Asimov for ever: Kosmischer Tesla Roadster hat E-Books an Bord, die 14 Milliarden Jahre haltbar sind

arch-mission-diskBisher flogen sozusagen nur öffentlich-rechtliche Visitenkarten der Menschheit durch das All, von den Aluminium-Plaketten der Pioneer-Sonden bis zur goldenen Voyager-Bildschallplatte. Dank Elon Musk gibt es nun auch eine private Version — wobei der rote Tesla Roadster, der nun für ewige Zeiten um die Sonne kreisen wird, sozusagen nur die Verpackung ist. Im Handschuhfach befindet sich nämlich etwas viel interessanteres — eine mit Lasertechnologie beschriebener Mikrodisk aus Quarzkristall des Unternehmens Arch Mission, die E-Books enthält, genauer gesagt Isaac Asimovs Foundation-Trilogie.

Quarzscheiblette mit 360 Terabyte Volumen

Mit Hilfe der „5D Optical Storage“-Methode könnte man theoretisch weitaus mehr Informationen in solch eine Quarzscheiblette schreiben, theoretisch bis zu 360 Terabytes, was für 180 Millionen Bücher reichen sollte, so dass neben sämtlichen bisher veröffentlichten Titeln (ca. 130 Millionen) auch noch das halbe Internet inklusive Wikipedia, Facebook & Co. hineinpassen würde. Geschätzte Haltbarkeit: 14 Milliarden Jahre.

Von der solaren zur interplanetaren Bibliothek

Arch Mission-Gründer Nova Spivack, offenbar auch inspiriert von Asimovs 50er-Jahre-Entwurf einer kosmischen Zivilisation, träumt schon von einer interplanetarischen Bibliothek, die nach und nach ins All geschossen werden soll: „The Solar Library will orbit the Sun for billions of years. Think of it as a ring of knowledge around the Sun. This is only the first step of an epic human project to curate, encode, and distribute our data across the Solar System, and beyond“. Geplant ist u.a., Speicher-Disks auf den Mars und den Mond zu schießen, die u.a. das Literatur-Archiv des Projekts Gutenberg enthalten.

(via Mashable & Fortune & Business Recorder)

Washington Post nutzt Amazon-Daten für erste „umfassende“ Bestseller-Liste

wapo-nutzt-amazon-datenDie Washington Post nutzt für ihre Bestseller-Liste Fiction/Nonfiction ab jetzt auch Daten von Amazon – und verspricht den Lesern damit die bisher „umfassendsten“ Literatur-Rankings.
Hmmm, was ist die Nachricht hinter dieser Nachricht? Zunächst einmal sicherlich: hier wurde der Workflow zwischen zwei Unternehmen optimiert, die beide Jeff Bezos gehören. Was als Tatsache schon mal so wichtig ist, dass es bereits als Hinweis auf den Bestsellerlisten-Landingpages erscheint. Dazu wird erklärt, die Amazon-Daten enthielten „qualified borrows of books read through Amazon’s digital subscription program“, also „Buchausleihen aus Amazons digitalen Abo-Programmen“ (d.h. Prime Reading und Kindle Unlimited).

Bradbury importiert, Heliograf fabuliert

Wie da genau optimiert wurde, kann man einer Pressemitteilung der WaPo entnehmen — eine neue Software namens „Bradbury“ erleichtert das Erstellen und Syndizieren von Bestseller-Listen, indem Daten aus verschiedenen Quellen automatisch importiert werden können. Auch neue Themenlisten lassen sich mit „Bradbury“ leicht erstellen, etwa eine Liste aller Neuzugänge, der am längsten in der Liste präsenten Autoren, Genre-spezifische Listen etc. Die Storytelling-App Heliograf wiederum kann zudem aus dem Vergleich von Listendaten eine wöchentliche Kurzzusammenfassung in Textform liefern, was etwa besonders schnell aufsteigende Titel, neue Zugänge oder bisherige Performance eines Titels betrifft.

