„PDF only“ trifft Content Marketing: Sister Mag, das „Journal für die digitale Dame“ schreibt schwarze Zahlen

sistermag-heftcoverSisterMag, Untertitel: „Das Journal für die digitale Dame“ berichtet alle zwei Monate neu über Lifestyle-Themen wie Mode, Essen & Trinken, Reisen, Beauty oder DIY. Am Kiosk wird man das Heft aber nicht finden — das von Antonia Sutter und Theresa Neubauer im Jahr 2012 gegründete Magazin erscheint nämlich „Digital Only“. Letzlich kein Wunder, denn Mitgründerin und Betriebswirtin Theresa Neubauer hat schon in ihrer Diplom-Arbeit über die Zukunft von Zeitschriften im digitalen Zeitalter geforscht.

Schwerpunktthemen als Anknüpfungspunkt

Die Kombination PDF-Format plus cleveres Content-Marketing-Konzept ermöglichte nicht nur den Verzicht auf Anzeigen oder Bezahlschranke, sondern sicherte zugleich die Profitabilität — SisterMag schreibt quasi seit Beginn schwarze Zahlen. Mit Summen ab 30.000 Euro können Unternehmen Medienpartner für eine Ausgabe werden, passenderweise kreist jedes Heft auch um ein Schwerpunktthema. Wohlgemerkt: Die Sponsoren steuern das Thema bei, für die professionelle journalistische und designerische Umsetzung sorgt dann die Redaktion selbst, wie man es auch aus dem Corporate Publishing-Bereich kennt.

Konzept klappt auch ganz ohne Magazin

Die hohe Nachfrage nach solchen Dienstleistungen hat inzwischen zu einer Ausgründung geführt — mit dem SisterMag-Studio gibt es parallel zum Magazin auch eine Agentur für Content-Produktion jenseits des regulären Digi-Magazins. Der Verlag, in dem Sister Mag erscheint, heißt übrigens sinnigerweise „Carry-On Publishing“. Mit anderen Worten: Das Publishing geht weiter, auch ohne Zeitschriften aus Papier. Derzeitige Reichweite von SisterMag: 200.000 Leserinnen.

(via kress.de)

Neue Textur für Apple News: Cupertino plant offenbar Magazin- & Zeitschriften-Flatrate

apple-news-plus-textureWenn ein großer Konzerne ein kleines Startup verschluckt, stellt sich immer die Frage: Was wird er damit machen? Nach der Übernahme der Texture-App („Magzines unbound & unlimited“) durch Apple scheint das absehbar zu sein — Apple will der iPhone- und iPad-Gemeinde offenbar nicht nur kuratierte Nachrichten im Rahmen der Apple News-App bieten, sondern auch eine Content-Flatrate.

Texture bot bereits mehr als 200 Titel

Die bisherige Texture-App hatte bereits über 200 Magazin-und Zeitschriften-Titel im Angebot — die Jungs aus Cupertino werden aber bestimmt noch mehr Verlage ins Boot holen. Vorbild könnte hier das Rundum-Angebot von Apple Music sein (und auch hier ging das Unternehmen zunächst auf Einkaufstour und schluckte den Subskriptionsdienst Beat Music). Auch bei spätem Eintritt in bereits erschlossene Märkte lautet die Devise von Apple ja bekanntlich: Wenn schon, dann richtig.

App-Umsätze ergänzen iPhone-Verkauf

Mit dem forcierten Verkauf von Dienstleistungen via App will Apple wohl auch einem strukturellen Problem begegnen: die iPhone-Verkaufzahlen lassen sich nicht mehr beliebig steigern, also muss das Wachstum auf anderen Feldern erzeugt werden. Eine breite Plattform ist mit all den iOS-Nutzers weltweit vorhanden. Vielleicht kommt Apple News in neuer Form dann ja auch nach Deutschland?

