[Aktuelles Stichwort] Ersatzrate – oder: wie gut oder schlecht ist Piraterie für’s Business?


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Schätzwert, um die Auswirkungen illegaler Downloads von urheberrechtlich geschützten Inhalten auf den Umsatz einer Branche zu berechnen. Bei den Auswirkungen der →E-Book-Piraterie auf den Buchhandel wird von Marktbeobachtern z.T. eine sehr hohe Ersatzrate angenommen. Eine Entsprechung finden solche Hypothesen u.a. im Einsatz von →Digital Rights Management (DRM) durch große Verlage, während die meisten erfolgreichen Self-Publisher und Indie-Verlage darauf verzichten.

Die methodische Grundlage für die Berechnung von Ersatzraten ist ohnehin sehr umstritten. Zum einen ist angesichts eines begrenzten Budgets der Konsumenten anzunehmen, dass nicht jeder zusätzliche, unbezahlte →Download tatsächlich einen bezahlten Download ersetzt.

Zum anderen wird der Markt durch kostenlose legale Downloads beeinflusst, sowohl bei Gratisaktionen von Autoren und Verlagen zu Marketingzwecken wie auch durch →Onleihe und →Public Domain-Titel. Schon dabei sind sowohl konsumdämpfende wie konsumfördernde Effekte denkbar, denn durch solche Angebote lernen viele Leser erst bestimmte Autoren oder Themen kennen, die kostenlosen Downloads verbessern also die →„Discoverability“.

Dass die möglichst freie Zirkulation von Inhalten besondere Vorteile für selten verlangte Titel bietet, belegen u.a. Studien zu Musikdownloads: nach dem die Major Labels Ende der Nuller Jahre auf DRM verzichteten, stieg der Umsatz mit →Backlist-Titeln um dreißig Prozent, während generell ein Zuwachs von zehn Prozent verzeichnet wurde.

Eine ebenso wichtige Rolle spielt aber auch die Breite des verfügbaren legalen Angebots. Die Erfahrungen aus der Musikindustrie zeigen, dass gerade seit der Einführung von Streamingdiensten wie Spotify, die Content im Rahmen von →Flatrate-Abos anbieten, die Nutzung von illegalen Download-Portalen abgenommen hat.


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[Aktuelles Stichwort] Calibre – das Multitool für die private E-Bibliothek


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Calibre ist eine von Kovid Goyal entwickelte Verwaltungssoftware für die private elektronische Bibliothek, das Programm unterstützt auch beim Importieren, Konvertieren und Synchronisieren von E-Books. Es läuft unter Windows, Mac OS X und Linux und ist Open Source, also kostenlos erhältlich.

C. heißt offiziell „E-Book Library Manager“, zu den Grundfunktionen, mit denen man Ordnung in die E-Bibliothek bringen kann, gehört das Auflisten, Filtern und Suchen. Die Software legt auf dem Rechner eine eigene Ordnerstruktur an, deren Struktur auf Autorennamen und Titeln aufbaut. Neben Cover und Inhalt werden auch spezielle Metadaten gespeichert, etwa Autor, Titel, Verlag, Erscheinungjahr und Ort. Das Menü ermöglicht es dem Nutzer, die E-Books mit solchen zusätzlichen Angaben regelrecht zu katalogisieren.

Zu den speziellen Funktionen von C. gehört das Konvertieren von E-Books in unterschiedlichste Formate. Möchte man ein epub-Buch auf einem Kindle-Reader lesen, kann man es mit wenigen Mausklicks in das von Amazon standardmäßig verwendete mobi-Format bringen. Das geht jedoch nur, wenn der betreffende Titel nicht im Rahmen von Digital Rights Management (DRM) geschützt ist. Mit inoffiziellen Plugins wie DeDRM kann man das DRM jedoch bereits beim Importieren eines E-Books in C. unwirksam machen. Aber auch ohne diese Option nimmt das Programm dem Nutzer viel Arbeit ab. Da sich die Konvertierungseinstellungen sehr detalliert gestalten lassen und auch Metadaten und Cover bearbeitet werden können, nutzen viele Selfpublisher C., um ihre Rohdaten in ein gängiges E-Book-Format zu bringen.

