Back to the Future, 2015 A.D.: Der Zettelkasten ist tot, Pepsi Perfect lebt

pepsi-perfect-trifft-zettelkastenDie Geschichte läuft mit zwei Geschwindigkeiten, mindestens. Manchmal Fast Forward, wie in „Back to the Future“ Teil 2 – der Film kam 1989 in die Kinos, und spielt … im Oktober 2015, also genau jetzt. Auf die meisten von Hollywood damals für heute versprochenen Gadgets müssen wir aber wohl noch ein paar Jahre warten: Hoverboards, fliegende Autos oder riesige Open-Air-Hologramme? Fehlanzeige.

Back to the Past

Wie weit die USA in manchen Bereichen zurückliegen, zeigt eine aktuelle Meldung des Online Computer Library Center (OCLC) – der Dienstleister stellt den Karteikartenservice für Bibliotheken ein. „Gedruckte Bibliothekskataloge haben mehr als 100 Jahre gute Dienste geleistet, sie ermöglichten es den Nutzern auf einfachem Weg, ein Buch innerhalb der Bibliothek zu finden“, so OCLC-Chef Skip Prichard in einem Blogpost. Doch dank cloud-basierter Kataloge wie dem vom OCLC angebotenen WorldCat brauche man Karteikarten nun nicht länger.

Letzte Karteikarten verschickt

Ein letztes Mal ging in diesen Tagen ein Satz mit Karteikarten auf die Reise, fast zwei Milliarden davon wurden vom OCLC seit 1971 auf Bestellung gedruckt. Als „Back to the Future“ in die Kinos kam, verschlangen die Zettelkästen in Nordamerika satte acht Tonnen Papier pro Woche. Empfänger der Last Order ist das Concordia College in Bronxville, New York. Und bevor jetzt jemand lacht: Auch dort hat man den Papier-Katalog nur noch als Backup genutzt. Überhaupt sollte man aus deutscher Perspektive den Ball flach halten – denn auch hier läuft alles in zwei Geschwindigkeiten.

Manche neu gegründeten Universitätsbibliotheken hierzulande etwa haben schon seit den 1960er Jahren auf EDV gesetzt, wie etwa in Bielefeld, und hatten nie Karteikarten. Andere, wie etwa die Unibibliothek an der deutlich älteren und organisatorisch verzettelteren Freien Universität Berlin haben dagegen erst Ende der 1990er Jahre einen OPAC (Online Public Access Catalogue) eingeführt (ich hab’s selbst erlebt…).

Pepsi schickt uns Back to the Future

Also nix mit Back to the Future-Feeling im Jahr 2015? Jein. Ganz mit leeren Händen müsste ein realer Marty McFly nun auch nicht von 2015 nach 1989 zurückkehren. Denn der Getränkegigant Pepsi bietet rund um den 21. Oktober (dann kommt der fiktive Marty nämlich in der Zukunft an) futuristisch designte „Pepsi Perfect“-Flaschen an, genau wie es den Kinobesuchern vor fast drei Jahrzehnten mal versprochen wurde. Allerdings werden nur ein paar tausend Gebinde produziert, Einzelpreis 20 Dollar, und darin schwappt die gewohnte Brause.

(via Smithsonian.com & Gizmodo)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".