Crowdsourcing trifft Outsourcing: Facebook-Likes als Ersatzwährung im Online-Shopping?

Online-Shop-mit-likesEs ist eine hybride Mischung aus Social Media-Marketing, Crowdsourcing bzw. -funding, und, nun ja, Outsourcing wohl auch. Mit dem „Strellson Like Shop“ geht erstmals ein regulärer Online-„Shop“ an den Start, bei dem die „KäuferInnen“ einen der begehrten Mode-Artikel durch fleißige Promotion im eigenen Netzwerk ergattern können, bezahlt mit der für das Unternehmen einträglichen Währung namens Facebook Likes.

Referral-Marketin boomt

Eine vergleichbare Form des Empfehlungs-Marketings — auch unter dem namen „Referral Marketing“ bekannt — betrieb zum Beispiel schon seit 2010 das deutsche Startup Pay-With-A-Tweet(mittlerweile unter dem Namen „Firal“ als Teil von Aklamio unterwegs). Teilnehmende Unternehmen — wie etwa Glossybox oder Tchibo — setzen zu Beginn ihrer Kampagne bestimmte Belohnungs-Schwellen. Beim Strellson Like Shop ist das ähnlich: dort „kostet“ zum Beispiel ein T-Shirt 40 Likes, eine Hosen 80 Likes, oder einen Anzug 350 Likes.

Personalisierung als Faktor

Wobei in diesem Fall einzuschränken ist: jeder Artikel wird nur einmal vergeben, wer zuerst in seiner Peer Group die notwendigen Likes zusammentrommelt, gewinnt, alle anderen gehen leer aus. Passend zum Thema Mode generiert der Bewerber für den Werbe-Post in eigener Sache zudem personalisiertes, virtuelles Anziehpüppchen, ergänzt mit dem eigenen Kopfportrait. Das Konzept stammt von der Agentur Serviceplan Campaign X (München), für die technische Grundlage sorgt das Designstudio Astral (dito München).

Wäre das was für den Buchhandel?

Grundsätzlich wäre so ein institutionalisiertes Referral-Shop-Modell sicherlich auch für den Buchhandel interessant – als Unikate würde man da etwa an signierte Exemplaren von Bestsellern denken, oder ähnlichen Schnickschnack mit irgendeinem sonstigen Distinktionsmerkmal. Aus Kostengründen dürfte es aber wohl bis auf weiteres wohl auch bei einzelnen Kampagnen bleiben, für die Firal oder ähnliche Services genutzt werden…

(Via Serviceplan.com)

Circuit Scribe – Rollerball-Stift malt funktionsfähige Schaltkreise dank leitfähiger Tinte

circuitscribe-elektronik-gezeichnetDie nächste Leiterplatte trägt Deine individuelle Handschrift… Es gibt nämlich nicht nur „printable electronics“, sondern auch „writable electronics“. Für die nächste Maker Faire in der Buchhandlung oder Bibliothek äußerst spannend ist insofern das fröhlich bunte Elektronik-Projekt-Kit des texanischen Startups „circuit scribe“ – denn dank eines speziellen Rollerball-Stiftes mit (ungiftiger) leitfähiger Tinte zeichnet man die Schaltungen kurzerhand selbst auf’s Papier, voll funktionsfähig. Mit zusätzlichen Farb-Stiften lassen sich auch Widerstände einfügen. Alleine schon das bunte Design der Do-it-Yourself-Workbooks macht Eindruck.

Vom Blinkenlight bis zur Drohne

Durch die Verbindung von bunt bedruckter Pappe und eingestanzten Mikrochips und weiterer Elektronik gibt es auch eine Menge Zubehör für Circuit Scribe-Projekte, vom einfachen Blinkenlight über den Taschenrechner mit selbst gezeichnetem Touch-Display bis zur Papp-Drohne. Der Einstieg ist für eine Handvoll Euros möglich – Starterkits komplett mit Spezialtinten-Stift gibt’s schon ab 10 Dollar. Die größeren Kits kommen vom Umfang her schon eher in die Nähe klassischer Elektronik-Experimentierkästen. Und Maker Kits als „Klassensätze“ zum schulischen Einsatz werden auch angeboten…

Crowdgefundetes Projekt

Um die allerneuste Generation der Circuit Scribe-Selbermach-Kits anzuschieben, läuft übrigens gerade eine Kickstarter-Kampagne. Mit Crowdfunding ist das kleine Unternehmen rund um die „Draw your own circuit“-Anwendungen im Jahr 2014 auch gegründet worden.