Wer auf verschiedenen Mobilgeräten und Readern E-Books liest, wird die Synchronisierungs-Funktion von Calibre schätzen lernen. Besonders interessant für Apple-User: sogar das persönliche iTunes-Verzeichnis lässt sich per Mausklick einbinden. Gängige E-Reader wie Kindle, Pocketbook- oder Kobo-Reader werden von Calibre beim Herstellen einer USB-Verbindung automatisch erkannt und deren Inhalte in die E-Bibliothek eingebunden.

Calibre kann nicht nur E-Books importieren, sondern auch RSS-Feeds von Nachrichtenportalen. Aus dem Feed kann dann wiederum ein E-Book hergestellt werden, das man bequem auf dem E-Reader liest. Calibre lädt die Feeds auf Wunsch automatisch in bestimmten Zeitabständen herunter. Ebenso erfreulich dürfte für viele Nutzer die Möglichkeit sein, via Calibre die eigene E-Bibliothek bei cloudbasierten Services wie Dropbox zwischenzuspeichern, um sie dann von verschiedenen Mobilgeräten aus zu nutzen.

Download & weitere Infos:

www.calibre-ebook.com

Literaturtipp:

„Calibre – das E-Book Multi-Tool“ von Frank Großklaus & Mirko Russo

(www.calibre-handbuch.de)


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[Aktuelles Stichwort] E-Book-Pricing: auf der Suche nach dem perfekten Preis


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Unter E-Book-Pricing versteht man die Preisgestaltung von elektronischen Büchern, insbesondere auch im Hinblick auf das Preisverhältnis zu Hardcover und Taschenbuch. Da die Buchpreisbindung in Deutschland auch für E-Books gilt, dürfen E-Books zwar günstiger angeboten werden als gedruckte Bücher, müssen jedoch auf allen Plattformen zum selben Preis verkauft werden. Ebensowenig möglich ist dynamisches Pricing (>>„Pay-What-You-Want“). Erlaubt sind aber neben >>Gratis-Marketing vergünstigte >>Bundling- und >>Flatrate-Angebote.

Große Verlage bieten E-Books hierzulande in der Regel zwanzig Prozent günstiger als die günstigste verfügbare Druckvariante. Das führt bei Neuerscheinungen, die zunächst nur als Hardcover erhältlich sind, nicht selten zu E-Book Preisen um 20 Euro. Mit solchen Strategien wird u.a. versucht, das traditionelle, auf den besonders hohen Margen für Hardcover basierende Geschäftsmodell zu bewahren. Grundsätzlich lassen sich durch niedrige E-Book-Preise und hohe Absatzzahlen ähnliche oder sogar größere Gewinne erzielen als mit hoch angesetztem Pricing. Darauf basiert die Low-Price-Strategie vieler Digital Only-Verlage.

In den USA und Großbritannien werden nicht nur Print-Bücher stark rabattiert, sondern auch E-Books deutlich niedriger bepreist, was u.a. dazu führt, das Originalversionen englischsprachiger Romane und Sachbücher auch für deutsche Kunden (etwa via Amazon.de, Kobo etc.) deutlich günstiger erhältlich sind als die entsprechenden Übersetzungen.

Bei einer neuen Warenform wie dem E-Book gibt es keine Erfahrungswerte, insofern sind aktuelle Pricing-Strategien als Experimente zu verstehen, mit denen man herausfinden will, welche Preise von den Kunden akzeptiert werden. Der große Erfolg von günstigen Self-Publishing-Titeln insbesondere bei Amazon.de weist darauf hin, dass auch in Deutschland der ideale Preis deutlich niedriger liegt als das Pricing klassischer Verlage. Die Top 100 im Kindle Store wird bereits zu zwei Dritteln dominiert von Titeln, die zwischen 2,00 Euro und 5,00 Euro kosten.

