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Biegsame E-Ink-Displays kommen: LG beginnt Massenproduktion

30 Mrz 2012

E-Paper wird seinem Namen endlich gerecht – die neuesten E-Ink-Displays von LG sind nicht nur dünner und leichter, sondern vor allem fast so flexibel wie echtes Papier. Die jetzt vorgestellten Plastikdisplays des südkoreanischen Herstellers haben eine Größe von sechs Zoll. Mit einer Auflösung von 1024×768 Pixeln erreichen sie sogar XGA-Qualität. Das bietet bei konventionellen E-Readern bisher nur der iRiver Story HD – allerdings ist das Display in diesem Fall wie bisher üblich aus Glas. Das macht es nicht nur dicker und schwerer, sondern lässt es auch leichter zerbrechen. LG verspricht dagegen, dass die neuen Bildschirme nicht nur einen Sturz aus 1,5 m Höhe überstehen, sondern auch Schläge mit einem kleinen Hammer aushalten. Nur eins geht nicht – knicken. Denn trotz aller Biegsamkeit ist bei einem Winkel von 40 Grad Schluss.

Extrablatt, extraplatt: Konzeptstudie Tabloid-E-Paper

Neben der Anwendung in elektronischen Lesegeräten erlauben die günstig zu produzierenden, biegsamen Plastikdisplays auch völlig neue Konzepte. So stellte LG etwa im letzten Jahr testweise ein flexibles E-Ink-Display mit 19-Zoll-Durchmesser her, Kantenlänge 25 mal 40 Zentimeter, was einer Zeitung im Tabloid-Format entspricht. Bei der Fertigung setzt LG Display auf fortgeschrittene TFT-Technologie, die direkt auf hauchdünne Folie aufgebracht wird. Wird diese Technik zudem noch mit Touch-Screen und WiFi ergänzt, landet man bei einem völlig neuen Medium – einem unendlichen E-Newspaper im Format der traditionellen Papierversion. Machbar wären natürlich auch Hybrid-Bücher mit dünnen Seiten aus flexiblem E-Ink. Schon jetzt hat das Produkt von LG nur noch eine Dicke von 0,7 Millimetern.

Erste Displays sollen im April auf den Markt kommen

Ähnlich wie LG haben auch andere Hersteller wie AU Optronics oder Bridgestone bereits flexible E-Paper-Prototypen vorgestellt. Samsung soll momentan an einem flexiblen OLED-Display arbeiten. Vorangetrieben wird diese Entwicklung vom Kostendruck – ähnlich wie Dünnschicht-Solarzellen lassen sich die neuen E-Ink-Displays im besonders günstigen Roll-to-Roll-Manufacturing drucken. Vergleichbar mit dem Rotationsdruck bei Zeitungspapier wird eine Endlos-Rolle aus E-Paper produziert, die dann in die gewünschten Formate zerschnitten werden kann. Doch egal was die Konkurrenz in petto hat – LG dürfte momentan die Nase vorn haben. Die ersten biegsamen Displays sollen dem Unternehmen zufolge nämlich bereits im nächsten Monat auf dem europäischen Markt auftauchen.

(via slashgear & extremetech)