Banner schlägt Anzeige: Werbe-Umsätze im Internet erstmals höher als bei Zeitungen

Zeitungskrise-Online-Werbemarkt ueberholt Zeitungsanzeigen.gifErstmals wurde in Deutschland mehr Umsatz mit Online-Werbung gemacht als mit Zeitungsanzeigen. Mit 4,1 Mrd. Euro im Jahr 2009 lag das Internet bei den Werbeerlösen deutlich vor dem gedruckten Papier: dort waren es im selben Zeitraum nur 3,9 Mrd. Euro. Deutlich wird die digitale Aufholjagd auch beim Marktanteil: nach TV und Zeitungen ist das Web jetzt auf Platz Drei, während die Publikumszeitschriften auf Platz Vier verwiesen wurden.

Neuaufteilung des „Bruttowerbekuchens“: Das Internet tritt an die Stelle der Zeitungen

„Elektronische Lesegeräte gehören zu den Hoffnungsträgern der Zeitungsbranche“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff, bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz. Bisher jedoch eine schmale Hoffnung, denn kaum fünf Prozent der Erlöse kommen bisher aus Online-Angeboten. Die Krise der gedruckten Zeitung schwelt dagegen weiter. Im Jahr 2009 sind die Auflagen erneut zurückgegangen. Besonders dramatisch klingen die Zahlen aus dem Anzeigengeschäft. Mit minus 15 Prozent musste der BDZV erneut deutliche Rückgänge melden. Zeitungen und Zeitschriften haben seit 2005 mittlerweile zehn Prozent Anteil am „Bruttowerbekuchen“ verloren.

Auf der Jagd nach „Eyeballs“: Auf Dauer kann nur das Fernsehen mithalten

Großer Gewinner ist das Internet – sowohl mit klassischen Werbebannern, aber auch Suchwortvermarktung und Affiliate-Marketing. Beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BDW) prognostiziert man für 2010 erneut zweistellige Wachstumsraten. Des einen Freud ist hier des anderen Leid, denn bei den Zeitungsverlagen landet nur ein kleiner Teil davon. Sehr viel Zeit für die Umsetzung neuer Print-to-Online-Strategien bleibt den Papiermedien nicht mehr. Das Internet liegt beim Werbe-Marktanteil nur noch 4,9 Prozent hinter den Zeitungsanzeigen. In den nächsten zwei, drei Jahren dürfte das Web also wohl endgültig an der Presse vorbeiziehen. Platz Eins wird bis auf weiteres dem Fernsehen vorbehalten bleiben – denn nur die Flimmerkiste erreicht noch genug „Eyeballs“, um mit dem Computerbildschirm konkurrieren zu können.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".