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Barnes&Noble: E-Books werden US-Buchbranche innerhalb von 24 Monaten dominieren

29 Mrz 2011

barnes-noble-e-book-markt-umwaelzung-in-24-monatenBarnes & Noble rechnet offenbar innerhalb von 24 Monaten mit dem völligen Umkippen des US-Buchmarkts von Print zu E-Book. „Das Buch-Business verändert sich radikaler und schneller als es bei Filmen, Musik oder Zeitungen der Fall ist, denn hier geht es um eine Frage von Monaten“, äußerte sich B&N-Manager Marc Parrish am letzten Wochenende auf der GigaOm Big Data-Konferenz in New York, und wagte dann eine konkrete Prognose: „In den nächsten 24 Monaten wird sich die Branche komplett umwälzen.“

Trotz Nook & Co: Marktposition von B&N bröckelt

Für die mehr als 700 Filialen der größten US-Buchhandelskette verheißt das nichts gutes. Das Unternehmen hat zwar viel Geld in die Entwicklung von E-Readern wie zuletzt dem Nook Color gesteckt. Doch die Verluste in den Buchhandlungen vor Ort lassen sich durch E-Book-Downloads bei weitem nicht ausgleichen. Den verbleibenden Börsenwert von B&N (weniger als 1 Mrd. Dollar – im Vergleich zu 57 Mrd. im Fall von Amazon) dürften Prophezeiungen wie die von Parrish natürlich nicht gerade steigern. Auch die Suche nach einem Käufer für das angeschlagene Unternehmen wird wohl noch schwieriger werden. Vielleicht ein Grund, warum Parrish die konkrete Zeitangabe inzwischen wieder zurückgezogen hat. Doch ob das was nützt? Die von Parrish auf der GigaOM präsentierten Marktdaten scheinen das Untergangsszenario für die Gutenberg-Galaxis eindeutig zu bestätigen.

Größter Profiteur der Umwälzung ist natürlich Amazon

Denn schon für 2011 erwarten die Analysten von Forrester & Gartner, dass bis zu 35 Prozent der US-Leser einen E-Reader besitzen, bis Ende des Jahres sollen sage und schreibe 18 Millionen Lesegeräte über den Ladentisch gehen. Die Nachfrage in punkto E-Books könnte dadurch bald die nach gedruckten Büchern übersteigen. Größter Profiteur ist dabei natürlich Amazon – und damit genau derjenige Player, der den Stein mit der Entwicklung des Kindle-Readers überhaupt erst ins Rollen gebracht hat. Von der ausgelösten Lawine bleibt das Unternehmen als reiner Onliner aber verschont, statt unrentabler Ladenflächen betreibt es schließlich nur hocheffiziente Logistikzentren und Webserver. Und so mancher, der in Zukunft das (Print-)Buch zum E-Book sucht, wird per Mausklick auf amazon.com einkaufen. Vielerorts wohl alleine schon deshalb, weil es vor Ort gar keinen Buchhändler mehr gibt.