Crowdfunding, Crowdfailing: Popslate ist pleite – neues E-Ink-Smartcase kommt nicht mehr

popslate-2-e-ink-smartcase-kommt-nicht-mehrJe mehr Crowdfunding zum Crowdinvestment wird, desto mehr gleichen sich auch die Misserfolgsgeschichten – nun hat es mit Popslate wieder einmal ein Startup mit Crowdkapital erwischt. Immerhin war das E-Ink-Smartcase für das iPhone keine reine Vaporware, die erste Version des via Indiegogo vorvermarkteten E-Lese-Accessoires (Funding-Summe: 220.000 Dollar) für die Apple-Fangemeinde wurde – wenn auch mit Verspätung und reichlich abgespeckten Features – Anfang 2015 an die Vorbesteller ausgeliefert.

1,1 Mio. Dollar Crowdkapital futsch

Obwohl die Reviews dann eher enttäuschend ausfielen – bemängelt wurde u.a. niedrige Auflösung, kein Touchscreen, dafür aber hoher Preis – schafften es die Popslate-Macher, Mitte 2016 eine zweite Kampagne auf die Beine zu stellen, die sogar 1,1 Mio. Dollar einsammelte. Doch (funk-)technische Probleme bei der Realisierung – das Hüllenmaterial des Smartcases schluckt zuviel Signalstärke des iPhones – und am Ende leere Kassen haben dem Projekt nun den Todesstoß versetzt.

„This will be our final update“

Das finale Projektupdate bilanziert kurz und knapp:

„There is no way to sugarcoat what this all means:
-popSLATE has entered into the legal process for dissolution of the company
-Your popSLATE 2 will not be fulfilled
-There is no money available for refunds
-This will be our final update“

Know-How als Konkursmasse

Anders als bei der Pebble-Pleite gehen also nicht nur die Unterstützer/Vorbesteller des Produkts leer aus, auch die Gründer und ihr Team schauen in die Röhre – während die E-Ink-Smartwatch in letzter Minute für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag von einem Konkurrenten (Fitbit) aufgekauft wurde, scheint fraglich, ob sich jemand für die Konkursmasse von Popslate interessieren wird.

Tja, wie heißt es so schön: Startups sind Suchmaschinen für Geschäftsideen. Doch egal ob nun crowdgefundet oder nicht, wenn man sich dabei jenseits eingetretener Pfade bewegt, kann auf der Strecke eben auch mal der Abgrund lauern…

(via The Digital Reader)

Spesen für’s Weiterlesen: Firefox-Crowd sammelte 25.000 Euro für EPUBReader-Update

epubreader-addon-firefox-via-crowdfunding-erfolgreich-finanziertWie wollen wir online E-Books lesen? Die Firefox-Crowd hat diese Frage in den letzten Wochen bravourös beantwortet: im Browser mit EPUBReader, bitte! Damit das auch in Zukunft klappt, haben knapp 975 SpenderInnen aus aller Welt via Kickstarter mehr als 25.000 Euro gesammelt – das dringend notwendige Update des beliebten Firefox-Add-Ons ist damit finanziert. Herzlichen Glückwunsch! Und zwar uns allen… EPUBReader-Entwickler Michael Volz kann sich der Code-Auffrischung jetzt in Vollzeit widmen, das Ergebnis seiner Arbeit kommt der gesamten Web-Community zu Gute.