Buchstaben bewegen, Bewegtbild bewegt auch: „The Atlantic“ verstärkt Youtube-Aktivitäten

The-Atlantic-VideoDer „New Yorker“ macht’s schon lange vor, u.a. via Amazon Prime, nun intensiviert auch „The Atlantic“ die Aktivitäten im Video-Genre. Für die Distribution allerdings setzt das 1857 gegründete Magazin zukünftig verstärkt ein beinahe „traditionelles“ Digital-Medium ein, nämlich den eigenen Youtube-Channel.

Schon bisher produziert das „Atlantic-Studio“ zum Beispiel politische Bewegtbild-Rubriken wie „The Atlantic Argument“ oder „Unpresidented“, mit „You are here“ kam jüngst eine Wissenschafts- und Technik-Reihe dazu. Neben diesen Shorties und animierten Erklärfilmchen gibt es auch Mini-Documentaries mit 10 bis 15 Minuten.

Diese Form des visuellen Zeitschriften-Essays bzw. der Reportage ergänzt eindrucksvoll die Lesestücke im gedruckten Magazin. Besonderer Vorteil der forcierten Youtube-Präsentation: auf der Video-Plattform lauert das potentiell größte Publikum, und verbunden mit der Einnahmequelle der Pre-Roll-Werbespots auch eine effektive Form der Monetarisierung.

Zugleich richten sich auf diese Weise – hopefully – noch mehr Augen auf das „andere Amerika“, also jene mediale Gegenöffentlichkeit, die es trotz Trump, Fox und anderen Breitbärten zum Glück immer noch gibt….

(via Digiday UK)

Vorgestellt: Scene World, ein „Diskettenmagazin“ für die C64-Szene

c64-diskmag-sceneworld„Diskettenmagazin“, dieses Wort jagt allen Retro-Freunden wohlig-nostalgische Schauer über den Rücken. Denn die Mutter aller E-Mags hatte ihre große Zeit in den späten 1980er Jahren, in Deutschland etwa in Form von „Input64“ (Heise), das auf Floppy-Disk wie auch Kassette über den Zeitschriftenhandel vertrieben wurde. Dieses Diskmag überlebte nur bis 1988. Eins gibt es aber immer noch — nämlich die „Scene World“, 2001 gegründet vom deutschen C64-Enthusiasten Joerg „Nafcom“ Droege, herausgegeben von einer knapp 20köpfigen Redaktion von Szene-Aktivisten. Zweimal pro Jahr wird via Scene World-Website eine neue Ausgabe als herunterladbares Disk Image bereitgestellt, zuletzt die Ausgabe 26. Man kann die „Scene World“ natürlich mit Original-Hardware nutzen, genauso aber via VICE Emulator, mittlerweile sogar eingebettet im Browser.

Bedienung mit C64-Maus

Die Nutzeroberfläche in klassischer C64-Grafik ermöglicht das Anwählen von Themen-Menüs, und das Scrollen durch den Text. Bedient wird „Scene World“ entweder mit dem guten alten Joystick oder der Original-Commodore 1351 Maus — eine kleine Hommage an das legendäre GEOS.

Zu den regelmäßigen Rubriken gehören neben Hardware-Reviews jeweils Berichte über einzelne Sphären der Commodore-Szene, unterteilt in die US- & Asien-Schiene („NTSC“) wie auch Europa („PAL“), C64-Party-Scene und nicht zuletzt die BBS-Scene (es existieren tatsächlich noch Dutzende Mailboxen im C64-Format, die via Telnet mit dem Programm CGTerm dargestellt werden können…).

Blick über den Tellerrand

Im Unterschied zu anderen Szene-Magazine versuchte Scene World von Anfang an, über den Tellerand der C64-Cracking- und Demo-Community zu blicken, etwa durch eine Podcast- und Interview-Rubrik, in der auch Experten und Zeitzeugen zu Wort kommen, die nicht direkt mit Commodore zu tun hatten.

Auf Scene World bekommt man natürlich nur die Mitschriften zu lesen, die Orignal-Podcasts und Video-Interviews findet man auf sceneworld.org, das sich jenseits vom Disk-Mag selbst längst zum eigenständigen Portal gemausert hat, auf dem man das ganze Jahr über C64-News findet.