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Besser spät als nie: Kobo verkauft jetzt auch Kobo Reader

Kobo kommt von „Book“, nur anders buchstabiert. Doch auch das Marketing des Amazon-Konkurrenten aus Kanada machte bisher den Eindruck eines Anagramms, denn irgendwie stimmte die Reihenfolge nicht: im Online-Store wurden bisher nur E-Books verkauft, die Lesegeräte gab’s lediglich über Drittanbieter. Das machte vielleicht noch Sinn, solange Kobo mit Borders kooperierte, doch die zweitgrößte US-Buchhandelskette ging 2011 pleite. Kobo dagegen wurde 2012 von Rakuten aufgekauft, einem der größten Online-Retailer weltweit, Firmensitz: Tokio. Das half Kobo zwar beim Launch in Japan, doch das eigentlich Problem blieb weiter ungelöst.

Kobobooks.de verweist weiter auf „Bezugsquellen“

Erst jetzt, im Jahr 2013, kommt es zur Kurswende: ab sofort werden die Kobo-Modelle vom Kobo Arc-Tablet über den Kobo Glo bis zum Kobo Mini auch direkt bei kobo.com verkauft. Zumindest in den USA und Kanada – deutsche Kunden erhalten bei kobobooks.de auch weiterhin nur Produktinformationen. Möchte man einen Reader kaufen, wird man über einen Extra-Link zu einer Auflistung von „Bezugsquellen“ weitergeleitet. Immerhin: Neben dem Online-Anbieter Redcoon gibt’s die Kobo-Modelle auch vor Ort in zahlreichen Elektronikfachmärkten, von Mediamarkt und Saturn bis Electronic Partner. Brancheninsider vermuten, dass hinter Kobos vorsichtiger Expansion-Strategie im Hardware-Bereich auch die Angst vor Lieferengpässen steckt. Bei der Ausdehnung der E-Book-Stores etwa in Richtung Europa war das Unternehmen deutlich tatkräftiger.

Globale Expansion: Kunden in 190 Ländern

Trotz aller Einschränkungen sieht sich Kobo selbst als eines der weltweit führenden E-Reading-Unternehmen, mit Kunden in 190 Ländern und insgesamt 13 Millionen registrierten Lesern, die via App, Kobo-Tablet oder -Reader Zugang zu mehr als 3 Millionen Titeln im Kobo-Store haben. Mit der neuen, „innovativen“ Strategie hofft man nun, den Umsatz auf mehr als 1 Milliarde Dollar hochzutreiben. Zum Vergleich: Amazon machte 2012 knapp 60 Milliarden Dollar Umsatz, davon stammen etwa zehn Prozent aus dem E-Reader- und E-Book-Bereich. Das Geheimnis des Erfolgs ist simpel: Amazon verkauft den Kindle-Reader seit 2007 vor allem über den eigenen Online-Store, erst seit kurzem setzt der Onlinehändler auch auf lokale Kooperation mit dem Einzelhandel.

Abb.: Screenshot

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".