Add-On wird „fast komplett neu programmiert“

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt dem EPUB-Reader-Entwickler zufolge die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Kleinspenden von 0,25 % der Nutzer haben ausgereicht

Dem geplanten Update-Release im Herbst 2017 steht nun nichts mehr im Wege – schon fünf Tage vor dem Ende der Kampagne steht das Kickstartometer bei 26.370 Euro. Knapp die Hälfte der 975 Unterstützer gaben Kleinspenden bis zu 10 Euro, übrigen waren meist mit Beträgen zwischen 10 bis 25 Euro dabei. Die Zahl der täglichen EPUBReader-Nutzer liegt Michael Volz zufolge bei knapp 400.000 Personen — somit haben Kleinspenden von 0,25 Prozent der Anwender zur Finanzierung des Updates ausgereicht.

Endspurt mit Hilfe von „Kickbooster“

Interessante Fussnote: Um das Spendenziel zu erreichen, hat Michael Volz wie viele andere Kickstarter in der zweiten Hälfte der Funding-Phase auf „Kickbooster“-Links gesetzt – wer diese Affiliatelinks für eine Kampagne via Social Media verbreitet, erhält von jeder auf diesem Weg eingesammelte Spende 10 Prozent Provision.

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

Update für EPUBReader in Sicht: Krautfunding-Kampagne soll beliebtes Firefox Add-on retten

epubreader-app-ebooks-direkt-im-browser-lesenDas kostenlose Add-On EPUBReader macht Firefox zum E-Lesegerät: E-Books zum Beispiel bei Project Gutenberg oder Google Books lassen sich damit direkt im Browser öffnen. Mehr 400.000 Firefox-Nutzer lesen Tag für Tag auf diese Weise komfortabel via Desktop oder mobil, ohne eine externe App starten zu müssen. Doch damit das auch so bleibt, muss die Crowd in den nächsten Wochen ein bisschen investieren — siehe die aktuelle Kickstarter-Kampagne zur dringend notwendigen Weiterentwicklung von EPUBReader.

Firefox ändert sich, das Add-On muss folgen

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt laut EPUB-Reader-Entwickler Michael Volz die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons. Auf Kickstarter schreibt er: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Crowd hat bereit 15.000 Euro gesammelt

Der Aufwand für ein so komplexes Add-On ist Volz zufolge hoch — damit der freiberufliche Software-Entwickler Vollzeit an der Programmierung arbeiten kann, seien 25.000 Euro notwendig. Die gute Nachricht: Die werden wohl via Kickstarter auch definitv zusammen kommen, derzeit haben bereits 660 Unterstützer mehr als 15.000 Euro zusammengetragen, die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis Anfang März.

Neue Version öffnet E-Books mit mehr als 250MB

Mitmachen lohnt sich für alle: EPUBReader wird auf diese Weise nicht nur der internationalen Firefox-Nutzergemeinde erhalten bleiben, es kommen auch ein paar Verbesserungen hinzu: so wird man zukünftig auch E-Books mit mehr als 250 MB öffnen können. Das Öffnen selbst wird schneller vonstatten gehen, da nur noch der Arbeitsspeicher verwendet wird, kein Diskspace mehr.

Als kleines Dankeschön werden die Unterstützer ab einem Betrag von 10 Euro in der offiziellen Sponsoren-Liste genannt, wer größere Beträge spendiert, wird mit Backlinks oder Bannern auf epubread.com bedacht. Wenn alles so klappt wie geplant, soll das neue EPUBReader-Add-on im Herbst 2017 der Firefox-Community zur Verfügung stehen.

[UPDATE 22.02.: Die Kampagne hat die Spenden-Schwelle von 25.000 Euro erreicht. Herzlichen Glückwunsch!]

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

Fitbit schluckt Pebble, Support für crowdgefundete E-Ink-Smartwatch endet

pebble-ist-totWas für eine Erfolgsstory: Satte 10 Millionen Dollar sammelte „Pebble“, die erste E-Ink-Smartwatch der Welt, beim Produktlaunch auf Kickstarter. Das war 2012. Drei Jahre später folgte ein weiteres Modell mit Farb-Display („Pebble Time“), diesmal wurden 20 Millionen Dollar gesammelt. Die Kampagne für „Time 2“ & „Pebble 2“ zusammen mit dem 3G-Wearable-Gadget „Core“, der u.a. mobilen Alexa-Zugang ermöglicht, brachte in diesem Jahr noch einmal 12 Millionen Dollar.

