Böser Flipper: Buchempfehlungs-App von Penguin Random House verlinkt exklusiv auf Amazon

flipper-mag-amazonAlle lieben Flipper — so war es jedenfalls beim klugen Delphin. Ob’s bei der gleichnamigen neuen Buchempfehlungs-Plattform im Zeichen des Pinguins ähnlich ist, wage ich mal zu bezweifeln. Doch der Reihe nach. Für viele Menschen, die in der Vorweihnachtszeit auf der Suche nach (Print-)Buchgeschenken sind, macht die Plattform von Penguin Random House sicher Sinn. Man wählt die Altersgruppe der Zielperson aus, gibt verschiedene Interessen an, und schwupps! bzw. mit einem „Flip“ bekommt man eine Coverauswahl aus dem Verlagsprogramm. Zum Beispiel: „Books for a teen who is a rebel, a bookworm and a thinker“.

Fortsetzung von #AskPenguin

Mehr als 400 Titel der Verlagsgruppe sind in der Datenbank des Buch-Wählomats enthalten — für den Klub der Pinguine dürfte sich das also auch durchaus lohnen. Schon die regelmäßige Twitter-Beratungs-Aktion #AskPenguin wurde von den nach Lesestoff dürstenden Kunden schließlich sehr gut angenommen. „Flipper“ ist sozusagen die institutionalisierte Fortsetzung. Was mich aber erstaunt hat: Klickt man sich vom jeweiligen Cover jedoch nicht nur bis zur Kurzbeschreibung weiter, sondern betätigt den Kauflink, landet man bei Amazon.co.uk, also der britischen Filiale des Branchenteufels.

Penguin-Hauptseite verlinkt auch auf Waterstones

Recherchiert man einen der bei Flipper empfohlenen Titel dagegen im normalen Online-Katalog auf penguin.co.uk, führt der „Kauf-Button“ für Print-Versionen immerhin auf eine Link-Auswahl: Neben Amazon wird auch auf die Einzelhandels- bzw. Buchhandelsketten Hive, WH Smith und Foyles sowie Waterstones verwiesen. Bei den E-Book-Versionen erscheinen dagegen nur Verweise auf Amazon und den iBookstore. Das wiederum ist verständlich, denn das E-Book-Geschäft haben die britischen Buchhändler inzwischen komplett aufgegeben. Gedrucktes verkaufen sie dagegen noch — zumindest vorläufig.

UPDATE 9.11.2016: Inzwischen hat Random House mit „Buchgeschenkefinder.de“ auch eine deutsche Empfehlungsseite gestartet — die neben Amazon auch auf deutsche Buchhandelsketten und die Verlags-Website selbst verlinkt.

(via Buchreport & The Bookseller)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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