Keiner frisst mehr Formate: PocketBook Touch HD 3 in Tests vor Tolino & Kindle

PocketBook_Touch_HD_3Der E-Reader-Markt ist inzwischen recht übersichtlich geworden — eigentlich dreht sich alles nur noch um die großen drei: Kindle, Tolino, Pocketbook. In punkto Qualität gab es dabei meist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amazon und der Tolino-Allianz, doch inzwischen hat der ewige Dritte offenbar aufgeholt: bei aktuellen Tests lag nämlich der PocketBooks neuestes Modell Touch HD3 deutlich vorn. So schrieb etwa ComputerBILD: „Kein anderer eBook-Reader ‚frisst’ so viele verschiedene Buchformate, und kein anderer Reader bietet einen MP3-Player für Musik und Hörbücher. Dazu kommen eine sehr gute, intelligente Hintergrundbeleuchtung, flotte Bedienung und das im Sichttest beste Display.“

Konkurrenzlos viele Features

ALLESebook.de wiederum gefiel vor allem die konkurrenzlose Kombination nützlicher Features: „Der Touch HD 3 vereint hardwareseitig einen Wasserschutz, Lagesensor und Blaulichtreduktion, mit softwareseitig der besten Bibliotheksfunktion und PDF-Anzeige am Markt. Die Hörbuchunterstützung, der überarbeitete Musikplayer und die zahlreichen praktischen Synchronisationsmöglichkeiten runden das Angebot ab.“

Und das Börsenblatt urteilt: „Vom Preis-Leistungs-Verhältnis kriegt man hier das Meiste.“

Smartlight & Audio via Bluetooth

Das PocketBook TouchHD3 wurde erstmals auf der Frankfurter Buchmesse 2018 präsentiert und ist seit Ende 2018 zum Preis von 159 Euro lieferbar. Wie das Vorgängermodell verfügt der PocketBook Touch HD 3 über ein sechs Zoll großes E-Ink-Carta-Display mit einer Auflösung von 1072 x 1448 Pixeln (entspricht 300 dpi), das Gehäuse wurde jedoch verschlankt, das Gewicht sank auf 155 Gramm. Mittels der integrierten Smartlight-Technik kann neben der Helligkeit auch die Farbtemperatur der Frontbeleuchtung reguliert werden. Lesen lassen sich mit dem Gerät ePub-Dateien, PDF-Dateien und zahlreiche weitere Formate, auch im Rahmen der Onleihe. Die Audiofunktionen kann man abgesehen von der Mikro-USB-Schnittstelle beim neuen Modell nun auch via Bluetooth nutzen.

Kein Color-Kindle, nirgends? Amazon will Display-Tochter Liquavista den Saft abdrehen

Liquavista electrowetting displayWas für eine (fast) unendliche Geschichte rund um ein stromsparendes Farb-Display made in the Netherlands, das am Ende wohl doch nie auf den Markt kommt: erfunden wurde dieses auf Electrowetting-Technologie basierende Konzept von Philips, dann 2006 ausgegründet unter dem Namen Liquavista, 2011 übernommen von Samsung, dann 2013 an Amazon verkauft. War’s das, oder kommt da noch was?

Statt Farbdisplay wurde monochromes E-Ink weiterentwickelt

Das lange erwartete Kindle mit reflexivem Farb-Display ließ bisher nämlich bei jeder neuen Generation des Readers auf sich warten. Statt Farbe gab es immer höhere Auflösungen des schwarz-weißen E-Ink-Displays, und immer besseren Kontrast. Zugleich wurden hintergrundbeleuchtete LED-Displays für Smartphones und Tablets immer stromsparender, während die Akku-Kapazität wuchs.

Als Amazon Liquavista schluckte, war der Reader-Boom vorbei

Dazu kommt: Als Amazon Liquavista schluckte, war der Höhepunkt des E-Reader-Booms längst überschritten, inzwischen handelt es sich nur noch um einen Nischenmarkt. Das letzte Kapitel könnte sich nun anbahnen: wie der niederländische Tech-Blog Bits&Chips von Brancheninsidern erfahren haben will, plant Jeff Bezos offenbar die Abwicklung des Liquaviste-Standortes in Eindhoven: die Entscheidung sei bereits im letzen Jahr gefallen, bis Ende 2018 soll schrittweise der Betrieb eingestellt werden, die technischen Anlagen werden demontiert und in die USA transportiert.