Pebble-2-Launch als finale Farce

Was für eine Farce. Denn das Geld wird größtenteils an die Unterstützer zurückgehen — Pebble existiert seit dem 7. Dezember nicht mehr, die Auslieferung der Geräte wurde eingestellt. Das nach der schnellen Expansion (insgesamt verkaufte Exemplare aller Versionen: 2 Mio. plus) finanziell kriselnde Startup wurde für eine Summe von 30 bis 40 Millionen Dollar von Fitbit aufgekauft, dem Marktführer für Fitness-Armbänder.

Das Pearl Harbour des Crowdfundings?

Was da am 7. Dezember öffentlich wurde, ist wohl so etwas wie das Pearl Harbour des Crowdfundings. Fitbit schluckt zwei Drittel des Personals & 100 Prozent des Know-Hows, hat aber an Pebbles crowdgefundete Hardware kein Interesse, die Marke ist tot. Pebble-Besitzer erhalten keinen Support mehr, sie können auch keine Gewährleistungsansprüche mehr geltend machen, die Unterstützung für cloudbasierte Funktionen der Smartwatches wird eingestellt. Die Vorsilbe „Smart-“ kann man sich also zukünftig wegdenken…

Viel Vertrauen verspielt

Letztlich zeigt der Fall Pebble natürlich beide Seiten des Crowdfundings: mit dem Vertrauen und der Kraft der Crowd lassen sich alternative Produkt-Konzepte vermarkten, z.B. eine günstige, benutzerfreundliche Smartwatch mit überschaubarem Funktionsumfang, deren Akku wochenlang hält. Doch wenn’s schlecht läuft, freuen sich am Ende dann ganz andere — in diesem Fall die Aktionäre von Fitbit, die ein crowdfinanziertes Schnäppchen machen durften. Die Prosumenten-Crowd dagegen schaut in die Röhre…

(via Teleread.org & BoingBoing.net)

Web-Kultur im Abo: Crowdpublishing via Patreon als dauerhafte Lösung?

wormworld-saga-crowdpublishing-via-patreonPlattformgestütztes Crowdpublishing funktioniert prima, doch bisher liegt der Schwerpunkt meist auf einmaligen Funding-Kampagnen, etwa um einen neuen Titel vorzuvermarkten und ganz oder teilweise vorzufinanzieren. Manche Verlage — z.B. der Berliner E-Book-Publisher Mikrotext — crowdfunden auch schon mal ein ganzes Jahresprogramm, das man dann quasi vorweg zum Subskriptionspreis abonniert.

Wormworld-Saga als „Patron“ unterstützen

Als einer der ersten Self-Publisher hierzulande (mal abgesehen von einigen Youtubern) nutzt Webcomic-Zeichner Daniel Lieske („Wormworld-Saga“) nun mit Patreon eine ganz besondere Crowdfunding-Plattform. Das Mission Statement der US-Website: „We want to help every creator in the world achieve sustainable income.“ Wobei „nachhaltig“ hier auch „regelmäßig“ heißt — denn bei Patreon legt man als „Patron“ einen regelmäßigen Spendenbetrag von einem Dollar aufwärts fest.

Auf den Spuren von Flattr & Kachingle

Der geht dann entweder im monatlichen Rhythmus oder für jede neue Veröffentlichung an den jeweiligen Autor, wohlgemerkt für Inhalte, die im Web frei zugänglich sind. Das Modell ist natürlich nicht ganz neu: regelmäßige Spenden für kostenlose Inhalte gab’s z.B. schon bei Kachingle oder als Feature bei den zeitweise mal sehr angesagten Flattr-Buttons, was manchen Kreativen (hier in Deutschland z.B. Tim Pritlove) eine ganze Weile durchaus ernstzunehmende Einnahmen bescherte.

