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Bei Anruf Buch: Telekom steigt in mobilen E-Book-Markt ein

11 Feb 2011

telekom-e-book-portalDie deutsche Telekom will offenbar eine mobile E-Book-Plattform starten. Hintergrund dieser Entwicklung ist der Aufbau eines neuen Bezahlsystems für Handy-Nutzer. Um Kunden den neuen Service schmackhaft zu machen, braucht man natürlich entsprechenden digitalen Content. E-Books passen da gut ins Konzept. Mit Musicload.de betreibt die Telekom bereits seit einiger Zeit eine Download-Plattform für Musikfiles. Die neuen Produkte und Dienstleistungen starten in den nächsten drei Monaten, so Telekom-Vorstandsmitglied Edward Kozel gegenüber FTD. Sie sollen auch für Geräte mit Apples iOS sowie Googles Android verfügbar sein.

Die mobilen Datennetze verlangen nach Content

Die Telekom als E-Buchhändler? Was auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich klingt, hat bereits eine kleine Vorgeschichte. Als das E-Book-Business vor zwei, drei Jahren an Fahrt aufnahm, wurde plötzlich über einen Telekom-E-Reader auf E-Ink-Basis gemunkelt. News4me sollte das Gerät angeblich heißen und neben E-Books vor allem für die Lektüre elektronische Zeitungen geeignet sein. Allerdings fand sich damals offenbar kein Zeitungsverlag als Kooperationspartner. Die Suche nach einer Hardware-Plattform hat sich mit der Ankunft von Tablets und Smartphones nun aber eigentlich erledigt – es geht eher darum, den Kunden Content zu bieten, damit das mobile Datennetz auch effektiv genutzt wird. Die Grundlagen für einen E-Store gibt es bereits: die Telekom besitzt mit BooksOn.de ein Web-Portal für elektronische Bücher. Betrieben wird es zur Zeit zwar noch vom Lizenznehmer Ciando, doch nicht umsonst verweisen die Werbebanner auf T-Online.

Vor den gedruckten Büchern verschwindet das Papiergeld

Die Kopplung an ein einfach funktionierendes Bezahlsystem könnte das E-Book-Shopping per Handy durchaus attraktiv machen. Allerdings gibt es natürlich auf Smartphones schon einige Alternativen – etwa die Nutzung von Paypal oder den Einkauf via iTunes. Im Gegensatz zur „Kostenlos-Kultur“ des konventionellen Internets sind es Handy-Nutzer schon seit langem gewohnt, für mobile Dienstleistungen in klingender Münze zu bezahlen. Kein Wunder, dass viele Paid Content-Befürworter wie etwa Zeitungsverlage ihre Hoffnungen auf Smartphones und Tablets setzen. Zugleich wäre natürlich ein Mobiltelefon, das auch vor Ort als mobiles Portemonnaie genutzt werden kann, ein zusätzliches Verkaufsargument für neue Hardware. In den USA arbeitet die Telekom bereits daran, mit Hilfe spezieller NFC- Technik (Near Field Communication) auch die Kreditkarte durch das Handy zu ersetzen. Traditionalisten sollten sich also möglicherweise nicht so sehr Sorgen um das Verschwinden gedruckter Bücher machen, sondern um das Papiergeld.