Home » E-Book-Handel

Bitkom-Studie: Zahl der E-Book-Leser stagniert – liegt’s am erhöhten Mehrwertsteuer-Satz?

14 Okt 2016 0 Kommentare

jeder-vierte-deutsche-liest-ebooksSind es die hohen Preise von traditionell verlegten E-Books? Liegt es an der fehlenden Haptik? Am miesen Layout? Jedenfalls dümpelt die Zahl der bekennenden Digitalbuch-Leser zwischen Aachen und Zittau seit 2014 bei 24 bis 25 Prozent der Bevölkerung, meldet der IT-Branchenverband Bitkom im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Ein paar Veränderungen hat die aktuelle Umfrage im Bitkom-Auftrag aber schon messen können. So nennt das E-lesende Bevölkerungsviertel in diesem Jahr erstmals als wichtigstes Lesegerät den klassischen E-Reader (46 Prozent) knapp vor Smartphone (41 Prozent) und weit vor dem Tablet (24 Prozent).

E-Ink inklusive: Nutzer setzen auf mehrere Lesegeräte

Wobei die meisten Befragten aber erklärtermaßen synchron auf mehreren Geräten schmökern. Was im Umkehrschluss auf eine interessante Tatsache verweist: obwohl theoretisch eigentlich jeder Smartphone-Besitzer E-Books lesen könnte, scheint die reale Bereitschaft zur elektronischen Lektüre stark davon abzuhängen, ob man einen E-Reader besitzt oder nicht.

Wer mehr E-Leser möchte, muss also auch weiterhin möglichst viele E-Ink-Displays unter die Leute bringen – eine Strategie, die z.B. mit besonders günstigen Basis-Modellen arbeiten kann. Ein besonderes Potential schlummert dabei immer noch bei der Generation Ü-50: während ein Drittel der jungen Leser elektronisch schmökert, sind es bei den Älteren bis 65 nur 23 Prozent, bei den Senioren mit mehr als 65 Jahren sogar nur schlappe 7 Prozent.

Generation Ü 50 hat höchsten E-Book-Nachholbedarf

Ob für die E-Book-aversen Senioren auch das Pricing eine Rolle spielt? Unattraktiv hohe Kosten — u.a. verursacht durch den erhöhten Mehrwertsteuersatz auf E-Books — macht jedenfalls die Bitkom-Studie für die Stagnation mitverantwortlich. Insgesamt wohl eher zu unrecht, denn schließlich werden E-Books von Self-Publishern trotzdem zu sehr niedrigen Preisen angeboten, und viele Verlage bepreisen ihre E-Books bewusst so nah wie möglich an den Print-Versionen.

Außerdem gibt es ja weitere Alternativen, um an günstige Lektüre zu kommen — laut Bitkom-Studie leiht jeder vierte E-Book-Leser sich Titel in öffentlichen Bibliotheken aus, 13 Prozent sind schon bei Flatrate-Anbietern wie Skoobe unterwegs, und 14 Prozent lesen Gratis-E-Books.

Comments are closed.