Plattform-Modell als bessere Lösung?

Die große Frage war bisher natürlich: wie hält man die „1000 true fans“, die man als Kreativer dem Diktum von Kevin Kelly zufolge (nur) braucht, um im Zeitalter von Internet & Direktvermarktung seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dauerhaft bei der Stange? Das Plattform-Modell von Patreon könnte hier einen Weg bahnen: um die Website herum ist bereits eine große Community entstanden, für die Unterstützer eines Projekts winken crowdfunding-typische Belohnungen.

Premium-Content als Belohnung

Im Fall der „Wormworld-Saga“ winken zum Beispiel der Zugang zu Premium-Content auf der Wormworld-Website, sowie weitere Aktionen wie ein Q&A mit dem Comic-Schöpfer, die regelmäßige Verlosung von exklusiven Zeichnungen, etc. Ein erstes Funding-Ziel von 250 Dollar pro Monat hat Wormworld schon fast erreicht. Wobei man natürlich betonen sollte: Wormworld-Saga gibt’s nicht nur auf deutsch, sondern auch auf englisch, die gesamte Vermarktung ist international ausgerichtet…

Alexa für das ganze Haus: erste Smartwatch mit Echo-Anbindung startet auf Indiegogo

Alexa say hello to cowatchAmazons digitaler Dosengeist „Alexa“ erobert Schritt für Schritt das komplette Smarthome — und wird immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für Siri & Konsorten. Mit der CoWatch von IMCO Technology geht nun via Indiegogogo auch die erste Smartwatch an den Start, die via Bluetooth die Interaktion mit dem Echo-Lautsprecher ermöglicht. „Speak, and CoWatch shall listen. Integrating Amazon Alexa, ask questions, order an Uber, organize vour life — all with the power of your voice“ — versprechen die iMCO-Gründer Danny Dong und Leor Stern.

CoWatch macht zusätzliche Echo Dots überflüssig

Genauso kann man über die CoWatch natürlich auch Alexa auffordern, ein Hörbuch oder Musik abzuspielen, oder ein bei der Buch-Lektüre aufgetauchtes unbekanntes Wort zu erklären: „Alexa, was heißt ‚überflüssig'“, fragt ironischerweise die Leserin im Promo-Video, und bekommt die Antwort auf’s 1,4 Zoll große 400×400-Pixel-AMOLED-Touchscreen eingeblendet. Der Clou dabei: mit der CoWatch kann man Alexa im ganzen Smarthome Sprachbefehle erteilen oder Fragen stellen, die der Echo-Konsole verbundene Ergänzungsgeräte namens „Echo Dot“ in weiteren Räumen werden somit tatsächlich überflüssig.

Cronologics OS als Benutzeroberfläche

Mit dem Know-How von Ex-Google-Mitarbeitern wurde für die CoWatch eigens eine Benutzerobefläche namens Cronologics OS gebastelt, das sowohl mit Android wie auch iOS-Smartphones kompatibel sein soll. In die Hardware unter der Haube wurde ebenfalls viel Arbeit gesteckt: im runden Stahlmantel der mit Hilfe von Crowdfunding vorvermarkteten Smartwatch sitzt ein Wireless-freundlicher Keramikkörper mit 1,2 GHz-Zweikernprozessor, 1 GB RAM und 8 GB Flash-Speicher. Alle zwei Tage muss die Uhr an die magnetische Ladestation andocken: Der Akku hält im Always-ON-Betrieb nämlich maximal 32 Stunden durch.

cowatch-technische-details

Preislich attraktiv für Echo-Besitzer

Auch vom Preis her dürfte die CoWatch für viele Echo-Nutzer attraktiv sein — im Rahmen der Pre-Order-Aktion auf Indiegogo kann man sie schon für 159 Dollar (plus 25 Dollar für den internationalen Versand) bestellen. Die Early Bird-Bestellungen sollen ab Juni 2016 ausgeliefert werden. Genug Geld dürfte wohl auf jeden Fall zusammen kommen: Die vor wenigen Tagen gestartete Crowdfunding-Kampagne hat das Funding-Ziel von 80.000 Dollar schon fast erreicht.

