Das E-Book wird farbig: Fujitsu’s FLEPia erobert Tokio

e-book-wird-farbig_fujitsus-flepia-erobert-tokio-150x150Man hatte sich fast schon daran gewöhnt: E-Books sind ein bisschen so wie echte Bücher, klein, seriös verpackt und vor allem in Schwarz-Weiß. Farbige E-Ink-Displays kannte man nur aus den Hightech-Laboren der Industrie. Doch plötzlich ist die Welt auf dem Display groß und bunt, zumindest wenn man in Tokio wohnt. Dort können  die Gäste des Termina Kinshicho Fujiya Restaurants seit Anfang des Monats die Zukunft des E-Books live erleben: Das E-Book wird farbig: Fujitsu’s FLEPia erobert Tokio weiterlesen

Flatrate für E-Books vorerst nicht in Sicht

Eine Insel mitten im Ozean, mit optimaler Kulturversorgung, alles (fast) für umsonst: das ist bisher eine Utopie (z.B. in Arno Schmidts 50er-Jahre-Roman “Gelehrtenrepublik“). Doch wenn es nach Ron Berry geht, könnte es eine solche mediale Insel der Seeligen bald geben, wenn auch nicht im Ozean, sondern in der irischen See, und zumindest für Musik. Der auf der Isle of Man für E-Business zuständige Mitarbeiter im Finanzministerium hat nämlich eine Art Flatrate für Musik (”blanket license” bzw. “file sharing fee”) vorgeschlagen. Sie soll über eine allgemeine Abgabe finanziert werden, die jeder User an den jeweiligen Internet-Anbieter entrichtet.

Die Isle of Man gehört zwar zu Großbritannien, hat jedoch ein eigenes Parlament und könnte ein ensprechendes Gesetz verabschieden. Auch technisch wäre das als Steuerparadies bekannte Eiland für so einen Versuch eine gute Adresse: Flatrate für E-Books vorerst nicht in Sicht weiterlesen

Neues iPhone: endlich ein E-Book-Reader für 99 Dollar

Die Business-Insider pfeifen es von den digitalen Dächern: Apple könnte noch in diesem Sommer ein Einsteiger-I-Phone auf den Markt bringen, das die Preisgrenze von 100 Dollar durchschlägt. Mit leicht abgespeckter Technik, anderen Nutzungsbedingungen, aber immerhin: ein echtes für die (nicht ganz so gut betuchten) Massen. Das dürfte nicht zuletzt dann neue Dynamik in den E-Book-Markt bringen. Denn offenbar ist der Telefonier-Apfel zu einem der erfolgreichsten mobilen Lesegeräte geworden, seitdem die US-Firma Lexcycle mit “Stanza” eine Software auf den Markt gebracht hat, die E-Books für das I-Phone nun ja, … stanzt. Denn die User können damit z.B. ihre eigenen Texte in das offene .epub-Format übertragen und auf dem Handy lesen. Oder aber aus dem “eingebauten” Online-Katalog mit über 100.000 Titeln Bücher downloaden. Genausogut natürlich auch von freien Portalen wie Project Gutenberg, free-ebooks.net usw. Während einige Zeitgenossen den Berufspessimisten geben, was das Lesen außerhalb der E-Ink-Sphäre betrifft, haben die User bereits Tatsachen geschaffen: bis Anfang 2009 wurde die im Sommer 2008 präsentierte E-Book-Software Stanza schon eine Million mal heruntergeladen. Nur eins geht bisher nicht: mit DRM für die freie Benutzung gesperrte Formate lassen sich nicht aufs übertragen. Offenbar kann man also auch ohne Kopierschutz erfolgreich sein…

Handy-Roman bringt Suspense in die U-Bahn

McLuhan kannte noch keine Handys, aber er hatte eine Medientheorie, deren Quintessenz wie eine SMS klingt: “The Medium is the message.” Die große Preisfrage lautet also: Was sagt uns das Handy über die Gesellschaft der Gegenwart, abgesehen von: alle können überall kommunizieren? Wer schon mal einen gelesen hat, dürfte eine Ahnung davon haben. Nicht nur die Formen (vgl. WAP-Internet, Handy-Fernsehen, etc.) ändern sich, sondern auch die Inhalte passen sich an die neuen Kommunikationsgewohnheiten an. Tatsächlich lesen wir heute anders als vor zehn Jahren. Die kurzen ebenso wie die einfachen Formen sind die Gewinner: Ein Satz muss auf das Display passen, am besten gleich zwei oder drei.  So etwa wie in Carola Kickers Mystery-Thriller Perlen aus Blut: Handy-Roman bringt Suspense in die U-Bahn weiterlesen