Neue „Most read“-Liste zu 100% made by Amazon

Während die traditionellen Listen nur mit Amazon-Daten erweitert wurden, und wie bisher auch Informationen des Brancheninformationsdienstes Nielsen Bookscan enthalten, gibt es mit der nationalen „Most read“-Liste auf wapo.com sowie der „Most Read Bookd D.C.“-Liste nun aber auch noch zwei komplett von Amazon übernommene Rankings. Dazu wird der Hinweis angezeigt: „Amazon Most Read lists rank titles by the average number of daily Kindle readers and Audible listeners each week. (…) The Post has no editorial influence on these lists.“

„Zum ersten Mal gibt es eine reale Bestseller-Liste“

Ist das alles nun gut oder schlecht? Kommt darauf an. Zum einen gab es sicherlich noch nie eine so realistische Marktschau: „The Washington Post’s lists are probably the first to accurately reflect what people are reading, and not what some New York book editor thinks is worth reading“, urteilt The Digital Reader mit einem süffisanten Verweis auf die eher fiktiven Bestseller-Listen der New York Times. Zum anderen spiegelt die neue Liste natürlich auch die übermächtige Marktposition von Amazon auf dem US-Buchmarkt und den Einfluss von Jeff Bezos auf die Washington Post wider.

Aber immerhin, wir haben jetzt genauere Daten. Und das ist ja am Ende – auch hier hat The Digital Reader recht — „still better than a kick in the teeth“. Oder, wie wir Norddeutschen sagen, besser als ein Loch im Kopf.

Bewegtbild wirbt für fixe Lettern: Shortlist für ersten deutschen Buchtrailer-Award steht fest

buchtrailer-award-shortlistMit Bewegtbild auf Bücher aufmerksam machen — das sollen die „Buchtrailer“, inzwischen in der Branche ein beliebtes Promotion-Mittel. Mit dem ersten deutschen Buchtrailer-Award erhalten die kurzen Clips nun auch endlich eine entsprechende Würdigung. Die erste Shortlist für den auf der futurepublish-Konferenz in Berlin am 25./26. Januar verliehenen Preis steht schon fest — aus mehr als 160 Einreichungen wurden 30 Streifen ausgewählt

Siegertitel kommt auf Kinoleinwände

Der Sieger-Buchtrailer wird dann eine Woche lang in allen 12 Kinos der „Yorck Kinogruppe“ gezeigt (was einem Gegenwert von 5000 Euro entspricht). Die „Yorck Kinogruppe“ ist der größte Kinobetreiber Berlins. Den Produzenten des zweitplatzierten Films winkt ein Gutschein für Produktion und Vertrieb eines LiteraturfilmExpress-Buchtrailers (entspricht einem Gegenwert von 800 Euro. Der Preis für die Plätze 3 bis 5 besteht in einem Gutschein für die Distribution eines fertigen Trailers auf einer Vielzahl „buchaffiner“ Internetplattformen (entspricht einem Wert von 300 Euro).

Börsenverein gehört zu den Veranstaltern

Der Jury für den Buchtrailer-Award gehören neben der Schauspielerin Natalia Wörner die Booktuberin Ilke Sayan („BuchGeschichten“), Stefan Geisler vom Filmkritik-Blog „CinemaForever“ und Jakob Schmidt (Absolvent der „Filmuniversität Babelsberg) an. Organisatoren des Awards sind future!publish, der Verlag duotincta sowie der Börsenvereins- Landesverband Berlin-Brandenburg.

PwC-Umfrage zu E-Books: jeder fünfte Deutsche verschenkt zum Fest elektronische Bücher

jeder-fuenfte-verschenkt-weihnachten-ebooksBücher sind der Evergreen unter den Weihnachtsgeschenken: bei zwei Drittel der Deutschen liegen sie unterm Tannenbaum. Naja, oder fast. Denn wenn man einer aktuellen Studie von Pricewaterhouse Cooper (PwC) glauben schenken darf, wählt ein Fünftel der Bundesbürger mitterweile nicht nur Gedrucktes, sondern nutzt auch E-Book-Gutscheine bzw. E-Book-Geschenkkarten, notfalls last minute selbst zu Hause ausgedruckt.

Voraussetzung: Der Beschenkte muss E-Books mögen

Für das E-Book als Jahresend-Gabe spricht aus Sicht der Käufer u.a., dass es umweltfreundlich zu sein scheint, irgendwie als modern empfunden wird und unkompliziert zu beschaffen ist. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung bleibt letztlich, dass der Käufer, aber auch der Beschenkte am liebsten digital liest, wie 59 Prozent der Umfrageteilnehmer bestätigen.