(Via The Digital Reader sowie Bits&Chips)

Das erste „Kindle für Blinde“ kommt: Canute, ein Multiline-Braille-Reader made in Britain

canut-braille-readerEs sieht aus wie eine Mischung aus futuristischer Tastatur und Retro-Atarikonsole — und ist doch keins von beidem: mit „Canute“ kommt in Kürze ein haptischer E-Reader auf den Markt, Zielgruppe: Blinde und Sehbehinderte, die mit dem Finger Braille-Schrift lesen. Insgesamt 360 ertastbare Braille-Zeichen auf neun Zeilen kann das Gerät darstellen, und ist damit deutlich flexibler als bisherige, einzeilige Braille-Reader. Auf diese Weise lässt sich nicht nur formatierter Text besser darstellen — etwa E-Books — sondern auch mathematische Formeln, Tabellen oder Partituren.

Weltweit 150 Mio. Braille-Leser

Entwickelt wurde „Canute“ vom gemeinwohlorientierten britischen Unternehmen Bristol Braille Technology in Zusammenarbeit mit einer großen Community von blinden und sehbehinderten Menschen, die allesamt auf die traditionelle Braille-Schrift vertrauen. Weltweit soll die Braille-Gemeinde sogar bis zu 150 Millionen LeserInnen umfassen — die Zahl der verfügbaren Lese-Angebote ist jedoch sehr begrenzt.

Bisher keine Multiline-Reader auf dem Markt

Insofern könnte Canute die Braille-Lektüre im Alltag deutlich erleichtern — der anvisierte Gerätepreis von 700 bis 1000 Euro dürfte zumindest diejenigen nicht abschrecken, die auch bereit sind, ein neues iPhone oder iPad zu kaufen. Am wichtigsten scheint ohnehin, das überhaupt endlich mal ein moderner Braille-Reader verfügbar ist — vergleichbare Projekte wie etwa das Dual-Screen-Gerät „Blitab“ (Braille-Feld plus LED-Touchscreen) lassen immer noch auf sich warten.

Canute dagegen ist schon etwas weiter, erste funktionsfähige Testgeräte sollen ab März in Umlauf gebracht werden, später im Jahr wird dann die Serienproduktion starten — nicht in Asien, sondern in Großbritannien. Auch das klingt natürlich sehr vorbildlich.

(via The Digital Reader)

Fünf Jahre Tolino: erfreulicher Publikumserfolg trotz Pleiten, Pech und Pannen

tolino-fuenf-jahreIm März 2013 ging ein Raunen durch die E-Reading-Nation Deutschland: nach fünf Jahren Marktdominanz durch Amazons Kindle hatten die deutschen Buchhändler zusammen mit der Telekom als Technologiepartner endlich eine gemeinsame Antwort gefunden — die Tolino-Allianz war geboren. Konkurrenzfähige Tolino-Reader, anfangs auch Tolino-Tablets, später Tolino-Apps, eine benutzerfreundliche E-Book-Cloud-Lösung, Beteiligung der unabhängigen Buchhändler über den Barsortimenter Libri als Kooperationspartner, seit neuestem auch ein E-Book-Verleihservice namens tolino select: die Gutenberg-Galaxis hat zurückgeschlagen, voll auf der Höhe der Zeit.

Kopf an Kopf-Rennen mit Amazon

Das zeigen auch die Zahlen — Amazon mag zwar knapp Marktführer sein im deutschen E-Book-Geschäft, doch die Gran Tolino Koalition hält mit knapp 40 Prozent Marktanteil wacker dagegen, erst recht seit dem mit der Mayerschen Buchhandlung und Osiander auch große regionale Ketten mit an Bord sind. Die Präsenz im stationären Geschäft gehört zur besonderen Stärke der Marke Tolino — in tausenden Filialen der großen und kleinen Ketten wie auch vieler Indie-Buchhandlungen sind die Geräte zu finden, kundige Beratung durch die Buchhändler inklusive.

