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Best-Of der deutschen Blogosphäre als Print-Magazin?

1 Dez 2011

Die Netzbürger der deutschen Blogosphäre haben ein eigenes Print-Magazin verdient, findet der Freisinger Verlagskaufmann Alex Grossmann. Unter dem Titel „Blogger“ sollen die Perlen aus den Untiefen des Webs deswegen schon bald monatlich am Kiosk zu kaufen sein. Als „Internetausdrucker“ versteht sich Grossmann gleichwohl nicht. Eher geht es ihm darum, mit den Webautoren frische, unverbrauchte Federn zu finden, die sich online bereits ihr Publikum erschrieben haben, nicht ganz so netzaffinen Lesern aber bisher verborgen blieben. Anders als Online hat Gedrucktes natürlich seinen Preis. Das notwendige Startkapital für den „Blogger“ in Höhe von 15.000 Euro soll deswegen eine Crowdfunding-Kampagne auf der Spendenplattform Startnext liefern.

Erst Print, dann online

Viele Zeitungen denken fieberhaft über die richtige Print-to-Online-Strategie nach. Doch längst gibt es auch umgekehrte Konzepte. Nicht immer sind sie allerdings erfolgreich. Die Macher von Niiu etwa, einer personalisierten Print-Zeitung mit wählbaren Nachrichten- und Blog-Inhalten, scheiterten Ende 2010 nicht nur an mangelndem Interesse der Leser, sondern auch an hohen Vertriebskosten. Ein monatliches Magazin könnte sich dagegen am Markt wohl einfacher behaupten. Zumal, wenn sich die Reihenfolge des Erscheinens umdreht: „Der Blogger wird ein Printmagazin, in dem Blogger als freie Autoren tätig sind und exklusiv neue Artikel verfassen, die dann erst print, und erst später online zu lesen sein werden“, umreißt Alex Grossmann das Konzept. Unabhängig von Verlagen soll der Blogger dabei ebenfalls sein, unabhängig von Anzeigenkunden allerdings nicht. Denn um mehr als nur die Startnummer des Magazins zu finanzieren, werden Werbeeinnahmen gebraucht.

Neue Leser für die Blogosphäre

Besonders interessant ist natürlich die Idee, den Bloggern ein Publikum zu erschließen, das ihnen bisher vorenthalten blieb: „Der Blogger richtet sich im Besonderen an diejenigen, die mit solchen Dingen bisher nichts anfangen konnten. Dem traditionellen Print-Leser soll eine Alternative geboten werden, die er in dieser Form gegenwärtig am Kiosk nicht bekommen kann“, so Grossmann. Lohnen dürfte sich der Blogger für die Blogger aber auch in finanzieller Hinsicht: Die Gesamtsumme der Startnext-Kampagne ist so kalkuliert, dass davon nicht nur Druckerei, Vertriebspartner und das Layout des ersten Hefts bezahlt werden können, sondern auch die Autoren. Vorher muss natürlich erstmal das Startkapital zusammenkommen. Dreißig Unterstützer haben in wenigen Tagen bereits knapp zehn Prozent der benötigten Summe zusammengetragen – bis Mitte Januar wird weitergesammelt.