotzdem. Beide Themen gehören bei mir glücklicherweise der Vergangenheit an, betreffen aber viele Menschen. Darum habe ich darüber geschrieben. Und schön, dass ich diesen Talkshow-Klassiker gleich mal zu Beginn loswerden kann: Das steht alles in meinem neuen Buch!

kirsten-wendt-ich-kann-auch-schlank


„Die Low-Carb-Diät hat auch meine Migräne besiegt“


Wenn ich an einem Regal mit Frauenzeitschriften vorbeigehe, habe ich das Gefühl, es gibt jede Woche mindestens einhundert Diäten. Warum sollte jemand deine wählen?

Einen Diätratgeber im herkömmlichen Sinn habe ich nicht geschrieben. Vielmehr berichte ich in meinem ersten Dickerchenbuch, wie ich mit der Dukan-Diät innerhalb eines Dreivierteljahres 40 Kilo abgespeckt habe. Bei dieser Diät handelt es sich um eine Low-Carb-Variante, die speziell für starkes Übergewicht entwickelt wurde. Für mich war sie nicht nur wegen meiner Figurprobleme ein Segen, sondern ich verlor damit auch völlig unerwartet die Migräne.
Nach der Veröffentlichung von „Ich kann auch schlank“baten mich viele Leser um Informationen darüber, wie es mir weiterhin ergangen ist. Jeder Mensch im Kilokampf kennt den Jo-Jo-Effekt; darum wollten verständlicherweise alle wissen, ob ich mein neues Gewicht halten konnte. Davon berichte ich unter anderem in meinem neuen Buch „Nie mehr zu dick“.Inzwischen lebe ich nicht mehr streng nach Dukan, sondern bastle mir eine eigene Low-Carb-Welt zusammen, womit ich übrigens noch weiter abgenommen habe. Heute bin ich endlich zufrieden und bemühe mich, dass alles so bleibt, wie es ist. Trotzdem: Schlank zu bleiben, ist nicht immer toll und easy, sondern bedeutet auch den ständigen Konflikt mit dem inneren Schweinehund.
Nachmachen muss es mir niemand. Ich bin davon überzeugt, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um abzunehmen. Meine Methode ist eine davon, und über die berichte ich.

Du schreibst nicht distanziert oder wissenschaftlich über Diät und Migräne, sondern ehrlich und persönlich. Ist das dein Rezept, das deine Sachbücher erfolgreich gemacht hat? Was sagen deine Leserinnen dazu? Und – hast du auch Leser?

Der Identifikationsfaktor ist ein großer Pluspunkt. Ich scheine mit meinen persönlichen Berichterstattungen den Nerv vieler Menschen zu treffen, die mir erzählen, dass ihnen meine Gedanken im Buch wie ihre eigenen vorkommen. „Endlich sagt mal jemand, wie es wirklich ist.“ So klingen typische Leserinnenbriefe – aber auch die der männlichen Leser. Ich habe nämlich zwar überwiegend weibliche Leser, aber es gibt durchaus auch Männer.
Ob ich mit einer weniger ehrlichen Erzählweise genauso erfolgreich wäre, weiß ich nicht. Am liebsten wäre ich natürlich noch viel erfolgreicher, aber dafür müsste ich vermutlich besonders beim Diätthema lügen, dass sich die Balken biegen. Mich nerven durchtrainierte Promis, die mir weismachen wollen, dass es ein Klacks ist, schlank und sportlich zu sein. Darum habe ich mich für die edle Seite entschieden und riskiere mit den ungemütlichen Aspekten einer Diät den Verlust von Leserzahlen. Über Verdauungsprobleme und Selbstzweifel spricht man halt nicht so gerne. Ich auch nicht, aber es gehört nun mal dazu.


„Liebesromane schreiben macht gute Laune“


Was ist dir dabei besonders schwer und was besonders leicht gefallen?

Besonders schwer ist mir die Veröffentlichung von Vorher-nachher-Fotos gefallen. Ständig wurde ich danach gefragt; da musste ich jetzt mal Butter bei die Fische geben. Die Nachher-Bilder sind nicht das Problem, aber Vorher … Das stellt schon ein echtes Problem für mich dar. Leicht hingegen fällt mir die heitere Sichtweise. Ich mag es, wenn man einfach mal über etwas lachen kann. Mir ist es allerdings unheimlich wichtig, dass sich niemand verletzt fühlt. Insgesamt ist die Kernaussage des Buchs – nämlich dass es immer nur darum geht, sich selbst wohlzufühlen – trotz des humorvollen Grundtons eher ernst und vor allem ehrlich.

Neben Sachbüchern schreibst du auch Liebesromane. Ist das für dich die Entspannung von der „Sache“?

Liebesromane zu schreiben macht einfach gute Laune. Wenn ich mich dabei in meinen Hauptprotagonisten verlieben kann, ist alles in Butter. Nur dieses ewige Hin und Her zwischen den Liebenden stört mich entsetzlich. Ich neige zur überstürzten Erzählweise und muss mich beherrschen, dass die Herrschaften nicht zu schnell miteinander im Bett landen.

Was fällt dir leichter, die „Sache“ oder die „Liebe“?

Die „Sache“ fällt mir leichter. Ich glaube, ich bin ganz gut im Formulieren und Sätze feilen, während manch anderer vor Fantasien strotzt. Das ist bei mir leider nicht so. Mein fantastischer Horizont ist begrenzt, und ich muss oft scharf nachdenken, um mir Fallhöhen und Irrwege auszudenken.

Du bist seit Anfang 2012 freiberufliche Autorin. Was hast du vorher gemacht?

Ich war als Vertrieblerin im Innen- und Außendienst beschäftigt. Gelernt habe ich ursprünglich den Beruf der Rechtsanwaltsgehilfin, bin später ins Sekretariat gerutscht und erst dann Salesmanager geworden. Man kann aber auch einfach Verkäufer dazu sagen, ist nämlich das Gleiche.


„Der Austausch mit Autoren-Kollegen ist wichtig“


Du hast dir den Schritt in die Selbstständigkeit als Schriftstellerin gründlich überlegt. Was waren für dich die wichtigsten Erfahrungen auf diesem Weg?

Man weiß nie, was die Leser wollen – und was sie nicht wollen. Die Bücher, die mir selbst am besten gefallen und für die ich am härtesten gearbeitet habe, werden verschmäht. Und wenn ich denke: Diesen Mist liest kein Mensch, wird es gekauft. Leider habe ich die Formel noch nicht gefunden, auf Knopfdruck wahlweise Mist oder Qualität zu produzieren. Ich finde es schwierig, als selbstständiger Autor zu planen, denn dabei gerät der kreative Aspekt in den Hintergrund. Außerdem betrachte ich mich als Neuling. Mir fehlt noch die Routine, mit der ich andere Arbeiten durchgeführt habe. Da arbeite ich hart an mir.
Undenkbar wäre für mich, keinen Kontakt zu Kollegen zu haben. Dieser Austausch ist immens wichtig und besonders im Selfpublishing wertvoll. Die Erfahrungen mit Menschen, die ich fast ausnahmslos im Internet kennenlerne und erst zu einem späteren Zeitpunkt im realen Leben treffe, sind fast immer positiv. Eine der wichtigsten Erfahrungen ist somit das Vertrauen in andere Menschen und mich selbst.

Woran hast du erkannt, wann es der richtige Zeitpunkt war, diesen Schritt zu tun?

Das habe ich sofort gemerkt. Ich arbeite gerne zu den unmöglichsten Uhrzeiten, was in meinem alten Job nicht ging. Nachts, am Wochenende oder im Urlaub. Dafür bin ich jetzt als Privatperson und Mutter flexibler und muss mich nicht um Urlaubsanträge und Krankmeldungen kümmern. Ich liebe diese Flexibilität, obwohl ich als Selbstständige viel mehr arbeite als zu Angestelltenzeiten. Keinem Chef mehr unterstellt zu sein, habe ich von der ersten Sekunde an genossen.

Hand auf’s Herz: Würdest du ihn wieder gehen? Gab es auch Zeiten, in denen du diesen Schritt bereut hast?

Ich würde es immer wieder so machen, auch wenn man deutlich mehr Kompromisse eingehen muss, als ich es mir vorgestellt habe. Immer nur Herzensbücher zu schreiben, funktioniert bei mir leider nicht. Bereut habe ich den Schritt noch nie, weil es viele Wege gibt, die man beschreiten kann.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen:

Bleib offen für Kritik und Anregungen – aber sei trotzdem selbstbewusst genug, um deiner Linie treu zu bleiben. Klingt schlau, nicht? Ich wäre froh, wenn ich mich in puncto Selbstbewusstsein immer daran halten würde.
In deinem neuesten Buch „Nie mehr zu dick“ geht es wieder ums Gewicht.

Warum sollten die Leserinnen von „Ich kann auch schlank“ dieses neue Buch lesen?

In meinem neuen Buch geht es nicht nur ums Hier und Jetzt, sondern auch um Erlebnisse in Kindheit, Jugend und danach. Ich fühlte mich einfach immer zu dick, obwohl ich es früher gar nicht war. Vielen Frauen geht es ähnlich. Die ständige Angst, aus der Form zu geraten oder es bereits zu sein, kann einem dauerhaft die Laune verderben. Es kommen im Buch auch zwei nette Kolleginnen zu Wort. Wiebke Lorenz, die mit ihrem aktuellen Thriller „Bald ruhest du auch“ die Bestsellerlisten anführt, hat einen lesenswerten Artikel beigesteuert. Und Bettina Meiselbach, deren Blog „Happy Carb – Mein Low-Carb-Weg zum Glück“ im Netz Furore macht, schenkte mir ebenfalls ein schönes Kapitel und sensationelle Low-Carb-Rezepte. Es kommt selten bei meinen eigenen Büchern vor, aber ich mag „Nie mehr zu dick“ richtig gerne. Es ist ein gutes und rundes Buch geworden.

Was wird nach diesen Büchern kommen? Was ist dein nächstes Projekt?

Mein nächstes Projekt ist eine Serie mit dem Titel „Liebe rückwärts“. Der Liebesroman spielt in den Neunzigerjahren, und ich bringe mich mit Musik von Snap! und Kool & The Gang in die richtige Stimmung.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ach, da würde ich gerne Dinge sagen, die mir wirklich wichtig sind – dafür brauche ich weniger als 100 Worte: Seid nett und friedlich zueinander. Achtet auf euch, eure Kinder und die Umwelt. Und kauft bitte meine Bücher.

Kirsten, ganz herzlichen Dank für deine offenen und ehrlichen Antworten. Ich wünsche dir noch viele gute Ideen, mit denen du das Leben deiner Leserinnen und Leser bereichern kannst.

Wer mehr über Kirsten und ihre Bücher erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage kirstenwendt.de besuchen.

[Indie-Lounge] „Schaffe ein gutes Produkt, & hoffe dass es funktioniert“ – Annie Stone im Interview

Annie-Stone-Indie-Lounge-Interview-ArtikelHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Annie Stone. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat vor ihrer ersten Veröffentlichung nicht im Traum daran gedacht, dass jemand ihre Geschichte lesen würde. Dann hat sie der Erfolg ihrer Serie „She flies with her own wings“ regelrecht umgehauen. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres ersten Buchs hat sie kurzerhand ihre bisherige Karriere und den Job an den Nagel gehängt, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sehr mutig – doch 150.000 verkaufte E-Books, Rang Eins in Amazons Kindle Shop und eine besondere Platzierung beim Lovelybooks Award 2014 zeigen, dass die Entscheidung so falsch nicht war.


