Neue E-Lese-App für Apple TV: iBooks StoryTime bringt Kinderbücher groß raus

apple-tv-mit-kinderbuch-app„Wenn du eine eins schreibst, darfst du eine Stunde fernsehen, wenn du aber eine sechs schreibst, musst du zur Strafe ein gutes Buch lesen“ — dieser Pädagogen-Witz klingt angesichts von Projekten wie „iBooks StoryTime“ plötzlich ganz schön antiquiert. Denn die neue App für Apple TV bringt nicht noch mehr Games, Videos oder Web-Gewimmel auf den heimischen Hauptbildschirm im Wohnzimmer, sondern ausgerechnet elektronische Kinderbücher für Kids im Vor- und Grundschulalter.

„Was gibt’s heute im TV?“ — „Bücher“

Anfang November startete bereits die US-Version, nun folgt das internationale Roll-Out. Die ab heute erhältliche deutsche Version bietet z.B. Kinderbuchklassiker von Pixi, etwa „Ritter Rodobert und der Yeti“, „Die fliegenden Unterhosen“ oder „Troll zwei…drei…vier“. Interessanterweise ist so ein „StoryTime“-Buch kein interaktives, hochanimiertes „Superbuch“, sondern (zumindest bisher) einfach nur die E-Book-Variante der illustrierten Papier-Version.

Vorlesefunktion lässt sich abschalten

Mit einer Ausnahme: es gibt da eine automatische Vorlese- und Umblätterfunktion. Diese können die hoffentlich immer anwesenden Erziehungsberechtigten aber zum Glück abschalten, und die Rezitation wie auch das Umblättern via Siri Remote selbst übernehmen. Notwendig zur Installation der für Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren empfohlenen App ist eine „Apple TV“-Box der vierten Generation und mindestens die Betriebssystem-Version tvOS 10.0.1.

Amazons neue „Rapids“-App: Kindgerechtes Storytelling im Chat-Modus

amazon-rapids-app-chat-style„Stories come to life, one message at a time“: die neue App „Rapids“ von Amazon.com erzählt Geschichten tatsächlich im Chat-Modus — genau so, wie es die Generation WhatsApp gewohnt ist. Jede Geschichte ist ein Sprechblase um Sprechblase fortlaufendes Zwiegespräch zwischen zwei fiktiven Charakteren, zum Beispiel „Cat“ und „Dog“ , „Shubble“ und „Krog“, „Nightmare“ und „Chamberlain“. Ab und an werden aber auch kleine Bildchen in den Nachrichtenstrom eingefügt.

Zweite Generation des Handy-Romans

Recht clever hat Amazon auf diese Weise sozusagen die zweite Generation des Handy- bzw. Smartphone-Romans erfunden — kurz und knackig waren solche speziell für das kleine Display und die Lektüre on the go geschriebenen Texte ja ohnehin schon. So à la: jeder Satz eine SMS. Nun kommt aber auch noch die der Alltagskommunikatin abgeschaute Dialog-Struktur hinzu.

Zielgruppe: ErstleserInnen ab 7 Jahre

Zielgruppe der ungewöhnlichen E-Book-App sind Erstleserinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren — ihnen wird das Leseverständnis mit Features wie einem integrierten Wörter- und Aussprache-Lexikon sowie einer automatischen Vorlesefunktion so einfach wie möglich gemacht. Das Lesetempo können die Knirpse via Touchscreen ebenfalls steuern.

App ist nur als Abo verfügbar

Hunderte der Chat-Style-Geschichten aus verschiedenen Themengebieten wie Fantasy, Mystery, Sci-Fi oder Sport sind bereits jetzt verfügbar, jeden Monat sollen weitere dazu kommen. Die Rapids-App gibt’s allerdings nur als Flatrate-Abo, anfangs zum Preis von 2,99 Dollar pro Monat. Ob und wann es auch eine deutsche Version geben wird, ist noch nicht bekannt.

Großes Display für die Kleinen: Pixi-Bücher kommen auf das iPad

pixi-buecher-fuer-das-ipad-carlsenPixi-Bücher sind ein Klassiker im Kinderzimmer – schon seit mehr als fünfzig Jahren. Jetzt bringt der Carlsen-Verlag die beliebten Bilderbücher nach und nach auf das iPad. Sechs Titel sind bereits zu haben – zwei davon kann man sogar kostenlos herunterladen: „Ritter Bodobert und der Yeti“ sowie „Kasimir und sein Bauernhoforchester“. Die restlichen Titel gibt’s für jeweils 79 Cent. Technisch fallen die Pixis für das iPad eindeutig in die Kategorie „enhanced E-Books“: es gibt interaktive Bildelemente, Text-to-Speech, Bilderpuzzles und Basteltipps. Außerdem können Eltern (oder Kinder) ihre eigene Vorlesestimme aufnehmen und abspielen.