Durch die Staffelung der Tantiemen versuchen große Plattformen teilweise Einfluss auf das Pricing zu nehmen, in dem für E-Books unterhalb bzw. oberhalb einer bestimmten Schwelle deutlich weniger Geld an die Rechteinhaber ausgeschüttet wird (bei Amazon z.B. 35 Prozent statt 70 Prozent).


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[Aktuelles Stichwort] BitTorrents: E-Books & Audiobooks via P2P-Filesharing direkt vermarkten


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BitTorrent, alternative Download-Methode insbesondere für größere Datenmengen, bei der die jeweilige Datei nicht von einem zentralen Server heruntergeladen wird, sondern über einen Schwarm von Nutzern verteilt ist, die sich bereits heruntergeladene Teile der Datei gegenseitig zur Verfügung stellen (auch Peer-to-Peer oder P2P genannt).

Im Gegensatz zum normalen FTP (File Transfer Protocol), mit dem man per Klick auf einen Download-Link im Browser etwa ein E-Book, ein Musikstück oder ein Video direkt von einem bestimmten Server herunterlädt, spricht man bei BitTorrent deswegen von „kollaborativem Filesharing“.

Für jede Datei wird ein eigenes Verteilernetz aufgebaut, zentral abgelegt wird nur eine wenige Kilobytes große Torrent-Datei (Kürzel .torr oder .torrent), die Informationen zum Dateinamen, Dateigröße und den einzelnen Segmenten enthält, sowie normalerweis den Link auf eine sogenannte „Tracker“-Adresse, hinter der sich eine ständig aktualisierte Liste der Nutzer (Peers) verbirgt, die aktuell online sind und Teile der Datei zur Verfügung stellen können.

In der Buchbranche lohnt sich der Einsatz von BitTorrents, wenn etwa ein Bestseller-Autor ein neues Buch herausbringt und Promotion-Material oder eine Leseprobe an so viele Interessenten wie möglich verteilt werden soll, ohne dass man große technische Ressourcen vorhalten muss. In den USA nutzte Timothy Ferriss 2012 diese Methode, um sein Buch „The 4-Hour-Chief“ zu vermarkten. Im Jahr darauf promotete Ferriss auf diese Weise auch die Audio-Book-Version von „The 4-Hour-Chief“. Durch das Abonnement des zum Buch gestarteten Newsletters konnte via BitTorrent sogar das vollständige Hörbuch heruntergeladen werden.

Verwendet wird BitTorent auch im Bereich der E-Book-Piraterie, so verweisen etwa die Suchergebnisse der populären Website „The Pirate Bay“ auf BitTorrents. Anders als beim Verweis auf sogenannte „One-Click-Hoster“ gibt es keinen eindeutigen Ort, an dem einzelne E-Book-Dateien bzw. E-Book-Archive gespeichert sind, und somit auch nicht die Möglichkeit, die Daten löschen zu lassen, was aktive Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen erheblich erschwert.


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[Aktuelles Stichwort] Buchtrailer – Bewegtbild-Marketing für Buchstaben


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Buchtrailer (von: Trailer, engl. Filmvorschau), vor allem online verbreiteter Video-Clip, mit dem neu erschienene Bücher beworben werden, wobei die jeweilige Inszenierung von einfachen Standbildern und musikalischer Untermalung über Animationen bis hin zu von Schauspielern gestellten Szenen und gesprochenen Dialogen reicht. Gut gemachte Buchtrailer können die >>Discoverability deutlich erhöhen, vor allem durch die Verbreitung von Links bzw. eingebetteten Videos in sozialen Medien.

Neben Verlagen nutzen auch Self-Publisher Buchtrailer als Marketing-Instrument (vgl. das Portal indie-buchtrailer.de), in der Regel werden für die Produktion spezielle Dienstleister beauftragt, in Deutschland z.B. die Hamburger Agentur LitVideo (vgl. Videoübersicht auf litvideo.de/video). In den USA ist die Buchtrailer-Plattform BookReel.com sehr populär, von Publishers Weekly wurde sie als „MTV für Bücher“ beschrieben.