„Als ich fünf war, entstand meine erste Geschichte“


Klaus Seibel: Annie, dein allererstes Buch ist schon entstanden, bevor du schreiben konntest. Wie ist das möglich?

Annie Stone: Lesen und Schreiben sind die beiden Leidenschaften, die mir mein Vater mitgegeben hat. Schon von klein auf wurden meine Schwester und ich unterstützt, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Als ich fünf war, habe ich eine Geschichte erfunden, die meine Mutter für mich auf dem Computer abgetippt und ausgedruckt hat. Sie hat sie dann als kleines Buch binden lassen mit freien Seiten, auf denen ich noch Zeichnungen hinzugefügt habe. Die Geschichte hieß Alex & Alexandra, es ging um einen Seefahrer, der nach Hause kam und dort auf seine zukünftige Frau trifft. Das hätte schon immer mein Hinweis sein sollen, welche Art Geschichten ich schreiben kann.

Inzwischen hast du sehr viel veröffentlicht, allein sieben Bücher im letzten Jahr. Wie schaffst du das?

Die ersten fünf Bücher hatte ich schon fertig, bevor ich das erste veröffentlicht habe. Ich war ängstlich, ob ich überhaupt was veröffentlichen soll, daher habe ich erst mal geschrieben und geschrieben. Ich glaube, das war auch eine ganz gute Taktik, denn so konnte ich meine vierteilige Reihe in kurzen Abständen veröffentlichen und im Gespräch bleiben.

Gleichzeitig hast du noch einen Blogroman „Kiss the frog to get the prince“. Was darf man sich darunter vorstellen?

Das ist so eine Art Fortsetzungsroman, wie es sie früher in der Zeitung gab. Ich schreibe einmal in der Woche eine „Episode“ und poste sie auf meinem Blog. Jeden Donnerstag um 20 Uhr gibt es den neusten Teil. Ich schreibe zwischen 1000 und 2000 Wörter. Es ist eine Art Experiment für mich. Die Art und Weise, wie ich schreibe, ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich, weil ich mir vorher kaum Gedanken zur Story mache, sondern einfach alles passieren lasse. Die Arbeit am Blogroman zwingt mich dazu, mir vorher Gedanken zu machen, weil ich den Anfang nicht mehr ändern kann, wenn mir später was anderes einfällt.

annie-stone-she-flies-with-her-own-wings


„Englische Buch-Titel sind prägnanter“


Und dann gibt es auch noch ein Bad Boys Magazin. Was ist denn das und wozu ist das gut?

Als meine Reihe zu Ende war, habe ich jede Menge Zuschriften bekommen von Leser*innen, die darum gebeten haben, die Reihe fortzusetzen und zu erzählen, was mit meinen Protagonisten weiter passiert. Daher habe ich drei Bonuskapitel geschrieben, die ich kostenlos auf meinem Blog veröffentlicht habe. Für den dritten Teil (der zu Weihnachten herauskam) habe ich mir als besonderes Geschenk überlegt, dass ich ihn in Magazinform rausbringe. Es ist nicht nur das letzte Bonuskapitel enthalten, sondern auch ein Interview, Szenen aus Sicht der männlichen Protagonisten, Rezepte, die im Buch vorkamen von Laura Griese, einer Köchin aus Hannover, und ein Bericht zur Bareröffnung, die im Buch nicht mehr vorkommt, aber angedeutet wird.

Bei dir fällt auf, dass nicht nur dein Pseudonym englisch ist, sondern auch deine ganzen Buchtitel. Wie bist du darauf gekommen, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen?

Die Protagonistin meines ersten Buches, Emma, ist Autorin und hat ein Tattoo mit dem Spruch Writing her own story. Ich hätte es nicht passend gefunden, einen deutschen Spruch zu nehmen, weil die Geschichte in den USA spielt. Außerdem finde ich, dass Englisch manchmal prägnanter ist. Auf Deutsch hätte der Titel komisch geklungen: Ihre eigene Geschichte schreiben. Und dann hat Thea, die Protagonistin meiner Reihe, auch ein Tattoo She flies with her own wings. Ein bisschen unbeabsichtigt ergab sich da ein Muster. Daher habe ich die englischen Titel beibehalten.

Es ist nicht leicht, in die Top 100 aufzusteigen. Welche Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ich glaube, es sind drei Dinge. Erstens hat eine Facebookseite mit 30.000 Fans mein Buch empfohlen, zweitens ist das Thema meiner Serie kontrovers. Es geht um Polyamorie, um eine Frau und drei Männer. Ein Thema, das zu Diskussion anregt und die Leser*innen verleitet, sich ein eigenes Bild machen zu wollen, ist hilfreich. Drittens hilft es, auf sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Damit meine ich nicht, in jeder Gruppe sein Buch anzupreisen, sondern einfach nett zu sein, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.

Du hast es sogar bis auf Platz 1 bei Amazon geschafft. Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Im Grunde hat sich alles und nichts geändert. Ich habe schon relativ früh meinen Job gekündigt und mich dem Schreiben gewidmet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich zwei Wochen nach Erscheinen des zweiten Buches gekündigt, das war vier Wochen nach Veröffentlichung des ersten Buches. Seit Juni (mein erstes Buch ist Mitte März erschienen) bin ich Vollzeit als Autorin tätig. Positiv ist, dass ich jetzt nur noch das tue, was ich wirklich mag, ich kann mir meinen Tag einteilen, wie ich möchte. Negativ ist, dass ich alleine in meiner Wohnung sitze und es tausend Sachen gibt, die ich auch tun könnte. Fenster putzen oder Wäsche bügeln. Oder so. Manchmal fällt es schwer, sich selbst zu motivieren, aber so lange ich meine selbstgesteckten Deadlines einhalte, ist alles okay. Natürlich kann ich jetzt im Nachthemd arbeiten, was mir sehr entgegen kommt.
Was sich wirklich geändert hat, ist die Tatsache, dass ich endlich viel reisen kann, denn schreiben kann man überall. Das ist großartig!


„Auch negatives Feedback ist hilfreich für mich“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich würde mich nicht als besonders gute Autorin bezeichnen, aber was mir hilft, sind Anregungen von Leser*innen, vor allem negatives Feedback. Ich würde zwar nie eine schon veröffentlichte Geschichte ändern (abgesehen von Rechtschreibfehlern etc.), aber ich nehme Anregungen für kommende Romane auf. Ansonsten lese ich sehr viel und ich glaube, dass es jeder Autor*in nur gut tut, wenn sie sich Anregungen in „Best practice“-Beispielen sucht. Kurse und Co. habe ich bisher nicht besucht, aber im Grunde bin ich ja auch erst am Anfang meines Autorendaseins. Diese Möglichkeiten stehen mir ja immer noch offen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Tu alles dafür, dass du ein sehr gutes Produkt hast. Und dann spring und hoffe, dass es funktioniert. Ich denke, uns allen fehlt manchmal der Glaube an uns selbst, ob wir das erste Buch veröffentlichen oder das zehnte. Aber manchmal muss man mutig sein und seine Ängste überwinden.

Du arbeitest zusammen mit epubli. Kannst du uns kurz erklären, was epubli für dich tut und warum du dich für diese Zusammenarbeit entschieden hast.

Ich habe mich damals für epubli entschieden, weil sie für mich sowohl das beste Angebot hatten, als auch der Kontakt von Anfang an super war. Weil es sich ganz gut verkauft hat, hat sich epubli mit mir in Verbindung gesetzt, um gemeinsame Marketingmaßnahmen zu besprechen. Ich hab Leonie Langer und epubli in Berlin besucht, wir standen das ganze letzte Jahr in Kontakt, wenn ich Fragen habe, habe ich eine kompetente Ansprechpartnerin. Als erstes ist daraus ein Podiumsgespräch auf der Leipziger Buchmesse entstanden und in der Folge viele weitere Termine. Epubli hat mir Türen geöffnet, die für mich alleine immer geschlossen wären.


„Indie-Autoren müssen sich gegenseitig unterstützen“


Wenn du drei Wünsche frei hättest, was das Schreiben betrifft, was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass mich die Muse immer küsst, sodass ich auch die kommenden Jahre noch Ideen für Bücher habe und das Durchhaltevermögen, diese auch zu schreiben. Das war mein egoistischer Wunsch. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass wir Indie-Autoren es schaffen, unseren Ruf immer weiter zu verbessern, sodass uns der Buchmarkt nicht mehr belächelt, sondern ernstnimmt. Es sind gewiss schon erste Schritte gemacht, aber ich denke, da liegt noch ein langer Weg vor uns. Als drittes würde ich mir wünschen, dass wir einander stärker unterstützen, uns als Kolleg*innen sehen und nicht so sehr als Konkurrent*innen. Denn Bücher sind ja keine Autos. Eines reicht nicht für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde Writing her own story empfehlen. Mir liegt diese Geschichte besonders am Herzen, einfach weil es mein erstes Baby ist, aber ich glaube auch, dass sie ganz gut zeigt, was ich schreibe.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ende Mai startet meine neue Serie. Es werden jeweils in sich abgeschlossene Romane
über einen Freundeskreis sein. Der erste Teil handelt von Jace und Chrissa. Erste Einblicke gebe ich auf meinem Blog.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Oh, 100 Worte … Ich gehöre ja zu denjenigen, die immer zu viel schreiben. Meine Masterarbeit hatte beinahe doppelt so viele Seiten wie erlaubt, aber ich gebe mein Bestes: Ich danke euch. Viele von euch sind schon beinahe Freund*innen geworden, und das ist das Schönste, was passieren konnte. All die großartigen Menschen, die ich im letzten Jahr getroffen habe, sind das Beste, das mir durch das Schreiben passiert ist. Ich würde keinen von euch missen wollen. Meine Mutter hat immer gesagt, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Je mehr ich von mir preisgebe, desto mehr öffnet ihr euer Leben und eure Herzen für mich. Und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Danke für euer Vertrauen und danke, dass ihr mir ermöglicht, meinen Traum zu leben.
Na gut, 101 Worte ;-)

Annie, herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir auch, dass dich die Muse noch heftig küsst, und das ist sicher ein Wunsch, den jede Menge deiner Leser und Leserinnen teilen, denn dann kannst du ihnen noch viele Stunden entspannende Unterhaltung schenken.

Wer mehr über Annie wissen möchte, kann sie gerne auf ihrem Blog besuchen und dort eine Menge Interessantes zum Lesen entdecken: http://anniestoneblog.com/

[Indie-Lounge] „Ein guter Autor sollte nicht nur schreiben, sondern auch viel lesen“ – Béla Bolten im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Béla Bolten. Der erfolgreiche Krimi- und Thrillerautor aus Konstanz am Bodensee schrieb schon 1988 sein erstes Sachbuch, und das mit beeindruckendem Ergebnis: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde seiner Heimatstadt wurde in die Bibliothek der Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen. Seit 2012 veröffentlicht Béla neben Sachbüchern auch Krimis, die es alle in die Top 10 der Amazon Charts „Krimi und Thriller“ geschafft haben. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er unter seinem bürgerlichen Namen Matthias Brömmelhaus als Ghostwriter und Personal Historian.

Klaus Seibel: Béla, du wolltest Strandkorbvermieter auf Baltrum werden – und jetzt bist du Autor. Wie kommt sowas?

