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Buch ohne Handel ab 2017: Börsenverein macht Buchhandel.de zum Projektmuseum

7 Sep 2016

buchhandel-macht-dichtWer den lokalen Buchhändler seiner Wahl auch bei Online-Käufen unterstützen möchte, hat es bald wieder etwas schwerer: denn auf der Buy-local-affinen Buchhandelsplattform Buchhandel.de gibt’s ab 31. Januar 2017 zwar noch Titelinfos aus dem VLB, aber keine Bücher oder E-Books mehr zu erwerben. Damit entfällt auch die Möglichkeit, beim Shoppen eine der mehr als 800 Partnerbuchhandlungen als Bezugsadresse anzugeben.

Nach Libreka schon die zweite Pleite

Die von der Börsenvereins-Tochter MVB betriebene Plattform war 2014 als Nachfolge-Projekt des glücklosen Endkundenportals Libreka an den Start gegangen — schaffte es jedoch genauso wenig, genügend Umsatz zu generieren, zuletzt lag das Jahresergebnis bei nur mageren 600.000 Euro. Nachdem ein letzter Rettungsversuch in den letzten Monaten fehl schlug, zogen die Betreiber nun erneut den Stöpsel. Damit scheitert wohl auch endgültig der Plan der Buchhandels-Lobbyisten, mit Bordmitteln eine unabhängige Branchen-Adresse im Web zu schaffen, die gegen Amazon bestehen kann.

Wie schafft man mehr Sichtbarkeit?

Die unabhängigen Buchhhändler werden sich somit auch in absehbarer Zukunft zwischen zwei Wegen entscheiden müssen: entweder sie investieren herzhaft in eine eigene Verkaufsplattform, oder sie übernehmen ein Whitelabel-Baukastensystem, wie es u.a. von Barsortimentern (Libri, KNV) oder Mittelständlern wie SoftLevel Communication („Buchhandelsweb.de“) angeboten wird. Am eigentlichen Problem freilich ändert sich nichts: zwischen den Großen mehr virtuelle Sichtbarkeit für die Kleinen zu schaffen bleibt eine Herausforderung…

(via Buchreport.de)