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2011 – das Jahr des E-Books? Börsenverein erwartet „endgültigen Durchbruch“

16 Mrz 2011

e-book-durchbruch-2011-marktstudie-boersenvereinWird 2011 das Jahr des E-Books? Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedenfalls erwartet den endgültigen Durchbruch für das elektronische Buch. In den nächsten fünf Jahren könnte der E-Book-Umsatzanteil hierzulande zehn Prozent betragen, ergab eine aktuelle Marktstudie. Zur Zeit bietet zwar nur ein Drittel der deutschen Verlage E-Books an, doch das könnte sich offenbar bald ändern. Vor allem mittlere und große Verlage planen zudem, ihr elektronisches Programm deutlich aufzustocken. „Wir erleben gerade, wie sich ein neuer Markt formiert“, so Börsenvereins-Chef Alexander Skipis bei der Präsentation der Zahlen im Vorfeld der Leipziger Buchmesse. Dazu habe man etwa mit dem Start der Buchhandelsplattform libreka! selbst beigetragen.

Zusammenspiel von Endgerät, Inhalt und Angebot

Wie so oft ist jedoch solch selbstbezogenes Schulterklopfen mit Vorsicht zu genießen. Denn schon mit der Realisierung von libreka! war der Buchhandel offenbar überfordert – die meisten E-Book-Leser kauften lieber woanders ein, mittlerweile beschränkt sich das Projekt vor allem auf Business-to-Business-Dienstleistungen. „Je besser das Zusammenspiel von Endgerät, Inhalt und Angebot, desto dynamischer der Markt“, schätzt Hans Huck, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren im Börsenverein. Tatsächlich haben Thalia und Libri mit ihren WiFi-Readern den E-Book-Markt kräftig in Bewegung gebracht. Bequemes E-Book-Shopping via E-Store ist schließlich auch das Erfolgsrezept von Amazons Kindle, der den US-Buchmarkt kräftig aufgemischt hat. Hierzulande bremst ein eher mittelmäßiges Zusammenspiel von Endgerät, Inhalt und Angebot die Dynamik – und das liegt nicht nur an überhöhten Preisen und unbefriedigenden DRM-Konzepten.

Akzeptanz elektronischer Lektüre stagniert

Die vom Börsenverein vorgelegten Daten zeigen nämlich auch: Mehr als 50 Prozent der angebotenen Bücher stammen momentan noch aus dem Bereich Fachbuch/Wissenschaft, Belletristik macht nur 10 Prozent aus. Die Beliebtheit von E-Books beim Lesepublikum hält sich bisher wohl auch aus diesem Grund deutlich in Grenzen. Nur sieben Prozent der Kunden kaufen sowohl E-Books wie gedruckte Bücher, mehr als achtzig Prozent bevorzugen auch weiterhin ausschließlich Printausgaben. Auffällig ist zudem, dass die Aktzeptanz elektronischer Lektüre insgesamt sich in letzter Zeit kaum verbessert hat. „Insbesondere die Verlage investieren in den E-Book-Markt und sind derzeit den Lesern noch voraus“, analysiert Jürgen Horbach, Schatzmeister des Börsenvereins. Plausibler scheint der Umkehrschluss – dass die Nachfrage im Vergleich zu anderen Ländern hinterherhinkt, liegt am mangelnden Angebot. Hätten die Verlage nicht so lange gezögert, müsste sich der E-Book-Markt nicht erst formieren, er wäre längst ein Standbein der Branche.