Béla Bolten: Der Berufswunsch Strandkorbvermieter entstand während der Familienurlaube an der Nordsee in den sechziger Jahren. Das waren starke Typen, die den größten Teil des Tages faul in der Sonne dösten und abends mit hübschen Mädels in schnittigen Autos über die Strandpromenade cruisten. Für welchen pubertierenden Jungen ist das kein Traum?
Für den Beruf des Autors entscheidet man sich nicht so einfach, da wächst man hinein. Ich habe mich lange überhaupt nicht getraut, mich als Autor vorzustellen, vom Schriftsteller gar nicht erst zu reden. Auf meiner Visitenkarte steht letzteres erst seit kurzer Zeit.

Du bist jetzt nicht nur Autor, sondern sehr erfolgreicher Autor. Alle deine Kriminalromane haben es in die TOP 10 der Amazon Bestsellerliste „Krimis und Thriller“ geschafft. Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, soweit oben in die Charts zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Irgendein kluger Mensch hat mal gesagt, dass jeder Erfolg auf drei Säulen fußt: Man braucht Talent, muss hart dafür arbeiten und ohne eine gehörige Portion Glück geht es auch nicht.
Ich bin sicher, dass es genau so ist, was aber heißt: Man kann nur einen einzigen Faktor beeinflussen, denn das Talent wird einem ohne Zutun in die Wiege gelegt und das Glück kann man nicht erzwingen. Bleibt die Arbeit. Alle professionell schreibenden Kolleginnen und Kollegen, die ich kenne, arbeiten im Schnitt 60 und mehr Stunden in der Woche. Für den Erfolg muss man sich schinden. Das klingt nicht besonders attraktiv, ich weiß, aber es ist die Wahrheit.


„Natürlich ist es ein Wagnis, ins Ungewisse zu springen“


Du hast im Alter von 45 Jahren deinen Beruf an den Nagel gehängt und bist hauptberuflich Schriftsteller geworden. War das ein großes Wagnis? Warst du aufgeregt?

Natürlich ist es ein Wagnis, einfach ins Ungewisse zu springen ohne Netz und doppelten Boden. Ich hatte das Gefühl, mein Berufsleben noch einmal grundsätzlich verändern zu müssen. Mit Mitte vierzig ist man gerade noch jung genug für einen radikalen Wechsel – vorausgesetzt, das persönliche Umfeld spielt mit. Zum Glück war das bei mir der Fall und es ging relativ schnell bergauf. Trotzdem ist es eine große Umstellung, auf einmal freiberuflich tätig zu sein und nicht mehr zu wissen, ob in einem Monat genug Geld hereinkommt, um die Miete zu bezahlen.

Bis zur Rente dauerte es da noch 20 Jahre. Hattest du keine Sorge, dass dir in dieser Zeit deine Ideen ausgehen? Wie kommst du auf deine Ideen? Was machst du, wenn du mal keine hast?

Selbstständig gemacht habe ich mich ja vor allem als Ghostwriter, da müssen andere Leute die Ideen haben, man selbst steuert im Prinzip nur das Schreibhandwerk bei. Aber auch jetzt, wo ich hauptsächlich vom Krimischreiben lebe, habe ich keine Angst, dass mir eines Tages die Geschichten ausgehen könnten. Im Gegenteil: Ich bin ziemlich sicher, dass mein Leben nicht reichen wird, alles niederzuschreiben, was als nebulöse Idee in meinem Hirn herumwabert oder als Ein-Satz-Plot auf eine Festplatte gebannt ist. Als Krimiautor braucht man nur mit offenen Augen durch die Welt zu laufen, die Stoffe liegen tatsächlich auf der Straße.

Du betreibst einen Autobiografieservice. Was darf man sich darunter vorstellen?

Viele Menschen haben den Traum, ihre Lebensgeschichte für Kinder, Enkel, Freunde und Weggefährten zu dokumentieren. Oft fehlt ihnen das Talent oder die Zeit, ihre Biografie selbst zu verfassen. Dann komme ich ins Spiel und erfülle diesen Traum mach dem Motto „Sie erzählen – Ich schreibe“.


„Das Schreiben lernt man am besten durch Praxis“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Von der Gesamtarbeitszeit – siehe oben – etwa 80 Prozent für das Schreiben (einschließlich Recherche, Figurenentwicklung, Plotten usw.), zehn Prozent Marketing und zehn Prozent Netzwerkpflege)

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ganz klar zwei Dinge: Lesen und Schreiben. Ich wundere mich immer wieder über Aussagen wie „seit ich schreibe fehlt mir die Zeit zum Lesen“. Viel zu lesen ist meines Erachtens für einen Autor unabdingbar – und zwar die Bücher der Besten des Genres, in dem man selber unterwegs ist. Von den ganz Großen lernt man am meisten, so frustrierend es oft auch sein mag, wenn man sich eingestehen muss, wie viel einem noch fehlt und dass man vielleicht nie ein wirklich Großer seiner Zunft wird.
Das Handwerk des Schreibens lernt man am besten durch Praxis. Learning by doing ist in unserem Beruf durch nichts zu ersetzen, vorausgesetzt man holt sich ein kritisches Urteil über die eigenen Texte ein. Da hatte ich es leicht, weil ich am Anfang nur als Auftragsschreiber tätig war und bei jedem Text ein Feedback durch die Auftraggeber bekam.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Siehe oben: Lesen und Schreiben. Sich mit Texten detailliert auseinanderzusetzen, fremden wie eigenen, unterscheidet den professionellen Autor vom Hobbyisten.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich liebe die Freiheit, die ich heute habe. Ich entscheide, welchen Stoff ich mir vornehme. Ich entscheide über die Form, in der ich diesen Stoff erzähle. Ich entscheide, ob und wann ich einen Text veröffentliche. Ich wähle mir für Grafik, Layout, Lektorat usw. die Dienstleister aus, von denen ich überzeugt bin. Wenn ein Buch floppt, bin ich ganz alleine dafür verantwortlich, es gibt niemanden, auf den ich die Schuld schieben kann. Wenn ein Buch ein Erfolg wird, ist es nur mein Erfolg. Das ist wunderbar, was soll mich daran stören?

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Ich träume von einem Assistenten, der mir die lästige Büroarbeit und das Marketing abnimmt. Vielleicht sollte ich mir endlich jemanden suchen?!


„Mein nächstes Projekt ist ein Psychothriller“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen ;-)?

Wenn mir ein renommierter Publikumsverlag einen Vertrag für Print-Only anbieten würde, ich also die E-Bookrechte behalten darf, wäre das sehr verlockend, denn ein Erfolg im klassischen Buchhandel ist für Selfpublisher unerreichbar. Hierzu braucht es immer noch den klassischen Verlagsvertrieb und daran wird sich auch mittelfristig nichts ändern. Und man sage nicht, solche Verlagsangebote gäbe es nicht, ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die derartige Verträge abgeschlossen haben.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde ihm „Leahs Vermächtnis“empfehlen, den ersten Fall für die Konstanzer Ermittler Bettina Berg und Alexander Thal.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Als nächstes erscheint ein Psychothriller, in dem es um eine Krimischriftstellerin geht, die sich plötzlich selbst inmitten eines Gespinstes aus falschen Fährten, dubiosen Anschuldigungen und Morddrohungen sieht. Dabei fällt es ihr immer schwerer, zwischen Fiktion und Realität zu unterschieden.
Alle Berg und Thal Fans müssen sich aber keine Sorgen machen: Der nächste Fall wartet schon auf die beiden Kommissare vom Bodensee

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
Es gibt nichts Schöneres, als für euch zu schreiben! Jede E-Mail, in der sich ein Leserin oder ein Leser als begeisterter Fan meiner Bücher bezeichnet, versüßt mir den Tag. Und jede Kritik hilft mir, besser zu werden. Dafür habt Ihr ein herzliches Dankeschön verdient!
Béla, dir jetzt auch einen herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und immer eine gute Idee für eine neue, spannende Geschichte im Kopf.

Wer mehr über Béla Bolten und seine Bücher erfahren möchte, kann ihn gerne auf seiner Homepage besuchen.

[Indie-Lounge] „Ich bin Selfpublisherin mit Leib und Seele“ – Daniela Felbermayr im Interview

Passend zur Adventszeit besucht heute Daniela Felbermayr die Indie-Lounge. Ihr Roman „Zauberhafte Weihnachten“ stand mehrere Wochen auf Platz #1 der Kindle-Charts. Die junge Oberösterreicherin schreibt schon, seit sie im Alter von acht Jahren die mechanische Schreibmaschine ihres Großvaters entdeckt hat. Seit dieser Zeit gehört Literatur als fester Bestandteil zu ihrem Alltag. Inzwischen ist sie erfolgreiche Selfpublisherin mit schon elf, hauptsächlich romantischen Titeln, die als E-Book wie auch Print-On-Demand-Paperback schon viele tausend Leser erfreut haben.


„Am Anfang war das gemalte Kinderbuch“


Daniela, du wohnst in einer Kleinstadt in Österreich, aber deine Romane spielen in den USA. Wie kommt das?

Ich hatte immer schon einen unglaublichen Hang zu den USA. Bei uns Zuhause werden auch ganz traditionelle US-amerikanische Feste wie zum Beispiel Thanksgiving oder der 4. Juli gefeiert, sodass es für mich naheliegend war, dass auch meine Geschichten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten spielen werden. Außerdem muss ich sagen, dass meine Geschichten für mich einfach glaubwürdiger rüberkommen, wenn die Protagonistin ihren Traumprinz auf Umwegen in einer Weltmetropole trifft, als wenn das in einer kleinen Almgemeinde im Hintertupfinger Erzgebirge geschehen würde :)

Kannst du uns kurz deinen schriftstellerischen Werdegang skizzieren.

Wie gesagt, ganz am Anfang war das gemalte Kinderbuch! :) Lange Zeit habe ich aber nur für mich geschrieben und Weihnachten 2009 mal die Urform von „Ways of Life“ für meine beiden besten Freundinnen Karin und Monika als Buch drucken lassen. Ich hab dann irgendwann die Plattform „Bookrix“ entdeckt und dort einige meiner Geschichten hochgeladen. Im Oktober 2012 habe ich dann – ziemlich halbherzig – die Urform von „Bis wir uns Wiedersehen“ bei Bookrix hochgeladen und das Ganze auch gleich wieder vergessen, bis ich einige Monate später plötzlich eine Tantiemenabrechnung erhielt. Ich hatte heiße EUR 29,18 verdient und mich wirklich drüber gefreut. Als ich zu diesem Zeitpunkte bemerkte, dass es tatsächlich Leser für meine Geschichten gab, habe ich „Bis wir uns wiedersehen“ wieder aus dem Verkauf genommen, es überarbeitet und neuerlich hochgeladen – das war dann praktisch der Anstoß für mein schriftstellerisches Leben.


„Meine Protagonisten leiten micht, nicht umgekehrt“


Wie kommst du auf deine Ideen?

Das ist schwer zu sagen, die meisten sind einfach irgendwann da. Oft reicht es, wenn ich Wortfetzen oder ein bestimmtes „Stichwort“ mitbekomme, ein Bild sehe oder einen Song höre. Dann ist da in meinem Kopf das Konzept einer ganzen Geschichte, die ich praktisch nur um diesen einen „Auslöser“ herumbauen muss.

Schreibst du eher intuitiv oder nach einem klaren Konzept?