CoWatch-Specs:

  • Prozessor: Dual-Core 1.2 GHz/300 MHz
  • Speicher: 1GB RAM & 8GB Flash Memory
  • Display: 1,4 Zoll Super AMOLED Hight-Res Display, 400×400 Pixel, 286 ppi
  • Gehäuse: Rostfreies Stahl, Zirkonium-Keramik
  • Sensorik: Gyrometer, Akzelerometer, Magnetometer, Pulssensor, Vibrationsmotor
  • Akkulaufzeit: 32 Stunden im „Always ON“-Modus
  • Benutzeroberfläche: Cronologics OS
  • Schnittstellen: Bluetooth, Aufladen über induktive Ladestation
  • Features: Voice-Interaction mit Amazon Echo/Alexa, wasserdicht (IP67-Standard)
  • Smartphone-Anbindung: iOS9/Android 5.0 Lollipop

Maßgeschneidert für die Crowd: Kozlowskis 13-Zoll-Android-Reader startet auf Indiegogo

13-zoll-reader-kozlowskiMichael Kozlowski von Good e-Reader kann’s nicht lassen: der Versuch, via Crowdfunding einen Open Source Android-Reader im 6-Zoll-Format anzuschieben („The Ultimate e-Reader“), ist leider Ende letzten Jahres weit vor dem Ziel gescheitert. Zumindest via Indiegogo gab es nicht genügend Nachfrage. Mit einem E-Ink-Androiden im 13-Zoll-Format scheint’s nun aber auf der selben Plattform zu klappen — wohl auch dank eingedampfter Kalkulation: 60 Vorbestellungen à 700 Dollar reichen aus, um das Projekt zu realisieren, mehr als die Hälfte sind schon im Sack.

„Wie der Sony DPT-S1 auf Drogen“

Die Konkurrenz in der virtuellen Aktenmappen-Liga ist natürlich auch schmal: es gibt auf dem Markt derzeit nur den Sony DPT-S1, der allerdings lediglich PDFs anzeigen kann, sowie den ab April lieferbaren Onyx Boox Max. Kozlowskis Riesen-Reader ist im Unterschied zu Sonys Modell in alle Richtungen offen, nicht nur was die E-Lese-Formate & Apps betrifft. Das 350 Gramm leichte Gerät mit einer Auflösung von 1600×1200 Pixel bietet freien Zugang zu Googles App Store, auch die Firmware des Readers soll der Community zwecks Fortentwicklung zur Verfügung gestellt werden.

Wacom-Stylus sorgt für kreatives Potential

Das komfortable Bearbeiten von Dokumenten und Anlegen von Skizzen erledigt man auf dem crowdgefundeten Android-Reader per druckempfindlichem Wacom-Stylus – denn das 13,3-E-Ink-Mobius-Screen wird ergänzt durch eine Wacom-Touch-Ebene. Nicht vergessen wurde zudem ein SD-Kartenslot, mit dem sich der Lektüre-Speicher auf bis 32 Gigabyte erweitern lässt.

Für wen lohnt sich das Gerät?

Natürlich sind 700 Dollar — nur 100 Dollar weniger als man für den Sony DPT-S1 berappen muss — immer noch kein Pappenstiel. Für die von Koslowski anvisierte Zielgruppe wie Manager, Anwälte, Profs oder Experten in der Verwaltung verspricht das Gerät aber immerhin einen großen Schritt in Richtung des papierfreien Büros, und hat dank Akkulaufzeit von einem Monat und absolut blendfreier Darstellung auch seine Vorteile gegenüber Maxi-Tablets wie dem iPad Pro.

