Ein Königreich für eine Plattform (jenseits von FB)

Kuratierte Mobil-Inhalte für ein Massenpublikum, aber jenseits von Facebook (würg!)? Flipboard präsentiert sich gegenüber deutschen Verlagen und Werbekunden verstärkt als Alternative — immerhin hat die App hierzulande schon 3,6 Millionen Nutzer:innen. SPOL, SZ & Springer (würg!) nutzen diesen Kanal bereits. Jetzt haben die Flipper-Freunde den Ex-Deutschland-Chef von Shazam zwecks weiterer Expansion an Bord geholt, und experimentieren mit Native Advertising (würg!): horizont.net/marketing/nachric

Der Buchhändler mit umgekehrtem Düsenantrieb

Wer hätte das gedacht: der deutsche Buchhandel hat die Schubumkehr geschafft — gerade bei der Generation U 40 konnten 2018 Leser:innen im zweistelligen Prozentbereich zurückgewonnen werden. Allerdings: der stationäre Sektor stagniert, ein Umsatzplus gab es nur online. Neben Print legen dabei auch E-Books zu & erreichen jetzt 5 Prozent Marktanteil, die Zahl der E-Book-Käufer:innen steigt weiter. Der Börsenverein hat die neuesten Zahlen:
boersenverein.de/de/portal/Pre

Artikel en detail & andere Verblendungszusammenhänge

(Zumindest auf dem Heimatmarkt Niederlande)… "Schluss mit dem Artikel-Einzelverkauf! Blendle setzt künftig voll auf das Premium-Modell" meedia.de/2019/06/07/schluss-m
Weil: "Micropayments für Journalismus funktionieren nicht"
neunetz.com/2019/06/11/micropa

Datenschutz, vom Tracker überfahren

Bei solchen Ergebnissen möchte man über Android gar nicht erst mehr nachdenken. (Naja, sollte man natürlich erst recht!) "Apple says, “What happens on your iPhone stays on your iPhone.” Our privacy experiment showed 5,400 hidden app trackers guzzled our data — in a single week." washingtonpost.com/technology/

Kindle Light Dinner: Amazon Publishing feiert Einjähriges in Deutschland

kindle-light-dinnerIm Anschluss an die LoveLetter Convention lud der Verlag »Amazon Publishing« am 4. Mai zu einem »Kindle Light Dinner« in den Darkroom der Berliner BRYK-Bar. Verlegerin Sarah Tomashek (siehe Foto, links Connie Brockway) und ihr Team feierten damit auch den ersten Geburtstag des Verlages auf dem deutschen Markt. Sarah Tomashek, eine studierte Germanistin, die vorher im Amazon-Hauptquartier in Seattle tätig war, präsentierte vier Autorinnen, die sich vornehmlich der leichten Muse verschrieben haben.

Schwanenzauber & verkaufte Unschuld

Die Frankfurterin Katja Piel las aus ihrem Buch »Schwanenzauber«, einem modernen Märchen, in dem ein junges Mädchen in einen weißen Schwan verhext und erst tausend Jahre später wieder in Menschengestalt zurückverwandelt wird.

Stefanie Ross stellte ihren Krimi »Nemesis – Verkaufte Unschuld« vor. Dabei geht es um einen Kinderhändlerring, dem eine engagierte Polizistin auf der Spur ist.

Verliebte Trampeltiere & vertauschte Bräute

Ina Straubing ist im realen Leben ein männlicher Autor, der auf den Namen Alexander Pohl hört. Straubings Debutroman »Die Liebe ist ein Trampeltier« beschreibt eine chaotische Entdeckungsreise voller Gefühle, auf der sich eine junge Frau mit Onlineflirts, Nobelrestaurants und den besten Absichten ihrer Freundinnen herumschlagen muss.

Hoch oben auf der Bestseller-Liste der New York Times thront Connie Brockway. Ihr Roman »Die vertauschte Braut« war das erste Buch, mit dem »Amazon Publishing« sich dem deutschen Markt vorstellte.

