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In der Oase serviert Bezos Whiskey mit Soda: Neues Kindle & Akku-Cover geleakt [UPDATE]

6 Apr 2016

bezos-kuendigt-neues-kindle-anPrime Now Rohrpost, Jeff Bezos als Präsidentschaftskandidat, das Kindle „Flame“ mit Liquavista-Display: es gab viele Aprilscherze rund um Amazon, manche sogar vom Unternehmen selbst. Was Jeff Bezos höchstpersönlich dann am 4. April twitterte, war jedoch ernst gemeint: „Leser aufgepasst! Ein ganz neues, High-End-Kindle ist fast fertig. Achte Generation. Details nächste Woche.“ Kommt das Kindle „Flame“ also tatsächlich!? [Update: Im Prinzip schon, es heißt aber offiziell „Kindle Oasis“, und hat ein gewöhnliches E-In-Display, s.u.]

Zwei Reader, zwei Cover…

Recht schnell wurde dann auf jeden Fall bekannt: es handelt sich sogar um zwei Reader, denn neben dem Voyage-Nachfolger (Codename „Whiskey“) mit WiFi, Bluetooth und 3G ist offenbar auch ein neues Basis-Modell (Codename „Woody“) in der Pipeline. Für noch mehr Überraschung sorgten weitere merkwürdige Details: Amazon serviert uns „Whiskey“ mit „Soda“ — der neue High-End-Reader hat ein Leder-Cover mit integriertem Akku. Auch ein separates Solar-Cover (Codename „Sunkiss“) soll zu einem späteren Zeitpunkt dazukommen.

Übergang von E-Ink zu Electrowetting?

Mehr ist zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt — der eigentliche Produktlaunch bzw. die Launchankündigung wird eben erste nächste Woche stattfinden, wie von Bezos getwittert. Doch das PR-Ziel hat Amazon erreicht: im Web überschlagen sich die Spekulationen. Vor allem natürlich aufgrund der Akku-Cover: hat der neue Reader kein normales, reflektives E-Ink-Display mehr, sondern erstmals eins auf reflektiver Electrowetting-Basis?

Extra-Akku macht Liquavista-Display plausibel

Genau zu diesem Zweck hatte Amazon ja vor einiger Zeit den niederländische Display-Hersteller Liquavista übernommen, und seit 2015 mehrten sich die Anzeichen für ein mit Liquavista-Technologie ausgestattetes Amazon-Gerät. Das würde dann deutlich weniger Strom verbrauchen als z.B. ein Fire-Tablet mit LCD-Display, aber immer noch deutlich mehr als ein Kindle mit E-Ink-Display. Anders als bei E-Ink muss bei Electrowetting ständig Spannung anliegen, damit der Bildschirminhalt angezeigt wird.

Hybrid zwischen Reader & Tablet?

Dafür bietet die Liquavista-Methode besseren Kontrast, fast schon normalem Papier nahekommende Reflektivitäts-Werte, die Option Farbdarstellung (mit entsprechenden Filtern, Nachteil: geringe Blickwinkel-Stabilität) sowie schnelle Bildwechsel, was die Anzeige von Videos erlaubt. Doch wäre das dann überhaupt noch ein Kindle, oder eher ein Hybrid aus Kindle und Fire-Tablet? Behalten die Basismodelle (siehe „Woody“) auch weiterhin E-Ink, hätte Amazon inklusive Fire gleich drei Display-Technologien im Angebot, und würde dem Käufer die Entscheidung ziemlich schwer machen…

UPDATE 12. April 2016:

Inzwischen haben diverse Seiten von Amazon & Dritthändlern „aus Versehen“ weitere Details geleakt. Demnach heißt das neue Kindle „Oasis“, hat ein herkömmliches E-Ink-Display, allerdings mehr seitliche LEDs (zehn statt sechs), dank magnetisch befestigtem Akku-Cover mehrere Monate Laufzeit, das Design wurde deutlich verflacht, am verbreiterten rechten Rand gibt es Umblättertasten. Ohne Cover ist das Gerät mit nur 130 Gramm deutlich leichter als die Vorgängermodelle. Offiziell angekündigt wird das neue Kindle Oasis wohl schon am morgigen 13. April.

Hier die offiziellen technischen Daten des Kindle Oasis, wie sie kurzzeitig auf Amazon.ca sichtbar waren (Preis-Tag ist offenbar nur ein Platzhalter):

Kindle-Oasis-geleakte-Specs-kanadische-amazon-seite