Aiptek Storybook inColor: Elektronisches Vor-Lesegerät für Kinder im Test

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Mit dem Storybook inColor stößt Aiptek in eine Marktlücke: E-Books für Kinder gibt es schon, ein E-Reader speziell für Kinder fehlte jedoch. Das jetzt lieferbare 8-Zoll-Lesegerät mit Farb-LCD-Display eignet sich sogar schon für drei- bis Sechsjährige. Mehr als zwei Dutzend deutschsprachige E-Bilderbücher sind bereits vorinstalliert – inklusive Vorlese-Stimme. Eine bunte, gut gepolsterte Hülle soll das Storybook endgültig kinderzimmertauglich machen. Für 129 Euro kommt das Gerät jetzt in den Handel. Ob es sich als Weihnachtsgeschenk lohnt, zeigt unser Testbericht.

Vom digitalen Bilderrahmen zum elektronischen Bilderbuch

E-Books für Kinder haben oft einen Haken: sie sind für Endgeräte konzipiert, deren Ergonomie auf Erwachsene zielt. Der taiwanesische Hersteller Aiptek wählt nun einen ganz anderen Ansatz. Mit dem “Story Book” bringt es einen E-Reader auf den Markt, der sich von vornherein an Kinder richtet. Aiptek hat sich bereits einen Namen gemacht mit tragbaren Projektionsgeräten, Grafiktablets oder digitalen Bilderrahmen. Das 1997 gegründete Unternehmen gibt als Ziel die Entwicklung von “humanly friendly Products” an. Das Aiptek Storybook musste natürlich noch darüber hinausgehen – schließlich soll es ja auch kinderfreundlich sein. Vom Äußeren her stimmt das schon mal – bereits die Verpackung ist schön bunt gestaltet, von der Seite sieht sie aus wie eine Handvoll Bilderbücher, die im Regal stehen. Das Gerät selbst sieht für einen Acht-Zoller etwas klobig aus, mit sechs Zentimeter Dicke und einem iPad-ähnlichen Gewicht lässt es sich am besten nutzen, wenn es auf dem Tisch liegt -- oder seitlich steht. Die mitgelieferte Schutzhülle lässt sich herumbiegen als Stütze nutzen, ähnlich wie bei einem Bilderrahmen.

Virtuelles Bücherregal wie bei iBooks

Technisch gesehen ist das Story Book ein Low-End-Tablet -- oder, wenn man so will, ein High-End-Bilderrahmen. Das 8-Zoll-Display mit TFT-Technologie ist zwar schön groß und schön bunt, erlaubt aber bei vollem Betrieb nur eine Akkulaufzeit von zwei bis vier Stunden. Nach dem Einschalten bekommt man virtuelles Bücherregal zu sehen, grafisch aufwändig gestaltet und bereits prall gefüllt. Neben fünfzehn normalen E-Books gibt es auch zwei Titel mit Video-Animationen, erkennbar an einem Filmrollen-Icon. Das jeweils ausgewählte Buch ragt aus dem Regal heraus und ist leicht vergrößert. Bedient wird das Aiptek Storybook über vier extra große Tasten am rechten Gehäuserand – neben dem Einschaltknopf findet man dort eine Menütaste, eine Okaytaste sowie zwei Tasten zum Vorwärts- und rückwarts blättern. Nicht ganz unwichtig für die Nutzung als Vorlesegerät ist natürlich auch der Lautstärkeregler an der oberen Seitenkante. Das Storybook hat sowohl einen Außenlautsprecher wie auch eine Kopfhörerbuchse. Zusätzlichen Content kann man sowohl über den Speicherkarten-Steckplatz hinzufügen oder via USB-Port. Aufgeladen wird das Storybook über einen separates Netzteil, das neben einem USB-Kabel zum Lieferumfang gehört. E-Books shoppen kann man allerdings nur im E-Store von Aiptek – pro Titel muss man 4,95 Euro berappen.