Ich bin das pure Chaos – also schreibe ich eher intuitiv :) Meine Figuren entwickeln eigentlich immer recht rasch eine gewisse Eigendynamik, sodass ich mit einem Konzept vermutlich baden gehen würde. Sobald ich im Schreiben drin bin, leiten meine Protagonisten mich, nicht umgekehrt!

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Mittlerweile ist das zu einem ausgewachsenen Zweitjob geworden. Also alles in allem sicherlich so an die 50 Stunden, je nachdem, ob ich an einem neuen Roman arbeite, ein Buch gerade veröffentlicht wurde und beworben werden will oder ich eine Geschichte überarbeiten muss. Ich hab mir aber ganz fest vorgenommen, in den Weihnachtsferien etwas kürzer zu treten, damit ich 2015 wieder mit tollen Geschichten für meine Leser aufwarten kann!

Was motiviert dich zum Schreiben?

Zum einen ist es für mich Entspannung pur. Beim Schreiben schalte ich ab und tauche in die Welt meiner Protagonisten ein. Außerdem ist es immer wieder sehr motivierend, Fanpost zu erhalten, E-Mails von Leserinnen, die mir mitteilen, wie sehr ihnen meine Geschichten gefallen haben und dass sie sich schon sehr auf Nachschub freuen.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes
Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Ich hätte mir niemals träumen lassen, als Autorin überhaupt so weit zu kommen, wie jetzt. Ich meine, für mich war die Nr. 1 in den Kindle-Charts schon etwas ganz Besonderes und somit hat sich ein großer Traum von mir eigentlich schon erfüllt. Alleine, wenn ich mir vorstelle, wie viele Leser ich mit meinen Büchern erreiche, ist das für mich immer noch fast unglaublich. Aber einen Plan gibt es nicht. Ich bin generell jemand, der die Dinge immer so auf sich zukommen lässt, wie sie passieren, und dann das Beste draus macht. Und außerdem kommt es ohnehin immer ganz anders, als man denkt. Also warte ich mal ab, was mein Autorendasein noch so alles für mich im petto hat und freue mich schon sehr darauf! :)


„Ohne Marketing-Aktionen geht es nicht“


Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Ich hab jetzt verdammt viel mehr zu arbeiten als vorher! * lach * Ich habe eine Menge großartiger Menschen, seien es Leser oder Autorenkollegen, kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte, und muss jetzt viel strukturierter in den Tag gehen, als zuvor. Aber ich denke, im Großen und Ganzen bin ich immer noch dieselbe, die ich gewesen bin, bevor meine Bücher veröffentlicht wurden. Gerade in meinem näheren Umfeld ist die – ich trau’s mir eigentlich selber gar nicht sagen – „Bekanntheit“ durch die Bücher überhaupt kein Thema. Das wird in keiner Weise als großartige Besonderheit gesehen oder so :)

Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Ich denke, es gehört eine gehörige Portion Glück dazu, weil die Konkurrenz heutzutage auch nicht schläft – und meine, dass ich mit „Zauberhafte Weihnachten“ einfach das perfekte Timing gehabt habe. Und natürlich eine großartige Leserschaft, die das Buch in den ersten Tagen gleich in Amazons Sichtbarkeit gehoben hat! Hilfreich sind natürlich auch Marketingaktionen, ohne die heutzutage fast gar nichts mehr geht.


„Die Investition ins Lektorat lohnt sich“


Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Auf alle Fälle in ein Korrektorat investieren. War es vor etwa einem Jahr noch kein Thema, dass auch Indie-Bücher professionell aufgemacht sind, so ist es heute unumgänglich, ein Buch mit einem perfekten Setup zu haben. Mir stellen sich immer die Nackenhaare auf, wenn ich Bücher sehe, deren Cover ein selbstgeschossenes Handyfoto ziert, dessen Titel in Comic Sans – neongrün – geschrieben ist, und bei denen auf den ersten Seiten bereits jede Menge Tipp- und Schreibfehler zu finden sind.
Und sich vor allem von Rückschlägen nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Ich war selber schon hin und wieder kurz davor aufzugeben, weil es einfach furchtbar zermürbend ist, wenn man sein Herzblut in eine Geschichte hängt, monatelang an ihr arbeitet und sie dann nach kurzer Zeit in der Amazon-Versenkung verschwindet. Aber wie heißt es so schön: „Hinfallen – Aufstehen – Krönchen richten – Weitermachen“ :)

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Ich habe eine großartige Korrektorin, die meine Texte korrigiert. Bezüglich der Cover habe ich das Glück, mit Photoshop sattelfest zu sein, sodass ich die selber erstellen kann. Bei den Geschichten selbst ist es ein ewiges an-sich-selbst-wachsen. Ich werkle oft Nächtelang an einzelnen Absätzen, bis ich sie „perfekt“ finde. Natürlich ist mir auch die Meinung von Lesern wichtig, die ich mir sehr zu Herzen nehme und nach Möglichkeit in meine Romane einfließen lasse.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Mit Wörtern konnte ich immer schon gut jonglieren :) Ich denke auch, man entwickelt sich von Roman zu Roman weiter und mich gruselts, wenn ich heute meinen Erstling lese und mich frage, wie ich so etwas nur habe veröffentlichen können :)

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Stören tut mich gar nichts daran, sonst würde ich es nicht machen. Ich finde es hingegen toll, dass alle Entscheidungen von mir selbst getroffen werden können und ich niemandem Rechenschaft schuldig bin, warum ich was wie mache. Ich liebe diese Unabhängigkeit.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Eine Sekretärin * lach *


„Bin Selfpublisherin mit Leib und Seele“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen ;-)?

Nein, definitiv nicht. Ich bin Selfpublisherin mit Leib und Seele und würde wohl bei keinem Verlag unterzeichnen. Wie schon erwähnt, die Unabhängigkeit, die ich als Selfpublisher habe, ist mit keinem Verlagslogo aufzuwerten.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Jetzt zur Weihnachtszeit definitiv „Zauberhafte Weihnachten“. Meine beiden Favoriten aus meinen anderen Romanen sind „Bride on Time“ und „Dear Robin“.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Zum Valentinstag wird es einen Kurzroman von mir geben, der den Titel „That Kiss next Door“ trägt und von Jess und Matt erzählt, die die besten Freunde und Nachbarn sind … und doch so viel mehr. Der nächste „große“ Roman erscheint dann im Frühjahr 2015, dort werden die Leser Cat und Nick kennenlernen, die zu ihrem großen Unglück gemeinsam ein verfallenes Farmhaus von Cats Großonkel erben und dazu verdonnert werden, es zu renovieren – ganz schön mühselig, wo die beiden sich überhaupt nicht riechen können und einander gegenseitig am liebsten auf den Mond schießen würden – zunächst :)

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ich möchte jedem einzelnen von euch danken, dass es euch gibt. Ohne euch wären all diese tollen Dinge, die mir passiert sind, seit ich Selfpublisher geworden bin, nicht möglich. Ihr seid großartig! Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein großartiges neues Jahr. Auch 2015 werde ich versuchen, euch wieder mit genügend fesselndem Lesestoff für entspannte Stunden auf der Couch zu versorgen! :)

Daniela, ganz herzlichen Dank für deine Antworten. Wir freuen uns mit dir über deinen Erfolg und wünschen dir – nicht nur zu Weihnachten – immer einen Sack voll Ideen im Kopf für neue, mitreissende Geschichten.

Wer mehr über Daniela Felbermayr erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage besuchen: www.pink-powderpuff-books.com

[Indie-Lounge] „Kern meiner Phantasie ist die Frage: Was wäre, wenn…?“ – Maria Poets im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Maria Poets. Die Literaturübersetzerin hat schon mehr als vierzig Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, seit 2013 veröffentlicht sie nun auch eigene Romane als Selfpublisherin, und das sehr erfolgreich. Mit ihrem aktuellen Thriller „Berechnung“ stand sie zwei Wochen lang in allen Kindle-Kategorien auf Platz Eins. Maria Poets entwirft keine Figuren, sondern sie führt uns Menschen vor, die vertraut und fremd zugleich scheinen, und fasziniert damit viele Leser.

Maria, wie schön, dass du bei uns bist. Du schreibst, dass du in zwei Welten lebst, der Welt der Realität und der Welt der Fantasie. Aus diesen Fantasien entstehen deine Geschichten. Nun schreibst du Krimis und Thriller, und ich möchte dir jetzt keine Mord-Fantasien unterstellen. Wie meinst du das mit der Welt der Fantasie?

Du darfst mir ruhig Mordfantasien unterstellen, die habe ich tatsächlich auch ;-) Der Kern meiner Fantasien ist eigentlich immer die Frage: „Was wäre wenn?“ Was wäre, wenn ich unschuldig im Knast säße? Was wäre, wenn ich im Lotto gewinnen würde? Was wäre, wenn ich als heldenhafte Revolutionärin verfolgt würde? Was wäre, wenn ich mit einem Menschen, den ich absolut nicht leiden kann, in einem Fahrstuhl eingesperrt wäre?
Ich kann dann ziemlich intensiv in diese Was-wäre-wenn-Szenarien eintauchen und male mir alles im Detail aus. Das ist natürlich eine unschätzbare Fundgrube für meine Bücher. Schwierig wird es dann manchmal, wenn ich meine Fantasie der Realität anpassen muss. Aber genau dieses Spiel mit den Grenzen der Realität reizt mich: Könnte das wirklich so passieren?

Du hast einen eigenen Blog. Welche Rolle spielt dein Blog in deinem Gesamtkonzept – für dich und für deine Leser?

Eigentlich würde ich meinen Blog gerne intensiver pflegen, aber leider komme ich zurzeit nur selten dazu. Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern Hintergrundmaterial zu meinen Büchern zur Verfügung stellen, ähnlich dem Bonusmaterial auf einer DVD. Außerdem soll der Blog ein Ort sein, an dem ich kürzere Texte veröffentliche, die nicht unbedingt ins E-Book-Format passen.


„Erfolg verschafft Freiraum, mal etwas abzulehnen“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in deinen Blog, Pflege deines Netzwerks?

Etwa dreißig Stunden in der Woche versuche ich, am Schreibtisch zu sitzen. Die Fantasiereisen dagegen finden ständig und überall statt.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Wenig. Ich habe ja vorher schon selbständig als Übersetzerin gearbeitet, von dort zum selbst Schreiben ist es nur noch ein winziger Schritt. Der Erfolg verschafft mir den Freiraum, Übersetzungen abzulehnen (Frauenromane sind zum Beispiel überhaupt nicht mein Ding) und in Ruhe an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. Das genieße ich sehr.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Lest so viele Kreativ-Schreiben-Bücher, wie ihr könnt. Besucht Kurse. Lasst euch sagen, wie man ultimativ ein richtig gutes Buch schreibt. Und dann vergesst den ganzen Scheiß wieder und schreibt darauf los. Das, was von den ganzen Ratschlägen für euch und zu euch passt, ist trotzdem hängengeblieben. Sucht nicht nach einem Patentrezept, denn es gibt keines.