Technische und kulturelle Faktoren liegen jedoch im Widerstreit. 44 Prozent der Bürger finden nämlich, dass ein gedrucktes Buch auf dem Gabentisch immer noch schöner anzusehen ist. Gegen den Kauf von E-Books als Geschenk kann ihrer Meinung auch sprechen, dass sie sich im Freundes- und Familienkreis noch nicht durchgesetzt haben (42 Prozent), sie als unpersönlich gelten (25 Prozent) und sich nicht als Geschenk verpacken lassen (18 Prozent) — letzteres kann natürlich ganz im Gegenteil auch als Vorteil empfunden werden (das sagen immerhin 14 Prozent).

Nur 40 Prozent der Schenker geben den Titel vor

Tatsächlich ist das Verschenken von E-Books inzwischen so leicht wie noch nie — alle großen Plattformen bieten entweder das Verschenken ausgewählter Titel (z.B. Thalia, Weltbild, E-Book.de) und/oder Geschenkgutscheine über eine bestimmte Summe zur Einlösung im E-Book-Store an (u.a. Kindle Shop). Insgesamt geben 40 Prozent der Schenker das Buch vor, der Rest überlässt es den Beschenkten, selbst etwas auszuwählen.

Im Rahmen der PwC-Studie gaben übrigens 38 Prozent der Befragten an, zumindest ab und zu E-Books zu lesen, bei der letzten Befragung 2013 waren es erst 30 Prozent. Und auch zur Geräte-Präferenz gibt es eine vielsagende Hausnummer: am meisten gelesen wird der Studie zufolge offenbar via E-Reader oder Tablet, wobei die Reader-Nutzer vor allem Kindle- (zwei Drittel) oder Tolino-Modelle (nur ein Fünftel) einsetzen.

(via Welt.de & pwc.de)

350.000 Dollar zu verschenken: Megabestseller-Autor James Patterson verteilt Prämien an Indie-Buchhandlungen

patterson-private-vegas-knalleffektJa ist denn schon Weihnachten? Ein Prämienprogramm, das 350.000 Dollar an 320 Indie-Buchhändler verteilt, mit Fördersummen zwischen 750 und 1250 Dollar, das klingt mal mindestens nach dem Corporate Social Responsibility-Programm eines Großverlags. Doch weit gefehlt: wer hier in den USA milde Gabe verteilt, ist ein Self-Made-Millionär, sowohl was Cash-Flow wie auch Auflage betrifft: Vielschreiber James Patterson nämlich. Auch in diesem Jahr bedenkt er die von ihm so geliebten unabhängigen Buchhändler mit seinem „Holiday Bookstore Bonus Program“.

„Humble Acknowledgement of booksellers commitment““

Besonderer Fokus diesmal: US-Regionen, die von Wirbelwinden oder Waldbränden heimgesucht wurden. Die Gesamtsumme wurde nochmal kräftig erhöht, letztes Jahr waren es 250.000 Dollar. Für Patterson ist das Engagement in Sachen Buchbranche Ehre und Verpflichtung zugleich: „These bonuses are my humble acknowledgment of [booksellers’] commitment to putting books into the hands of readers, and I hope these grants make that possible“, ließ der Autor verlauten.

Patterson hat mehr als 100 Mio. Auflage erzielt

Tatsächlich haben die Buchhändler einen gehörigen Anteil daran, dass Megaseller Patterson seine mehr als 157 Romane in einer Auflage von mehr als 100 Millionen Exemplaren (!) weltweit verkaufen konnte. Amazon & der Online-Buchhandel sind aber sicherlich als Multiplikator auch nicht zu vernachlässigen, selbst wenn der Konzern mit dem Lächeln im Logo in Pattersons letztem Thriller die Rolle des Erzbösewichts spielen musste.