Specs

Display: E-Ink Mobius, Wacom Screen, Stylus (1024 Druckstufen)
Auflösung: 1600×1200
CPU iMX 6 SoloLite
RAM: 512 MB
Arbeitsspeicher 4 GB
SD-Slot: vorhanden, max. 32 GB
Schnitstellen: WiFi
System Android 4.0.4
App Store Google Android Market
Abmessungen: 310x233x6mm (L,B,H)
Gewicht: 350 Gramm
Akkulaufzeit: 4 Wochen

popSLATE2 trifft iPhone: E-Ink-Smartcover mit Saft im Gepäck

popSLATE2-smart-screen-cover-iphone-mit-einkEine Smartwatch mit 5 Zoll-Screen & Real-Time-Updates, ein E-Reader, und ein zusätzliches Akku-Pack, alles für einen Preis? Das neue popSLATE2 verspricht iPhone-Nutzern eine ganze Menge. Kaufen kann man das auf E-Ink-Technologie basierende „Smart Second Screen“ für’s iPhone 6ff. allerdings noch nicht, dafür aber vorbestellen: Derzeit läuft die Pre-Order-Kampagne via Indiegogogo, ab 69 Dollar (plus 25 Euro Versand) ist man dabei. Regulär soll das smarte Cover dann je nach iPhone-Modell 129 bzw. 149 Dollar kosten, geliefert wird ab August 2016.

Mehr Screen-Fläche, höhere Auflösung

Doch lohnt sich ein Smart Screen zum Preis eines kompletten Kindle-Readers wirklich? Zumindest mehr als beim popSLATE1, so scheint es. Das Team um Yashar Behzadi, Greg Moon und Stephan Charbit hat der zweiten Version des E-Ink-Covers nämlich zahlreiche technische Updates verpasst: Mehr Screen-Fläche (4,3 bzw. 4,7 statt 4 Zoll), höhere Auflösung (200 dpi statt 115 dpi), flacheres Design (4 mm statt 6,5 mm), sowie drei kapazitive Touch-Screen-Buttons.

Auch auf spezifische Kritik der Nutzer hat man reagiert: Das popSLATE2 zehrt nun nicht mehr am Akku des iPhone, es spendiert selbst eine Runde Saft. Der im E-Ink-Cover verbaute Zweit-Akku soll bis zu neun Stunden zusätzlicher Gesprächszeit bzw. fünf Stunden Online-Aktivitäten ermöglichen. Mal abgesehen davon, dass natürlich auch durch die häufige Nutzung des E-Ink-Displays anstelle des iPhone-Screens Strom gespart wird. Ist das popSLATE2 mit dem iPhone verbunden, lassen sich beide Akkus simultan via Lightning-Verbindung aufladen.

„Reisende, Working Mums, News Aficionados“

Als typische „Use Cases“ sehen die popSLATE-Macher z.B. Geschäftsreisende, die ihre virtuellen Boarding-Karten, Hotel-Reservierungen, Stadtpläne etc. griffbereit haben möchten, „Busy Working Mums & Dads“ mit langen Shopping-Listen und To-Dos, oder „Social & News Aficionados“, die Börsenkurse, Media Alerts und Social Media-Streams im Blick behalten möchten. Nicht zu vergessen Outdoor-Freunde, die sich über längere Akkulaufzeiten und konstraststarke Lektüre auch bei prallem Sonnenlicht freuen.

Was genau auf dem smarten Second Screen angezeigt wird, entscheidet der Nutzer über die popSLATE2-App. Auch hier gab’s Zuwachs: zur Wahl stehen jetzt etwa Dashboards mit Wetter-Infos, Nachrichten-Feeds, To-Do-Listen, herzerwärmende Familienfotos oder diverse coole Watchfaces. Auch umblättern — z.B. bei der E-Book-Lektüre — ist dank der Touch-Buttons am unteren Display-Rand kein Problem.

E-Reading-Potential nicht ausgeschöpft

Apropos E-Reading via popSLATE2: ausgerechnet bei diesem interessanten Feature sind die Möglichkeiten derzeit leider noch ziemlich begrenzt, bisher können nämlich via App nur gemeinfreie Titel von Project Gutenberg auf das E-Ink-Screen gebracht werden. Weitere Content-Quellen sollen aber im Herbst 2016 dazukommen, lautet das Versprechen.

(via The Verge & Indiegogo)