Das Storybook als E-Book-Player

Das Display des Aiptek Storybook inColor ist für Bilderbücher gut geeignet -- es hat eine gute Auflösung und glänzt mit satten Farben. Eigentlich ist das Storybook eher ein E-Book-Player, denn beim Öffnen eines Titels starten parallel die Vorlestimme und der automatische Bildwechsel. Abgesehen von der Stimmer der Vorleserin wird die Handlung bei E-Books wie etwa „Mimi räumt auf“ oder „Mimi macht andere Leute nach“ dabei auch durch Geräusche untermalt. Das Tempo ist recht zügig, aber mit einem Druck auf die Okay-Taste lässt sich der automatische Durchlauf anhalten – und man kann über die Umblättertasten von Seite zu Seite springen. Für die Vorlesesituation ist das natürlich das beste, denn schließlich müssen Kinder ja auch erst mal die Bilder erfassen. Viele Eltern werden auch mit ihnen über die jeweilige Szene sprechen wollen oder sie die Illustration beschreiben lassen. Über die Lautstärkereglung lässt sich die virtuelle Vorleserin auf Wunsch auch komplett ausblenden. Die E-Book-Texte sind zwar sorgfältig eingesprochen worden, doch offenbar nicht von einer ausgebildeten Sprecherin, der Stimme fehlt es deutlich an Volumen. Nicht wirklich überzeugen können die mitgelieferten Video-Animationen („Klipp klapp Klapperschuh“ und „Wer ist die Eins“) -- sie sind für Kinder viel zu schnell gesprochen und lassen sich auch optisch nicht so gut erfassen.

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Froschkonzerte und Hühner ohne Federn

Die textliche und bildliche Qualität der vorinstallierten E-Bilderbücher kann sich insgesamt durchaus sehen lassen. Die teils lustigen, teils auch lehrreichen Geschichten sind altersgemäß erzählt und lassen sich auch gut selbst vorlesen. Im „Froschkonzert“ etwa geht es um die Grundzahlen, die in einem sich wiederholenden, für Kinder gut geeigneten Stil präsentiert werden, wenn erst ein Frosch mit zwei Augen und vier Beinen ins Wasser springt, „Plumps!“, dann zwei Frösche mit vier Augen und acht Beinen, „Plumps!“, „Plumps!“, usw. Manche Geschichten haben auch einen moralischen Anspruch, wie etwa beim „Huhn ohne Federn“, dass am Ende feststellt, dass die Federn der anderen Hühner auch nicht echt sind, oder die Geschichte vom jungen Löwen, der sich gegen den Willen seiner Eltern mit einem jungen Hasen anfreundet. Produziert wurden die elektronischen Bilderbücher für das Aiptek Storybook in China. IllustratorInnen wie Chih-Yuan Chen, Su-Hsia Hsu oder Lai Ma waren bei uns bisher eine unbekannte Größe. Besondere Exotik darf man allerdings nicht erwarten. Ihre Arbeiten fügen sich recht nahtlos in europäischen Sehgewohnheiten ein – nur wenigen Bilderbüchern in der Storybook-Bibliothek mit etwas realistischeren Illustrationen (z.B. „Mein Fahrrad und ich“) merkt man ihr Herkunftsland an.

Was dem Storybook fehlt, ist eine Kindersicherung

Das Aiptek Storybook inColor ist zwar für Kinder gemacht, doch ob man es ähnlich wie ein normales Bilderbuch den Sprösslingen auf Treu und Glauben überlassen sollte, ist eher fraglich. Die grundsätzlichen Funktionen sind einfach zu bedienen, doch leider fehlt eine Kindersicherung, die das Konfigurationsmenü besonders absichert. Auch die automatische Sperre nach einer Betriebsdauer von 20 Minuten – eine Art Pausen-Screen – lässt sich mit einem Druck auf die Okay-Taste überwinden. Auch die Lautstärke von Lautsprechern wie Kopfhörerausgang lässt sich nicht auf einen bestimmten Maximal-Level festlegen. Mit den Eltern zusammen genutzt dürften sich jedoch viele sinnvolle Anwendungen ergeben, etwa unterwegs und auf Reisen. Besonders interessant ist die Möglichkeit, aus dem E-Store von Aiptek weitere E-Books herunterzuladen. Dort gibt es u.a. auch englische Versionen -- „Mimi macht gern andere Leute nach“ heißt dann etwa „Mimi loves to mimic“. Dabei dürfte auch die Vorlesestimme durchaus einen guten Zweck erfüllen. Da Aiptek auf einen eigenen E-Book-Standard setzt, bleibt man allerdings auf das angewiesen, was im E-Store des Unternehmens angeboten wird. Insgesamt ist das Storybook mit einem Verkaufspreis von 129 Euro sein Geld aber auf jeden Fall wert – zumal man es, wie es sich bei Aiptek gehört, auch als digitalen Bilderrahmen benutzen kann.

Aiptek Storybook inColor


Display

8 Zoll TFT-Display, 800x600 Pixel, Farbdarstellung

Gewicht

ca. 700 Gramm

Schnittstellen

USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse

Interner Speicher

1 GB, erweiterbar auf 16 GB (extern)

E-Book-Formate

Aiptek Picture-E-Books

Multimedia-Formate

MP3, JPEG

Weitere Features

Fotoalbum, Diashow (optional mit Musik)

Preis

ab 129 Euro