(via Bustle.com & Buchreport)

100.000 mal Schöner Lesen: eBuch & geniallokal starten neues Kundenmagazin

genial-lokal-alternative-zu-amazonWas ist besser für die Kundenbindung, Blog oder gedrucktes Kundenmagazin? Ein gedrucktes, hochwertiges Kundenmagazin, meinen eBuch-Einkaufsgenossenschaft & die Plattform geniallokal, und starten mit „Schöner lesen“ ab 2018 ein 52-seitiges Magazin, das mit einer Auflage von 100.000 Stück in allen 800 Mitgliedsbuchhandlungen kostenlos erhältlich sein soll, im nächsten Jahr zunächst zweimal (Frühjahr/Herbst), danach quartalsweise. Auf 52 Seiten biete es „einen spannenden Mix aus redaktionellen Inhalten, Buchtipps und Anzeigen und somit einen abwechslungsreichen und informativen Überblick über alle Sortimentsbereiche“, so eBuch-Vorstandsmitglied Angelika Siebrands.

Vorbild ist Kundenmagazin von Thalia

Produziert wird „Schöner lesen“ von der Verlagsmarketing-Agentur Kontor Augsburg, wobei man offenbar auch auf das Knowhow von Redakteuren zugreift, die u.a. Erfahrung mit dem Kundenmagazin von Thalia gesammelt haben. Letzteres wurde erst kürzlich generalüberholt, und liegt nun unter dem Titel „Stories“ nicht nur in den Filialen der Kette aus, sondern ist unter stories.thalia.de auch in einer eigens designten Online-Version verfügbar. Etwas vergleichbares für das Portal geniallokal ist dagegen wohl vorerst nicht geplant.

Geniallokal-Prinzip wird von Kunden angenommen

Sinnvoll wäre es wohl – denn mit dem Onlineshop sollen schließlich auch Neukunden für den Buchhändler vor Ort gewonnen werden, den man als Nutzer zum bevorzugten „Lieblingsbuchhändler“ erklärt. Grundsätzlich scheint das genial-lokale Modell mit Kombination aus Online-Bestandsinfos und Reservierungs- bzw. Bestellmöglichkeiten beim „Lieblingsbuchhändler“ bereits aufzugehen: 80 Prozent der Kunden holen ihre bestellten Bücher in der Buchhandlung ab. Bleibt zu hoffen, dass sich zukünftig noch mehr Buchleser entscheiden, auf diese Weise lokal und verantwortungsbewusst einzukaufen.

(via buchmarkt.de & boersenblatt.net)

Amazon Publishing kooperiert mit KNV: Barsortimenter ebnet den Weg in den stationären Buchhandel

amazon-publishing-kooperiert-mit-knvAmazon Publishing, das hieß für Autoren bisher: Publishing nur via Amazon — denn die Bücher der unternehmenseigenen Verlagssparte waren in der Regel im Buchhandel nicht lieferbar. Doch das hat sich gerade geändert: eine Kooperation zwischen Amazon und dem Barsortimenter Koch, Neff & Volckmar (KNV) bringt rund 800 Titel von Imprints wie „Edition M“, „Tinte & Feder“ oder „47 North“ in die Regale des Buchhändlers um die Ecke (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch in der gesamten DACH-Region sowie den USA und Japan.)

„Erster Schritt in den stationären Handel“

Die Lieferbarkeit via Barsortiment sei „ein erster Schritt, um unsere Titel auch über den stationären Handel verfügbar zu machen und zu verkaufen“, so Dominic Myers, Europa-Chef von Amazon Publishing, gegenüber dem Börsenblatt.

Amazon Publishing startete 2012 in Deutschland zunächst mit Übersetzungen englischsprachiger Ausgaben, seit 2014 werden über diverse Imprints auch deutsche Originalveröffentlichungen herausgebracht. Inzwischen umfasst das Programm rund 800 Titel, und gerade Bestseller wie Robert Dugonis „Das Grab meiner Schwester“ oder „Die Abnormen“ von Marcus Sakey, deren deutschsprachige Versionen sich jeweils mehr als 150.000 mal verkauft haben, könnten das Interesse des Buchhandels wecken.

„Buchhändler fragen schon nach unseren Titeln“

Tatsächlich sei man im Gespräch mit Buchhändlern, „die unsere Bücher gern anbieten würden, weil ihre Kunden nach diesen Büchern fragen“, so Friederike Hiller, die an der Spitze von Amazon Publishing DE steht, gegenüber dem Börsenblatt.