Tolino-Allianz erhält Vielfalt auf dem E-Book-Markt

Tolino ist am Ende der Hauptgrund dafür, dass der deutsche Buchmarkt auch 2018 noch anders aussieht als etwa in den USA oder Großbritannien — dort haben es die Kindle-Gegenspieler längst aufgegeben, der E-Book-Markt ist gleich Amazon, und umgekehrt. Dass diese Gleichung in Deutschland, und auch in Tolino-Exportmärkten wie Österreich, Schweiz, Benelux und Italien nicht so einfach aufgeht, ist wirklich mal ein Grund zum Feiern.

Kleiner Reader, dein Weg war ein steiniger

Eine makellose Erfolgsgeschichte ist Tolino allerdings nicht. Der Einstieg der unabhängigen Buchhändler wurde anfangs verpatzt, die Weltbildpleite schwächte die Allianz ebenso wie die Turbulenzen von Thalia und zuletzt der Wegfall des Technologiepartners Deutsche Telekom, für den Rakuten-Kobo einspringen musste. Nicht zuletzt machten immer wieder fehlerhafte Updates den Nutzern der E-Reader das Leben schwer, ausgerechnet zum fünften Geburtstag gelangte in diesen Tagen wieder solch ein Schmankerl auf die Lesegeräte.

Zum Glück soll es sich bei den Tolino-Kunden ja überwiegend um „Hybrid-Leser“ handeln, die sowohl digital wie analog lesen — Ersatzlektüre dürfte also in den meisten Fällen zur Hand sein…

Abb.: mytolino.de

Kobo-Reader im Supermarktregal: Rakuten/Kobo paktiert mit US-Einzelhandelskonzern Walmart

walmart-goes-koboWas sich bei der französischen Supermarktkette CarreFour gerade anzudeuten scheint, beim britischen Konzern WHSmith bereits gängige Praxis ist, bestimmt nun auch bei Walmart den Kurs: die Kooperation mit Rakuten/Kobo in Sachen E-Reading. Wie jetzt angekündigt wurde, wird die US-Kette in Nordamerika exklusiv Kobo-Reader in ihre Regale aufnehmen, E-Book-Gutscheine verkaufen und zudem einen eigenen E-Book-Store sowie eine „co-gebrandete“ Walmart-Kobo-App anbieten.

Strategie: Gemeinsam gegen Amazon

Die Zielrichtung auch dieses Deals ist natürlich klar: die großen Einzelhandels-Konzerne — zu denen ja auch Kobos neuer Besitzer Rakuten gehört — wappnen sich mit solchen Kooperationen gegen die wachsende Konkurrenz durch Amazon. Strategischer Vorteil für die Retailer ist immer noch die Präsenz in der Fläche, Kindle Reader werden noch nicht flächendeckend im Handel vor Ort angeboten.

Walmart & Rakuten auch in Japan aktiv

Auch auf einem anderen Gebiet will Rakuten zusammen mit Walmart dem nicht-mehr-nur Online-Riesen aus Seattle Paroli bieten — mit einem gemeinsam angeschobenen Gemüse-Lieferservice in Japan wird eine aktuelle Geschäftsstrategie von Amazon auf’s Korn genommen, mit Express-Services in urbanen Zentren neue Kunden an sich zu binden.

(via The Verge & ebook-fieber.de)

CarreFour killt Nolim Reader — bald Schwenk von Bookeen in Richtung Kobo?

carrefour-logoHehehe, „Kill your darlings“ ist offenbar die Maxime des neuen CarreFour-Chefs Alexandre Bompard – Pech für den Nolim-Reader: der französische Einzelhandels-Konzern setzt 2.400 Leute vor die Tür und kippt diverse Projekte, darunter auch den Verkauf des „gebrandeten“ Bookeen-Readers und den eigenen E-Book-Store. Was bedeutet das für die Kunden? Pas grand chose, je dirais. Denn zum einen gibt’s den schicken Nolim mit integriertem Cover unter dem Namen „Saga“ noch direkt bei Bookeen, und außerdem werden wohl auch zukünftig weiter E-Reader bei Frankreichs größter Supermarkt-Kette zu haben sein.