„Texte übersetzen heißt auch: Texte analysieren“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Hauptsächlich meine Tätigkeit als Übersetzerin. Natürlich habe ich vorher schon Bücher über kreatives Schreiben etc. gelesen, aber beim Übersetzen hatte ich dann jeden Tag wunderbare (oder auch nicht so wunderbare) praktische Übungsbeispiele. Einen Text von einer Sprache in die andere zu übertragen, bedeutet immer auch, den Originaltext genau zu analysieren, dabei habe ich viel gelernt, wie und warum ein Text „funktioniert“ – oder eben nicht.
Natürlich hilft es auch, andere Bücher ganz genau zu lesen: Warum gefällt mir das eine Buch, das andere aber nicht? Mittlerweile lese ich völlig anders als früher, ich tauche kaum noch in die Geschichte ein, sondern analysiere beim Lesen ständig, welche Techniken der Autor, die Autorin angewendet hat. Manchmal ist das lästig, aber auf jeden Fall lehrreich.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Mir gefällt die Unabhängigkeit, die Entscheidungsfreiheit und die Schnelligkeit, mit der ich ein Buch veröffentlichen kann – denn natürlich will ich, wenn ich ein Buch fertig habe, möglichst schnell wissen, ob es meinen Leserinnen und Lesern gefällt. Manchmal stört mich der hohe Zeitaufwand, der mit dem Selfpublishing verbunden ist. Einerseits macht es mir Spaß, mich um alles selbst zu kümmern (Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung), aber oft würde ich die Zeit lieber fürs Schreiben nutzen.


„Autorenbetreuung bei Amazon Publishing ist klasse“


Du hast deinen Krimi „Mordswald“ mit Amazon Publishing veröffentlicht. Kannst du uns kurz erklären, was das ist?

Amazon Publishing ist der Verlag, den Amazon im Frühjahr 2014 gegründet hat. Die Bücher werden digital und als Print-on-Demand-Ausgabe veröffentlicht, manche auch als Audible. Mein Titel „Mordswald“ wird gerade ins Englische übersetzt. Für die ersten Titel hat Amazon Publishing bereits veröffentlichte Titel gekauft. Inzwischen nehmen sie aber nur noch unveröffentlichte Bücher.

Wie sind deine Erfahrungen damit? Würdest du es wieder tun?

Vor allem geht es ziemlich chaotisch zu … der Verlag ist ja noch ganz neu, da ist vieles noch nicht so eingespielt. Gewöhnungsbedürftig war auch, dass ich einen Teil des Geldes aus den USA bekomme und dafür wieder einmal diese leidigen Steuerformulare ausfüllen musste. Grrr. Klasse finde ich die wirklich herzliche und gute Autorenbetreuung.
Ob ich es noch einmal machen würde … hm. Da es die Printausgabe nur bei Amazon zu kaufen gibt und nicht im stationären Buchhandel, sind die Taschenbuchverkäufe ausgesprochen mager. Im Moment sehe ich noch nicht, welche großen Vorteile es mir bringen soll. „Mordswald“ an Amazon Publishing zu verkaufen war ein Testballon für mich, auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.


„Mein nächster Thriller ist schon in Arbeit“


Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Lach. Bei vier Büchern von einer Bücherwelt zu sprechen, halte ich für etwas übertrieben. Wer Spannung mag, sollte „Berechnung“ lesen. Wer Gegenwartsliteratur bevorzugt und es etwas ruhiger mag, dem empfehle ich „Veras Welt“. Aber Obacht: Die beiden Bücher sind grundverschieden.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ich habe gerade mit der Arbeit an meinem neuen Thriller angefangen, und wieder wird eine Frau auf der Flucht sein – mehr verrate ich noch nicht. Einen Namen hat das Kind noch nicht, aber für die Entscheidung habe ich ja auch noch neun Monate Zeit. ;-) Wobei ich es natürlich gerne auch früher herausbringen möchte, aber mit Frühgeburten ist das ja so eine Sache …

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Danke, Ihr seid prima! Die vielen Kommentare und Mails – positive wie negative – motivieren mich, noch besser zu werden. Ich hoffe, ich kann euch noch viele schlaflose Nächte bereiten!

Maria, ich danke dir ganz herzlich für dieses Interview. Im Namen aller Leser wünsche ich dir weiterhin reichlich lebendige Fantasie, damit du noch viele gute Bücher schreiben kannst. Wer mehr über Maria erfahren will, findet sie im Internet auf mcpoets.com.

[Indie-Lounge] In eigener Sache: Frisch erschienen – „Die erste Menschheit lebt“ (Klaus Seibel)

„Ihr wollt eine Lantis aus uralter Vorzeit sehen? Hier bin ich. Ich bin Yra. Und ich bin grün.“
Die Zivilisation, die vor fünfundsechzig Millionen Jahren unsere Erde bevölkerte und der Menschheit ein Erbe hinterlassen hat, nannte sich Lantis. – Nannte? Das Erbe ist mehr als eine Sammlung von Dokumenten und Technologien. Tatsächlich bietet sich die Möglichkeit, die ausgestorbenen Lantis auferstehen zu lassen. Die Erste ihres Volkes ist Yra – eine außergewöhnliche Frau, die für einige Überraschungen sorgt. Und sie ist nicht die Letzte.

„Die erste Menschheit lebt“ ist die Fortsetzung meiner Science-Fiction Saga, die mit „Krieg um den Mond“ und dann „Das Erbe der ersten Menschheit“ begonnen hat. Sie spielt weder in ferner Zukunft, noch gibt es abgefahrene Technologien – aber gerade das fasziniert viele Leser, wie sie mir geschrieben haben. Die Geschichte spielt auf unserer Erde, und sie könnte sich tatsächlich so ereignen. Die Lantis sind uns Menschen nur um eine oder zwei Generationen voraus. Ihre Technik entspricht dem, was in unseren Labors aktuell entwickelt wird. Man wirft durch die Lantis quasi einen Blick in unsere nahe Zukunft, was erstaunlich, wunderbar oder auch erschreckend sein kann. Gleichzeitig wird die Vergangenheit unseres Planeten in einer ganz plastischen Weise gegenwärtig, man kann sie anfassen und miterleben.

Die bisherigen Bücher waren Bestseller im Kindle-Shop mit mehreren Hundert Rezensionen. Und vielleicht kann ich ja auch Sie begeistern und auf eine phantastische Reise mitnehmen…

[Indie-Lounge] „Schreiben ist für mich ein Vollzeitjob“ – Marcus Hünnebeck im Interview

Heute begrüßen wir Marcus Hünnebeck alias Jo C. Parker alias Marc Beck als Gast in der Indie-Lounge. Marcus lebt als freier Autor im Rheinland und hat sich neben Genres wie Thriller und Humor auf Kinder- und Jugendbücher spezialisiert. Eine sehr bunte und spannende Mischung, die schon über 100.000 Leser gefunden hat. Vielfältig sind auch die Wege, auf denen er schon seit 2001 seine Bücher veröffentlicht. Via Amazons Plattform KDP hat es etwa der Thriller „Wenn jede Minute zählt“ ganz oben auf Platz Eins in die Kindle Charts geschafft, sein neuer Roman „Kainsmal“ erscheint beim Imprint Amazon Publishing.


„Zwei Thriller pro Jahr dürfen meine Fans erwarten“


Marcus, du schreibst außer unter dem Namen Marcus Hünnebeck auch unter Marc Beck und Jo C. Parker. Kannst du das für unsere Leser mal aufschlüsseln?

Angefangen hat meine Schreibkarriere, als es noch gar keine E-Books gab. Bei kleineren Verlagen erschienen insgesamt drei Thriller unter meinem richtigen Namen. Aufgrund des ausgebliebenen Erfolges (die Verkaufszahlen lagen jeweils unter 2000 Stück) wandte ich mich (inspiriert von meinem Sohn) dem Kinderbuchgenre zu. Da in meinen Thrillern mehr oder weniger viel Blut fließt, wollte ich vermeiden, dass ein Kind, dem eines meiner Kinderbücher gefallen hat, zufällig auf meine Erwachsenenliteratur stößt und einen Schock fürs Leben bekommt. Deswegen nutze ich für die Kinderbuchliteratur den Namen „Marc Beck“ (die ersten vier Buchstaben meines Vornamens kombiniert mit den letzten vier Buchstaben des Nachnamens). Dieser hat auch den Vorteil, dass er kürzer ist. Ich veranstalte regelmäßig Schulbuchlesungen und Kinder lieben es, Autogramme zu bekommen. Wenn am Ende einer Lesung hundert Schüler oder mehr auf ein Autogramm warten, ist man sehr froh über einen kurzen Namen. Das Pseudonym „Jo C. Parker“ wählte ich, als ich beschloss, ein Experiment zu wagen und ein Humorbuch zu veröffentlichen, welches ich namentlich von meinen Thrillern abgrenzen wollte.

Wie schaffst du es, unter drei Namen zu schreiben und dabei genug Bücher zu produzieren, dass die Fans eines „Namens“ nicht zu lange auf Nachschub warten müssen?

Zu Beginn meiner Selfpublisher-Karriere habe ich davon profitiert, dass die Rechte an meinen alten Thrillern mittlerweile an mich zurückgefallen sind. So musste ich die drei Romane lediglich überarbeiten, was natürlich weniger Zeitaufwand benötigt als ein neues Buch zu schreiben. In erster Linie produziere ich Nachschub fürs Thriller-Genre, in dem ich ja auch am erfolgreichsten bin. Darauf verwende ich die meiste Energie, denn zwei Thriller jährlich sollen meine Fans schon erwarten dürfen. Zusätzlich habe ich das „Kindle-Singles“-Format für mich entdeckt und veröffentliche voraussichtlich Ende Oktober eine Geschichte, in der die Kommissarinnen aus „Die Rache des Stalkers“ vorkommen. Falls das beim Leser ankommt, würde ich gerne regelmäßig diese Art von Geschichten schreiben.

Bei meinem Jugendbuch „Dämonenzirkus“ wage ich demnächst eine Wiederveröffentlichung, nachdem die Rechte an mich zurückgefallen sind. Von den Verkaufszahlen bei Chichili war ich enttäuscht und nun bin ich gespannt, ob ich das alleine besser hinbekomme. Falls ja, habe ich mir über eine eventuelle Fortsetzung bereits Gedanken gemacht und würde sie nächstes Jahr schreiben.

Das Genre „Humorbuch“ (aus Männerperspektive) kam nicht so richtig an. Ich habe noch einen weiteren Roman komplett fertig und einen zu einem Drittel. Beide werde ich im Laufe der Zeit veröffentlichen und hoffe, dass ich damit auch irgendwann den Nerv der Leser treffe.


„Auch beim Kinderbuch geht der Trend zum E-Book“


Welches dieser drei Genres ist für dich am einfachsten?

Das Humorgenre. Insofern finde ich es besonders bedauerlich, dass es bei den Lesern anscheinend nicht so hoch im Kurs steht.

E-Books für Kinder und Jugendliche, geht das überhaupt? Wird da nicht doch eher noch „geblättert“?

Wenn ich in Schulen bei Lesungen frage, wie viele der Grundschulkinder bereits einen E-Book-Reader besitzen, hat sich die Anzahl der Meldungen im Verlauf der letzten zwei Jahre deutlich erhöht. Ich denke, in fünf Jahren werden Kinder wie selbstverständlich E-Books lesen.

Mit deinem Thriller „Verräterisches Profil“ bist du weit oben in den Charts gelandet. Helfen da die Bücher aus den anderen Genres mit? Oder wie schafft man es nach so weit oben?

