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“Buy Local ist toll!”: Amazon plant hunderte neue Buchhandlungen in den USA

3 Feb 2016 0 Kommentare

amazon-books-in-seattleAmazon werkelt am nächsten großen Sprung nach vorn, und der findet offline statt: etwa 300 bis 400 Buchhandlungen in der Fläche wolle der bisherige Online-Riese eröffnen, so die Breaking News, die heute via Wall Street Journal, New York Times sowie Seattle Times die Runde macht. Die erste offizielle Reaktion aus Deutschland kam getweetet vom Bösenverein (nicht zu verwechseln mit dem “Börsenverein”): “Buy Local ist großartig! Buy Local ist toll! … Äh … Moment mal … Was zum Teufel..?” … Doch angesichts dieser Nachricht dürfte wohl die ganze Buchbranche mental erstmal in den “What the Fuck!?”-Modus umschalten.

Amazon im Gespräch mit Shopping-Mall-Betreibern?

Vor allem, weil an der Meldung was dran sein könnte — nicht nur aufgrund der Tatsache, dass Amazon in Seattle unter großem Medienecho kürzlich die erste Offline-Buchhandlung eröffnet hat und in Europa mit “Pop-Up-Stores” experimentiert. Quelle des aktuellen Gerüchts ist ausgerechnet Sandeep Mathrani, Chef des Shopping-Mall-Riesen General Growth Properties. Das Unternehmen betreibt in den USA knapp 120 Einkaufszentren, die natürlich zugleich ein perfektes Sprungbrett für Amazons stationären Arm darstellen würden. In einer Telefonkonferenz mit Analysten sagte Mathrani wörtlich, das Ziel von Amazon sei es, “so wie ich es verstehe, 300 bis 400 Buchhandlungen zu eröffnen”.

“Shopping Malls & E-Commerce ergänzen sich”

In der Telko sei es laut Seattle Times zudem um die fortbestehende Bedeutung von Shopping Malls gegangen, die den E-Commerce optimal ergänzen würden, nicht nur, weil man dort bequem das Angebot durchstöbern kann, sondern auch, weil die Rückgabe von Waren sich dort reibungsloser abwickeln lasse. Außerdem ist bekannt, dass die Expresslieferungen für Prime-Kunden, mit denen Amazon dem stationären Handel das Wasser abgräbt, dem Unternehmen teuer zu stehen kommen, denn die dafür notwendige Lieferlogistik ist sehr aufwändig.

Buchhandlung als perfektes Buchentdeckungs-Tool

Während Amazon die aktuellen Presseberichte weder bestätigen noch kommentieren wollte, berief sich die New York Times auf einen weiteren (anonymen) Brancheninsider, der die Offline-Offensivpläne zumindest in einem zahlenmäßig begrenzteren Rahmen für durchaus real hält. Außerdem, so zitiert das Blatt John Mutter von Shelf-Awareness, sei eine Buchhandlung “der beste Weg um etwas zu finden, von dem man gar nicht wusste, das man es sucht”. Und genau diese neue Erfahrung in punkto Discoverability mache Amazon gerade in Seattle…

Abb.: Amazon.com

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