CarreFour und Kobo-Partner Fnac wollen kooperieren

Denn erst im Dezember haben CarreFour und die Elektronikkette Fnac Darty eine Einkaufspartnerschaft in Sachen Haushaltstechnik und Unterhaltungselektronik bekanntgegeben, zwecks Kostensenkung — und Fnac wiederum ist bereits mit Kobo verpartnert. Und wo war Bompard vor seinem Wechsel zu CarreFour? Tja, bei Fnac Darty. Parbleu!

Symptom der wachsenden Konkurrenz durch Amazon

Das wäre dann übrigens der dritte Anlauf von CarreFour in Sachen E-Reading, um 2010 gab es bereits mal eine Kooperation mit dem E-Book-Distributor Numilog, damals im Besitz des Verlags Hachette. Hinter all dem raschen Wandel steht natürlich auch die verschärfte Konkurrenz durch Amazon, nicht nur in Sachen E-Reading, sondern auch im Einzelhandel ingesamt – in Zukunft heißt es dann also Carrefour plus Fnac plus Kobo contre Seattle.

(via The Digital Reader & Actualitté)

Das letzte E-Ink-Aufgebot: Barnes & Noble launcht Nook Glow Light 3

tag-und-nacht-beleuchtung-beim-nook-glowlight3Barnes & Noble! Ja, den Laden gibt’s noch. Selbst die E-Reading-Sparte des letzten großen stationären Amazon-Konkurrenten in den USA atmet noch, auch wenn alle Kernkompetenzen längst outgesourct sein mögen. Bester Beweis für das Fortleben: der neue Nook GlowLight 3 ist da. Das Design hat sich kaum geändert, auch weiterhin ist das 6-Zoll-Display von einem breiten Rand umgeben, der das Gerät von der Gesamtfläche her eher in die 8-Zoll-Klasse verschiebt.

Augenfreundlicher Nachtlese-Modus

Selbst ein ausgewiesener B&N-Kritiker wie Nate Hoffelder von The Digital Reader schreibt interessanterweise: „I generally have a low opinion of B&N but I must say this device is tempting“. Nates Hauptargumente: die Umblättertasten am Gehäuserand und ein spezieller Nachtlese-Modus mit „wärmerer“ Glimmerlicht-Farbe, ein besonders augenfreundliches Feature, das in Zukunft wohl zum neuen E-Lese-Standard werden dürfte, siehe zum Beispiel die tageszeitabhängige „Temperatur“-Anpassung der Displayfarbe beim Tolino Vision („Smartlight“).

B&N bleibt im E-Lese-Business…

Auch ansonsten bewegen sich die Geräteeigenschaften wie das E-Ink-Carta-Display mit 300 dpi Auflösung, acht Gigabyte Speicher oder 50 Tage Akkulaufzeit auf Augenhöhe mit der Konkurrenz von Kindle, Kobo & Co. Auf Wasserdichtigkeit des Gehäuses hat Barnes & Noble allerdings verzichtet. Doch immerhin: das Gerät kann sich ingesamt eben durchaus sehen lassen — und zeigt, dass die Buchhandelskette zumindest bis auf weiteres im E-Book-Business bleiben möchte.

…doch wie lange noch?

Wie lange sich das wirklich noch lohnt, ist eine andere Frage. Am „Restmarkt“, also den etwas weniger als 20 Prozent des E-Book-Marktes in den USA, die nicht von Amazon beherrscht werden, war B&Ns Nook-Sparte zuletzt noch die Nummer zwei nach Apples iBook-Store, mit einem Anteil von wenigen Prozent. Geht der Abwärtstrend weiter, wird aber wohl in zwei, drei Jahren eine Null vor dem Komma stehen.