Der Erfolg der Thriller sorgt eher dafür, dass auch mal ein Buch aus einem der anderen Genres gekauft wird. Ansonsten gehört eine Mischung aus Professionalität und Glück zum Erfolg dazu. Das Cover ist meiner Meinung nach von großer Bedeutung, außerdem muss die Leseprobe möglichst fehlerfrei sein. Im übrigen Text dürfen dann auch nicht mehr zu viele Fehler enthalten sein, da es sonst negative Rezensionen hagelt. Darüber hinaus hat mir Werbung auf xtme.de und anderen Seiten wie ebookninja.de sehr geholfen. Doch über eins muss man sich im Klaren sein: Ohne Glück läuft gerade am Anfang, wenn man das erste Buch veröffentlicht, gar nichts.

Was tust du, um deine Bücher bekannt zu machen?
Ich schalte Werbung, poste auf meiner Facebookseite und schreibe auch die Leser an, die mir E-Mails zu vorherigen Büchern geschickt haben, um sie zu informieren, dass es Lesenachschub gibt. Zusätzlich veranstalte ich gern Leserunden (beispielsweise auf Lovelybooks), was vor allem zu Rezensionen führt.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Das ist ein Vollzeitjob. Manchmal beginne ich morgens mit dem Schreiben und höre erst abends wieder auf. Im Regelfall mache ich morgens jedoch ein wenig Sport (zum Ausgleich für die sitzende Tätigkeit), beginne mittags mit dem Schreiben (und Netzwerken) und schalte abends den Computer aus. Und das an mindestens fünf Tagen in der Woche. Manchmal auch an sieben.


„Kritik hilft dabei, sich zu verbessern“


Du bist freier Autor. Trotzdem die Frage: Kann man vom Schreiben leben? Oder genauer: Kann man vom Bücherschreiben leben, oder ist das für dich mehr ein Drahtseilakt?
Momentan funktioniert es. Und ich hoffe natürlich, dass es so bleibt.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:
Niemals aufgeben, immer am Ball bleiben. Es gibt furchtbar viele frustrierende Erlebnisse, wenn man versucht, als Autor Fuß zu fassen, doch wenn es läuft, ist es einer der besten Jobs.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?
Die Routine des regelmäßigen Schreibens. Außerdem ist es extrem wichtig, kritische Testleser zu haben, die einem ehrlich die Meinung sagen. Lob ist zwar toll, aber Kritik hilft einem, sich zu verbessern.

Was empfindest du als die größte Herausforderung für einen Selfpublisher?
In der Top 10 bei Amazon zu landen ;-) Hat man das geschafft, ist ein sehr guter Grundstein gelegt.

Wenn du selbst liest, zu welchen Büchern greifst du?
Meine beiden Lieblingsautoren sind Stephen King und Jeffery Deaver. Ich versuche allerdings immer, abwechselnd zwei Spannungsbücher und ein Humorbuch zu lesen. Bei den Humorbüchern lache ich sehr laut über Matthias Sachau. Dank meines Kindles finde ich auch immer häufiger Perlen unter den Selfpublishern. Geliebt habe ich zum Beispiel „Im falschen Film“ von Vanessa Mansini / Michael Meisheit.


„Mein nächstes Projekt ist ein Kurzkrimi“


Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?
Das kommt auf die Vorlieben des Lesers an. Thriller (gerne etwas brutaler): Verräterisches Profil. Thriller (lieber nicht so brutal): Wenn jede Minute zählt. Sollte ein Leser am Ende eines Buches einfach nur gute Laune haben wollen, dann empfehle ich allerdings „595 Stunden Nachspielzeit“. Und ich bin mir bewusst, dass ich jetzt fast alle meiner Selfpublishertitel aufgeführt habe, aber so konnte ich wenigstens etwas differenzierter antworten ;-)

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Der erwähnte Kurzkrimi. Besonders interessant für alle Leser, die „Die Rache des Stalkers“ kennen oder kennenlernen wollen. Zu „Kainsmal“ (meinem Amazon Publishing-Titel) wird wohl im Frühjahr eine Fortsetzung erscheinen. Und im September 2015 kommt ein Thriller bei einem klassischen Publikumsverlag heraus. Den Titel darf ich noch nicht verraten, doch erscheinen wird das Buch bei Egmont-LYX.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
Zunächst einmal möchte ich mich bei allen bisherigen Lesern bedanken. Ihr seid toll und habt dazu beigetragen, dass ich meinen Traum leben kann. Danke! Danke! Danke! Aber gerade den Lesern, die mich noch nicht kennen, möchte ich meinen Titel „595 Stunden Nachspielzeit“ ans Herz legen. Wenn ich die bisherigen Rezensionen bei Amazon richtig deute, ist das ein Titel, der schon vielen Leuten humorvolle Stunden bereitet und den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht hat. Insofern würde ich mich über weitere Leser und Feedback freuen. Außerdem wären „Gefällt-mir“-Klicks auf meiner Facebook-Seite fantastisch! Grundsätzlich informiere ich dort nämlich zuerst über Neuigkeiten.

Markus, ganz herzlichen Dank für deine interessanten Antworten. Ich bin sicher, dass viele Kollegen davon profitieren werden und noch mehr Leser Lust auf deine Bücher bekommen. Jetzt wünsche ich dir weiter viel Erfolg beim Schreiben – und drücke deinem Humorbuch mal ganz besonders die Daumen.

Wer mehr über Marcus Hünnebeck erfahren möchte, kann ihn gerne auf seinen Homepages besuchen: huennebeck.eu/ und marcbeck.eu/, oder auf Facebook.

[Indie-Lounge] „Das wichtigste im Autorenberuf: Den Lesergeschmack treffen“ – Marah Woolf im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Marah Woolf, die am liebsten Geschichten im Bereich Romance Fantasy schreibt. Die mit ihrer Familie in Edinburgh lebende Self-Publisherin hat mit ihrer erfolgreichen MondSilberLicht-Saga schon mehrere internationale Verlage auf sich aufmerksam gemacht und freut sich über eine Übersetzung sogar ins Koreanische. Das erste Buch der Saga hat vor 731 Tagen die Top 100 erobert und ist immer noch gelistet. Gerade aktuell ist die BookLessSaga, die besonders Freunde guter Bücher interessieren wird.


„Mein Arbeitstag ähnelt dem anderer berufstätiger Mütter“


Marah, du feierst herausragende Erfolge, deine Bücher werden in mehrere Sprachen übersetzt – aber du hast als berufstätige Mutter mit drei Kindern begonnen. Wie schafft man so was?

So, wie jede Mutter, die von 8.00 bis 17.00 Uhr arbeiten geht und nebenher ihre Kinder großzieht und einen Haushalt führt – mit Organisation. Ich glaube nicht, dass sich mein Arbeitstag so groß von dem anderer berufstätiger Mütter unterscheidet. Wenn meine Kinder in der Schule sind, arbeite und schreibe ich und nachmittags sind der Haushalt und die Kinder dran. Natürlich bin ich in meiner täglichen Arbeit viel flexibler und vor allem kann ich wahrscheinlich deutlich kreativer sein ☺. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, dass ich auch einen Mann habe, der mich ganz viel unterstützt. Wenn ich mal keine Lust habe, gehe ich in den Garten und zupfe Unkraut, das hätte ich in meinem Angestelltenleben in der Bank nicht machen können.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Ich würde sagen, das ist wahrscheinlich mehr als ein Acht-Stunden-Job. Die Zeit vormittags nutze ich meist zum Schreiben und abends, wenn die Kinder im Bett sind, beantworte ich noch viel Mails und so weiter.

Jeder kennt dich – oder ziemlich viele tun es, aber du warst auch mal eine unbekannte Anfängerautorin. Was hast du getan, damit deine Bücher von den Lesern entdeckt werden?

Ich werde immer mal wieder nach der ultimativen Idee gefragt, dabei gibt es die gar nicht. Ich habe einfach ein Buch geschrieben, das offenbar sehr vielen LeserInnen gefallen hat. Ich denke, dass das das Wichtigste am Beruf der Autorin ist – den Lesergeschmack zu treffen. Alles, was man dann noch macht, ist im Grunde buntes Beiwerk – jedenfalls für uns Selfpublisher, die wir nicht die Möglichkeiten haben, unsere Bücher sehr sichtbar zu präsentieren. Wir sind davon abhängig, dass die Leser uns entdecken und weiterempfehlen. Da können Preisaktionen helfen, die ich persönlich aber nicht einsetze. Mein Fokus liegt auf der Leserbindung und dafür betreibe ich offensiv meinen Facebook-Account und meine Website.


„Auf Lektoren oder Verleger warten – das würde mich irre machen“


Was schätzt du von all deinen Aktivitäten als Wichtigste ein, die dir am meisten geholfen hat, die Topränge zu erobern?

Wie ich schon in der vorangegangenen Frage gesagt habe – am Wichtigsten ist das Buch selbst. Natürlich gibt es immer wieder Leute, die sagen: „Es sind aber auch so viele schlechte Bücher in den Bestsellerlisten.“ Das können diese Leute so meinen, aber offenbar empfinden das andere Leser nicht so. Für mich ist es eh nicht entscheidend, ob ein Buch es in die Top 100 schafft, sondern, wie lange es dort bleibt und das wenn möglich noch zu einem vernünftigen Preis.

Du schreibst, dass du glücklich bist, dein „Baby“ ganz allein an die Hand zu nehmen und fit für die Welt zu machen – ganz ohne einen Verlag. Warum ist das so?

Einfach weil ich alles selbst entscheiden kann. Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Bei mir muss alles flott gehen. Wenn ich auf einen Anruf oder eine Entscheidung eines Verlages/Lektors wochenlang warten müsste, würde mich das irremachen. Ich bin wahrscheinlich auch nicht so ein totaler Teammensch – weil ich denke, an dem Spruch „viele Köche verderben den Brei“ schon etwas dran ist. Ich möchte einfach meine eigenen Entscheidungen treffen und umsetzen und das möglichst ohne Zeitverzug.

Jetzt haben dich nicht nur die Leser, sondern auch die Verlage entdeckt, zumindest ausländische. Wie ist das passiert? Wie macht man solche Verlage auf sich aufmerksam?

Ich glaube, dass die ausländischen Verlage und Agenturen unseren Buchmarkt ziemlich genau beobachten. Wichtig ist, dass man keine Eintagsfliege ist, sondern kontinuierlich an seinen Büchern und seinem Erfolg arbeitet. Wenn Verlage sehen – da ist eine Autorin, ein Autor – mit dem man eine langfristige Geschäftsbeziehung eingehen kann, dann wird man eben auch interessant. Meine MondLichtSaga wird in den nächsten Jahren in Französisch und Koreanisch erscheinen und gerade ist eine Anfrage eines großen türkischen Verlages eingetroffen. Da bin ich jetzt sehr gespannt, ob das klappt.

Kamen nach dem Gewinn deines Preises auf der Leipziger Buchmesse auch deutsche Verlage auf dich zu? Wie gehst du damit um/wie würdest du damit umgehen?

