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Bad Ads per Gesetz? Zeitungsverleger fordern Verbot von Werbeblockern

28 Mrz 2017 0 Kommentare

adblock-plus-beispielEs gibt Alpha-Blogger, und es gibt Alpha-Blocker. Zu letzteren gehört Ad Block Plus von Eye/o – das Kölner Unternehmen ist Marktführer auf dem Gebiet der Werbe-Blocker für den Browser. Als Mission hat sich das Startup auf die Fahnen geschrieben, das Internet besser zu machen – und fängt bei den nervigen Bannern an („We want to make the internet better for everyone – purging bad ads is a good start“). Nur „akzeptable Anzeigen“ („acceptable ads“) lässt der Filter durch – um auf die Whitelist zu kommen, müssen Publisher bestimmte Bedingungen erfüllen: angemessene Platzierung und Größe sowie die Kennzeichnung als Werbung.

Klamme Medienhäuser klagen

Viele Nutzer finden das prima, das Browser-Add On Adblock Plus wurde schon auf mehr als 100 Millionen Geräten installiert. Vor allem den finanziell klammen Medienhäusern gefällt diese Erfolgsstory aber naturgemäß gar nicht – derzeit sind ein halbes Dutzend Klagen gegen Eye/o anhängig. Zugleich wächst der Druck auf den Gesetzgeber. Der Zeitungsverlegerverband NRW fordert jetzt ein Vertriebsverbot für Werbeblocker, und hat auch bereits einen Formulierungsvorschlag in petto.

„Journalistische Standards in Gefahr“

Ziel: der „Schutz der Integrität von journalistisch-redaktionellen Telemedienangeboten“. Sprich: keine Blockade ohne Genehmigung. Dieser Schritt, so die Lobby-Gruppe, sei „alternativlos“, teilweise würden bis zu 50 Prozent der Werbeschaltungen von Ad-Blockern abgefangen. Dadurch würden „journalistische Standards“ gefährdet, zugleich auch der „Zugang zu Informationen für Alle“, egal ob sie Ad Blocker verwenden oder nicht. Auch das „Whitelisting“ schmeckt den Zeitungsverlagen gar nicht – denn die Werbetreibenden müssten an die Ad Blocker-Betreiber eine Provision von 30 Prozent zahlen, damit bestimmte Anzeigen wieder freigeschaltet werden. „Werbeblocker-Anbieter sind deshalb in Wahrheit Werbevermarkter“, so der Vorwurf des ZV NRW.

Schutz für „ausgediente Geschäftsmodelle“

Die Piraten-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag appelliert dagegen an die Landesregierung, auf eine Lex Anti-Adblock zu verzichten. Eine gesetztliche Regulierung oder ein Verbot würde „einseitig Interessen von Medienkonzernen und Werbeindustrie“ bedienen, es gehe nur darum, „ausgediente Geschäftsmodelle“ zu schützen. Auch offizielle Zahlen des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sprechen gegen die Notwendigkeit einer Geseztesinitiative: so ist der Anteil von blockierter Display-Werbung auf PCs im Jahr 2016 stark zurückgegangen, inzwischen liegt er im Durchschnitt nur noch bei 17 Prozent. Da immer mehr Webseiten ohnehin ungefiltert auf Smartphone und Tablet angeschaut werden, ist der Einfluss von Ad Blockern insgesamt ebenfalls im Sinkflug.

(via heise.de)

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