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Blio statt E-Ink: Wie KI-Forscher Ray Kurzweil das E-Book neu erfinden will

31 Dez 2009

blio kurzweil e-reader software tablet pc.gifWenn es um die ferne Zukunft geht, weiß Ray Kurzweil bescheid – der KI-Forscher hat für das Jahr 2045 die Ablösung des Menschen durch denkende Maschinen vorhergesagt. Auf der CES in Las Vegas nächste Woche will Kurzweil sich nun mit der nahen Zukunft befassen – geht es nach ihm, wird’s bald keine E-Reader mehr geben. Statt E-Ink-Technologie setzt Kurzweil auf den Tablet-PC, ergänzt durch Blio.

„Alle anderen E-Reader sind gegenüber Blio primitiv“

Kurzweil denkt offenbar ähnlich wie Microsoft-Chef Steve Ballmer – der beste E-Reader ist immer noch ein PC. Wenn auch in diesem Fall ein Tablet-PC, ergänzt durch eine neuentwickelte Reader-Software – eben „Blio“. Für die Consumer Electronics Show in Las Vegas ist das natürlich eine Kampfansage. Immerhin werden in der Wüste von Nevada auch die neuesten E-Reader-Modelle der Branche ausgestellt. Allerdings soll ja 2010 auch das Jahr der Tablet-Reader werden, neben Apples iSlate wird etwa der Launch von Microsofts Dual-Screen-Gadget Courier erwartet. „Die Leute wollen zum Lesen keine Extra-Hardware“, prophezeit Sci-Fi-Experte Kurzweil gegenüber dem WIRED-Magazin, „sie wollen alles mit einem Gerät machen, und sie wollen farbige Displays.“ Die optimale Kombination zum Lesen von E-Books wäre also in Zukunft Blio plus Tablet-PC. “Jeder der Blio erlebt hat gab zu, das die Software alles andere um Längen schlägt“, so Kurzweil über bisherige Tests auf mobilen Geräten. “Wir bieten hochauflösende Grafik und Animationstechnik. Alle anderen E-Reader sind dagegen eher primitiv.“

Kurzweil meint es ernst: Google Books könnte bald mit im Boot sein

blio kurzweil ray e-reader e-book software tablet pc.gifÄhnlich wie bei Adobes PDF kann das Layout eines Buches mit Blio eins zu eins wiedergeben werden. Darüber hinaus sind aber auch Bewegtbilder möglich. Auch so etwas gibt es natürlich schon: Verlage wie etwa Condé Nast arbeiten zur Zeit an E-Mag-Formaten, die sich mobil auf farbigen Touch-Screen-Displays lesen lassen und Flash-Anomationen beinhalten. Als neue Features bietet Kurzweils Blio darüberhinaus noch Text-to-Speech und verschiedene Bookmark- und Anmerkungs-Funktionen. Wirklich neu ist für sich genommen allerdings kein einzelnes Blio-Element. Man könnte überhaupt meinen, Kurzweil käme etwas spät mit seiner Vision des elektronischen Lesens. Doch der Gründer von Kurzweil Technologies meint es ernst. Im Moment verhandelt man bereits mit Buchverlagen über die kostenlose Konvertierung ihrer Titel von PDF in Richtung Blio, und auch eine Kooperation mit Google Books könnte es bald geben. Ein wichtiges Argument für Blio-Nutzer dürfte am Ende der finanzielle Aspekt sein: die Software soll nämlich kostenlos unter die Leute gebracht werden – angekündigt ist sie für PC, iPhone und iPod Touch.