Ja. Ich glaube fast jeder größere deutsche Verlag, der Bücher in meinem Genre publiziert, hat bei mir für die Rechte meiner Nachfolgewerke angefragt. Es ging hierbei um die BookLessSaga, die mittlerweile komplett erschienen ist und sich gut 70.000 Mal verkauft hat. Damit ist die BookLessSaga in Verkaufszahlen bisher genauso erfolgreich wie die MondLichtSaga zum selben Zeitpunkt. Leider hat sich keiner der Verlage getraut, meine MondLichtSaga in den Buchhandel zu bringen und damit waren die Angebote für mich uninteressant. Ich sage mal, eine Hand wäscht die andere. Ein weiterer Aspekt war, dass wenn ich die Rechte an einen Verlag abgegeben hätte, heute gerade mal der erste Teil der BookLessSaga erschienen wäre. Diese langen Erscheinungsabstände möchte ich meinen Lesern einfach nicht zumuten und auch nicht die unverschämten E-Book-Preise. Im Grunde wären mir fest vereinbarte Marketingaktivitäten und ein festes Marketingbudget für den Buchhandel am Wichtigsten und natürlich, dass ich meine E-Book-Rechte behalten darf. Laut Börsenverein des deutschen Buchhandels werden doch sowieso nur sechs Prozent der deutschen Bücher als E-Books verkauft – dann kann ich das bisschen doch auch behalten☺ Aber der Verlag muss wohl erst noch geboren werden.


„Selbstbestimmt arbeiten bedeutet mehr Lebensqualität“


Was hat sich durch den Erfolg in deinem Leben geändert?

Ich bin selbstbestimmter. Das ist ein ganz großer Zugewinn an Lebensqualität für mich. Ich war schon vor meinem Leben als Autorin selbstständig, aber immer von Kundenwünschen und -ansprüchen abhängig. Heute entscheide ich selbst über mein Produkt – mein Buch. Natürlich überlege ich mir vorher, was meine LeserInnen mögen, aber ich schreibe nie etwas, von dem ich nicht überzeugt bin.

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Ich habe eine Lektorin und eine Korrektorin. Mit beiden arbeite ich schon seit mehreren Büchern zusammen und natürlich habe ich eine professionelle Coverdesignerin. Außerdem gebe ich meine Bücher, vor der Veröffentlichung diversen Probelesern, um schon mal ein Feedback zu bekommen, was ich da so wieder verbrochen habe.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Anfangs habe ich mir ein paar Schreibratgeber gekauft und bin auch auf zwei Kursen gewesen. Letztendlich glaube ich aber, hilft nur das Lesen, sich selbst zu verbessern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein guter Autor nicht selbst liest. Auch der Austausch mit anderen befreundeten Autorinnen ist äußerst hilfreich – noch besser natürlich, wenn diese meine Texte lesen und daran rummäkeln.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Ich hätte zwei. Lesen und sich vor Veröffentlichung eines Buches genau überlegen, was ich will. Möchte ich das Buch veröffentlichen, weil es mir ein Herzenswunsch ist und ich diese Geschichte unbedingt schreiben muss, oder möchte ich mit diesem Buch erfolgreich sein. Natürlich schließt das eine das andere nicht unbedingt aus.
Leser haben Wünsche und Vorstellungen und die müssen nicht unbedingt mit der persönlichen Geschichte des Autors konform gehen. Wenn ich ein neues Genre erfinden möchte, dann muss ich mich nicht wundern, dass das nur wenige andere auch interessiert. Wenn ich eine total skurrile Geschichte schreiben möchte, weil ich das gerne lesen würde, kann ich nicht erwarten, dass andere das auch interessiert. Das bedeutet nicht, dass solche Geschichten nicht geschrieben werden sollten, aber der Erwartungshorizont muss dann dazu passen.

Du hast jetzt zwei Sagas geschrieben. War es von Anfang an Absicht, Sagas mit mehreren Büchern zu schreiben? Warum hast du das gemacht?

Grundsätzlich war das nicht meine Absicht. Wenn „MondSilberLicht“ nicht so erfolgreich gewesen wäre, dann hätte ich sicherlich nicht weitergeschrieben. Als sich aber herausstellte, dass die Leser die Geschichte mögen, habe ich den zweiten und dritten Teil verfasst. Mit der BookLessSaga war das anders. Die Idee war eigentlich für einen Einteiler. Erst beim Schreiben kam mir die Erkenntnis, dass da Stoff für viel mehr ist.


„Es lohnt sich, für unsere Bücher zu kämpfen“


Die aktuelle Sage heißt „Bookless“. Das ist ein richtiges Fest für Bücherfreunde. Kannst du in einem Satz sagen, worum es darin geht? Wie bist du auf diese Idee gekommen? Haben damit eventuell auch aktuelle Trends zu tun?

Es geht um Bücher und deren Verlust und was das für uns bedeuten würde, und warum es sich lohnt, um Bücher zu kämpfen und sie nicht der dunklen Seite der Macht zu überlassen ☺. Die Idee hatte ich schon sehr früh, also sicher schon zwei oder drei Jahre, bevor ich das erste Buch schrieb. Aber ich musste erst noch die MondLichtSaga zu Ende schreiben, was vielleicht gut war, so konnte die Idee in Ruhe reifen.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?
Ich schreibe derzeit an verschiedenen Projekten. Da ist einmal eine Dystopie und der Beginn eines neuen Fantasyzyklus, der aber stark mit der MondLichtSaga verwoben ist. Dann habe ich meinen Leser für das nächste Jahr den vierten Teil der MondLichtSaga versprochen. Ich hoffe, dass ich alles schaffe. Was als Nächstes erscheint, verrate ich aber noch nicht.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Vor allem ein riesengroßes Dankeschön dafür, dass ihr meine Bücher so liebt, sie ganz fleißig lest und weiterempfehlt und mir so viel tolles Feedback gebt – ihr seid meine Geheimwaffe. Ich hoffe, dass ich Euch auch in den nächsten Jahren weiter mit spannenden, romantischen und nervenaufreibenden Geschichten glücklich machen kann.

Marah, ganz herzlichen Dank für deine Antworten. Es ist ermutigend, von deinen Erfolgen zu hören, und ich wünsche dir noch viele weitere Sprachen in deiner schönen Sammlung von Übersetzungen. Und natürlich immer neue gute Ideen, mit denen du deine Leser und Leserinnen verzauberst.

Wer mehr über Marah Woolf erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage besuchen.

[Indie-Lounge] „Ich bin über eine Kiste voller Glück gestolpert“ – Nicholas Vega im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Nicholas Vega, Preisträger beim Indie-Autor-Preis 2014 auf der Leipziger Buchmesse. Der sympathische Autor schreibt All-Age-Literatur, genauer gesagt phantastische Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, was nicht unbedingt zum Mainstream gehört. Trotzdem hat sein Roman „Der Junge, der Glück brachte“ Rang #1 der Kindle-Charts gestürmt und sehr vielen Lesern glückliche Stunden beschert.


„Die Puzzleteile haben einfach zusammengepasst“


Nicholas, „Der Junge, der Glück brachte“ hat auch dir Glück gebracht. Dieses Buch war dein größter Erfolg. Wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?

Am liebsten würde ich jetzt verkünden, dass es eine göttliche Eingabe war, die mich zum Schreiben des Glücksjungen bewogen hat (so richtig von Engelsstimmen geflüstert), aber nein, in der Regel sitzt mir nämlich so ein kleiner Dämon im Ohr, der ständig sagt: »Schreib doch mal etwas, das die Masse wirklich lesen will.«
Meistens entwickelt sich bei mir ein Plot über einen längeren Zeitraum. In diesem Fall kam der Impuls aber tatsächlich über Nacht. Ich erinnere mich, wie ich abends im Bett lag und plötzlich die Grundidee zur Geschichte da war. Am nächsten Tag habe ich mit dem Plot begonnen und das Exposé geschrieben. Drei Tage später konnte ich bereits mit dem ersten Kapitel anfangen. So schnell geht es bei mir in der Regel nicht.
Wer weiß, am Ende war es vielleicht doch so eine Art himmlische Inspiration.

Wie schafft man es, die Top-Ränge zu erobern? Was hast du getan, um dein Buch bekannt zu machen?

Das Buch ist ein kleines Wunder, weil es so ganz anders ist, als das, was man sonst auf den vorderen Plätzen der Amazon Kindle Charts findet. Je mehr ich über den Erfolg nachdenke, umso weniger kann ich ein Rezept abgeben. Es spielen einfach so viele Faktoren eine Rolle, ich habe eine Menge richtig gemacht, manches davon unbewusst. Die Puzzleteile haben einfach zusammengepasst. Blogger, die mich bis dahin nicht kannten, denen aber das Buch unglaublich gut gefallen hat, hatten sicher einen nicht unerheblichen Anteil am späteren Erfolg.
Das Buch war übrigens kein Selbstläufer vom Start weg. Im Gegenteil, nach dem ersten Tag fiel das Buch weit im Ranking. Ich konnte es mir nicht erklären und war regelrecht ratlos, da selbst mein Debüt am Anfang besser lief. Erst Tage später bekam die Sache eine Eigendynamik, die bei mir jetzt noch für Gänsehaut sorgt, wenn ich daran denke.
Unterm Strich muss man ganz klar sagen, dass ich über eine Kiste voller Glück gestolpert bin.


„Ich bin wie ein Chamäleon – meine Bücher sprechen unterschiedliche Zielgruppen an“


Dann hast du den dritten Preis beim Indie-Autor-Preis 2014 auf der Leipziger Buchmesse gewonnen. Welche Folgen haben solche Erfolge? Haben sich dann Verlage auf dich gestürzt?

Diese Auszeichnung war für mich das i-Tüpfelchen und ich sehe sie als Wertschätzung meiner Arbeit. Eine ausländische Agentur hat mir gleich nach dem Messewochenende zum Preis gratuliert und das Manuskript zum Buch angefordert. Bereits davor gab es mehrere Anfragen und Interessensbekundungen von ausländischen Verlagen und Agenturen, aber niemand braucht jetzt denken, dass ich demnächst Fremdsprachenunterricht nehmen müsste. Der sprichwörtliche Rubel rollt erstmal nicht. Manche Anschreiben sind ein Mix aus Google-Translator-Deutsch und Denglisch (»Wenn es möglich, bieten wir ein lese examplar… Unser post adres stehen unten….«).
Aber einen Fantasy-Autor können Illusionen und falsche Zauber nicht schrecken.
Von deutschen Verlagen kam keine Reaktion, was mich nicht verwundert, da meine damalige Literaturagentur das Manuskript (als der »Der Junge, der Glück brachte« Richtung Top20 marschierte) mehr als zwanzig Verlagen angeboten hat, es aber nur Absagen gab. Meine Bücher passen in keine Schublade, das ist ein K.o.-Kriterium. Ich bin der Agentur übrigens sehr dankbar, denn sie war bereit, ein Risiko mit meinen Storys einzugehen. Das wurde leider nicht belohnt.

Laufen nach solchen Erfolgen die nächsten Bücher wie von selbst?

In meinem Fall nicht. Das liegt sicher auch daran, dass ich wie ein Chamäleon bin. Keine meiner Geschichten ist wie die andere, alle meine Bücher sprechen irgendwo unterschiedliche Zielgruppen an. Das ist ungünstig, wenn man sich einen Autorennamen aufbauen will. Es fällt mir schwer, mich nach den marktbeherrschenden Me Toos zu richten. Dabei müssen Klone nichts Schlechtes sein, im Gegenteil, ein guter Me Too wird von Lesern geliebt und kann einem unbekannten Autor zu einem »kleinen« Ruhm verhelfen. Aber was Genreliteratur angeht, sind meine Bücher eher wenig repräsentativ.

Was würdest du wieder so machen? Und was anders?

Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann und aus Fehlern zu lernen, ist wichtig. Momentan lerne ich, mit dem zufrieden zu sein, was ich erreicht habe. Ganz ehrlich, es gelingt mir nicht sehr gut. Meine Frau meint, wenn ich so weitermache, hätte ich eine äußerst kurze Lebenserwartung …

Du hast noch einen Brotjob. Soll das so bleiben, oder hast du weitergehende Pläne?