“txtr” vs. Kindle: Neuer E-Book-Reader aus Berlin

Der Name klingt wie ein Lautgedicht von Ernst Jandl: “txtr”! Doch dahinter verbirgt sich kein Nonsens, sondern ein veritabler E-Book-Reader, den das gleichnamige Berliner Start-up am 24. Januar für diesen Sommer angekündigt hat (Nachtrag: jetzt ist Sommer 2008, mittlerweile ist die Rede von einer Einführung im Oktober). Die Eckdaten klingen gar nicht mal so schlecht. Txtr bietet ein 6 Zoll großes Monochrom-Display von E-Ink, das mit 600 mal 800 Bildpunkten und 16 Graustufen auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar sein soll, 1 Gigabyte Flash-Speicher, und vor allen Dingen: W-Lan-Fähigkeit. Denn die beiden Gründer Andreas Steinhauser and Frank Rieger haben offenbar einen medialen Präventivschlag gegen Amazon’s Kindle vor: parallel zum Reader geht eine Download-Plattform ans Netz, von der aus man nicht nur virtuelle Schmöker “renommierter deutscher Verlage” erwerben kann, sondern auch auf Gratis-E-Books Zugriff hat. Ausserdem setzen die Kindle-Herausforderer auf volle -Fähigkeit: man kann gemeinsam mit Freunden auf Texte und Dokumente zugreifen, kommentieren und bewerten sowie Internetseiten aufrufen können. Die deutschen Leser könnten also in ein paar Monaten direkt aus der Gutenberg-Galaxis mitten in das drahtlose Zeitalter katapultiert werden…doch erstmal haben im März auf der Leipziger Buchmesse Sony und Amazon das Wort.

Kindle2: Der erste Bleistift, der lesen kann

Einmal wurden wir noch wach, dann war es soweit: gestern nachmittag wurde in New York der neue von Amazon der Weltöffentlichkeit präsentiert… Weiß wie ein Mac, flach wie ein Bleistift (s.u.). Die Techies streiten zwar noch darüber, ob das neue von Amazon jetzt 20 Prozent schneller oder 20mal schneller oder überhaupt nicht schneller ist als das alte. Doch eins steht schon mal fest: dieses Lesegerät ist gleichzeitig auch ein Vorlesegerät, dank Text-to-Speech. Bleibt natürlich die Frage, ob man dann nicht gleich in ein Hörbuch investiert, das man dank mp3-Funktion und Kopfhörerbuchse auch auf vielen E-Book-Readern hören kann. Was aber vielleicht genauso sinnlos ist, wie E-Books auf dem I-Pod-Display zu lesen. Andererseits könnte ja vielleicht tatsächlich, wie ein Hamburger Wochenmagazin süffisant bemerkt, ein Vorlesefeature zum Erfolg des Geräts beitragen in einem Land wie den USA, “wo das Lesen längst dem Fernsehen weichen musste”. Interessant übrigens auch die Metaphorik, mit der die “Dicke” bzw. “Dünne” des Kindle2 bei der Präsentation veraunschaulicht wurde. Bleistift und , keine schlechte Kombination. So lange man sich noch nicht mit einem digitalen Stift kurze Notizen an den Seitenrand kritzeln kann, ist das antike Schreibgerät keine schlechte Beigabe. Das mediale Echo scheint insgesamt sowieso durchwachsen: doch ob das wirklich ein “expensive toy for reading enthusiasts, frequent travelers, and gadget lovers” bleibt, würde ich auch bezweifeln. Der IPod für Bücher ist es bisher nicht. Doch immerhin haben ja schon für das Vorgängermodell hunderttausende Kunden erst sehr viel Geld für das hingeblättert und danach per Download-Klick dem E-Book-Monopolisten Amazon erkleckliche Einnahmen beschert.

Wikipedia trifft Billy-Regal: Online-Lexikon mit Print on Demand-Service

wikipedia_jetzt-als-buch-im-regal-150x150Wer trotz aller Begeisterung für Online-Enzyklopädien das Rascheln von Papier vermisst hat, dem wird jetzt geholfen: “Mit Hilfe der Buchfunktion kann sich jeder Nutzer der nach seinen Wünschen ein Buch aus bestehenden Lexikonartikeln zusammenstellen”, verkündet die deutsche Wikipedia-Seite. Per Mausklick lassen sich ab jetzt nämlich -Seiten zu einem PDF-Dokument zusammenfassen, mit einem Titel bzw. Deckblatt versehen und abspeichern. Und per Print-on-Demand sogar drucken… Wikipedia trifft Billy-Regal: Online-Lexikon mit Print on Demand-Service weiterlesen

Speed für die Datenautobahn: Der neue Kindle

Der Amazon- ist ein Phantomprodukt und doch erfolgreich: in Deutschland konnte man ihn bisher sowieso nicht kaufen, in den USA wird er zur Zeit aber auch nicht mehr ausgeliefert. Dafür ist der Hype umso größer, vor allem, seit dem bekannt wurde, dass in Kürze eine neue Version erhältlich sein wird. Am 9. Februar soll sie nach Informationen der New York Times in New York der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Mit einem schnelleren Prozessor und verbessertem, d.h. rascherem Seitenaufbau setzt man offenbar auch auf bequemere Internet-Nutzung des W-LAN-fähigen Gerätes. Selbst der E-Ink-Chief Executive Russell J. Wilcox wird nämlich mit den Worten zitiert: “If you are reading a book, it might not make that much of a difference. But if you want to do anything else with your device, zooming in, look up words, whatever, you really appreciate the speed.” Die Vorteile der E-Ink-Technologie (Lesequalität, niedriger Stromverbrauch) gibt es also in Zukunft ohne allzu große Nachteile bei der Reaktionszeit des Bildschirms. Damit dürften natürlich auch die Unterschiede zwischen E-Book, PDA, Handy oder Notebook weiter verwischen. Puristen bleibt immerhin aber noch ein Unterschied zum Multi-Media-Overkill erhalten: bis auf weiteres ist die Welt von E-Ink nur in schwarz-weiß zu haben.