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[Aktuelles Stichwort] Twitteratur – Storytelling im Zeichen der Raute


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(gebildet aus: Twitter und Literatur), literarische Texte, die über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht werden bzw. dessen stilistische Eigenheiten (z.B. Länge von 140 Zeichen, Schlagwörter mit Hashtag etc.) simulieren.

Einzelne Romane bzw. Short-Storys werden von Autoren Satz für Satz live getwittert, ähnlich einer Lesung. Zu den ersten auf diese Weise veröffentlichten Werken gehörte Rick Moodys im Jahr 2009 in 153 einzelnen Folgen getwitterte Kurzgeschichte „Some Contemporary Characters“.

Daneben veröffentlichen viele Twitterati einzelne Tweets als in sich geschlossene Kürzesterzählungen, Apercus oder Haiku-artige Sentenzen und versuchen auf diese Weise eine große Zahl von Followern zu gewinnen.

Oft wird T. separat als Sammelband veröffentlicht, vgl. etwa die „Tiny Tales“ des deutschen Autors von Florian Meimberg (2011). Zu den Klassikern der simulierten Twitteratur gehört „Twitterature: The World’s Greatest Books Retold Through Twitter“ von Alexander Aciman und Emmett Rensin (2009).

Vergleichbar mit Twitteratur sind literarische Experimente in sozialen Netzwerken wie Facebook, vgl. den Begriff „Facebook-Roman“, in der Regel sind die Textsegmente dort aber länger und haben eine andere Struktur.


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[Aktuelles Stichwort] Pflichtexemplar, alles klar? Auch Self-Publishing-Titel sind Kulturerbe


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Mit der Ablieferung von Pflichtexemplaren an die deutsche Nationalbibliothek (DNB) bzw. die regionalen Landesbibliotheken soll die dauerhafte Katalogisierung und Archivierung aller Druckerzeugnisse sichergestellt werden. Diese Ablieferungspflicht gilt nicht nur für Verlage, sondern auch für Selfpublisher, die Bücher via Print-On-Demand, als E-Book oder Hörbuch veröffentlichen. Innerhalb einer Woche nach der Publikation müssen alle Werke der DNB zur Verfügung gestellt werden. Ausgenommen sind nur solche Veröffentlichungen, die in weniger als 25 Exemplaren verbreitet werden sollen.

Printexemplare werden in zwei Exemplaren an den zuständigen DNB-Standort verschickt (Frankfurt a.M. bzw. im Ostdeutschland Leipzig), in der Regel ein weiteres Exemplar an die regionale Landesbibliothek (Ausnahme: Bayern/Badenwürttemberg zwei Exemplare). Alle digitalen Veröffentlichungen (die DNB nennt sie „Netzpublikationen“) wie etwa E-Books können nach einer kostenlosen Registrierung mit einem speziellen Webformular auf der Website dnb.de hochgeladen werden. Die DNB akzeptiert aus archivarischen Gründen ausschließlich E-Books in den Branchenstandards epub und PDF, via Kindle Store im mobi-Format veröffentlichte Titel müssen deswegen in Richtung epub umformatiert werden.

Die Ablieferungspflicht besteht unabhängig davon, ob der jeweilige Titel über eine >>ISBN verfügt oder ob die Veröffentlichung in das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) aufgenommen wurde. Der an das VLB angeschlossene >>Distributor >>libreka bietet Verlagen bzw. Autoren an, Pflichtexemplare ausgelieferter E-Books über eine bei der DNB individuell zu beantragende Schnittstelle automatisch weiterzuleiten.


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[Aktuelles Stichwort] Open Access – goldener Weg zur Wissensgesellschaft?


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Mit Open Access („offener Zugang“) wird der uneingeschränkte öffentliche Online-Zugang zu Forschungsergebnissen bezeichnet, die vor allem in Form von elektronischen Zeitschriftenartikeln, aber auch als als Abschlussarbeiten, Buchkapitel oder Monographien in digitaler Form vorliegen. Entsprechende Forderungen hat die sogenannte Open-Access-Bewegung bereits parallel zum Internet-Boom der 1990er Jahre erhoben. In der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zum wissenschaftlichen Wissen“ haben sich im Jahr 2003 führende deutsche und internationale Forschungsorganisationen zu den Prinzipien von Open Access bekannt.

