Booktube: Penguin spendiert Londoner U-Bahn-Passagieren drahtlose Gratis-Lektüre

Summer of PenguinZum achtzigsten Verlagsjubiläum bringt Penguin unterirdische elektronische Texte in Umlauf. Wobei „unterirdisch“ sich hier natürlich nicht auf die Qualität beziehen soll: im Zusammenarbeit mit dem Tube-Betreiber Transport for London und Virgin Media startete gestern nämlich eine mobile Website namens „Summer of Penguin“, deren Inhalt sich speziell an die Fahrgäste der Londoner Tube richtet.

Die grafisch aufwändig gestaltete Landing-Page ähnelt selbst einem U-Bahnfahrplan: per Fingertipp können Passagiere sich auf ihrem Smartphone von Station zu Station bewegen. Die Auswahl wird täglich mit neuen literarischen Haltepunkten ergänzt.

Penguin-Digital-Managerin Hannah Telfer zufolge sind darunter zum Beispiel Ausschnitte aus Werken von Harper Lee, John Cleese und Terry Pratchett, die man auf diese Weise neuen Leserschichten näher bringen möchte.

„Diese Kooperation bringt das geschriebene Wort jenseits der Buchseiten in Kontakt mit Reisenden im Londoner Underground, und feiert die Stories und Ideen die Penguin in den letzten 80 Jahren geformt haben, genauso natürlich die tollen Talente die wir als Teil von Penguin Random House heutzutage veröffentlichen“, so Telfer.

Die Gratis-Aktion im Untergrund läuft vom 3. bis zum 28. August, der „Summer of Penguin“ setzt damit fort, was Anfang des Jahres mit den gedruckten „Little Black Classics“ begann: seit damals wurden 80 klassische Penguin-Books mit jeweils 80 Seiten zum Preis von 80 pence in Umlauf gebracht.

(via The Drum & Penguin)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

3 Gedanken zu „Booktube: Penguin spendiert Londoner U-Bahn-Passagieren drahtlose Gratis-Lektüre“

  1. Nun, dies ist ja keine Geschäftsidee, bestenfalls eine Marketingaktion.
    Bleibt die Frage, ob diese Marketingaktion nicht geschäftsschädigend ist.
    Wenn freie Lesezeit mit Gimmicks gefüllt wird, bleibt keine Zeit, um verkaufbare Bücher zu lesen.
    Anders wäre ein Sofortrabatt, wenn der Kauf innerhalb des offenen (befristeten)Login erfolgt.
    Der User könnte einfach weiterlesen, der Verlag hätte einen Geschäftserfolg. Die Gimmickredaktion finanziert sich aus Anteilen des Geschäftserfolges.

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