Durch die prinzipielle Lieferbarkeit im Buchhandel und mittelfristig dann auch bessere Sichtbarkeit vor Ort dürfte für Autoren damit ein wichtiges Argument gegen eine Zusammenarbeit mit Amazon Publishing entfallen. Zumindest, wenn sie bei einem Amazon-Imprint untergekommen sind. Denn für Self-Publishing-Titel von KDP Print bzw. Createspace heißt es auch weiterhin: wir müssen leider draußen bleiben.

Bookwitty: das Amazon des Long Tails etabliert sich in der globalen Nische

bookwitty-amazon-des-long-tailsIst Amazon nur der Behemoth des angelsächsischen Short Tails, und der Leviathan des polyglotten Long Tails lauert ganz woanders? Durchaus möglich. Mit Bookwitty hat sich jedenfalls in den letzten Jahren ein global agierender Spezialist für den Printbuch-Verkauf jenseits von Bestsellern etabliert, mit einem wachsenden Vertriebspartnernetz wie auch einem knappen Dutzend eigener Niederlassungen von New York über Genf bis nach Beirut und Yamoussoukro/Elfenbeinküste.

“Amazon is the market maker for many countries around the world, but we feel that, by focusing on the long tail and not the 2 percent of books that are bestsellers, we can offer a viable alternative for customers who are looking for products they might not otherwise easily procure,“ so Bookwitty-Gründer Cyril Hadji-Thomas gegenüber Publishers Weekly.

Bedient wird hier nicht nur der nordamerikanische Bücherwurm, den es nach frankophoner Literatur dürstet, sondern auch ein interessierter Leser aus Frankreich auf der Suche nach einem Buch in arabischer Sprache.

Bookwitty selbst spricht bei 26 Millionen lieferbaren Titeln bereits vom „weltgrößten Katalog“, in der erste Jahreshälfte 2017 wurden 1,7 Millionen Bücher ausgeliefert, der Jahresumsatz 2016 lag bei 65 Mio. Dollar. Nachdem der Nahe Osten wie auch Westafrika bereits gut erschlossen wurde, steht als nächstes Expansionsziel Mittel- und Südamerika auf dem Plan.

Seit zwei Jahren gibt es mit Bookwitty.com auch eine sehr ansprechende Online-Präsenz, die sich als „book discovery platform“ bzw. „plateforme dédiée à la découverte de livres“ versteht — neben einer englischen gibt es auch eine französische Version.

Vorbeischauen lohnt sich in beiden Sprachen — denn die Plattform ist eine erfrischende Alternative zu den üblichen öde automatisierten Shoppingplattformen, die algorithmengesteuerte Cover- plus Klappentext-Wüsten bietn. Stattdessen locken bereits auf der Titelseite zahlreiche ausführlich kommentierte Leselisten zu diversen Themen, aber auch Besprechungen einzelner Titel. Die werden nicht nur von Community-Autoren geliefert — Bookwitty leistet sich auch ein paar „Editorial Content Writer“, mithin eigene Redakteure, um die inhaltliche Schiene zu bespielen.

(via Publishers Weekly)

Weniger als ein Cent pro Seite: Aldi Nord bietet Taschenbücher günstiger als E-Books an

aldilit-fuer-einen-cent-pro-seiteRichtige Bücher, in aedibus aldi? Ja, so etwas gibt es. Denn dass der Discounter in Norddeutschland Billigst-Taschenbücher in Kooperation mit dem Kölner Nebenmarkt- & Modernes Antiquariat-Spezialisten Editionnova anbietet, ist nichts völlig neues. Die Preise sind aber auch bei der aktuellen Aktion ein Hingucker: 1,99 Euro kosteten letzte Woche Titel wie David Baldaccis „Das Geschenk“, Klaus Seibels „Zehntausend Augen“ oder Utta Danellas „Schwarzer Spiegel“. Und damit in den meisten Fällen sogar deutlich weniger als die regulären E-Book-Ausgaben.

Sonderausgaben von Backlist-Titeln

Machbar ist das natürlich nur durch zwei Faktoren: es sind extra neu gelayoutete und mit neuem Cover versehene Sonderausgaben von Backlist-Titeln, die über das Vertriebsnetz von Aldi Nord in hoher Auflage verramscht werden. „Unsere Kunden sind Filialisten aus dem Food- und Nonfood-Bereich, Großhändler und Distributoren“, heißt es denn auch auf der Website von Editionnova, zum Thema Content spricht das Unternehmen von „Partnern in der Verlagswelt, von denen wir einzelne Titel oder ganze Reihen lizensieren“.