In der Praxis haben sich vor allem zwei Formen des Open Access etabliert: beim „goldenen Weg“ findet die Erstveröffentlichung in einem Open Acess-Medium mit Peer-Review statt, das online kostenlos zugänglich ist. Idealerweise werden die Inhalte dabei unter eine nicht-exklusive Lizenz wie etwa >>Creative Commons gestellt. Beim „Grünen Weg“ wird der wissenschaftliche Text parallel in einer konventionellen Zeitschrift veröffentlicht und vom Autor oder einer Bibliothek online unter Open-Access-Bedingungen zugänglich gemacht.

Open Access ist als digitale Antwort auf die „Zeitschriftenkrise“ im Bibliothekswesen gedacht – schrumpfende Anschaffungsetats standen einer steigenden Zahl von gedruckten Zeitschriften wie auch steigenden Abonnementsgebühren gegenüber. Die Digitalisierung bot die Chance einer Transformation des bisherigen Systems, das den Steuerzahler doppelt belastete: erst musste Forschung mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, um die Ergebnisse über Bibliotheken zugänglich zu machen, floß dann erneut Geld an privatwirtschaftlich organisierte Wissenschaftsverlage.

Schätzungen zufolge publizierten im Jahr 2012 etwa ein Drittel aller wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer-Review unter Open Access-Bedinugngen. Zu den international erfolgreichsten Open-Access-Projekten gehört PLOS (für Public Library of Science), unter dessen Dach mittlerweile sieben elektronische Open Access-Zeitschriften erscheinen, darunter das renommierte PLOS Biology. Seit dem Start 2003 wurden via PLOS bereits mehr als 100.000 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht.

Weitere Informationen zu Open Access in Deutschland: open-access.net


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[Aktuelles Stichwort] Web-Comics – Reichweite gibt’s online, Rendite via Print-Version


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Webcomics sind eine besondere Form von >>E-Comics, die von Anfang an über das World Wide Web veröffentlicht werden, also sich direkt im Browser lesen lassen. Viele Webcomics erscheinen mehrmals in der Woche bzw. im Monat als Serie, in Deutschland z.B. „Das Leben ist kein Ponyhof“ oder „Ahoi Polloi“. Kapitelweise in größeren Abständen erscheint ein Webcomic wie „Wormworldsaga“.

Webcomics kann man in der Regel kostenlos lesen. Die Monetarisierung findet durch freiwillige Spenden (>>Crowdfunding), den Verkauf von Print-Versionen (z.B. via >>Crowdpublishing) oder Merchandizing statt. International erfolgreiche Beispiele für die Kombination von Gratis-Webcomic und Print-Verkauf sind „Zahra’s Paradise“, „Sailor Twain“ oder „A.D. New Orleans after the Deluge“.

Oft wird zur internationalen Vermarktung die Crowdfunding-Plattform Kickstarter genutzt. Mit einer >>Pre-Order-Kampagne gelang es 2014 dort auch erstmals einem deutschen Comic-Zeichner, die englischsprachige Print-Version eines populären Webcomics erfolgreich zu vermarkten („Worworld-Saga“).

Zu den ältesten noch existierenden Webcomics gehören „Rogues of Clwyd-Rhan“ (1994), „The Polymer City Chronicles“ (1995) sowie „Eric Monster Millikin“ (1995). Nicht selten werden Webcomics von unabhängigen Zeichnern selbst auf einer eigenen Website präsentiert. Ähnlich wie Blogs nutzen Webcomic-Betreiber oft die Blogging-Software WordPress, erweitert durch spezielle Plugins wie Comicpress.

Kommerzielle E-Comic-Anbieter wie ComiXology oder Maddog Comics ermöglichen mit speziellen >>HTML5-Apps neben der Lektüre auf Smartphone oder Tablet ebenfalls die browserbasierte Lektüre auf dem Desktop. Auf diese Weise lassen sich sowohl Leseproben anschauen wie auch (wenn man eingeloggt ist) gekaufte Inhalte betrachten.


