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Bezahlen mit CPU-Zyklen? Salon.com testet Krypto-Mining im Browser als Alternative zu Online-Ads

14 Feb 2018 0 Kommentare

salon-bictoin-mining-statt-online-adsDer Online-Leser ist die Cash-Cow der Online-Presse, doch wie man die Kuh melkt, das kann sich durchaus unterscheiden. Beim „traditionsreichen“ Internet-Magazin Salon.com (gegründet 1995) wird jetzt eine interessante Variante beim Umgang mit Ad-Blockern getestet — anstatt Online-Ads zuzulassen, können die Seitenbesucher auch das „Suprress Ads Beta“-Programm wählen. In diesem Fall „borgt“ sich Salon.com über ein eingebettetes Skript einen Teil der Rechnerleistung aus, um damit Krypto-Mining zu betreiben, sprich: virtuelles Geld zu machen (genauer gesagt geht’s dabei um die Bitcoin-Variante Monero).

Der Leser hat seinen Wert, der Rechner auch

Salon.com selbst beschreibt die Logik hinter dieser Alternative so: „We realize that specific technological developments now mean that it is not merely the reader’s eyeballs that have value to our site — it’s also your computer’s ability to make calculations, too. Indeed, your computer itself can help support our ability to pay our editors and journalists.“ Mit anderen Worten: statt „Eyeballs“ zählen jetzt auch CPU-Zyklen, die sind schließlich im Zeitalter von errechneten Krypto-Währungen so wertvoll wie nie zuvor.

Andere Seiten kapern die Rechenleistung ungefragt

Pikanterweise wird dabei eine Methode verwendet, die auf manchen Webseiten heimlich vor sich geht, so wurde etwa die Sharing-Plattform The Pirate Bay letztes Jahr dabei erwischt, ungefragt die Rechenleistung der Nutzer anzuzapfen. Was sich dann zum Beispiel durch verlangsamte Seitenperformance und rasende Lüfter bemerkbar machte, sehr zum Ärger der Community. Ähnliche Probleme könnten natürlich auch auf der Website von Salon.com auftreten – aber immerhin: die Leser werden ja vorgewarnt.

Bezahl-App als zusätzliche Einnahmequelle

Grundsätzlich ist der Ansatz auch gar nicht so dumm — schließlich sind kreative Lösungen beim Umgang mit Werbeblockern gefragt, will die Publishing-Branche ihre Erlöse steigern, ohne die Leser zu vergraulen. Eine weitere Einnahmequelle soll übrigens in Kürze folgen — die bezahlungspflichtige Salon-App für iOS, Google Play und Amazon Fire. Auf Dauer wohl die effektivste Methode, die Umsätze zu steigern.

(via TNW & The Digital Reader)

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