Kein Verstoß gegen die Preisbindung?

In diesem Fall sind es meist Titel von Bastei Lübbe, Goldmann oder Droemer Knaur, die Gesamtauflage soll bei 210.000 Exemplaren liegen. Den meisten Titeln ist diesmal zudem eins gemeinsam: die regulären Taschenbuchausgaben sind im Handel vergriffen. Damit wollen Aldi Nord und Editionnova offenbar vermeiden, erneut wegen Verstößen gegen die Buchpreisbindung verklagt zu werden. Interessante Fußnote: Zumindest bei einem Titel wäre das theoretisch immer noch möglich — Klaus Seibels Thriller „Zehntausend Augen“ ist nämlich auch weiterhin im Buchhandel als Taschenbuch lieferbar, allerdings nicht mehr als Verlagsversion, sondern als Self-Publishing-Titel in der Edition „Seibel Digital“, verlegt via Books On Demand.

(via Buchreport)

Keine Angst vor Indie-Titeln: dspp17 zeigt Potential deutscher Self-Publishing-Autoren

coverabbildung_noras_welt_durch_den_nimbusVorsicht, Buch: Der erste Deutsche Selfpublishing-Preis #dspp17 geht an die österreichische Autorin Madeleine Puljic – sie überzeugte die Jury mit ihrem Trilogie-Auftakt „Noras Welten / Durch den Nimbus“, der sich um eineBibliophobikerin auf der Suche nach Heilung ihrer Angst vor Büchern dreht. Der Fantasyroman „Noras Welten / Durch den Nimbus“ stehe für „eine überzeugende literarische Grundidee mit Pageturner-Dramaturgie, verfasst in einer sauberen und dichten Schreibe und eingebettet in eine wunderschöne grafische Innengestaltung“, so die Begründung der Preisrichter. Abgerundet werde der Gesamteindruck vom charmanten digitalen Selbstmarketing der Autorin. Puljic darf sich nun über ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro freuen.

Madeleine Puljic, Indie-Autorin mit Bilderbuch-Karriere

Die erstmals verliehene Auszeichnung landete damit bei einer Indie-Autorin mit Bilderbuch-Karriere in punkto Self-Publishing: schon seit 2013 veröffentlicht Puljic Bücher im Eigenverlag. 2015 erhielt sie unter anderem den österreichischen Fantasy-Preis „Vindragona“. Außerdem schreibt die Wienerin mittlerweile für diverse Heftromanserien, wie etwa Perry Rhodan Neo, John Sinclair und Maddrax.

Publikumspreis für historischen Roman „Blutföhre“

Der ebenfalls zum ersten Mal verliehene Publikumspreis ging an Monika Pfundmeier, die mit ihrem historischen Roman „Blutföhre“ am Wettbewerb teilgenommen hat. Mit deutlichem Abstand konnte sie beim vier Wochen dauernden Voting die meisten Stimmen auf der dspp17-Webseite sammeln. Beide Auszeichnungen wurden letzte Woche in der „Selfpublishing-Area“ auf der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben und verliehen.

„Selfpublisher-Szene professionell und mit ausgereifter Stimme“

Jurymitglied und Buchhändler Robert Duchstein sieht die Gewinnerinnen, aber auch die Nominierungen von Short- und Longlist als „Beweis, dass sich die deutschsprachige Selfpublisher-Szene professionell und mit eigener, erzählerisch ausgereifter Stimme aufgestellt hat“. Für den stationären Buchhandel seien diese spannenden Entdeckungen aus der Independent-Schmiede eine Bereicherung. Bewertungen sowie die Leseproben zum Siegertitel und den neun verbleibenden Shortlist-Nominierungen sind auch weiterhin unter www.selfpublishing-preis.de/shortlist zugänglich.

Jurypreis:

Madeleine Puljic,
„Noras Welten / Durch den Nimbus“
376 Seiten
Taschenbuch: 12,99 Euro
E-Book: 2,99 Euro

Publikumspreis:

Monika Pfundmeier,
„Blutföhre“
468 Seiten
Taschenbuch: 13,90 Euro
E-Book: 6,99 Euro