Schwerpunkt des Programms: leichte Kost

Seit 2012 hat »Amazon Publishing« über 350 Titel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht. 2014 startete das Unternehmen in Deutschland. Von München aus wurde damit begonnen, auch auf Deutsch verfasste Bücher einem größeren Publikum näherzubringen. Mittlerweile wurden bereits über 50 Titel deutschsprachiger Autoren verlegt.

Schwerpunkt des Verlagsprogramms ist leichte Kost. Romance, Thriller, Chick-Lit stehen hoch oben auf der Titelliste. Die Autorensuche erfolgt über das hervorragende Datenmaterial, über das Amazon verfügt. Kriterien sind Verkaufserfolge und herausragende Bewertungen.

Persönliche Autoren-Betreuung

Die Autoren, die unter Vertrag genommen werden, bekommen ein Korrektorat, Lektorat sowie eine professionelle Covergestaltung. Sie werden von einem Acquisitions Editor persönlich betreut. Autoren, die bei »Amazon Publishing« verlegt werden, erhalten zehn Prozent Honorar vom Netto-Ladenpreis auf Holz- und 20 Prozent auf Elektrobücher. Die Titel werden intensiv beworben und bei Eignung ins Englische übersetzt.

Bekannte Self-Publisher, die aktuell mit einem Titel bei »Amazon Publishing« ihr Glück versuchen, sind Poppy J. Anderson, Emily Bold, Marcus Hünnebeck und Elke Bergsma.

Autor & Copyright (Text/Foto): Ruprecht Frieling

Crossposting via www.ruprechtfrieling.de

[In eigener Sache] Lektorin gesucht? Dann wüßte ich jemanden…

Aus gegebenem Anlass hier ein Aufruf in eigener Sache: Meine geschätzte Kollegin Heide Reinhäckel – vielen sicherlich auch als E-Book-News- oder taz-Autorin bekannt – sucht zum 1. Februar 2014 einen neuen Job als Lektorin, bevorzugt im Berliner Raum. Liebe VerlegerInnen, ihr habt es in der Hand: integriert dieses junge Talent in die Gutenberg-Galaxis, oder es gibt bald noch eine weitere Self-Publisherin oder eine Startup-Gründerin mehr… ☺ Aber mal im Ernst: Wer Lektoratserfahrungen wie Präzision, Stilsicherheit, Textsicherheit und nicht zuletzt Kommunikationstalent und kreative Überschüsse zu schätzen weiß – die Kontaktadresse lautet: heide_reinhaeckel[klammeraffe]e-book-news.de

Zur Person: Heide studierte Literaturwissenschaft und Kommunikationswissenschaften in Greifswald und Berlin, und promovierte unter dem Titel »Traumatische Texturen« über die deutsche Gegenwartsliteratur & den 11. September.

Nach einem Praktikum beim Berliner Culturcon Verlag folgte dann ein Volontariat beim Producer & Packager Palmedia, wo sie momentan im Lektorat tätig ist. Dort betreute sie zuletzt als Lektoratsassistentin verschiedene Sachbuch-Projekte und war zudem auch mit der Bildredaktion befasst. Darunter etwa die Brockhaus Horizont Bände »Essen ist Leben« und »Irrtümer und Fälschungen«. Für die Brockhaus Jahrbände 2012 und 2013, die Ergänzungsbände des bekannten Lexikons, verfasste sie mehrere Lemmata. Sie war u. a. mitverantwortlich für die Redaktion von Buchprojekten wie »Kunst und Archäologie der griechischen Welt«, »Pastors Kinder. Wie Pfarrhäuser die Gesellschaft prägen« oder einem Buch zur Himmelsscheibe von Nebra.

Als Journalistin schrieb Heide u. a. für die taz, verfasste Buchbesprechungen für das Rezensionsorgan Cult_online sowie für E-Book-News. Wenn sie viel Zeit hätte, würde sie gern ein Buch über die Tristesse der 1990er-Jahre im Osten der Republik schreiben.