Oasis, Epos, Saga & Co.: E-Reading-Roundup zur Frankfurter Buchmesse

buchmesse-ereading-roundupPünktlich zur Buchmesse erscheinen nicht nur Bücher, sondern auch neue E-Reader & E-Book-Abos. In diesem Oktober legen die großen Anbieter sich mächtig ins Zeug: Amazon Deutschland bringt mit der zweiten Generation des Kindle Oasis eine überarbeitete Version des High-End-Lesegerätes an den Start, wasserdicht, mit hochauflösenden 7-Zoll-Display (300ppi) und Audio-Features (Bluetooth-Schnittstelle für Kopfhörer/Boxen, Audible-Anbindung). Das nur 194 Gramm leichte Gerät hat eine Rückseite aus Aluminium und kann dank Schnelllade-Funktion in zwei Stunden aufgeladen werden. Sofern E-Book- und Hörbuchversion eines Titels bereitstehen, kann man nahtlos von der Lektüre zur Audioversion wechseln. Das neue Gerät wird in zwei Versionen angeboten: mit 8 GB Speicher kostet es 230 Euro, mit 32 GB Speicher zahlt man 260 Euro bzw. 320 Euro (WLAN/3G).

Tolino Epos trifft Tolino Select

Die Tolino-Allianz schafft ebenfalls mehr Platz auf dem Display: mit dem Tolino Epos dürfen die deutschen Buchhändler nun mit einen fast acht Zoll (7,8 Zoll) großen E-Reader auftrumpfen, die Auflösung beträgt 1872×1404 Pixel (entspricht 300ppi). Das 260 Gramm leichte Gerät hat 6 GB Speicher und kommt mit SmartLight-Feature, d.h. die „Farbtemperatur“ wird dank warmweißen und kaltweißen LEDs automatisch je nach Tages- oder Nachtzeit angepasst. Wie zuvor der Tolino Vision 4 HD ist auch das neueste Modell der Tolino-Allianz dank Nanoversiegelung wasserdicht. Für nie versiegenden Lesestoff sorgt nicht nur die Möglichkeit, via Onleihe ausgeliehene E-Books auf dem Epos zu lesen — zeitgleich zur Reader-Premiere ist auch das neue E-Book-Abo „Tolino Select“ gestartet. Monat für Monat stellen die Tolino-Kuratoren vierzig Titel zur Auswahl, von denen man bis zu vier ausleihen kann.

Legimi bringt E-Book-Abo auf Pocketbook Lux

Ein Reader-Angebot komplett mit E-Book-Abo (bzw. umgekehrt) macht derzeit Pocketbook in Kooperation mit dem polnischen Unternehmen Legimi: wer für monatlich 17,99 Euro ein Zwei-Jahres-Abo für die E-Book- & Hörbuch-Flatrate abschließt, erhält den PocketBook Touch Lux 3 mit vorinstallierter Legimi-App „kostenlos“ dazu. Sind Titel sowohl als E-Book wie als Hörbuch verfügbar, kann man nahtlos hin- und herwechseln. Auch nicht schlecht: Für einen Euro mehr, also 18,99 Euro pro Monat erhält man statt Touch Lux 3 den „offenen“ Android-Reader InkBook Prime.

Bookchoice lindert die Qual der Wahl

Unlimitierter Zugang zu Millionen Büchern (im Fall von Legimi: zehntausenden) wollen E-Book-Abos in der Regel bieten, überfordern damit viele Leser, Stichwort: Paradox of Choice. Nicht nur die Tolino Allianz setzt deswegen auf Limitierung und Kuratierung. Die niederländische Plattform Bookchoice stellt ihren Kunden monatlich werden den Kunden acht ausgewählte E-Books und Hörbücher zur Auswahl. Seit Oktober ist Bookchoice nun auch für deutsche Leser nutzbar.

Aus Nolim wird Saga: Lesen wie in Frankreich

Last not least: Nur sechs Zoll, dafür aber ausgefeiltes Design mit integriertem Cover bietet der neue Bookeen Saga, die Deutschland-Version des in Frankreich populären „Nolim“-Readers. Technisch mag der 6-Zoller nichts neues bieten, dafür soll ihn die äußere Form „buchähnlicher“ machen und durch die neue Haptik & Optik neue Leser für das E-Reading begeistern.