Als Vollzeitautor würde ich vor lauter Existenzängsten keinen Monat überleben. Die Million auf dem Konto und das Haus am Strand sind schöne Träume. In der Realität arbeite ich bereits in meinem Traumberuf, bin noch immer glücklich verheiratet und habe zwei gesunde Kinder. Was darüber hinausgeht, ist ein Bonus des Lebens.


„Meine Bücher sollen sich qualitativ nicht von Verlagsbüchern unterscheiden“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Gerade so viel, dass ich keinen Ärger mit meiner Frau und meinem Arbeitgeber bekomme. Entsprechend investiere ich das, was von einer 40-h-Arbeitswoche und vom Familienleben übrig bleibt. Ich bin ein Zauberer, ich kann die Zeit dehnen.

Was motiviert dich, so viel Zeit zu investieren?

Ich schleppe die Schicksale unzähliger Helden mit mir herum, die muss ich alle irgendwann zu Papier bringen. Das hat ein bisschen was von Beichten. Es muss einfach raus. Wer einmal das Wort Ende unter eine Geschichte gesetzt hat, kann das verstehen. Der hinzugekommene Zuspruch meiner Leser stellt dieses Gefühl auf eine neue Ebene. Aber bei aller Leidenschaft für das Schreiben, ich spiele dennoch lieber Fußball mit meinen Jungs.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Verschaff dir keine Ausreden! Schreibe jeden Tag mindestens eine Seite. Sollte am Ende nur ein Satz stehen, dann ist das auch okay. Fang nicht wegen Geld mit dem Schreiben an, dann wirst du Spaß haben. Geld kann ein Nebeneffekt des Schreibens sein.

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Meine Bücher sollen sich qualitativ nicht von Verlagsbüchern unterscheiden, dafür ackere ich wie bekloppt und gehe finanziell in Vorleistung. Neben einem bezahlten Lektorat überarbeite ich ein Manuskript zuvor in mehreren Durchgängen.


„Die Marktchancen einzuschätzen ist schwierig“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich versuche von denen zu lernen, die wirklich schreiben können.
Zugegeben, das hat die Nebenwirkung, dass man Romane eher analysiert als genießt.
Ganz besonders dankbar bin ich den Mitgliedern meiner ehemaligen Schreib-AG, die meine Texte damals ordentlich durch den literarischen Fleischwolf gedreht haben.
Die Stilfibel und Sol Steins Ratgeber liegen nach wie vor griffbereit auf dem Nachtschränkchen. Vor Jahren habe ich sogar Sol Steins Trainingsprogramme »WritePro Fiction« und »Fiction Master« durchgezogen. Kennt die eigentlich noch jemand?

Was empfindest du als die größte Herausforderung für einen Selfpublisher?

Die Chancen des Marktes richtig einzuschätzen.
Das Heil für alle gibt es nicht. Wer sich auf das Abenteuer Selfpublishing einlässt, sollte das mit Sinn und Verstand tun. In einem Markt, wo nicht immer Inhalte, sondern vor allem Klicks zählen, opfert mancher allzu schnell seine Ehrlichkeit. Auf jede Hanni, jede Poppy, jede Emily kommen Tausende, für die der Markt vor allem Frust und Ernüchterung bereithält. Viele Autoren kämpfen um die wenige Sichtbarkeit. Da nicht zum Arschloch zu werden oder sich zum Kasper zu machen, ist für einige eine echte Herausforderung.
Die gute Nachricht: Erfolge werden nicht gemacht, sie passieren einfach. Auch in Zukunft schaffen es neue Autoren bis ganz nach vorn, weil ihre Bücher den Nerv der Leser treffen. Dahinter kommt immerhin eine ganze Reihe Autoren, die auf der (prozentual kleineren) Gewinnerseite stehen.
Übrigens ist es keine Schande, sich einzugestehen, wenn Selfpublishing nichts für einen ist.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Noch schaffe ich es, auf jede Leserpost zu antworten.
Okay, vielleicht erfindet ja bald jemand ein Schriftstellerbier mit hochprozentiger Muse.

Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Würdest du bei einem neuen Buch einen Verlag vorziehen oder es doch wieder selbst herausbringen? Warum?

Im Kinder-/Jugendbuchbereich halte ich die Vermarktungsmöglichkeiten durch einen Verlag für vorteilhaft. Also ja, falls ein namhafter Jugendbuchverlag anfragt, wäre ich offen für Gespräche. Aber ich glaube, eher gibt Jeff Bezos zu, dass KDP nur eine Übung war …

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Wer auf High Fantasy steht und wissen will, was passiert, wenn sich das Böse aufmacht, um das Gute zu besiegen, der liest »Demor – Einfach bösartig«. Wer sich mehr für Young Adult Romantasy interessiert, darf gern in »Glaslügen« reinlesen. Leser, die mit Holzbein und Augenklappe auf die Welt gekommen sind, können in »Piratenland« anheuern und wer tiefsinnige Fantasy, abseits des Mainstreams sucht, greift zu »Der Junge, der Glück brachte«.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Den Herbst dürfen vor allem diejenigen herbeisehen, denen bereits »Der Junge, der Glück brachte« gefallen hat. Da erscheint im gleichen Stil mein neuer All-Age Roman. Diesmal geht es u.a. um ein Kinderhospiz, das geschlossen werden soll. Selbstverständlich entführe ich den Leser dabei erneut in eine phantastische Welt.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Lord Demor sagt: »Das mit der Weltherrschaft läuft noch.«
Der Wanderer sagt: »Kann mal jemand diesen Schreiberling stoppen? Aye!«
Käpt´n Bierbart sagt: »Lasst euch das eine Warnung sein: Ich kannte mal einen Kerl, der tatsächlich alle Schmöker von diesem Nicholas Vega gelesen hat. Beim Quallenmann, der arme Leser sah am Ende irgendwie mitgenommen aus!«
Ich sage: »Danke! Ohne euch gäbe es dieses Interview nicht.«

Nicholas, herzlichen Dank für deine offenen Antworten. Wir wünschen dir sehr viel Energie, dass du neben deinem Job noch lange die Zeit zum Schreiben von Geschichten findest, mit denen du deine Leser verzauberst.

Wer mehr über Nicholas Vega und seine phantastische Bücherwelt erfahren möchte, darf ihn gerne auf seiner Homepage Immerheim – Fantasy Books Unchained besuchen.

[Indie-Lounge] „Schreiben, Marketing, Netzwerkpflege: das ist ein Vollzeitjob“ – Elke Bergsma im Interview

Heute begrüßen wir in der Indie-Lounge Elke Bergsma. Schon 2007 hat Elke begonnen zu schreiben, dann kam der Self-Publishing-Boom: inzwischen hat sie sieben E-Books herausgebracht, die es alle in die TOP 100 der Kindle-Charts geschafft haben. Ihre Spezialität sind Regionalkrimis aus Ostfriesland: die Geschichten rund um das Ermittlerduo David Büttner und Sebastian Hasenkrug wurden schon 200.000 mal downgeloaded. „Das Teekomplott“ stand sogar drei Wochen lang auf Rang 1, was für einen Regionalkrimi sehr außergewöhnlich ist. 



„Meine Erfahrung im PR-Bereich war wertvoll“


Elke, was fasziniert dich an Regionalkrimis?

An Regionalkrimis gefällt mir, dass ich beim Schreiben wieder in meine eigene Kindheit und Jugend in Ostfriesland versetzt werde. Ich liebe meine Heimat und die Menschen, die dort leben. Ich freue mich, ihnen ein paar schöne und hoffentlich authentisch anmutende Geschichten schenken zu können.

Eigentlich hast du gar nicht mit einem großen Erfolg gerechnet, aber dann ist er gekommen. Wie fühlt sich sowas an?

Ganz fantastisch, klar. Wenn auch immer noch ein wenig unwirklich. So in etwa muss sich wohl Aschenputtel gefühlt haben.

Du warst selbstständige PR-Beraterin, bist also Werbeprofi. Wie machst du Werbung für deine Bücher? Was sind deine wichtigsten Kanäle?

Meine Erfahrung im PR-Bereich war für die Vermarktung meiner Bücher insofern sehr wertvoll, als ich schon einen gewissen Überblick über die PR-Möglichkeiten hatte, wichtige Kontakte zur Presse oder auch zu Grafikern mitbrachte und somit gleich loslegen konnte, ohne lange überlegen zu müssen, wie es geht. Dennoch gab es auch bei mir bisher nicht DAS abgefahrene Werbekonzept, sondern ich beschränke mich nach wie vor auf Facebook, Twitter, Homepage mit Blog, Pressemitteilungen und Lesungen.


„Nennen wir es mal Vollzeitjob“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Jo. Gute Frage. Nennen wir es mal Vollzeitjob.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

In erster Linie, dass ich jetzt den Job habe, von dem ich immer geträumt habe, und örtlich, zeitlich und finanziell unabhängig bin. Ansonsten bin ich immer noch ich und hoffe auch, dass es so bleibt.

Für einen Erfolg spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche zwei oder drei Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

1. Ich habe an meinem Traum festgehalten 2. Ich habe Bücher geschrieben, die den Menschen gefallen 3. Ich habe Amazon kdp entdeckt 4. Meine Leserinnen und Leser sind ganz wunderbar.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:
Glaubt an Euch und gebt nie auf!

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Die Rückmeldungen meiner Leserinnen und Leser.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Die Frage impliziert bereits die Antwort: Das Beste am Selfpublisher-Dasein ist die Unabhängigkeit. Ich schreibe und veröffentliche, was ich will, wie ich will und wann ich will. Was mich daran stört? Derzeit gar nichts.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Ein/e Sekretär/in, der/die meine Ablage organisiert ;) Papierkram ist nicht so mein Ding.


„Noch 70 Seiten, dann ist der nächste Krimi fertig“


Du hast viel Ablehnung von Verlagen erfahren. Wenn jetzt ein großer Verlag käme, könnte der dich verführen, dein Self-Publisher-Dasein aufzugeben? Und was müsste er dafür tun?
Ich glaube, dieser Verlag müsste sich eine Menge einfallen lassen, um mich zu überzeugen. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ja. Genau. Eines von mir.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Mein Ermittlerduo Büttner/Hasenkrug ermittelt schon wieder, bis zur Lösung brauchen die beiden noch ca. 70 DIN A4-Seiten. Bis zum Juli werden sie das wohl schaffen. Im August erscheint „Das Teekomplott“ als Hörbuch, im September mein Liebesroman „Single, alleinerziehend …“ in Neuauflage bei Amazon Publishing.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Dafür brauche ich nur vier Wörter: Ihr seid der Wahnsinn!

Ganz herzlichen Dank, Elke. Du hast mit deinen Büchern schon viele Leser gefesselt – und es werden sicher noch mehr werden. Das wünsche ich dir jedenfalls.

Wer mehr über Elke Bergsma erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage besuchen: www.elke-bergsma.de

Noch eine Meldung in eigener Sache: Im Juli wird es eine kleine Sommerpause geben, damit ich fit bin, mein neues Buch bis Herbst fertig zu bekommen. Bis dahin kann man ja die Zeit mit Lesen überbrücken, z. B. mit einem Ostfriesenkrimi, was ja gut zum Sommerfeeling passt.
Viele Grüße – und auch Ihnen eine schöne, erholsame Sommerzeit,
Klaus Seibel.