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[Aktuelles Stichwort] E-Book-Piraterie – Fluch oder Segen für die Buchbranche?


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E-Book-Piraterie bezeichnet die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter elektronischer Bücher im Internet, insbesondere über >>Download-Plattformen und Tausch->>Foren, als Technik zur dezentralen Distribution werden dabei in der Regel >>BitTorrents genutzt. Von E-Book-Piraterie betroffen sind vor allem klassische Verlage, in zunehmendem Maße allerdings auch Selfpublisher.

Kein Teil von E-Book-Piraterie ist etwa die kostenlose Verbreitung von >>gemeinfreien Werken (vgl. auch: >>„Public Domain“), deren Schutzfristen abgelaufen sind, wie auch die Verbreitung von Werken im Rahmen von nicht-exklusiven Lizenzen (vgl. >>Creative Commons).

Das deutsche >>Urheberrecht schützt digital veröffentlichte Werke grundsätzlich im selben Maß wie gedruckte Werke vor nicht autorisierter Verbreitung. Zusätzlichen Schutz sollen technische Maßnahmen bieten, die das Anfertigen von Kopien verhindern (>>Digital Rights Management/DRM). In der Praxis sind sie jedoch wirkungslos, da alle bisherigen DRM-Standards umgangen werden können und bereits eine einzige DRM-freie Kopie ausreicht, um einen Titel über Download-Plattformen weltweit zu verbreiten.

Ähnlich wie zuvor im Musik-Business haben Raubkopien die Nachfrage nach aktuellem digitalem Lesestoff bereits befriedigt, bevor legale Kopien überhaupt im Umlauf waren, insbesondere in den Jahren vor 2010, als Verlage sich gegenüber E-Publishing noch abwartend verhielten. Die Digitalisierung gedruckter Bücher durch die E-Book-Piraten fand dabei mit Hilfe der selben Scanner-Technik und >>OCR-Software statt, die mittlerweile auch von Verlagen zur nachträglichen Digitalisierung von älteren >>Backlist-Titeln genutzt wird.

Der im Bereich immaterieller Güter eigentlich irreführende Begriff Piraterie wird einerseits von der Content-Industrie als politischer Kampfbegriff benutzt (vgl. auch den Begriff Raubkopie), um gesetzliche Maßnahmen zur lückenlosen Überwachung des Datenverkehrs und zur konsequenten Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen durchzusetzen, andererseits bezeichnen sich aber auch die Copyrightgegner selbst als Piraten, um damit an die Debatte um Sharing-Kultur und digitale Gemeingüter anzuknüpfen.

Auch wenn das Verleihen, Verschenken oder Wiederverkaufen von E-Books (>>First-Sale-Doktrin) bisher eher unüblich ist, betrifft der Kauf (bzw. bezahlte >>Download) von neuen E-Books en detail ähnlich wie bei gedruckten Büchern nur einen vergleichsweise kleineren Teil der Text-Zirkulation, da sich neben dem Bereich gemeinfreier Klassiker oder creative-commons lizensierten E-Books etwa mit Onleihe und Flatrates zahlreiche neue Nutzungsarten bzw. Geschäftsmodelle etablieren.

Die ökonomischen Auswirkungen von E-Book-Piraterie (>>Ersatzrate) lassen sich nur schwer beziffern, da gerade Vielleser, die Download-Plattformen nutzen, oft parallel zu den besten Kunden legaler Online-Buchhändler gehören, und unbekanntere Autoren in punkto >>Discoverability vom kostenlosen Angebot ihrer Titel durchaus profitieren.

Teilweise kooperieren unabhängige Autoren mit Download-Plattformen, um ihren Titeln eine höherer Reichweite zu ermöglichen, manche Download-Plattformen bieten zu diesem Zweck auch spezielle Promotion-Möglichkeiten an.

Literaturhinweis:

Matt Mason, The Pirate’s Dilemma. How Youth Culture Reinvented Capitalism (2008), E-Book-Download via thepiratesdilemma.com (Pay-what-you-want).


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