Hey Google, wann gibt’s mal wieder einen E-Reader von dir?

google-play-storeWarum gibt’s eigentlich keinen „dedizierten“ Google E-Reader – also eine Art Kindle-Kobotolino-ähnliches E-Ink-Gerät mit direktem Draht zur Buchabteilung des Google Play Store? Eine gute Frage, die Nathan von Ebookreader.com und Nate von The Digital Reader gerade aufgeworfen haben, und gar nicht mal sooo trivial. Denn natürlich kann man einfach sagen: Der Zug ist längst abgefahren, bei mageren zwei Prozent Marktanteil lohnt sich das nicht. Und außerdem gab’s da ja schon mal so einen Versuch, siehe den iRiver Story HD vor knapp fünf Jahren.

E-Reader bindet Kunden besser als Apps

Andererseits wäre es für Google aber auch kein großes Ding, das firmeneigene Android in ein geeignetes Reader-Interface zu verwandeln und von Netronix, wo viele andere auch fertigen lassen, ein hochwertiges E-Lese-Gerät mit dem neuesten E-Ink-Display und ein paar netten Features herstellen zu lassen und groß zu vermarkten. Das hätte nicht nur einen wirksamen Hinguck-Effekt, sondern wäre sicherlich auch ein gutes Mittel zur Kundenbindung — auf einem E-Reader gibt’s ja in der Regel nur einen E-Store, und keine App-Konkurrenz wie auf Smartphone oder Tablet.

Her mit dem schönen Reader…

Bei anderer „gebrandeter“ mobiler Hardware macht der Suchmaschinen-Riese es ja schon ganz genauso, obwohl es zahlreiche mächtige bis übermächtige Konkurrenten auf dem Markt gibt. Und irgendwie würde es ja auch gut zu einem Unternehmen passen, bei dem das Einscannen von Büchern bzw. die digitale Verbreitung von Büchern schon seit den Nuller Jahren quasi zur DNA gehört. International könnte der nächste Google Reader zudem die epub-Front gegenüber dem Kindle-Imperium stärken. Also, Google: Her mit dem schönen Reader!

Energie liegt in der Luft: Vom akku-losen Handy zum akku-losen E-Reader?

BatteryFreePhone-UWWie „mobil“ unsere „mobilen“ Geräte à la Smartphone oder Tablet sind, entscheidet letzlich Stromverbrauch und Akku-Kapazität – was in der Praxis meist heißt: immer die nächste Steckdose im Blick behalten, und das Ladekabel nicht vergessen. Was Forscher an der Uni Washington gerade getestet haben, klingt dagegen wie der heilige Gral der Mobilität: ein radikal abgespecktes Skype-Handy, dass nicht nur wenig Energie verbraucht (im Milliwatt-Bereich), sondern diese auch noch quasi „aus der Luft“ gewinnen kann — indem es elektromagnetische Wellen von Mobilfunkmasten bzw. W-LAN-Routern nutzt. Oder mit einer nur reiskorngroßen Solarzelle Licht in Strom verwandelt. “Wir haben wohl das erste funktionierende Mobiltelefon konstruiert, das tatsächlich fast keine Energie verbraucht“, berichten die Forscher an der Paul G. Allen School of Computer Science & Engineering.

Da muss man ja aus E-Reading-Perspektive direkt an das Kindle denken – das ja vom Prinzip her immer schon ein E-Ink-Display mit Anbindung ans Mobilfunknetz darstellt. Konzepte rund um solarbetriebenes E-Reading gab’s ja in der Vergangenheit schon des öfteren, die stromsparende E-Ink-Technologie legt so etwas ja ohnehin nahe. Das Problem dabei blieb bisher immer der zusätzliche Energiebedarf, um via W-LAN bzw. Mobilfunknetz die Verbindung in Richtung E-Book-Store bzw. Cloud-Bibliothek herzustellen. Mit der dem Verfahren der „modulierten Rückstreuung“ — das auch bei RFID-Transpondern angewendet wird — könnte man diese Lücke in Zukunft schließen.

Den Forschern der Uni Washington zufolge müsste man dafür allerdings auch die Sendemasten des Mobilfunknetzes bzw. WLAN-Router entsprechend nachrüsten — dann jedoch wäre „akkulose Handy-Netzabdeckung überall möglich“.

(via HuffPoUK)