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„Bei Netflix abgeguckt“: Bastei Lübbe startet 2016 eigene E-Book-Flatrate

26 Feb 2015

bastei-lübbe-homepageMit einer E-Book-Flatrate will die Kölner Verlagsgruppe Bastei Lübbe den Vorsprung als Marktführer bei E-Book-Belletristik ausbauen. Bereits ab 2016 werden deutsche Leser digitale Romanserien und Audiobooks zum Preis von 5 Euro pro Monat abonnieren können. „Das haben wir uns ein bisschen von Netflix abgeguckt“, so Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack am Dienstag gegenüber dem Handelsblatt. Ähnlich wie beim deutschen Flatrate Startup Readfy soll es zudem ein kostenloses, werbefinanziertes Angebot geben.

Für den Aufbau einer eigenen Flatrate greift Bastei Lübbe tief in die Tasche. Zwischen 15 und 20 Millionen Euro soll neben dem Content selbst für den Aufbau einer eigenen Plattform sowie das Marketing aufgewendet werden. Geplant sind auch Lese- und Hörstreams auf Englisch, Spanisch sowie Mandarin. Schafft es das börsennotierte Unternehmen, bis 2020 die laut Handesblatt anvisierten 24 Millionen Nutzer zu erreichen, könnte sich der Gesamterlös von derzeit knapp 100 Millionen auf 200 Millionen Euro verdoppeln.

Die geplante E-Book-Flatrate von Bastei Lübbe fügt sich nahtlos in die bisherige Digital-Strategie ein: schon 2012 ging die Verlagsgruppe unter dem Label „Digital First“ mit originären Digi-Novel-Serien an den Start. Ähnlich wie TV-Serien sind diese Serien in Staffeln angelegt und eignen sich gut für Streaming-Angebote. Im letzten Jahr folgten mit der Übernahme der Self-Publishing-Community BookRix und dem E-Book-Store Beam eBooks zwei Zukäufe, die den Aufbau einer eigenen Plattform erleichtern.

Außerdem macht sich Bastei Lübbe auf die Suche nach geeigneten Marketing- und Distributionspartnern – auf dem Radar haben die Kölner dem Handesblatt zufolge nicht zuletzt das große Vorbild Netflix selbst. Was wohl auch keine schlechte Idee ist, denn die Bastei-Lübbe-Flatrate wird in Deutschland mit gut etablierten Platzhirschen konkurrieren müssen: neben Kindle Unlimited sind hier mit Skoobe und Readfy schon längst deutsche Startups aktiv.