Handy-Roman bringt Suspense in die U-Bahn

McLuhan kannte noch keine Handys, aber er hatte eine Medientheorie, deren Quintessenz wie eine SMS klingt: “The Medium is the message.” Die große Preisfrage lautet also: Was sagt uns das Handy über die Gesellschaft der Gegenwart, abgesehen von: alle können überall kommunizieren? Wer schon mal einen gelesen hat, dürfte eine Ahnung davon haben. Nicht nur die Formen (vgl. WAP-Internet, Handy-Fernsehen, etc.) ändern sich, sondern auch die Inhalte passen sich an die neuen Kommunikationsgewohnheiten an. Tatsächlich lesen wir heute anders als vor zehn Jahren. Die kurzen ebenso wie die einfachen Formen sind die Gewinner: Ein Satz muss auf das Display passen, am besten gleich zwei oder drei.  So etwa wie in Carola Kickers Mystery-Thriller Perlen aus Blut: (mehr …)

“txtr” vs. Kindle: Neuer E-Book-Reader aus Berlin

Der Name klingt wie ein Lautgedicht von Ernst Jandl: “txtr”! Doch dahinter verbirgt sich kein Nonsens, sondern ein veritabler E-Book-Reader, den das gleichnamige Berliner Start-up am 24. Januar für diesen Sommer angekündigt hat (Nachtrag: jetzt ist Sommer 2008, mittlerweile ist die Rede von einer Einführung im Oktober). Die Eckdaten klingen gar nicht mal so schlecht. Txtr bietet ein 6 Zoll großes Monochrom-Display von E-Ink, das mit 600 mal 800 Bildpunkten und 16 Graustufen auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar sein soll, 1 Gigabyte Flash-Speicher, und vor allen Dingen: W-Lan-Fähigkeit. Denn die beiden Gründer Andreas Steinhauser and Frank Rieger haben offenbar einen medialen Präventivschlag gegen Amazon’s Kindle vor: parallel zum Reader geht eine Download-Plattform ans Netz, von der aus man nicht nur virtuelle Schmöker “renommierter deutscher Verlage” erwerben kann, sondern auch auf Gratis-E-Books Zugriff hat. Ausserdem setzen die Kindle-Herausforderer auf volle -Fähigkeit: man kann gemeinsam mit Freunden auf Texte und Dokumente zugreifen, kommentieren und bewerten sowie Internetseiten aufrufen können. Die deutschen Leser könnten also in ein paar Monaten direkt aus der Gutenberg-Galaxis mitten in das drahtlose Zeitalter katapultiert werden…doch erstmal haben im März auf der Leipziger Buchmesse Sony und Amazon das Wort.

Kindle2: Der erste Bleistift, der lesen kann

Einmal wurden wir noch wach, dann war es soweit: gestern nachmittag wurde in New York der neue von Amazon der Weltöffentlichkeit präsentiert… Weiß wie ein Mac, flach wie ein Bleistift (s.u.). Die Techies streiten zwar noch darüber, ob das neue von Amazon jetzt 20 Prozent schneller oder 20mal schneller oder überhaupt nicht schneller ist als das alte. Doch eins steht schon mal fest: dieses Lesegerät ist gleichzeitig auch ein Vorlesegerät, dank Text-to-Speech. Bleibt natürlich die Frage, ob man dann nicht gleich in ein Hörbuch investiert, das man dank mp3-Funktion und Kopfhörerbuchse auch auf vielen E-Book-Readern hören kann. Was aber vielleicht genauso sinnlos ist, wie E-Books auf dem I-Pod-Display zu lesen. Andererseits könnte ja vielleicht tatsächlich, wie ein Hamburger Wochenmagazin süffisant bemerkt, ein Vorlesefeature zum Erfolg des Geräts beitragen in einem Land wie den USA, “wo das Lesen längst dem Fernsehen weichen musste”. Interessant übrigens auch die Metaphorik, mit der die “Dicke” bzw. “Dünne” des Kindle2 bei der Präsentation veraunschaulicht wurde. Bleistift und , keine schlechte Kombination. So lange man sich noch nicht mit einem digitalen Stift kurze Notizen an den Seitenrand kritzeln kann, ist das antike Schreibgerät keine schlechte Beigabe. Das mediale Echo scheint insgesamt sowieso durchwachsen: doch ob das wirklich ein “expensive toy for reading enthusiasts, frequent travelers, and gadget lovers” bleibt, würde ich auch bezweifeln. Der IPod für Bücher ist es bisher nicht. Doch immerhin haben ja schon für das Vorgängermodell hunderttausende Kunden erst sehr viel Geld für das hingeblättert und danach per Download-Klick dem E-Book-Monopolisten Amazon erkleckliche Einnahmen beschert.

Wikipedia trifft Billy-Regal: Online-Lexikon mit Print on Demand-Service

wikipedia_jetzt-als-buch-im-regal-150x150Wer trotz aller Begeisterung für Online-Enzyklopädien das Rascheln von Papier vermisst hat, dem wird jetzt geholfen: “Mit Hilfe der Buchfunktion kann sich jeder Nutzer der nach seinen Wünschen ein Buch aus bestehenden Lexikonartikeln zusammenstellen”, verkündet die deutsche Wikipedia-Seite. Per Mausklick lassen sich ab jetzt nämlich -Seiten zu einem PDF-Dokument zusammenfassen, mit einem Titel bzw. Deckblatt versehen und abspeichern. Und per Print-on-Demand sogar drucken… (mehr …)

Speed für die Datenautobahn: Der neue Kindle

Der Amazon- ist ein Phantomprodukt und doch erfolgreich: in Deutschland konnte man ihn bisher sowieso nicht kaufen, in den USA wird er zur Zeit aber auch nicht mehr ausgeliefert. Dafür ist der Hype umso größer, vor allem, seit dem bekannt wurde, dass in Kürze eine neue Version erhältlich sein wird. Am 9. Februar soll sie nach Informationen der New York Times in New York der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Mit einem schnelleren Prozessor und verbessertem, d.h. rascherem Seitenaufbau setzt man offenbar auch auf bequemere Internet-Nutzung des W-LAN-fähigen Gerätes. Selbst der E-Ink-Chief Executive Russell J. Wilcox wird nämlich mit den Worten zitiert: “If you are reading a book, it might not make that much of a difference. But if you want to do anything else with your device, zooming in, look up words, whatever, you really appreciate the speed.” Die Vorteile der E-Ink-Technologie (Lesequalität, niedriger Stromverbrauch) gibt es also in Zukunft ohne allzu große Nachteile bei der Reaktionszeit des Bildschirms. Damit dürften natürlich auch die Unterschiede zwischen E-Book, PDA, Handy oder Notebook weiter verwischen. Puristen bleibt immerhin aber noch ein Unterschied zum Multi-Media-Overkill erhalten: bis auf weiteres ist die Welt von E-Ink nur in schwarz-weiß zu haben.