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Bezahl, was du willst: das „Humble Audiobook Bundle“ startet – bald auch in Deutschland?

24 Jan 2014

Bei Humble Bundle wurden schon viele Pakete geschnürt, nicht nur Indie-Games, sondern auch DRM-freie Indie-E-Books, immer nach dem Pay-What-You-Want-Prinzip, kombiniert mit einer cleveren Crowdfunding-Logik: wer mehr gibt als der Durchschnitt, erhält zusätzliche Bonus-Titel. Nun wird das äußerst erfolgreiche Konzept zum ersten Mal auch mit DRM-freien Hörbüchern ausprobiert – das „Humble Audiobook Bundle“ ist da. Noch 11 Tage lang kann man für eine Handvoll Dollars (wenn man besonders geizig ist, auch für eine Handvoll Cents) fünf MP3-Hörbücher herunterladen – darunter Einspielungen von Salman Rushdies „Satanischen Versen“, William S. Bourroughs Fünfziger-Jahre-Drogenroman „Junky“ oder des Mystery-Thrillers „Found“ von Margaret Peterson Haddix.

Pay-What-You-Want trifft Crowdfunding

Wer die Spendierhosen anhat, und mehr als den derzeitigen Durchschnitt von 5,95 Dollar zahlt, erhält dazu drei weitere Audiobooks, besonderer Leckerbissen: Piers Anthonys Sci-Fi-Fantasy-Story „On a Pale Horse“. Bereits in wenigen Tagen wurde das „Humble Audio Bundle“ mehr 23.000 mal verkauft, und wie üblich geben einzelne Unterstützer erstaunlich hohe Summen in den Hut: die Top 10 reichen von 55 Dollar bis zu 100 Dollar. Was nicht nur an der Ersparnis liegt, die das Bundle verspricht – zum normalen Ladenpreis ist es nämlich mehr als 600 Dollar wert. Man kann nämlich auch einen Teil der Summe für den guten Zweck spenden – diesmal an die Non-Profits „Electronic Frontier Foundation“ und „Worldreader“. Besonders vorbildlich: die Käufer können über virtuelle Schieberegler selbst entscheiden, wieviel Prozent ihres Beitrags an die Autoren bzw. Hörbuchproduzenten geht, wieviel an die Non-Profits, und auch welchen Provision sie den Humble-Bundle-Veranstaltern zubilligen.

Hörbuch-Bundle auch in Deutschland möglich

Bei den beiden bisherigen Humble E-Book-Aktionen kamen insgesamt mehr als 1,8 Millionen Dollar zusammen, und mehr als 140.000 Bündel wurden über den digitalen Tresen gereicht. Wahrlich ein Best-Practice-Beispiel für die Kraft des Crowdpublishings – denn das Projekt wurde völlig an der klassischen Buchbranche vorbei realisiert. In Deutschland ist die Gutenberg-Galaxis vor ähnlichen E-Book-Bundles durch die aktive Abmahnlobby des Börsenvereins relativ sicher – bei Audiobooks dagegen, die nicht der Preisbindung unterliegen, wäre eine solche Aktion jederzeit möglich. Da die deutsche Indie-Szene sich ohnehin gerade stärker organisiert (siehe etwa Plattformen wie Qindie), könnte es sogar schon bald den ersten Versuch geben…